Das hat der Düsseldorfer VWL-Professor Justus Haucap heute bewiesen.
Auf seiner Facebook-Seite berichtet der Vorsitzende der Monopolkommission, dass seine Studenten heute in einer Mikroökonomik-Klausur unter anderem folgende Aufgabe lösen mussten:
“Der Bundesprominente Chris Fox und seine neue Frau Betty werden vom Steuerzahler mit jährlich 240.000 Euro alimentiert, damit sie sich ein schönes Leben machen können. Ein schönes Leben besteht für die beiden darin, sich auf Urlaubsreisen zu begeben und Partys in ihrem Schloss zu feiern. Eine Party kostet das Paar 20.000 Euro, eine einwöchige Urlaubsreise px Euro. Die beiden Aktivitäten spenden dem jungen Paar Freude nach der Funktion: u (x, y) = x²∙y, wobei x die Anzahl der Urlaubswochen ist und y die Anzahl der Partys.
a) Leiten Sie die jährliche Nachfrage des Paares nach Urlaubsreisen (x) in Abhängigkeit von px her!
b) Wie viele Urlaubsreisen wird das Paar unternehmen und wie viele Partys geben, wenn eine Urlaubsreise 20.000 Euro kostet?
c) Nehmen Sie nun an, der befreundete Unternehmer Karsten Mischmöller stellt dem Prominentenpaar seine Urlaubsvilla entgeltfrei zur Verfügung, wodurch die Kosten pro Urlaubsreise auf 16.000 Euro sinken. Wie viele zusätzliche Urlaubsreisen werden Chris und Betty nun unternehmen?
d) Wie hoch ist der Nutzenzuwachs in c) gegenüber b)?”
Wenn es soweit gekommen ist, dass man als Staatsoberhaupt in VWL-Klausuren verulkt wird, sollte man vielleicht wirklich darüber nachdenken, sich einen neuen Job suchen.
Andererseits gibt es ernstzunehmende Leute, die seit Jahren behaupten, das englische Königshaus werde nur noch zur Unterhaltung des Volkes beschäftigt.
Außerdem stelle ich mich Schrecken fest, dass meine Mikroökonomik-Kenntnisse offensichtlich in Trümmern liegen. Aus dem Stand bin ich nicht in der Lage, diese Aufgabe zu lösen.
Ganz schön peinlich.
Update: Die Muster-Lösung der Aufgabe gibt es übrigen hier.
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17 Kommentare zu “Der Bundesprominente Chris Fox, seine Frau Betty und das Party-Schloss – Mikro-Ökonomie kann lustig sein”
Die richtige Lösung ist: Rücktritt.
Hihi,
erinnert mich irgendwie an meine Statistik-Prof…
http://von-der-lippe.org/dokumente/Des-auf.pdf
Hatte auch immer lustige, wenngleich wenig politisch korrekte Rechenaufgaben mit fremdgehenden Frauen, geisteskranken Kaufmännern, …
So leichte Aufgaben gibts an der Uni Düsseldorf? Hatte ich in wenigen Minuten gelöst:
Ich hoffe ich blamiere mich jetzt nicht, aber da es sich um eine einfache Cobb-Douglas-Nutzenfunktion handelt, dürfte das so stimmen:
zu a) Da 160.000 Euro für Urlaubsreisen ausgegeben werden ist die Antwort 160.000 / px.
zu b ) 3 Partys und 8 Urlaubsreisen
zu c) 2 Urlaubsreisen mehr
zu d) alter Nutzen: 192, neuer Nutzen: 300, Differenz: 108 (wobei zu beachten ist, dass Nutzen in der Regel nicht metrisch, sondern ordinal skaliert ist)
Meine letzte Mikro-Vorlesung ist über 10 Jahre her…..
Haha… Da sitzt also der Bundesprominente und berechnet Opportunitätskosten und Schattenpreise. In der dynamischen Analyse ist das Modell aber nur geschlossen, wenn der Mediensektor eingeführt wird ;-)
So leicht wars dann doch nicht, man schreibts halt doch besser hin. Hier die hoffentlich richtige Lösung:
zu a) Da 160.000 Euro für Urlaubsreisen ausgegeben werden ist die Antwort 160.000 / px. zu b ) 4 Partys und 8 Urlaubsreisen zu c) 2 Urlaubsreisen mehr zu d) alter Nutzen: 256, neuer Nutzen: 400, Differenz: 144 (wobei zu beachten ist, dass Nutzen in der Regel nicht metrisch, sondern ordinal skaliert ist)
Die Mikro-Aufgabe hat nix mit dem realen Fall (m Schloss Wauwaublick) zu tun, und zwar aus einem einfachen Grund: die hinter dem Konzept der Nachfrage X=X(p_x) stehende Theorie basiert doch auf der Annahme, dass die Budgetrestriktion B=Xp_x+Yp_y bindend ist.
Im realen Fall liegt aber doch gar keine bindende Budgetrestriktion vor. Denn der Amtsinahber hat ja lauter gute Freunde, und wenn der Jetset mal wieder klemmt, dann wird man ja doch wohl noch von guten Freunden mal das eine oder andere größere Geschenk annehmen dürfen, oder etwa nicht? Da steigt B also mit den Ausgaben :-)
Ja G.S. so leichte Aufgaben gibt es als erste Aufgabe in der ersten Mikroklausur, aber besonders schwer war sie trotzdem nicht, das stimmt. Dein Ergebnis ist leider trotzdem falsch ;-)
lieber g.s.,
ich habe die Klausur heute geschrieben und, es tut mir leid, Aufgabe d ist falsch, da hab ich das Ergebnis im kopf, 144. beim rest hab ich mir die Ergebnisse leider nicht gemerkt.
einfach aufgaben an der hhu, offenbar doch zu schwer für Leute die an andern Unis nen Abschluss bekommen haben..
letzte Mikro Vorlesung ist über 4 Wochen her…
Sorry G.S., aber Ihre Lösungen sind,samt und sonders inkorrekt.
Es folgt die Musterlösung zum gegebenen Fall:
a) 16000/px (Aufgabenstellung beachten)
b) x=8; y=4
c) x=10
d) U(b) =256; U(c)=400 Zuwachs von 144
Übrigens ist hier nicht angeben, ob es sich um ein ordinales Nutzenniveau
handelt.
Des Weiteren ist hinzufügen, dass es sich hier nicht um die gesamte Klausur, sondern lediglich um eine von drei aufgabe handelt. Dies bitte ich bei der Bewertung zu berücksichtigen.
Viel Spaß in Mikroökonomie bei Prof. Dr. Justus Haucap an der HHU Düsseldorf.
Mit freundlichen Grüßen
Ich habe mich ja noch rechtzeitig verbessert. Wenn man bei einfachen Grundrechenarten Flüchtigkeitsfehler macht, kommt halt etwas Falsches raus. Wie hat unser Mathedozent gesagt: “Ich gebe Ihnen einen Tipp für die Klausur: Sie sollten lernen fehlerfrei zu rechnen.”
ich glaube kaum, dass der Bundespräsident eine derart hochkomplexe Nutzenfunktion hat :-)))
So viele schöne erringerungen aus der Uni-zeit :)
Hallo Herr VWL-Erstsemester,
aber ist das nicht genau die berichtigte Lösung, die ich Februar 14, 2012 um 6:39 pm geschrieben habe?
Hab die Aufgabe in 5 Minuten im Kopf gerechnet, da wird einem ein Flüchtigkeitsfehler doch noch erlaubt sein. Habs ja noch rechtzeitig gemerkt.
Im Übrigen haben Sie c) mit x=10 beantwortet. Das war aber gar nicht gefragt. Gefragt war wie viele Urlaubsreisen mehr stattfinden. Die Antwort ist wie ich geschrieben habe: 2
Nutzen ist in der Regel ordinal skaliert, so dass eigentlich keine wirkliche Aussage darüber treffen lässt um wieviel der Nutzen erhöht ist. Die Differenz ist zwar 144, aber bei einer ordinalen Skala ist 144 nicht quantifizierbar. Es gilt lediglich: mehr ist besser. Man kann ja auch nicht “ausreichend-befriedigend = sehr gut” rechnen.
Natrürlich gibt es auch die Möglichkeit einen kardinal skalierten Nutzen anzunehmen, um mit dem Nutzen rechnen zu können. Bei uns wurde in der Regel von der ordinalen Nutzentheorie ausgegangen. Ohne die Information, ob es sich um kardinalen oder ordinalen Nutzen handelt, lässt sich die Frage nicht wirklich beantworten. Denn bei ordinalem Nutzen wäre die 144 nur eingeschränkt richtig, da man mit dem Nutzen nicht rechnen kann.
Ich lasse mich aber auch gerne belehren, 10 Jahre sind ja eine lange Zeit…. :-)
….ist doch eine simple maximumsbestimmung :
X*px + y*20000 = 240000 aufloesen nach y, dann einsetzen in U=x*x*y, dann erste Ableitung nach x bilden und diese gleich Null setzen (maximumsbedingung).
Ergibt :
24*x – 3*x*x*px/20000 = 0
Kürzen mit x (ungleich Null) und auflösen nach x gibt
X = 160000/px
Damit Aufgabe a/b/c durch einfaches einsetzen lösen.
D ist schlichtes einsetzen in U.
..und dafür braucht’s ne Vorlesung ?….
Ps das wirklich betruebliche ist, dass Vmtl. Keine 10% aller Akademiker und bestenfalls im promillebereich aller Politiker das intellektuell nachvollziehen können……
Makroökonomie ist eine Sache, aber was ist bitte mit Politik bzw. Geographie? Bitte den Unterschied zwischen England, Großbritannien und dem Vereinigten Königreich nochmal lernen! :)
@Wigald: Ich bin meiner Zeit einfach voraus. Wenn die Schotten aus dem Vereinigten Königreich ausgetreten sind, bleibt (fast) nur noch England übrig. So, und jetzt werde von den Walisern und Nordiren verprügelt… :-)
@ Physikochemiker
Das geht noch viel einfacher. Da es eine Cobb-Douglas-Nutzenfunktion ist, kann man das Budget nach dem Verhältnis der Exponenten verteilen.
U=x^2*y^1
Daraus folgt, dass 2/3 des Budgets für x und 1/3 des Budgets für y ausgegeben wird. Kann man in wenigen Sekunden im Kopf ausrechnen. Man muss nur die Formel kennen :-)