Zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren ist die deutsche Wirtschaft 2011 um mehr als drei Prozent gewachsen. Das haben zu Jahresbeginn nur ganz wenige Ökonomen glauben wollen. Siehe mein Beitrag von Ende 2010 Das Misstrauen gegenüber der eigenen Stärke ist in Deutschland schließlich weit verbreitet. Dabei sprechen die Zahlen doch eine klare Sprache: 3,7 Prozent Wachstum 2006, 3,3 Prozent 2007, wieder 3,7 Prozent 2010 und glatt drei Prozent im vergangenen Jahr. Dazwischen lag die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren mit einem brutalen Einbruch von 5,1 Prozent. Zu den Details siehe: PK des Statistischen Bundesamtes
Seit dem Herbst 2011 schrumpft die deutsche Wirtschaft erneut, weil die Euro-Schuldenkrise unseren größten Absatzmarkt in die Rezession treibt. Der Negativtrend könnte auch Anfang 2012 anhalten, auch wenn die letzten Stimmungsindikatoren dagegen sprechen - doch selbst wenn Deutschland mit zwei negativen Quartalen in Folge die technischen Kriterien für eine Rezession erfüllen sollte, gibt es keinen Grund anzunehmen, dass die deutsche Wirtschaft in eine langanhaltende Flaute abrutscht. Im Gegenteil sieht es eher danach aus, dass sie bereits ab Frühjahr wieder ordentlich anzieht und das Jahr mit einem Plus von rund einem Prozent abschließt. Wie zuletzt im Handelsblatt argumentiert, hilft ihr dabei die Euro-Krise im Grunde noch: durch niedrige Zinsen und einen sinkenden Euro-Kurs, durch zurückfließendes Kapital und die Zuwanderung von Arbeitskräften.
Seit 2009 haben die professionellen Prognostiker im Durchschnitt noch jedes Jahr die Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft unterschätzt. Ihr derzeitiges wahres Potenzial zeigt sich in den Jahren mit einer Drei vor dem Komma. Sie sind kein Ausreißer, sondern zeigen das erreichbare Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft in diesem Jahrzehnt – in Jahren ohne Finanzkrise.
Wenn wir die Euro-Krise im Laufe dieses Jahres gelöst bekommen, dann kann die Drei vorm Komma bald wieder zurückkehren, vielleicht sogar schon 2013. Sie kann in einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft kein Dauerzustand werden, aber eine Reihe fetter Jahre sind für die starke deutsche Industrie durchaus in Sicht. Wie die Deutschen daraus das meiste machen können und welche Reformen nötig sind, um auch darüber hinaus erfolgreich zu bleiben, schildern Bert Rürup und ich übrigens in dem Ende Februar erscheinenden Buch\”Fette Jahre. Warum Deutschland eine glänzende Zukunft hat.\”
Archiv für den Tag Januar 11, 2012
Deutsche Ökonomen bei Twitter – Januar-Update
Im neuen Jahr habe ich die Liste der deutschen Ökonomen, die bei Twitter unterwegs sind, neu sortiert. Die Einzelpersonen sind jetzt von den Accounts der Forschungsinstitute und Medien getrennt.
Einzelpersonen:

- @littlewisehen – Der Münchener Wirtschaftsblogger Wolfgang Unglaub – 3346 Follower (Oktober: 3007, Juli: 2779, April: 2457)
- @PatrickBernau – Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – 2082 Follower (Oktober: 1735 Follower, Juli: 1169, April: 841 ) – Patrick hat war auch einer der ersten Wirtschaftsjournalisten mit einer eigenen Facebook-Fanpage, mit derzeit 156 “Likes” (Oktober: 118, Juli: 78)
- @doener – Der Düsseldorfer Wirtschaftsblogger Stephan Dörner – 1986 Follower (Oktober: 1857, Juli: 1748, April: 1679)
- @egghat – “Econblogger und iOS Developer”, der das Blog “Die Wunderbare Welt der Wirtschaft” betreibt – 1837 Follower (Oktober: 1642 Follower, Juli: 1258, April: 803)
- @abuschmeier- Management-Consultant und Hochschullehrer - 1642 Follower (Oktober: 1504 Follower, Juli: 1412, April: 1330)
- neu: @tiefseher – Daniel Eckert, Finanzreporter der “Welt” und “Welt am Sonntag”, 1456 Follower
- @rkeuper – Ralf Keuper tweeted aus Paderborn über Ökonomie, Banking und Finance – 1209 Follower (Oktober: 759 Follower)
- @blicklog – Das unabhängige Ökonomie-Blog “Blicklog” bei Twitter – 1126 Follower (Oktober: 995 Follower, Juli: 896, April: 614)
- @schuldensuehner - Holder Zschäpitz, Wirtschaftsredakteur bei der “Welt” – 1089 Follower (Oktober: 752 Follower)
- @marcusgatzke -Ressortleiter Wirtschaft bei “ZEIT Online” – 777 Follower (Oktober: 661, Juli: 530, April: 332)
- @olaf_storbeck – Handelsblatt-Ökonomie-Korrespondent – 773 Follower (Oktober: 595, Juli: 290, April: 126) [das bin ich – es gibt auch noch mein englisches Account @olafstorbeck mit 2498 Followern (Oktober: 1955, Juli: 830, April: 472) und meine Facebook-Seite mit derzeit 443 “Likes” (Oktober: 314, Juli: 93)
- @pixeloekonom - Johannes Eber, Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft – 538 Follower (Oktober: 479, Juli: 400, April: 323)
- @mh120480 – betreibt das Blog Goowell – 502 Follower (Oktober: 415 Follower,Juli: 347, April: 279)
- neu: @aloa5 – Otmar S, betreibt das Blog Logicorum – 426 Followers
- @kantosEcon – Twitter-Feed des Blogs “Kantoos Economics” – 424 Follower (Oktober: 255 Follower, Juli: 102, April: 39)
- @eFlation – “Fondsmanager, Publizist, Cosmonaut” – und Autor bei Wiessaussieht – 376 Follower (Oktober: 331 Follower, Juli: 288)
- @teraeuro - laut Twitter-Profil “sporadischer Hobby-Blogger”, aber zunehmend aktiv – 376 Follower (Oktober: 158 Follower)
- neu: @lostgen – Der Autor des Blogs “Verlorene Generation” twittert auch – 365 Follower
- Neu: @oecono – Stefan Zacher twittert über “Wirtschaftsphilosophie, Ideen für Weltwirtschaft und Unternehmungsgeist” (257 Followerrs)
- @wirtschaftswurm – Der freie Journalist und Ghostwriter Arne Kuster – 318 Follower (Oktober: 237, Juli: 143, April: 78 )
- @Haucap – Der Vorsitzende der Monopolkommission und einziger VWL-Prof in dieser Liste – 176 Follower (Oktober: 145 Follower, Juli: 103, April: 37)
- @DanielDaffke – “Gelegenheitsblogger” – 148 Follower (Oktober: 110, Juli: 71, April: 34)
Medien, Wirtschaftsforschungsinstitute u.ä.
- @FTD_Wunder – Die Konjunktur-Kollegen der “Financial Times Deutschland” – 1788 Follower (Oktober: 1536, Juli: 1082 Follwer, April: 945)
- @FAZ_Finance – Finanz- und Wirtschaftsnews der FAZ – 1763 Follower (Oktober: 1454, Juli: 1181 Follower, April: 847 Follower)
- @insm – Twitter-Repräsentanz der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” – 986 Follower (Oktober:901, Juli: 796, Apil: 682 )
- @iw_koeln – Das Institut der deutschen Wirtschaft bei Twitter – 612 Follower (Oktober: 468)
- neu: @OECDStatistik – Die Mitarbeiter des OECD Berlin Centre wühlen in den OECD-Datenbanken und veröffentlichen Zahlen, die für aktuelle Diskussionen im deutschsprachigen Raum relevant sind. (542 Follower)
- @DIW_Berlin – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bei Twitter - 652 Follower (Oktober: 504, Juli: 396, April: 267 )
- @ZBW_news – Twitter-Repräsentanz der Kieler Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – 578 Follower (Oktober: 502, Juli: 431 Followerm April: 325)
- @hb_oekonomie – Die Handelsblatt-Ökonomie-Berichterstattung bei Twitter – 468 Follower (Oktober: 352, Juli: 211, April: 61)
- neu: @fazitblog – Das Wirtschaftsblog der FAZ-Kollegen bei Twitter – 320 Follower.
- @oekonomenstimme – Deutschsprachiges Ökonomenportal nach dem Vorbild von VoxEU.or – 275 Follower (Oktober: 196 Follower, Juli: 135, April: 62)
Andere Übersichten
Patrick Bernau hat eine schöne Übersicht über Ökonomen bei Google Plus zusammengestellt. Wer sich für die Euro-Krise interessiert, sei noch auf den “PIIGS Plus Club” bei Twitter hingewiesen – eine Liste mit Twitterern aus allen möglichen EU-Ländern, die auf Englisch über die Misere tweeten. (Hier ein bisschen was zu den Hintergründen des PIIGS-Plus-Clubs.)
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