Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder.
Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem Rücken zur Wand und sind auf staatliche Hilfen angewiesen. Die Probleme im Bankensektor bedrohen die ohnehin angeschlagenen Staatsfinanzen in diesen Ländern und untergraben das Vertrauen der Investoren an den Finanzmärkten in die Solvenz der Staaten. Zugleich haben sich die Banken jeweils mit Staatsanleihen ihrer Heimatländer vollgesogen. Sollte zum Beispiel Spaniens Regierung in Zahlungsschwierigkeiten kommen, wäre das für die Banken des Landes fatal.
Ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden müsste.
Tatsächlich aber hat die EZB das Problem mit ihren “Long Term Refinancing Operations” (LTROs) möglicherweise noch weiter verschärft.
Im Dezember und Feburar verlieh die EZB im Rahmen der LTROs insgesamt rund eine Billion Euro an die Banken des Euro-Gebiets. Die Kredite, für die die Geldinstitute nur ein Prozent Zinsen zahlen müssen, haben die ungewöhnlich lange Laufzeit von drei Jahren – Mario Draghi spricht von der “dicken Bertha”.
Ein unausgesprochenes Kalkül hinter diesen Operationen war, dass die Banken luktrative Tausch-Geschäfte eingehen: Sie leihen sich für ein Prozent Geld bei der EZB, um damit dann Staatsanleihen der Problemstaaten zu kaufen, mit denen sie Zinsen von fünf Prozent und mehr verdienen können.
Offenbar ist dieses Kalkül aufgegangen, geht aus dem heute veröffentlichten Monatsbericht der Bundesbank hervor. Die Bundesbank sieht
“klare Evidenz dafür, dass Institute verzinsliche Wertpapiere, insbesondere von öffentlichen Emittenten, erwarben”




