Sehenden Auges ins Desaster

Wer in diesen Wochen durch Europa reist, den können schon depressive Anwandlungen beschleichen. Das gemeinsame europäische Haus brennt an mehreren Ecken, doch niemand fühlt sich bemüßigt, den Feuerwehrschlauch in die Hand zu nehmen. Im Gegenteil streiten sich die potenziellen Retter darüber, wer an allem Schuld ist, wer als erster gewarnt hat, dass ein Brand droht und ob Wasser, Schaum oder Sand die beste Löschmethode sind. Fast fühlt man sich an Schilderungen aus Geschichtsbüchern oder Romanen über die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg erinnert: Jeder sieht das drohende Desaster kommen, keiner tut etwas, um es abzuwenden.

In der vergangenen Woche habe ich mich intensiv mit den deutschen Gegnern der bisherigen Euro-Rettungspolitik befasst. Da wächst, wie in der Handelsblatt-Ausgabe vom 29. Mai geschildert (hier die Online-Version), eine “bürgerliche Apo” heran, deren politischer Arm in der Bundestagswahl 2013 die Freien Wähler werden könnten.

Wut und Angst sind bis tief in bürgerliche Schichten groß: Deutschland, so fürchten viele, hat sich auf eine Rutschbahn begeben, auf der ein Rettungsschirm auf den nächsten folgt und immer weitere deutsche Milliarden als Garantien für die Krisenländer bereitgestellt werden. Diese Bewegung, die schon von Zehntausenden offen unterstützt wird, hat sich Angela Merkel selber zuzuschreiben. Sie hat die Menschen nicht mitgenommen auf den Weg in eine engere europäische Integration; sie verzichtet darauf, die Vorteile, die Deutschland aus dem Euro hatte und die es jetzt aus den extrem niedrigen Zinsen hat, offen anzusprechen.

Das Dumme ist nur: eine glaubwürdige Alternative hat diese “bürgerliche Apo” nicht anzubieten. Manche ihrer Protagonisten wollen den Euro in einen Nord- und einen Süd-Euro aufspalten, manche wollen schlicht zurück zum Zustand vor dem Euro, mit einer DM als Anker eines Europäischen Wechselkurssystems, was damals nicht toll funktioniert hat. Beides birgt unabsehbare Risiken. Doch so ist das wohl mit Protestbewegungen: Sie sind erst einmal dagegen, früher gegen Atomkraft oder Atomraketen, heute gegen den ESM. Das ist auch ihr gutes Recht. Doch wo bleibt die bürgerliche Bewegung für eine engere europäische Integration mit konstruktiven Lösungsvorschlägen??

In England, wo ich über Pfingsten war, gibt es sie natürlich nicht. Dort herrscht in der ohnehin schon notorisch Euro- und EU-feindlichen Presse blanke Panikmache und Häme. Man habe ja schon immer gewusst, dass das Euro-Abenteuer übel enden würde, heißt es da voller Schadenfreude.

Minister denken laut über einen Notfallplan nach, die Grenzkontrollen zu verschärfen, um die erwartete Flut von Armutsflüchtlingen vom Kontinent abzuwehren. Analysten und Kommentatoren erklären den Briten, wie sie jetzt ihr ganzes Geld aus der Euro-Zone abziehen können. Unternehmen erläutern, wie sie sich auf den Zusammenbruch der Euro-Zone vorbereiten. Rette sich, wer kann und die Zugbrücke hoch – und das nach Jahrzehnten Europäischer Union.

Ein Tiefpunkt eigener Art war dann der gestrige Besuch des “Brussels Economic Forum”. Noch mehr als in früheren Jahren stellte sich bei mir das “Planet Brüssel”-Gefühl ein. Währungskommissar Oli Rehn eröffnete die jährliche Konferenz der Generaldirektion für Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Kommission mit einer derart leidenschaftslosen Rede, dass man meinen könnte, es gehe um eine Reform der Verordnung zum Krümmungsgrad von Büroklammern.

Eine einfache Lösung der Krise gebe es nicht, schließlich handele es sich um “komplizierte Probleme in einer komplexen Euro-Zone”, referierte er. Doch so schlimm sei alles gar nicht und es gebe ja schon diese und jene Gesetzesinitiativen der Kommission. Dann holte er noch zu einer Generalkritik der Ökonomenzunft aus und präsentierte triumphierend ein Zitat des US-Ökonomen Paul Krugman, in dem dieser 1990  die Währungsunion auch als notwendige Ergänzung zur politischen Union bezeichnet hatte.

Wem nützt das?

Italiens Regierungschef Mario Monti zitierte in seiner per Videoschalte übertragenen Rede ebenfalls länglich aus Papieren der Kommission und weisen Gipfelbeschlüssen. Dann beschwerte er sich noch, wie ungerecht es sei, dass die Zinsen auf italienische Staatsanleihen wieder so stark gestiegen seien und warnte, dass die Italiener bald die Geduld mit der Sparpolitik verlören, wenn die Deutschen nicht bald nachgäben und den Krisenländern mehr Hilfe und Erleichterungen bei den Sparzielen zugeständen.
Nicht weniger vorhersehbar argumentierte der deutsche Finanzstaatssekretär Thomas Steffen: Er sang das hohe Lied der fiskalischen Disziplin und war sich auch nicht zu schade, die schon oft bemühte Fabel von der verschwenderischen Heuschrecke und der sparsamen Ameise noch einmal zu bringen.

So wurden den lieben, langen Tag die gewohnten Positionen ausgetauscht, Kommissionsbeamte betonten, wie groß doch die Fortschritte seien, und in den Kaffeepausen malten Ökonomen als Kontrast apokalyptische Szenarien des nahen Untergangs aus. Am Ende warb sogar die polnische Europaparlamentarierin Danuta Hübner noch dafür, doch bitte den EU-Haushalt trotz Krise ordentlich steigen zu lassen. Schließlich gebe es doch so viele gute Zwecke, das Geld anzulegen, für Innovationen und Bildung und so.

Der Planet Brüssel kreist also um gut klimatisierten Konferenzraum um sich selbst, und die Vertreter der verschiedenen Euro-Länder reisen in dem guten Gefühl ab, ihre Position klar gemacht zu haben. Am Rande erzählt dann noch ein Barroso-Berater, die Idee der Bankenunion, die mir noch als Hoffnungsschimmer erschienen war, sei eben das, nur eine Idee, und man solle sie nicht so ernst nehmen.

Wie weiter also? Meine Hoffnung auf eine vernünftige politische Lösung der Euro-Krise schwindet. Man wird Spanien in die gleiche Falle stolpern lassen wie Irland. Das Land rettet seine Banken und muss dann selber gerettet werden. Dann wird der ESM schon bei seiner Gründung als zu klein erscheinen, und so weiter und so fort von Krisengipfel zu Krisengipfel. Wenn alles schiefgeht, wird am Ende die EZB unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen und den Spuk beenden. Besser als ein chaotischer Zerfall der Währungsunion ist das allemal. Dann soll sich aber bitte keiner beschweren.

Ach, Europa.

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Alle Kommentare [30]

  1. Sehr geehrter Herr Heilmann,

    zunächst vielen Dank, dass Sie mir diesen HB-Blog gewidmet haben. Ich gehöre zu dieser “bürgerliche Apo”, der erst mit Enttäuschung, dann mit Wut erlebt, wie mein Bild von einem friedlichen Europa durch die „Euro-Rettung“ systematisch zerstört wird. Ich bin mit der Völkerverständigung aufgewachsen, besonders mit der Deutsch-Französischen Freundschaft. Mein erstes traumatisches Erlebnis war 1945 im Alter von 5 Jahren, als ich daneben stand, wie ein französischer Soldat bei uns im Kohlekeller sein Gewehr auf meinen Vater gerichtet hat. Heute sind wir mit einer französischen Familie befreundet. Ihren Wunsch, die Patenschaft für einen ihrer Söhne zu übernehmen, habe ich altersbedingt nicht erfüllen können.

    So habe ich auch die Gemeinschaftswährung Euro von Anfang an begrüßt, ich bin heute noch davon überzeugt. Seit Anfang 2010 mit Beginn der „Griechenland-Krise“ muss ich jedoch miterleben, erst mit Erstaunen, heute mit Wut, wie der Euro von Politik und Finanzwirtschaft mutwillig zerstört wird. Deutsche Medien manipulieren uns rund um die Uhr mit ihrem gigantischen Lügengebäude von der „Euro-Rettung“, dabei geht es nur um die Rettung der Euros der Kapitalbesitzer und Reichen.- und nicht um die Rettung des Euro als Währung. DER Euro ist nur das Opfer, er wird durch die Rettung von DIESEN Euros systematisch zerstört. Hierzu meinte Prof. Fredmund Malik, an die Adresse seines Kommilitonen aus St. Gallener Zeit, Sepp Ackermann, und an Angela Merkel ironisch: „Was kann der arme Euro dafür, dass ein Papandreou seine Schulden nicht zurückzahlen will oder kann?“

    Im arte-Journal sah ich vorhin einen Bericht über eine neue Mauer in Berlin. Eine bulgarische Künstlerin hat am Ende der Friedrichstraße eine „Mauer zwischen Arm und Reich“ installiert. In den ÖR-Medien kam sicher keine Meldung. Diese Mauer triff genau den Kern der sogenannten „Euro-Krise“. Ich habe übrigens noch nie in meinem Leben soviel mit „ … “ oder argumentieren müssen. Ein Gegendemonstrantin nannte die Installation „blöd und dumpf“. Das letztere ist ja ein Etikett für rechten/braunen/Populismus. So wurde ich schon öfter in Blogs beschimpft.

    Ich habe Ihren Blogbeitrag bis jetzt nur angelesen, ebenso die Kommentare. Ich werde es anschließen nachholen. Vorab haben nur wenige Begriffe ausgereicht, um zu wissen, wes Geistes Kind der Autor ist. Da reicht wie bei Ihnen schon der Titel „Euro-Krise“, um zu wissen, dass Sie in dem gigantischen Lügengebäude gefangen sind Ein Stein des Anstoßes war Ihre Aussage
    „Das Dumme ist nur: eine glaubwürdige Alternative hat diese “bürgerliche Apo” nicht anzubieten.“ Eine typische Killerphrase. Wie bei Atomkraft und Stuttgart 21.

    Unsere glaubwürdige Alternative lautet schlicht und einfach: Zurück zu den Maastricht-Verträgen mit ihren Stabilitätskriterien – aber vor allem zurück zum Art.125 AEUV ‘No Bailout’, der die gegenseitige Schuldenhaftung der Euro-Staaten verbietet. Seit dem 9. Mai 2010 wird dieses Gesetz systematisch und permanent gebrochen.. Ein Vergleich mit der Dollar-Währungsunion der Vereinigten Bundesstaaten beweist diese Aussage. Hier soll nur erwähnt werden, dass vor etwa zwei Jahren der Bundesstaat Kalifornien zahlungsunfähig war. Kalifornien ist immerhin der acht-größte Wirtschaftsraum der Welt (vgl. Griechenland).

    Damals beschied Fed-Bernanke mit Unterstützung von Obama dem für die Pleite verantwortlichen Gouverneur Arnie S. unmissverständlich

    BAILING OUT A STATE IS NOT AN OPTION – Übernahme oder Haftung für Staatsschulden kommt nicht infrage – because of MORAL HAZARD involved by doing this.

    Herr Heilmann, haben Sie etwa mitbekommen, dass über den Austritt Kaliforniens oder dessen Rückkehr zum Peso diskutiert wurde, oder gar mit Bürgerkrieg gedroht wurde, damit die anderen Bundesstaaten für die Schulden aufkommen. Dollarbonds? Unvorstellbar! Das Problem wurde demokratisch gelöst. Bei den nächsten Wahlen wurde der unfähige Gouverneur samt seiner Partei abgelöst, und die neue Regierung hat sich mit eigenen Maßnahmen um das ‘Vertrauen der Märkte’ bemüht.

    Glückliches Amerika.

    Wenn Sie da nicht ins Grübeln kommen, dann …

    Mit freundlichen Grüßen

    IchbinDochnichtBloed

    P.S.: Moral Hazard ist ein Begriff der Mikroökonomik – während die jetzige Finanzkrise 2.0 in der EU mehr ein Problem der Makroökonomik ist – und des asymmetrischen Krieges, das die Global Finance gegen die europäischen Volkswirtschaften führt.

  2. So so, das System mit der DM als Ankerwährung hat nie so toll funktioniert ? Dann habe ich die Vergangenheit irgendwie nur geträumt ? Die DM als Leitwährung und der Zwang aller anderen sich im Zuge des EWS anzupassen hat hervorragend funktioniert – Wohlstand für alle !

    Auch die eher dümmliche Behauptung dass “Deutschland” und oder die “Deutschen” vom Euro profitieren wird durch permanente Wiederholung nicht wahrer. Wer sind denn die “Deutschen” – wer ist “Deutschland” ? Einige deutsche Unternehmen mögen vom EURO in der Vergangenheit profitiert haben, exportorientierte Unternehmen und Discounter die in den letzten zehn Jahren den Kontinent für jeden sichtbar mit ihren Blechschachteln überrollt haben, aber der Rest ???? Hat der selbständige Handwerker, der Dienstleister, der normale Arbeitnehmer vom Euro profitiert ? Die Statistiken sagen etwas anderes !

  3. Ist es nicht sehr Traurig und Gefährlich mit wie viel Emotionalität hier gegen eine der größten frieden stiftenden Gemeinschaft gewettert wird? Bin nur Elektriker und kein Ökonom, daher forciere ich die einfache Schuldenbremse für alle! Jedes Land kann dann seine eigenen Steuerkonzepte führen wie es sich wünscht, muss es halt nur vorher Einnehmen! Ich liebe es Europäer mit Deutschem Herz zu sein. Ich Arbeite Weltweit und fühle mich in jedem Land gut behandelt und für meine gute Ausbildung Respektiert, und in keiner Weise fühle ich mich zu einem Europäischen einheitsbrei Zerwurschelt da die Welt immer die Unterschiede sieht die ich so an Europa liebe! Wer will denn schon Italiener zu Engländer machen, da gäb es doch viel weniger zu Lachen! Kurzum, Europa ist immer jeden Kampf Wert, als Europäer Gemeinsam!

  4. @Alex
    ich wollte schon zum Angriff auf Uljanov ansetzen, dann habe ich Ihren Kommentar zu ihm gelesen.
    Volle Zustimmung

    @V. Uljanov
    “Genauso in oekoonomischen Fragen, da wird mal kurzerhand eine Staatsschuldenkrise ausgerufen, was zwar den Fakten wiederspricht (weder Spanien noch Irland haben vor der Finanzkrise Staatsdefizite realisiert, DE aber schon), Spanien hat bis heute relativ geringere Schulden als DE, aber macht nichts, wir bestehen eben auf einer Staatsschuldenkrise, eben ganz religoes.”
    Haben Sie vielleicht schon einmal überlegt, warum Spanien und Irland geringe Schulden gahabt hat ?
    Vielleicht könnte es sein, dass das Wachstum (Immobilien) über alle Vernunft hinaus durch billige Kredite der Banken betrieben wurde. Die dadurch generierten Steuern (Lohn- und Einkommensteuer, Umsatzsteuer) hat der Staat natürlich gerne genommen. Leider hat sich aber heraus gestellt, dass diese Immobilien am Markt vorbei produziert wurden. Insofern haben die Arbeitnehmer und Unternehmer mehr erhalten, als deren Arbeit schließlich wert war. Durch diese durch Kredit künstlich erschaffene Blase wurden Arbeitnehmer in die Branche gelockt, die zwar viel verdient haben, aber nach dem Platzen der Blase nun arbeitslos sind, da keine Nachfrage mehr nach Bauarbeitern vorhanden ist.
    Die Banken waren zu blöd um das zu merken und haben immer weiter finanziert. Sie haben jetzt die Verluste daraus zu tragen.
    Tatsächlich ist es eine Bankenkrise (verzockt). Da die größten Zocker aber staatliche Banken sind (Sparkassen) ist es natürlich jetzt zur Staatsschuldenkrise geworden.
    Eigentlich müssten die Banken dafür bluten, da aber der Staat die Einlagen retten will….
    Man muss sich halt damit abfinden, dass durch die Geldschöpfungsmöglichkeiten der Banken immer wieder solche Blasen erzeugt werden. Hätten die Banken nicht diese fast unbegrenzten Geldschöpfungsmöglichkeiten würden die Blasen auch nicht in diesen Domensionen entstehen.
    Und das wusste schon der alte Mises vor 100 Jahren.
    So und jetzt könnt ihr mich w/Mises fertig machen. Ich ertrags.

  5. Vielleicht täte allen vehementen Euro-Befürwortern (ich zählte mich selbst bis vor etwa 1 – 2 Jahren auch dazu) eine genauere Analyse der heutigen Situation in Deutschland einmal gut.
    Es stimmt nämlich absolut nicht, dass Deutschland vom Euro so enorm profitiert hätte. Jedenfalls nicht Deutschland als Ganzes.

    Lediglich die in der Export-Industrie Beschäftigten haben enorm profitiert.

    Die Beschäftigten mit ausschließlichem Inlands-Bezug (Industrie ohne Exportprodukte, alle Dienstleister, öffentlicher Dienst etc.) müssen seit über 10 Jahren mit dauernden Reallohnverlusten leben.
    In der Theorie sollen natürlich die schönen Gewinne aus der Exportwirtschaft irgendwann bis zu allen Inländern “durchsickern”.

    Fragen Sie aber mal die zuvor genannten Beschäftigten mit ausschließlichem Inlandsbezug, die sog. Leih-Arbeiter, die Menschen mit mehreren 400-€-Jobs etc., ob sie davon auch schon was bemerkt haben …

  6. “Ja und warum ueberhaupt Integration? Brauchen wir ja nicht, wir waren ja mit unserer Integrationsstrategie 1914-1919 und 1939-1945 viel erfolgreicher oder was? ”

    Als ob die Alternative europäischer Bundesstatt oder 3. Weltkrieg lautet. Soviel zu Ihrer Redlichkeit als Debattant.

    “Ach ja, das DE zu null Zinsen Schulden aufnehmen kann ist natuerlich kein Vorteil fuer DE, ”

    Das sind aber Peanuts im Vergleich zu den Kosten, die wie tragen werden, wenn entweder die Bürgschaften für die PIGS fällig werden oder wir jährlichen Transferzahlungen in Form von Euro-Bonds zustimmen würden.

    Und ich höre Sie auch nicht darüber reden, welche Kosten wir bereits durch den griechischen Schuldenschnitt im März hatten.

    “der Glaube verbietet eben, dass der EUR irgend etwas Positives bewirkt haben koennte und natuerlich der Buerger hat davon ja nur was im Urlaub davon, schwankende Wechselkurse kreieren ja per Glaube keine Transaktionskosten und Risiken auf Unternehmensebene.”

    Ja, wie hoch diese Vorteile allerdings sind und ob diese jährliche Transferleistungen gen Süden übersteigen – das ist zweifelhaft. In den letzten Jahren haben wir jedenfalls den Griechen de facto Waren geschenkt.

    “Mithin der EUR kam ueber DE wie Hitler ueber DE kam, kein Deutscher hat jemals so gewaehlt das es so kam wie es kam. Beides kam wie alles Elend wie Manna vom Himmel. Und die Kroenung des Glaubens ist dann,.wir drehen die Geschichte zurueck und fuehren die heilige DM wieder ein. Damals gab es ja nie Inflation, die Wirtschaftszahlen aus den 70zigern werden eben immer gefaelscht. Oh wie peinlich sind doch die meisten Leserbriefe.”"

    Inflation ist ja auch in Ordnung. Wir nehmen lieber Neu-DM-Inflation hin, als in einer Währung mit den Griechen gefangen zu sein und denen den Lebensstil zu finanzieren.

    Die Südländer sollen ruhig ihre eigene Währungspolitik verfolgen. Deutschland hat eine andere Philosophie und wir wollen nicht in einer Währung festsitzen in der uns die Philosophie des Süden aufgezwungen wird. Was übrigens die Unredlichkeit dieser Südländer deutlich macht: Diese wussten beim Euro-Beitritt genau worauf sie sich einlassen. Aber jetzt wollen sie ihre Position ausnutzen, um die Währungsphilosophie umzukehren.

    Das ist nicht akzeptabel und wenn das die Wahl für Deutschland ist, dann heisst es: raus aus dem Euro, egal welche ökonomischen Konsequenzen das kurzfristig für uns hat.

    Alex

  7. Vielen Dank für die fundierten und treffenden Kommentare. Wie kann eine Redaktion zulassen, dass solche “Verlautbarungen der Einheitsparteien” als Kommentar im Handelsblatt erscheinen.

  8. Merkwürdig ist der Schluss des Artikels: Unbegrenzte Monetisierung der Staatsschuld ist besser als ein Zerfall der Währungsunion?

    Sind das Alternativen? Meint der Autor im Ernst, die Bürger würden unbegrenzte Monetisierung der Staatsschuld und ihre inflationären Folgen auf Dauer hinnehmen?

    So wird ein Schuh daraus: Erst unbegrenzte Monetisierung, und dann bricht das ganze Kartenhaus zusammenbrechen. Todsicher.

  9. Zwei Kommentare:

    - Meine vollste Zustimmung Herr Heilmann, danke für diesen Artikel!

    - Ich persönlich fühle mich voll und ganz als Österreicher und bin in meiner nationalen Identität so gefestigt, dass ich keine Angst davor habe im Rahmen der Europäischen Union auf vielen Politikfeldern viel enger zusammen zu arbeiten. Ich glaube, dass die europäischen Länder voneinander weiterhin viel lernen können und dass wir viele große Herausforderungen in enger Zusammenarbeit weit besser lösen können als nur allein. Und ich fühle mich auf jeden Fall trotzdem weiterhin als Österreicher und sehe überhaupt nicht ein, was eine gemeinsame Währung oder vernünftige Integrationsschritte (z.B. ein mit Gold der Nationalbanken besicherter Schuldentilgungsfonds, wie vom deutschen (!) Sacherverständigenrat vorgeschlagen) daran ändern sollten.
    Ich finde es schade und traurig wie nun auf alle hingehauen wird, die eine solche Sichtweise noch vertreten oder auf gangbare Wege hinweisen. Ich respektiere auch völlig andere Sichtweisen bezüglich Euro oder Union, man kann und muss über alles diskutieren! Nur der viele Hass und die Verachtung, die sich nun in Internetforen entladen, betrüben mich sehr. Ich weiß einige gangbare Wege die Euro-Krise zu lösen ohne den deutschen Steuerzahler über Gebühr zu belasten (v.a. oben genannter Schuldentilgungsfonds, bestenfalls auch noch direkt durch zweckgewidmete Steuern getilgt) und finde man sollte über diese Szenarien auch diskutieren können.

    Mit freundlichen Grüßen

  10. Wenn DL in Sachen Euro so weitermacht, dann schaffen wir uns am Ende” Feinde
    und nicht Freunde.” Der dümmste Ökonomieprofessor( das soll es geben) blickt
    durch, dass der Euro früher oder später gegen die Wand fährt, nur unsere Politiker
    machen weiterso. Jeder Jurist von unseren Abgeordneten weiß, dass gegen alle
    Gesetze(MR, LB) verstossen wurde, und unser BVG hat dies noch gutgeheißen.
    In welchem Bananenstaat leben wir eigentlich. Was sind eigentlich Wähler noch wert?
    Das Volk wird irgedwann noch richten.
    MfG
    Walter Schmid

  11. “Doch wo bleibt die bürgerliche Bewegung für eine engere europäische Integration mit konstruktiven Lösungsvorschlägen??” Nun Herr Heilmann: Vielleicht will der Bürger ja gerade diese “engere europäische Integration” gar nicht, eben weil er sie als Problem erkannt hat, obwohl sie uns allenthalben als Lösung verkauft wird? Vielleicht ist es ja wirklich keine so gute Idee, stets die Mittelmeer-Schulden-Fans (Barroso, Trichet, Draghi, Juncker) entscheiden zu lassen, obwohl es darum geht unser (nicht vorhandenens) Geld in Fässer ohne Boden zu werfen? Seit wann erzielt man gute Lösungen bei der Trockenlegung von Sümpfen, indem man die Frösche entscheiden lässt? Ach ja: Bei den unter den potentiellen Rettern diskutierten (und angewandten) Lösungen zur Krisenbekämpfung haben sie die wichtigste vergessen: Man entscheidet sich wieder und wieder dafür, den Brand (überbordenende Schulden) mit Benzin zu löschen (noch mehr Schulden), ganz integriert – und wundert sich dann über die Ausbreitung des Brandes. Noch mehr von dieser Art der “Integration”? Schwachsinn in Potenz!!

  12. Ich ging eigentlich davon aus, dass die Leser des Handelsblatts ueber gewisse oekonomische Kenntnisse verfuegen, aber dieser Glaube wurde mir von der Mehrheit der Leserbriefschreiber genommen. Offensichtlich scheint dies eine Illusion zu sein, genauso wie es eine Illusion ist, das deutsche Bildungssystem waere besonders gut. Aber selbst Fakten scheint man liebend gerne zu ignorieren, zur Not wird das dreigliederige Bildungssystem eben quasi-religioes angebetet. Genauso in oekoonomischen Fragen, da wird mal kurzerhand eine Staatsschuldenkrise ausgerufen, was zwar den Fakten wiederspricht (weder Spanien noch Irland haben vor der Finanzkrise Staatsdefizite realisiert, DE aber schon), Spanien hat bis heute relativ geringere Schulden als DE, aber macht nichts, wir bestehen eben auf einer Staatsschuldenkrise, eben ganz religoes. Natuerlich weiss auch niemand, dass man per Definition bei freien Wechselkursen langfristig keine Aussenhandelsueberschuesse erwirtschaften kann. Aber was soll es, man glaubt eben, dass es irgendwie doch gehen koennte. Ja und warum ueberhaupt Integration? Brauchen wir ja nicht, wir waren ja mit unserer Integrationsstrategie 1914-1919 und 1939-1945 viel erfolgreicher oder was? Ach ja, das DE zu null Zinsen Schulden aufnehmen kann ist natuerlich kein Vorteil fuer DE, der Glaube verbietet eben, dass der EUR irgend etwas Positives bewirkt haben koennte und natuerlich der Buerger hat davon ja nur was im Urlaub davon, schwankende Wechselkurse kreieren ja per Glaube keine Transaktionskosten und Risiken auf Unternehmensebene. Mithin der EUR kam ueber DE wie Hitler ueber DE kam, kein Deutscher hat jemals so gewaehlt das es so kam wie es kam. Beides kam wie alles Elend wie Manna vom Himmel. Und die Kroenung des Glaubens ist dann,.wir drehen die Geschichte zurueck und fuehren die heilige DM wieder ein. Damals gab es ja nie Inflation, die Wirtschaftszahlen aus den 70zigern werden eben immer gefaelscht. Oh wie peinlich sind doch die meisten Leserbriefe.

  13. Es stellt sich die Grundsatzfrage. Bundesstaat oder Staatenbund.

    Will man wirklich versuchen einen europäischen Bundesstaat gegen die tiefe Ablehnung eines signifikanten Teils der Öffentlichkeit durchzudrücken?

    Die Stimmung ist schon schlecht, obwohl unsere Wirtschaft bisher ganz ordentlich lief. Was passiert mit der deutschen Haltung gegenüber Europa wenn wir jetzt in die Rezession abdrehen und zahlen müssen? Die Bürger werden fragen: Wo ist unser Geld? Und die Politiker werden stumm händeringend gen Süden schauen.

    Alex

  14. Ich höre immer Integration und mit diesem Schlagwort wird versucht jegliche Vernunft und Mathematik außer kraft zu setzen.
    Ein Spanier will Spanier sein und ein Deutscher will Deutscher sein und gleiches gilt für Italiener und Griechen usw.Und als solche kann man gute Freude und auch Handelspartner sein. Für Freundschaft muss aber nicht alles staatlich verordnet gleichgemacht werden ( Siehe die unsinnigen EU Verordnungen, die alles gleichmachen wollen) und man braucht erst recht keine einheitliche Währung. Nur durch die Differenzen in allen Lebensbereichen , ob es Steuern, Währung und Gesetze sind, wird dem eigenen Volk und der eigenen Region erst Rechnung getragen. Und durch Gleichmacherei wird den meisten Menschen geschadet und es kommt zu vielen Ungerechtigkeiten. Die Europäischen Politiker mit ihren Scheuklappen und fehlendem Grundwissen in der Mathematik gehören in die Wüste geschickt bei Wasser und Brot.

  15. Sehr schön Herr Heilmann, mit ihrem Artikel haben sie sich mal wieder vollkommen auf die Linie unserer inkompetenen Politiker geschlagen, die immer noch rücksichtslos das Volk für dumm verkaufenund aus reinger Ignoranz der Mathematik nicht einsehen wollen dass der EURO der größte Fehler war. Sie brauchen sich nicht über die Briten zu beschweren, denn sie hatten recht und auch die Norweger haben ihre iegene Währung behalten, weil deren Politiker für das Volk gehandelt haben und nicht nur für einigie Wirtschaftsbosse, die ihren Vorteil des Euros gesehen haben.Der Vorteil des Volkes ist geradezu lächerlich, denn wenn man die 14 Tage im Urlaub D M nicht in Franc oder Lira umrechnen muß ist für den normalen Bürger unwichtig.Aber unserer Pilotiker haben dies den BÜrgern als wichtig und toll verkauft. Wieder so eine Verdummung des Volkes, den Bürger für unfähig und dumm zu halten, Währungen umzurechnen. In der BRD gab es nie einen Mehrheit für den EURO im Volk sondern nur bei den Politikern. Es muss endlich damit Schluss sein mit der Volksverdummung. Es kommt jetzt schon zu negativen Auswirkungen für deutsche Urlauber im Ausland. Fahren sie doch mal nach Griechenland oder Spanien.Hier werden wir schon wieder als Nazi beschimpft, dank den Politikern, die weit weg von der Basis sind. Die Stimmung und auch Meinung über die Deutschen ist miserabel schlecht geworden.Das Ganze wäre nicht gekommen wenn es keinen EURO gäbe.Für mich gibt es nur eine Lösung: weg mit dem Euro und am besten sofort, denn besser eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

  16. Alleine die Ausführungen dieses Artikels folgend, erkennt man, wenn einem ein etwas an natürlicher Intelligenz, sprich Hausverstand geblieben ist, was für eine Fehlgeburt der Euro und die weiteren Vertiefungen sind.

    Wann wird dem endlich entsprochen????

  17. Kommt der Artikel aus der Redaktion des Handelsblattes oder aus der Marketingabteilung der Bundesregierung?

  18. “… sie verzichtet darauf, die Vorteile, die Deutschland aus dem Euro hatte und die es jetzt aus den extrem niedrigen Zinsen hat, offen anzusprechen.”

    Würde Frau Merkel dies offen ansprechen, würde sie ihren Gegnern im Ausland höchstoffiziell ja endlich das in Wort und Tat liefern, was diese schon lange Deutschland vorwerfen: Dass die deutsche Wirtschaft letztendlich der größte Nutznießer in dem ganzen Euroschlamassel ist – egal wie die Fahrt jetzt weitergeht.

    Und fängt man da einmal an, lässt sich die ganze Sache natürlich weiter aufdröseln, warum Deutschland denn so toll wettbewerbsfähig ist – und nein, es wird nicht an tollen, deutschen Leistungsgedanken liegen, sondern am verzichtenden, deutschen Arbeiter, der dieses “Wunder” erst möglich machte.

    Heißt deutlicher: Würde Frau Merkel davon anfangen zu erzählen, wie sehr doch Deutschland bzw. die deutsche Wirtschaft vom Euro profitiert und wie gut es deswegen unserer Wirtschaft geht, würde bei den meisten wohl endlich mal die Frage im Kopf auftauchen, warum sie davon überhaupt nichts merken bzw. kein Stück vom Kuchen abbekommen.

    Und Merkel als Scharfmacher der Gewerkschaften und als Tariftreiber… naja…

  19. Das integrative Europa entsteht nicht in der Reihenfolge über das Geld. Herr Heilmann sollte am Donnerstag bei dem “Projekt” Frau Bundeskanzlerin und Herr Stoltenberg und Herr Cameron gut aufpass
    Gruß

    Edda Wiegand

  20. Als Amerikaner sehe ich dem Treiben in Europa vollkommen fassungslos zu. Auch dieser Artikel leugnet Realitaeten. Wie koennen sich die Deutschen vor den Karren mediterranen Muessiggangs spannen lassen?! Die Waehrungsunion hakt an strukturellen Problemen, die sich niemals durch geldpolitische Maßnahmen zuschuetten lassen, ohne dass Deutschland bankrott geht! Mein Rat an alle Deutschen: Go and sharpen your pitchforks!

  21. @RDI

    Und wie soll diese Integration ohne eine gemeinsame sprachliche Basis (= kulturelle Planierung) auch jemals vollendet sein?

    Das gesamte europäische Projekt krankt sowohl an dem Durchwurschteln als auch an dem mega-diffusen Ziel. Und natürlich daran, dass unterschiedliche Mentalitäten sich nicht zwangsvereinen lassen. Wir wollen nicht wie Italien werden, Italien will nicht wie Deutschland werden (siehe Berlusconis jüngste Äußerungen).

    An der Scheidung führt kein Weg dran vorbei. Die Politiker sollten sich bereits jetzt überlegen wie sie die EU in der Nach-Eurozeit ausrichten wollen. Der Euro war Quatsch, aber trotzdem brauchen wir Europäer einander und dürfen uns nicht auseinander dividieren. Das europäische Bündnis muss neu geschmiedet werden.

    Alex

  22. ” Doch wo bleibt die bürgerliche Bewegung für eine engere europäische Integration mit konstruktiven Lösungsvorschlägen??”

    Herr Heilmann, vielleicht können sie sich vorstellen, das die sogenannte Anti-Euro APO gar keine weitere europäische Integration will?

    Um welche Integration solls denn gehen? Deutschland übernimmt alle faulen Kredite, Banken und Staaten bis es endlich auch selber bankrott ist. Dann kann dieses lästige Deutschland endlich abgeschafft werden.

  23. “Sie hat die Menschen nicht mitgenommen auf den Weg in eine engere europäische Integration; sie verzichtet darauf, die Vorteile, die Deutschland aus dem Euro hatte und die es jetzt aus den extrem niedrigen Zinsen hat, offen anzusprechen.”

    Auch Sie lieber Autor werden irgendwann mal auf den Boden der Tatsachen zurückkommen.

    Welchen Grund gibt es eigentlich, dass sich Europa über die Situation vor dem EURO hinaus integrieren soll.
    Was meinen Sie genau mit Integration ?
    Sollen alle Sozialsysteme, Rechtssysteme und Steuersysteme gleich gemacht werden.
    Ich höre immer nur Integration. Keiner sagt mir aber was genau damit gemeint ist.
    Und solange man nicht mal über die Ziele bzw. Unterziele einig ist sind doch sämtliche Durchführungsmaßnahmen sinnlos oder ?

  24. Tja, was soll amn erwarten von einem unausgegorenen falschen Elitenprojekt, das mit – egal was es kostet – am Leben erhalten wird? Ein Fehlkonstrukt kann nicht immer korrigiert werden. Is das “europäische Haus” auf Treibsand gebaut, nutzt auch nicht das beste Dach. Ausziehen, und neu beginnen, an einem anderen Ort. Aber den Mut haben die Politiker nicht, deshalb wird gerettet bis zum Bankrott.

  25. Wieder ein Beitrag mehr, der das Hohelied eines erfolgreichen Euro singt undd dabei die Realitäten einfach ausblendet.

    1) Es hat nie funktoniert und wird auch nie funktionieren können, wenn vollkommen unterschiedliche Volkwirtschaften zu einer gemeinsamen Währung verdammt werden.

    2) Eine Verschuldungspolitik basierend auf einem Zinses/Zins-System führt irgendwann dazu, daß die Zinsbelastung durch die Decke geht. Das hat was mit Mathematik zu tun, die sich von keiner Politik verbiegen läßt.

    NIcht die Kritiker sind dumm und borniert, wie es in diesem Artikel anklingt, sondern, mit Verlaub, sein Autor.

  26. Inwiefern hat das Europäische Wechselkurssystem nicht funktioniert? Im Gegensatz zum starren Korsett einer Einheitswährung kombiniert ein solches System die Vorteile weitgehend stabiler Kurse mit der Flexibilität eigener Währungen und hat Europa eine lange Aufschwungperiode gebracht.

    Natürlich sind eine Rückkehr zu nationalen Währungen oder eine Spaltung des Euros konkrete und konstruktive Lösungsvorschläge. Auch diese Lösungen bergen unvorhersehbare Risiken und erhebliche Kosten, sicher ist aber, dass sie den europäischen Staaten wieder Aufschwungsperspektiven geben.
    Kosten und Risiken sind für die Eurorettung genauso unkalkulierbar, nur besteht im dysfunktionalen Eurosystem keine Aussicht auf dauerhafte Stabilität und wirtschaftliche Prosperität.
    Es ist schon sehr zynisch, die niedrigen Zinsen Deutschlands als Vorteil zu verkaufen. Wir profitieren von der Krise, die im Rest Europas wütet. Es soll also erstrebenswert sein, die deutschen Staatsfinanzen auf dem Rücken Europas zu sanieren?

    Abenteuerlich ist die Behauptung, die Vorteile des Euros seien nicht herausgestellt worden. Pro-Euro Propaganda verbreitet die deutsche Politik pausenlos, “Deutschland ist der grösste Euro-Profiteur”hörte man ständig, Belege dafür freilich seltenst.
    Erst seit Sarrazin werden Medien und Politk wirklich verstärkt gezwungen,sich ernsthaft mit Fakten und Auswirkungen des Euros auf Deutschland auseinanderzusetzen.

    Insgesamt ist ihr Kommentar ein schönes Beispiel für das Denken, das Europa ins Desaster führt. Die Lage ist beängstigend, aber nach wie vor besteht an den entscheidenden Stellen keinerlei Bereitschaft, über den Euro ergebnisoffen nachzudenken und zu diskutieren.
    Der Euro soll um jeden Preis zum Erfolg geredet werden. Ideologie und Wirklichkeit klaffen aber jeden Tag offensichtlicher auseinander. Der Euro wird um jeden Preis verteidigt- dieser Preis sind aber nicht mehr nur nordeuropäische Milliarden, sondern mittlerweile das europäische Projekt insgesamt.

  27. Was heisst bitte, es solle sich keiner beschweren?! Wäre ja noch schöner, wenn der deutsche Michel weiterhin schweigt!

    Dass der Euro ein Himmelfahrtskommando ist, war bereits zur Zeit seiner Einführung klar. Wirtschaftswissenschaftler (jene, die die Politik nicht kaufen konnte) sprachen sich gegen ihn aus und legten Gründe des Scheiterns unangreifbar dar. Angesichts dieser Mahner haben uns die Politiker wissentlich in diese Sackgasse geführt und ihren Amtseid deliktisch missachtet. Es ist an der Zeit, dass das Volk endlich gegen die inkompetenten Politiker und Lobby-Eurokraten aufbegehrt!