So sehr hat Deutschland vom Euro profitiert

Containerterminal in Hamburg (Quelle: Wmeinhart via Wikipedia)

Containerterminal in Hamburg (Quelle: Wmeinhart via Wikipedia)

In der deutschen Diskussion über den Euro und die Schuldenkrise hört man immer wieder, die Einführung des Euro habe der deutschen Wirtschaft gehörig geschadet.

In einer bemerkenswerten Studie verweisen die  Volkswirte der Citigroup dieses Argument jetzt ins Reich der Legende. Die Citi-Ökonomen Nathan Sheets und Robert Sockin argumentieren, die Einführung des Euro habe zu einem massiven Windfall-Profit für die deutsche Volkswirtschaft geführt – das Papier ist meiner Meinung nach Pflichtlektüre für jeden D-Mark-Nostalgiker.

Nach den Berechnungen von Sheets und Socking hat die Währungsunion zusammen mit der deutschen Lohnzurückhaltung Deutschland massive Vorteile auf dem Weltmarkt verschafft: Der reale effektive Wechselkurs ist demnach dank des Euro 15 bis 20 Prozent niedriger als wenn es die D-Mark noch geben würde.

Simulationsrechnungen der Volkswirte zeigen: Diese Wettbewerbsvorteile haben über Jahre massiv den deutschen Export stimuliert – die Ökonomen schätzen, dass die Exportüberschüsse dadurch pro Jahr um vier Prozent des BIP bzw. 100 Milliarden Euro höher ausgefallen sind. Unter dem Strich spreche einiges dafür, dass die Mitgliedschaft in der Währungsunion die deutsche Wirtschaftsleistung beflügelt habe, so die Schlussfolgerung der Volkswirte.

Ganz abgesehen von dem Chaos, das mit der Auflösung der Währungsunion einhergehen würde, zeigen diese Berechungen: Wer sich in Deutschland nach der D-Mark zurück sehnt, sollte wirklich vorsichtig sein, was er sich da wünscht.

Die vollständige Studie findet sich hier.

Update: Sehr interessante Berechnungen zu den ökonomischen Vorteilen durch den Euro hat kürzlich übrigens auch McKinsey vorgelegt – demnach fällt rund die Hälfte der Vorteile bei Deutschland an

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Alle Kommentare [27]

  1. Der Zweck der Wirtschaft ist der Reichtum und Konsum der Bürger. Und die werden durch die unterlassenen Investitionen aufgrund der durch den Euro-Irrsinn verursachten hohen Realzinsen immer geringer. Und selbst wenn Deutschland bis auf die letzte Dorfschmiede runtergewirtschaftet ist, die boomt. Und Deutschland verschafft sich durch den unglaublich niedrigen Wechselkurs dann unglaubliche Vorteile durch Exportüberschüsse und Windfall-Profits.
    Selbst wenn schon alle verreckt sind.
    Wie heißen nochmal diese Volkswirte?
    Egal.

  2. Trotz der Rekordschulden in Europa ist der EURO gar nicht so schlecht. Wenn ich mir anschaue, wie der Euro zum Dollar notiert, dann ist unsere europäische Währung ein Fels in der Brandung. Liegt es daran, dass der Einäugige unter den Blinden König ist? Oder woran sonst? Irgendwas stimmt doch da nicht mit diesen beiden Währungspaaren. Ich verstehe es jedenfalls nicht.

  3. Es ist bemerkenswert, dass der Merkantislismus nicht tot zu kriegen ist: Nur eine unterbewertete Währung ist eine gute Währung, will man uns weismachen – Neomerkantilismus pur. Das bedeutet, dass wir unsere Waren zu billig ins Ausland verkaufen, und die Kehrseite sind zu teure Importe – jeder Gang an die Tankstelle sollte uns daran erinnern, dass eine Währungsaufwertung auch Vorteile bringt. Und nicht zuletzt muss man damit rechnen, dass eine künstlich unterbewertete Währung auf Dauer falsche Wirtschaftsstrukturen zementiert, und wenn die Party dann vorbei ist (z.B. weil uns die Target-Salden um die Ohren fliegen), stellen wir fest, dass wir ganze Industrien auf das brüchige Fundament eines falschen Wechselkurses gebaut haben.

  4. Sie haben, wieder einmal, nichts verstanden. Was hilft uns der tolle Export denn, wenn wir ihn am Ende verschenken müssen? Haben Sie sichmal die Einkommensentwicklung und die Wachstumsraten Deutschlands in der Eurozeit angeseehen? Offenbar nicht, sonst würden Sie nicht solchen Unsinn schreiben.

  5. Seit der Wiedervereinigung sind die Einkommen der deutschen Be
    völkerung realiter nicht mehr gestiegen im Gegensatz zu den Jahren seit der Währungsreform.

  6. Hat ja nur noch gefehlt, dass Sie eine Goldman Sachs Studie als Referenz nehmen – lächerlich das Ganze !

  7. Die Windfall-Profite durch den Euro sind eine Schimäre. Sie sind erst seit 2010 erkennbar und das durch den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit anderer Eurostaaten. Die nun eingegangenen Bürgschaften (glaubt jemand, dass sie nich wirksam werden?) machen jeden positiven Effekt obsolet. Aber wie es mit Bürgschaften so ist, sie werden erst später zahlungswirksam. Ein weiteres Argument gegen diese Euro-Begeisterung sind die bei schwachem Euro steigenden Importpreise. PS: Wenn schon so ein schönes Bild aus Hamburg: Die Krananlagen wurden von chinesischen Firmen gebaut.

  8. Ziel dieser Arbeit war wohl eher halbwissenschafltiches Argumentationspulver für bestimmte politische Interessen zu liefern.

    Wer an einer tatsächlich substantiellen Ausführungen der Leistungsbilanzkrise interessiert ist, sollte sich die Bogenberger Erklärung des IFO-Institutes (ebenso im HB erschienen) durchlesen:

    http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoContent/N/pr/pr-PDFs/ifo_2011_bogenberger_erklaerung.pdf

    Alternativ wäre auch ein Vortrag von Hans-Werner Sinn zu empfehlen:

    http://mediathek.cesifo-group.de/player/macros/_v_f_750_de_512_288/_s_ifo/_x_s-764870657/ifo/index.html

  9. In der Tat: Der deutschen Wirtschaft hat der Euro genutzt. Aber der Bevölkerung, dem Wohlstand der Nation hat er extrem geschadet.
    Die deutschen Steuerzahler subventionieren über den Euro die deutsche Industrie. Wenn die deutsche Exportindustrie so sehr den Euro haben will, dann soll sie dafür bezahlen! Dann soll die Industrie die fälligen Billionen zusammenstottern, die so eine Währung eben kostet.

  10. Sie schreiben von “Lohnzurückhaltung” und der “Stimulierung der Exporte” und behaupten, dass sich die Deutschen mit ihrer D-Mark Nostalgie zurückhalten sollten.

    Sie gestehen ein, dass der Deutsche Angestellte vom Euro keinen Pfennig profitiert hat. Bei gleichzeitig hoher Inflation (>2%) sollen wir glücklich sein, dass wir kaum mehr Lohn bekommen haben? Sollen wir uns für die Großkonzerne freuen, dass sie so viel mehr Umsatz machen konnten?
    Von AGs profitieren doch nur die Investment Banken wie BlackRock und Konsorten.
    Ich finde es schwach, den Leuten zu sagen, dass sie von gesunden Gewinnen ihrer Unternehmen zwar nichts haben, aber dafür doch einen sicheren Arbeitsplatz genießen würden. So als ob es nicht der Erfolg des Arbeiters sondern der Währung ist.

  11. “zusammen mit der deutschen Lohnzurückhaltung” ist der einzig wahre Grund für das Erstarken der deutschen Wirtschaft (wie gesagt, der deutschen Wirtschaft, nicht der deutschen Bevölkerung. Die wird durch die Lohnkürzungen ebenso platt gemacht wie die restliche EU-Wirtschaft).

    Man sieht wieder einmal, dass Volkswirtschaft keine exakte Wissenschaft ist. Die Ökonomen “schätzen” und es “spreche einiges dafür, dass …”. Aus dieser Kaffeesatzleserei eine Schlagzeile zu machen finde ich sehr ärmlich.

  12. @ Dr. Leineweber:
    In Ihren Faktenaussagen haben Sie zweifellos Recht (soweit ich das als Laie nachvollziehen kann).
    In Ihrer Beurteilung der City-Volkswirte als “dumm” irren Sie sich jedoch ganz gewaltig!

    Die sind nicht dumm: das sind Lobbyisten. Und als solche waren sie immerhin intelligent genug, einen Olaf Storbeck zu überzeugen.
    Was natürlich die Frage aufwirft …..

  13. Da haben sich bei der Citygroup einige der dümmsten Volkswirte zusammengerottet die es gibt. Die Studie ist einfach nur wissenschaftlich abartig und lässt jedwes Wissen im Bereich VGR/Außenwirtschaftstheorie vermissen. Damit wäre an einer renommierten Uni ein ganzes Semester durchgefallen. Das einzige was in den Modellen simuliert wurde ist kulminierte Dummheit.
    Windfall-Profits hätten, würde es sie geben, per definitionem zu überhöhten Gewinnen bei den Produzenten geführt (höhere Umsatzrendite). Diese sind empirisch nicht nachweisbar, also ist diese These Bockmist.
    Hätte Deutschland die Möglichkeit gehabt langsam aufzuwerten, wären die Zinsen gefallen bzw. niedriger gewesen, so etwa auf Schweizer Niveau. Die höheren Zinsen sind ein erheblicher Nachteil, der hingenommen werden musste. Dazu sagt die Studie nichts.
    Eine Aufwertung hätte einen größeren Nutzen gehabt als die Partnerschaft in einer Währungsunion. Es hätten sich die terms of trade verbessert, damit wären die Realeinkommen erheblich gestiegen. Die Vorleistungen, die deutsche Produzenten beziehen, wären erheblich niedriger, was zu einer höheren Nettowertschöpfung führt. Die Realaustauschverhältnisse kommen in der Simulation nicht vor. – damit ist jedweder wissenschaftliche Anspruch dahin.
    Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit um 4% beim BIP sind im Vergleich zu den Verlusten bei den terms of trade ein Witz, wenn man die Importquote als Vergleich heran zieht. Auch sind vier Prozent vom BIP insgesamt kein Vorteil, weil es die normale Wachstunmsrate von zwei Jahren ist. Und man ist diese zwei Jahre ausgerechnet nicht gegenüber China, den USA und Asien im Vorsprung, sondern nur gegenüber den Euroländern, die bei der Produktivität “geschlampert” haben. Dieses Versagen ist kein Vorteil für Deutschland, weil Deutschland damit höherer Nettozahler in der EU ist. Das kommt in der Simulation nicht vor.

    Der Vorteil eines Landes geht nicht zu Lasten anderer Länder wie das die “Volkswirte” darstellen. Die produktivitätsorientierte Lohnpolitik wird zum bösen Buhmann gemacht, weil man sich dadaurch besser stellt. Das Gegenteil ist der Fall. Die EU-Schlamperer haben dadurch profitiert, dass sie Löhne weit über dem Produktivitätszuwachs verteilt haben. Diese Lücke ist ein viefaches größer als die 4% vom BIP. Die deutschen Arbeitnehmer haben eine Schrumpfkur mitgemacht, währen alle anderen üppig verteilt haben was nicht erwirtschaftet wurde. So, und das ist auch die Basis der Strukturprobleme in der Eurozone. Und dieser Währungsraum wird mit einem Gesamtschaden von ca. 5 Billionen implodieren, wenn es an der Zeit ist. Davon ist der größte Teil auf Pump finanzierter Konsum. Quasi die Überkonsumptiontheorie in Reinkultur, die in einem Schuldendesaster endet. Die Citygroup sollte lieber stundenweise einen guten Volkswirt beschäftigen statt monatelang eine ganze Horde mit Computern. In der Simulation kommt immer der Quatsch heraus, den man eingegeben hat.
    Also ich würde an einem Tag locker die Jahresgage von zwei Bankvolkswirten verdienen. Allerdings ist es mit qualifizierten Mitarbeitern so ein Problem. Ganz nebenbei bemerkt bin ich member CESifo /IIPF. Die Volkswirte sind es nicht. Jetzt weiß man warum.

  14. @derkleineunterschied:
    Norwegen passt aber gar nicht in Ihre Aufzählung. Der wahre Unterschied ist, dass Norwegen mit seiner eigenen Währung selbst verantwortlich, aber auch alleine über seine Finanzen bestimmen kann.
    Daneben sind dort offensichtlich vernünftigere Politiker an der Macht, die dem Volk trotz höherer Steuern einen höheren Lebensstandard sichern können.

  15. Wenigstens noch ein paar normal denkende menschen in deutschland die sich nicht von einer wahrscheinlich von merkel und co. gekauften Bank und deren analysen beeindrucken lassen; Wir werden durch Euro und Eurokraten gezwungen 100,- € in alle mölgichen Schuldenländer über unsere exorbitant hohen Abgaben zu transferieren und sind dann froh dass uns diese für 20,– € etwas abkaufen ( also selbst finanziertes Wirtschaftswachstum auf Kosten unserer Reallöhne mit nebenbei Schuten bis zum Umfallen ! ) Danke Euro !

  16. @Adam-Ries: leider sind alle Arbeitnehmer leer ausgegangen. Durch die Lohnzurückhaltung hatten wir ca. 30% Lohneinbußen durch fehlenden Inflationsausgleich. Zum Wohle der Exporteure.

    @alle: nicht zu vergessen, das der Euro laut Artikel 15-20 weniger Wert ist als es die D-Mark wäre. Gut für die Exporteure, aber leider schlecht für alle die im nicht-europäischen Ausland Urlaub machen. Oder für alle die Benzin und Heizöl brauchen. All das wäre mit D-Mark billiger fürs Volk. Aber in D zählen ja nur die Exporte, das wir als Rohstoffarmes Land Unmengen importieren müssen was teurer geworden ist wird meist verschwiegen.

  17. @ Mike Maurice,
    es gibt immer welche die leer ausgehen, das bedeutet aber nicht dass Deutschlands Wirtschaft insgesamt nicht mehr profitiert hat als die Wirtschaft anderen Ländern

  18. @ Gegenmeinung,

    wenn dem so ist wie Sie schreiben, warum wird dann auch nicht eine Leistungsüberschuss- und defizitbremse vereinbart?
    Es ist doch klar und unausweichlich dass wenn ein Land immer ein Überschuss hat und das andere immer ein Defizit hat, die Zahlungen irgendwann eingestellt werden müssen, woher soll denn das Geld kommen wenn weniger exportiert wird als eingeführt?
    Das problem ist dass die Profiteure des Überschuss nicht gleich mit den Endkostenträger sind.
    Warum Merkel das aber verschweigt scheint mir klar, es geht um die Großkonzerne die den Export brauchen um die nötige kritische Größe zu erreichen.

  19. 4 % des BIP auf Grund des Euro – das hätte eine reelle Lohnsteigerung von ebenfalls 4 % nach sich ziehen müssen. In Wirklichkeit waren es Minus 10%. Die Gewinne der Unternemer und entsprechend der Investoren sind also um 4 + 4 + 10 = 18% gestiegen, weährend die Gehälter sanken. Vom Euro profitiert also nicht DER Deutsche, sondern nun Leute, die eh schon viel Geld haben. Alle anderen 90% sind Verlierier dieser großen Geldumverteilung.

  20. Wer oder was soll “Deutschland” im Sinne der Überschrift sein?

    Fakt ist, dass der durchschnittliche Bürger inzwischen viel schlechter lebt als noch vor 20 Jahren.

    Hier in Berlin ist weder die Reinigung der Schultoiletten durchgängig gewährleistet noch die Sicherheit in den U-Bahnen.

  21. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

    Was hat Deutschland getan? Es hat sich dem globalen Wettbewerb gestellt, die Lohnstruktur dem Markt angepasst und so sich Marktvorteile verschafft.

    Wäre diese Anpassung nicht gewesen, würde Deutschland vermutlich viel höher verschuldet sein und sich im Reigen der zu Rettenden finden.
    Deutschland hat, marktwirtschaftlich gesehen, seine Hausaufgaben gemacht.

    Das eigentlich perverse ist, Merkel fordert nun, dass die anderen EU-Länder wettbewerbsfähiger aufstellen. Wettbewerbsfähiger gegen wen?

    Italien z.B., ist der engste Konkurrent im Maschinenbau von Deutschland. Jetzt aber wird von Italien gefordert, das die Lohnstückkosten, ähnlich den Deutschen, international konkurrenzfähig aufgebaut werden. Schließlich dient es dem Wachstum und zum Schuldenabbau.

    Soweit so gut. Aus sicht Italiens. Und was passiert mit Deutschland? Durch harte Einschnitte wurde der Wettbewerbsvorteil erst machbar?
    Irgendwie pervers. Da verlangt Merkel von Italien, deutsche Produkte aus dem Markt zu drängen. Denn Wettbewerb, wie wir ihn anstreben, ist nun einmal ein Verdrängungswettbewerb.

    Zur Erinnerung. Es gab ein Deutschland schon vor dem Euro. Die DM war stark und der Kampf der Firmen um Marktanteile hat die Firmen gestärkt. Bezogen auf die Wirtschaftskraft von Deutschland müsste der Euro viel stärker sein. Bezogen auf Griechenland, Italien, Portugal, etc., schwächer.
    Diese Dissens macht entweder Deutschland kaputt oder den Euro.

  22. 40% Wohneigentumsquote, hoher Arbeitsdruck, Stress und Burnout (aka Produktivität) und Rente mit 67 in Deutschland.

    80% Wohneigentumsquote, + Ferienhaus, gemütliches Arbeiten und Rente mit 55 in Griechenland, Irland, Norwegen etc.

  23. Dem ist nichts hinzuzufügen- TARGET II lässt grüßen… Wir betreiben Nettokapitalexporte und generieren damit Forderungen, welche wir niemals werden beitreiben können- sie sind somit das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen. Eine (eigene!) frei konvertible Währung würde dem ganzen Treiben zumindest mittelfristig einen Riegel vorschieben, da unsere Freunde aus dem Süden dann irgendwann nur noch Scheinchen hätten, von denen jeder wüsste, dass sie außer für den Kachelofen zu nichts taugen.
    Dass nun auch groß heraufbeschworene “Fiskalpakt” zu einer Ansammlung inhaltsloser Absichtserklärungen verkommt, dürfte keinen mehr wundern. Wie so oft in der Menschheitsgeschichte muss das ganze wohl mit einem gehörigen Knall enden, damit sich nichts ändert.

  24. “Deutschland” besteht immer noch im wesentlichen aus den Bürgern und diese haben ganz eindeutig NICHT profitiert. Das durch Lohnzurückhaltung, Angstsparen und mangelnde Inlandinvestitionen akkumulierte Kapital wurde benutzt, um die Kunden der deutschen Export-Industrie per Kreditvergabe mit einer künstlich erhöhten Kaufkraft auszustatten. Da diese Kredite, wie sich jetzt zeigt, zu einem großen Teil nicht zurückgezahlt werden, kann man das zurückliegende Jahrzehnt für den gemeinen Deutschen unter dem Satz “Viel Arbeit, wenig Brot” zusammenfassen.

  25. Der Schluessel zu den Gruenden liegt in der Formulierung “… hat die Währungsunion zusammen mit der deutschen Lohnzurückhaltung Deutschland massive Vorteile auf dem Weltmarkt verschafft …” Die notwendige Lohnzurueckhaltung hat gekostet. Sie war sicherlich kein Vorteil, denn der relative Kaufkraftverlust ist die Kehrseite der Wettbewerbsfähigkeit. Ich finde es grauenhaft, wenn Medien so manipulativ schreiben. Traurig.

  26. Alle freuen sich über den Export und darüber, dass wir Arbeit haben bis zum Umfallen. Nach Warenauslieferung wird die Rechnung gestellt und da die importierenden Länder die Rechnung nicht zahlen können, gibt man ihnen das europäische (deutsche) Steuergeld um die selbiges zu tun. Und weil man so die eigenen Rechnungen bezahlt, nennt man das wohl Kreislaufwirtschaft. Wie heißt es immer so schön: “Abgerechnet wird zum Schluss”.