Ifo-Index bestätigt Optimisten

Ein weiteres Mal hat der Ifo-Index positiv überrascht. Mit einem Satz von einem Punkt auf 108,3 Punkte im Januar hat er klar die Erwartungen der Märkte übertroffen. Vor allem der Anstieg des Teilindex der Geschäftserwartungen über die 100-Punkte-Marke macht Mut. Es wird immer klarer, dass es trotz aller Unkenrufe wohl bei einer Konjunkturdelle in Deutschland bleiben wird, die sich vermutlich schon im BIP-Rückgang von rund einem Viertelprozent im vierten Quartal 2011 erschöpft haben dürfte. Die gestern veröffentlichten Markit-Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone deuteten ja bereits in die gleiche Richtung.
Wer also wissen will, wie die Konjunktur in Deutschland 2012 laufen wird, sollte lieber auf Ifo als auf die düsteren Prognosen des Internationalen Währungsfonds von gestern schauen. Sie sind, wie so oft, schon bei Veröffentlichung ein bisschen hinter der Kurve zurück. Dass Deutschland 2012, wie der IWF sagt, nur um 0,3 Prozent wachsen, oder wie zum Beispiel das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut IMK sagt, sogar leicht schrumpfen wird, halte ich für unwahrscheinlich - immer vorausgesetzt natürlich, die Euro-Schuldenkrise gerät nicht außer Kontrolle.  Ifo zeigt inzwischen mit drei Anstiegen in Folge einen Wendepunkt nach oben an. Besonders erfreulich an den jüngsten Ergebnissen der Ifo-Umfrage unter 7000 deutschen Unternehmen ist, dass die Optimisten in der Industrie wieder klar die Oberhand haben. Das deutet auf eine Wiederbelebung der Exporte und weiterhin starke Investitionen im laufenden Jahr hin, zusätzlich zu einer für deutsche Verhältnisse ordentlichen Konsumkonjunktur und einer starken Bauwirtschaft. Fazit: Wenn wir am Ende des Jahres Bilanz ziehen, dann dürfte das tatsächliche BIP-Wachstum zum dritten Mal in Folge recht deutlich über den Konsensprognosen zu Jahresbeginn liegen. Ein Prozent Plus oder etwas mehr sind durchaus drin.

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