Die Crux mit dem CO2-Zertifikate-Handel

Vor knapp zwei Wochen habe ich über eine Studie von Ifo-Forschern über die Probleme des europäischen CO2-Zertifikatehandels berichtet (hier der Artikel)

Die enorme Ausschläge nach oben und unten seien fundamental nicht gerechtfertigt und würden das gesamte System gefährden, lautete ein Kernergebnis der Studie. Zudem seien das Niveau der Preise für die Verschmutzungsrechte zu gering.

In das gleiche Horn blasen jetzt Greenpeace und WWF in einer heute veröffentlichten Studie. Sorgen bereitet den Umweltschützern vor allem der enorme Preisverfall bei den Verschmutzungsrechten. Aus der Pressemitteilung:

“Der Preis für eine Tonne CO2 hat mit aktuell 6,50 Euro einen historischen Tiefstand erreicht und bietet Unternehmen keine Anreize für klimafreundliche Investitionen.

“Die Wirtschaftskrise und Schlupflöcher für die Industrie haben eine wahre Flut von Verschmutzungsrechten ausgelöst und den Emissionshandel ins Wanken gebracht”, sagt Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace.

“Die EU muss jetzt dringend ihr zentrales Klimaschutzinstrument der neuen Lage anpassen.” “

Die Umweltschützer fordern, dass die EU eine große Anzahl von Zertifikaten für lange Zeit – 10 Jahre – vom Markt nehmen.

Aus meiner Sicht liefert die Studie neue Belege dafür, dass sich die Klimaschutzpolitik nicht nur auf den Zertifikatehandel verlassen sollte. Genau das fordern einige liberale Umweltkökonomen wie der Magdeburger Professor Joachim Weimann. Mein Kollege Hans Christian Müller hat letzten Sommer detailliert über diese Debatte berichtet: “Die unsichtbare Hand und das Klima


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Alle Kommentare [4]

  1. “Aus meiner Sicht liefert die Studie neue Belege dafür, dass sich die Klimaschutzpolitik nicht nur auf den Zertifikatehandel verlassen sollte”

    Natürlich sollte sie das. Solange sie die handelbare CO2-Menge auf das nach aktuellem wissenschaftliche Stand sinnvolle Maß begrenzt.

    Ich frag nich sowieso, wieso man das so kompliziert gemacht hat. Wieso kann man die Lebensdauer der Zertifikate nicht einfach auf 12 Monate festlegen und jeden Monat die Zertifikate für Monat X+12 versteigern?

  2. Klimaschutz ist ein Betrug von Anfang an. Weder muss oder kann das Klima geschützt noch hat CO2 überhaupt einen Einfluss. Das Grosskapital schafft es immer wieder die Bürger aufs Kreuz zu legen und korrupte Politik wie Wissenschaft arbeiten denen noch zu!
    Beendet den Unsinn mit den Zertifikaten endlich!

  3. Die Mißgeburt des EEG und des Zertifikatehandels haben wir jemandem zu verdanken, der weder ökonomisch noch biologisch über ausreichende Kenntnisse verfügt. Dafür aber über die gleiche Ignoranz und Arroganz einer Kindergartentante, die sich in einem anderen Ressort (Gesundheitspolitik) auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte.

    Ob man eine Pigousteuer, einen Zertifikatehandel oder schlicht eine gesetzliche Verbotsgrenze einführt, das muß man an der Eignung für das jeweilige Objekt der Maßnahme entscheiden. CO2 ist einerseits mit nicht Zertifikaten nicht steuerbar, andererseits wimmelt es in der Gesetzgebung und in den Durchführungsbestimmungen dazu von eklatanten handwerklichen Schwächen.

  4. Der WWF sollte besser gar nichts mehr sagen, solange er eine Bücherneuerscheinung zu verhindern sucht, die seine Machenschaften offenlegen.