Herrn Schäfflers “geordneter” Euro-Austritt

Der Initiatoren-Antrag, der dem FDP Mitgliederentscheid zugrunde liegt, fordert statt der Ausweitung von Rettungsmaßnahmen den “geordneten Austritt” der betroffenen Länder aus der Währungsunion.

“Sollten sich die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht als hinreichend herausstellen, spricht sich die FDP dafür aus, überschuldeten Staaten einen geordneten Austritt aus dem Euro zu ermöglichen, um ein ungeordnetes Auseinanderbrechen unserer Währung zu verhindern.”

Wie dieser geordnete Austritt genau aussehen soll – dazu findet sich im Schäffler Papier praktisch kein Wort.

Nur das hier:

“Der Austritt aus der Währungsunion muss auf eigenen Wunsch oder Verlangen möglich sein. Ein Mitgliedsstaat muss selbst entscheiden können, ob er seine Währungsparität verändern oder sich auf Vorgaben der europäischen Nachbarländer verlassen will.”

Wie kann man in dieser Lage weitere Rettungsmaßnahmen ablehnen, ohne die Alternative konkret aufzuzeigen? Es genügt nicht, wenn Herr Schäffler das Wort “Ordnung” an den Euro-Austritt anklebt: er sollte den Vorschlag für die Ordnung schon auch mitliefern und die erwarteten Konsequenzen deutlich machen.

Unverständlich ist für mich auch diese Stelle im Antrag der FDP Rebellen:

“Die Insolvenz der Schuldenstaaten führt nicht zu Dominoeffekten auf dem Finanzmarkt. Vielmehr entsteht der Dominoeffekt durch die Schuldenschirme, unter die immer mehr Länder schlüpfen. Privatbanken fallen nicht wie Dominosteine. Denn jeder Euro Staat hat es in der Hand, die Auswirkungen von Bankeninsolvenzen auf seine Art einzudämmen oder diese zu verhindern.”

Wie bitte soll es bitte dem bankrotten Griechenland ohne fremde Hilfe gelingen, die Auswirkungen von Bankeninsolvenzen einzudämmen? Und wie soll Italien die Ansteckung vermeiden?

In der Kommentarzeile ist viel Platz. Also, lieber Herr Dr. Schäffler, wie wollen Sie denn den geordneten Austritt Italiens, Griechenlands und Spaniens aus der Eurozone nach dem Verzicht auf weitere Hilfsmaßnahmen genau bewerkstelligen?

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Alle Kommentare [28]

  1. Frau Merkel wird als die Schuldenkanzlerin in die Geschichte eingehen. Ihr Versuch der Deutschen Exportindustrie das Miniland Grichenland zu erhalten wird teuer bezahlt werden.
    Nun muß sie den Rest der Exportländer auch noch retten.

    Wir befinden und in einer Lage wie China und die USA. China muß die USA über Wasser halten damit sie einen Absatzmarkt haben. Dazu kaufen sie Milliarden an wertlosen Schuldverschreibungen auf.

    Deutschland muß die Union retten damit Audi, BMW und Co billig ihren Krempel exportieren können oder billigst und Importzoll frei in Ungarn produzieren können.
    Bezahlen für diesen Missstand der Industriediktatur tut freilich der Steuerzahler, dessen nicht vorhandenes Geld durch die Industriemarionette Fr. Merkel in ganz Europa verteilt wird.
    Bei 2 Billionen Eur Schulden ist es nur eine Frage der zeit bis auch Deutschland zu den Rettungskandidaten gehört.
    Sinclair hatte bisher mit allem Recht: This ist it, and it is now.

  2. Frank Schäffler und ich teilen die Überzeugung, dass Eigenverantwortung und Haftung die Leitprinzipien einer marktwirtschaftlichen Ordnung in Europa sein müssen. Dennoch kommen wir zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.
    In meinem neuen Argumentationspapier zum Mitgliederentscheid analysiere ich, was Frank Schäffler konkret vorschlägt, welche Folgen die Vorschläge hätten und warum wir den Rettungsschirm brauchen. Das Papier finden Sie auf meiner Homepage unter http://www.hermann-otto-solms.de/Solms-liefert-Argumente-zum-Mitgliederentscheid/45777c1i1p/index.html .

  3. Warum keine globale Lösung?
    Kreieren wir eine neue Weltwährung und koppeln diese an den Umgang mit dem Lebensraum! Wie hoch ist der “Wert” eines lebensfähigen Planeten? Schöpfen wir Staatsgeld aus dem Nichts!
    Verdichten wir die Geldschöpfung auf 33,3% und überlassen den Investoren die Realisierung ihrer Gewinne bei dem Erhalt des Lebensraum (Klimawandel, Verschmutzung der Meere, Bodendegression etc.).
    Was ist uns eigentlich wichtig? Ein immaterielles Geldsystem, was nur durch unseren Glauben an den Wert existiert, oder ein materielles System, was unseren Lebensraum hervorbringt?

  4. Der Rauswurf der schwächsten EWWU-Mitglieder ist zu gefährlich.Er kann das unkontrollierte Auseinanderbrechen der EWWU und hierdurch bedingt eine schwere Wirtschaftskrise verursachen.Die Tyrannei einer europäischen Finanzaufsichtsbehörde ist abzulehnen.Die geordnete Auflösung oder Abwicklung der EWWU,die aufgrund riesiger innerer Unterschiede vom ersten Tag an zum scheitern verurteilt war,ratsam.Ist sie nicht durchführbar ist der Austritt der Bundesrepublik erforderlich.Exportprobleme,die hieraus resultieren,hat man in Kauf zu nehmen.Es geht nicht anders.

  5. Wer glaubt denn im Ernst noch, daß diese immer wieder beschworene
    europ. ”Solidargemeinschaft” nur die geringste Überlebenschance hat.
    Was hier als ”Solidarität” verstanden werden will ist der direkte Weg
    in den Sozialismus, daß es allen am Ende gleich schlecht geht, auch
    der BRD. Wenn eine Firma im normalen Wirtschaftsgeschehen, egal
    welcher Nationalität, in Konkurs geht helfen ihr andere Firmen auch nicht.
    Das Wirtschaftsleben bringt Insolvenzen mit sich, das müssen auch
    die wirtschaftlich unbedarften Eurofighter einsehen, die ihre poli-
    tischen Vorstellungen über jeden ökonomischen Verstand setzen.
    Die Eurozone kann nur funktionieren, wenn Staaten in die Insol-
    venz gehen können und alle Investoren das wissen und sich dem-
    entsprechend, dem eigenen Unternehmen gegenüber, sich im
    Sinne des ordentlichen Kaufmanns verantwortlich, verhalten,
    was man besonders von den Banken in der Euro Krise nicht be-
    haupten kann.
    Frank Schäffler hat klar erkannt, daß die Vollmachtserweiterung
    des EFSF dazu führt, daß sich Länder, die sich auf Grund der hohen
    Zinsen am Kapitalmarkt, wie bald auch Italien, nicht mehr versor-
    gen können, sich auch nicht mehr um Investoren kümmern müs-
    sen um Geld zu bekommen, sondern einfach zum EFSF gehen und
    die Hand aufhalten. Das ist der direkte Weg in die Transferunion
    mit einer laufenden Gelddruckmaschine bei der EZB mit dem
    finalen Konkurs der BRD!!!

  6. Das Hauptproblem aller obigen Schwierigkeiten ,sind die Auswirkungen einer Gemeinschaftswährung im Zusammenspiel mit Verantwortungslosigkeit.Warum eigentlich muß der EURO bleiben?? Ein EURO-Staat der 17 ist politisch nicht möglich. In der vorEURO-Zeit. gab es Wirtschaftsschwierigkeiten im Ausmaß von heute nicht(konnte auch nicht)

  7. @ BadSch,
    das wäre nur dann sinnvoll wenn vorher Griechenland die Schulden zu circa 90% erlassen würden. Also ein geordnete Staatsinsolvenz gefolgt von einem Austritt aus dem Euro. Ohne Schuldenerlass hätte Griechenland absolut nicht die Möglichkeit die Schulden die in Euro lauten zurück zu zahlen. Auch die Zinsen zu den Schulden könnte Griechenland nicht aufbringen, da der Drachme sehr schwach wäre.

  8. Im Prinzip, damit Herrn Schäfflers “geordneter” Euro-Austritt wirklich Sinn macht, sollten die wirtschaftlich schwächste und die wirtschaftlich stärkste Länder aus de Eurozone austreten.
    Diese Vorgehensweise hätte die beste Chancen zum gewünschten Ergebnis zu führen. Ein wirtschaftlich harmonischer Euroraum.

  9. Bisher dreht sich die Diskussion und der Entscheidungshorizont der Politik immer nur um die Alterative “drinbleiben” und “aussteigen”, nämlich aus dem Euro.
    Niemand hat bisher die sanfte Landung gedanklich durchgespielt. GR bleibt im Euro-Verbund, erhält jedoch – oder nimmt sich – das Recht, eine nationale Währung (neue Drachme) parallel aufzulegen. Nationale Salden (Soll- und Habenseite) werden darauf 1:1 umgestellt, nationale Zahlungen erfolgen künftig in der Lokalwährung. Und diese ist frei handelbar und wird mit Sicherheit gegen den Euro abwerten. Aber wie weit? Nun, dahin, wo das wirtschaftliche Gleichgewicht sich einstellt.

    Keine griechische Bank geht pleite dabei, da ja beide Seiten der Bilanz umgestellt würden. Aber das Kostenniveau sinkt und GR kann wieder wettbewerbsfähig werden. Und in dem Maße, als Reformen wirksam werden, wird GR wieder aus dem Loch auftauchen.

    Die EU-Hilfe kann sich darauf beschränken, die Auslandsschulden zu stabilisieren. Der Markt hat diese ohnehin schon drastisch abgewertet.

    Kann das funktionieren? Nun, es gibt einige Länder wie Kroatien oder die Türkei, die ihre Lokalwährung haben und nebenbei den Euro für den Außenhandel. Wer sich dort umsieht oder geschäftlich tätig ist, weiß daß das sehr geschmeidig abläuft.
    Herr Schäffler hat jedenfalls Recht, wenn er unbeschränkte Hilfen ablehnt, aber man muß deswegen GR nicht rauswerfen und verrotten lassen. Südländer haben bekanntlich die Gabe zu überleben, wenn man sie läßt.

  10. Zitat: Wie bitte soll es bitte dem bankrotten Griechenland ohne fremde Hilfe gelingen, die Auswirkungen von Bankeninsolvenzen einzudämmen? Und wie soll Italien die Ansteckung vermeiden? ”

    Ich denke, dass Herr Schäffler in anderen Beiträgen klar genug gesagt hat, dass er es nicht ablehnt, Griechenland weiter zu unterstützen, aber eben außerhalb der Eurozone. Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche Journalisten manche Äußerungen einfach falsch verstehen wollen. Warum ist es denn so schwer zu verstehen, dass man Griechenland zwar aus der Eurozone heraus haben will, damit es mit eigener Währung z.B. seine Tourismusindustrie wieder in den alten Glanz zu bringen kann, man aber trotzdem – Griechenland ist ja deann weiter ein EU-Land – dieses Land weiter unterstützen wird?

  11. @Gerold Böhmer

    “Ergänzung zu meinem Kommentar von eben: Es ist in unserer Demokratie gerade nicht Aufgabe von Parteien konkrete Umsetzungskonzepte zu entwickeln”

    Sie scheinen zu übersehen, dass die FDP eine Regierungspartei ist – von denen werden durchaus Umsetzungskonzepte verlangt, denn eine Regierung kann sich nicht darauf beschränken, zu reden, sie muss auch handeln. Aber genau das ist ja das Problem der FDP: Sie haben den Wandel von der Oppositionsbank zur Regierungsbank immer noch nicht verinnerlicht und ergehen sich weiter in Forderungen unabhängig davon, ob sich diese realisieren lassen. Da lobe ich mir die Grünen, die auf der Regierungsbank einiges an Pragmatismus gelernt haben.

  12. Es herrscht Krieg in Europa, eine Art Wirtschaftsbürgerkrieg, es geht um die Rangordnung, wenige haben es verstanden. Die Arbeitsteilung innerhalb der Eurozone steht da auf dem Spiel und wird jetzt entschieden. Vertikal (gerecht) oder horizontal mit Bananenrepubliken à la Südamerika! Das ist die Frage die jetzt entschieden wird. Der Wirtschaftsbürgerkrieg wird über Media und Allianzen (Merkozy) und Firmenübernahmen geführt. In einem Bürgerkrieg gibt es aber nur Verlierer. Die Kriegstreiber wollen es aber nicht glauben, sie denken als Sieger am Ende da zu stehen. Der Sieger ist immer der lachende Dritte.

  13. Wir reden über ungelegte Eier. Jedes Land der Eurozone kann sie verlassen, wenn sie wil und wenn die anderen es auch wollen. Die einzige Ordnung dabei ist, daß alle Bilanzen per Stichtag in der alten Währung abgerechnet werden.

    Wenn die Griechen per 31.12.11 wieder die Drachme einführen möchten – bitte sehr, ihre alten Schulden und Guthaben werden dennoch in Euro fällig.

    Was ist daran so schwierig zu verstehen?

    Ordnung kann dann ja nur bedeuten, ob man über die Modalitäten einen politischen Konsens finden will.

  14. allesamt gute Beiträge, gehen aber voll am Thema vorbei. Wir leben in einem “Zinssystem”. Bisher hat sich noch jedes Zinssystem noch selbst zu Grunde gerichtet! Ausnahmslos!
    Man möchte doch auch meinen, dass es studierten Menschen möglich sein sollte mal den Rechenschieber in die Hand zu nehmen und selbst nachzurechnen. Effektivzinsrechnung. Staatsverschuldung heute im Vergleich zu… egal zu welchem Zeitpunkt nach der Währungsreform Ich verspreche Ihnen – Sie werden selbst feststellen, dass die Wachstumsrate der Verschuldung in etwas dem durchschnittlichen Kapitalmarktzins entspricht PUNKT! Hier gibt es nicht zu rütteln. Deswegen ärgere ich mich aufs allerhöchste, wieso immer noch an den Symptomen gearbeitet wird und nicht an der Ursachenforschung.
    Währungsreform? Nein Danke! Dann kopieren wir den Systemfehler Zins wieder mit! Nein, wir brauchen ein transparentes Geld- und Warensystem. Dann ist Schluss mit Manipulation und der systematischen Vermögensverschiebung von arm nach reich.
    Zinskritiker sind z. B. Professoren Hörmann, Senf usw.. Wer Informationen zu einem sauber aufgestellten neuen Wirtschaftssystem lesen möchte, der greift zum Buch „spielgeld-ein neues Wirtschaftssystem“. Dort gibt es gute Ansätze wie wir neu anfangen können. So wie jetzt kann es nicht weitergehen auch, wenn natürlich die negativen Schlagzeilen für gute Auflagenhöhen bei den Medien sorgt!

  15. Achja, Herr Schäffler der Retter, der einzig Aufrichtige, der Rebell, der den politischen Nichtsnutzen die Stirn bietet. Herr Grüner hat aber Recht, wenn er darauf hinweist, dass Herr Schäffler keine Lösungen bietet. Dagegen sein kann jeder. Für etwas sein, ist da schon schwerer. Und konkrete Vorschläge habe ich von den “Euro-Rebellen” noch nicht gehört. Die Wahrheit ist: das Thema ist so komplex, dass niemand eine Ahnung hat wie es ausgeht. Selbst die so genannten Wirtschaftsexperten wiedersprechen sich, die Lage am Finanzmarkt ist ständig wechselnd. Aber wir erwarten, dass die Damen und Herren im Bundestag die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, und wehe, wenn einer von ihnen mal seine Meinung ändert, oder zweimal.
    Schäffler ist ein Demagoge der seine politische Position zu stärken versucht, in dem er sich über dieses Thema medienwirksam profiliert. Und auch Morgen geht die Sonne wieder auf…

  16. Der liebe Gott bewahre uns vor den wirklich guten Politikern

    Frank Schäffler schürt doch nur den Nationalliberalismus.

    Diesen Satz kann man nur unterstreichen:

    Es genügt nicht, wenn Herr Schäffler das Wort “Ordnung” an den Euro-Austritt anklebt: er sollte den Vorschlag für die Ordnung schon auch mitliefern und die erwarteten Konsequenzen deutlich machen.

    Diese Blubberpolitiker haben letztlich auch dazu geführt, dass die liberale FDP einen Schattendasein führt.

    Noch ein Totengräber mehr und die FDP ist bei weniger als 2%.

    Die liberale Professionalität ist leider in dieser Partei nicht mehr vorhanden.

  17. Die Illusion dass man am Sparbuch Zinsen bekommt bei gleichzeitig garantierter Ausfallssicherheit UND gleichzeitiger Währungsstabilität muss um jeden Preis gerettet werden! Wer bringt denn sonst noch sein Geld auf die Bank, wo damit herumspekuliert wird ohne dass man als Kunde Einblick bekäme? Nein. Die Menschen müssen blöd und gutgläubig gehalten werden, sonst fliegt alles auf!

  18. Ja, man will es einfach nicht verstehen. Deshalb werden die wirklich guten Politiker klein gemacht, man versucht es mit Redeverbot im Bundestag und verschreit sie zum Nationalismus.
    Wir haben gute Gesetze, die müssen nur eingehalten und überwacht werden, wir hatten gute Spielregeln bezüglich EU aufgestellt, man hätte sie nur beachten und überwachen müssen.
    Ich habe es bereits als Kind gelernt, Regeln zu beachten.

    “Wir machen weiter weiter, Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt” Jean Claude Junker
    Soviel zu Demokratieverständnis – Dazu fällt mir schon lange nichts mehr ein – Armes Deutschland – Armes Europa!

  19. Eigentlich hat Hr. Schäffler bereits geantwortet. Denn er sagt, daß jedes Euro-Land selbst die Banken retten soll, die drohen unterzugehen, falls es auf Grund des Euro-Astritts zu Verusten kommt, die die Solvenz dieser Banken überfordert.
    Damit ist zunächst alles gesagt.
    Sollte in einem zweiten Schritt der Staat mit der Bankenrettung überfordert sein, so könnte es zu Hilfen aus Euro-Fonds kommen.
    Nach allen Berechnungen kostet dieser Weg nur ein Bruchteil des heutigen Vorgehens.
    So fragt man sich weshab der heutige Weg gewählt wird? Nun, mehr Volumen, bedeutet mehr Geld, mehr Macht , mehr Mitsprache, am Ende totale Kontrolle, die bahnt sich ja auch schon ihren Weg.

    Das ist das Spiel.

  20. Ganz einfach: Wenn Marktwirtschaft, dann bitte auch für Banken!!! Ja, sicher werden einige Geld verlieren, aber sofort nachdem ein Volk (durch eine weniger korrupte Regierung) wieder SELBER Geld kontrolliert und zinsfrei herausgibt) ist es wieder souverän. Es kann halt nicht soviel im Ausland mit harten Devisen kaufen. Ja und?

  21. Ergänzung zu meinem Kommentar von eben: Es ist in unserer Demokratie gerade nicht Aufgabe von Parteien konkrete Umsetzungskonzepte zu entwickeln, sondern sie “wirken an der Bildung des politischen Willens des Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens mit (…)”. Quelle: § 1 Parteiengesetz.
    Ein Konzept zu machen ist auch nicht seine alleinige Aufgabe als Abgeordneter. Schäffler hat sich allerdings weit mehr durch Fachkunde in der Euro-Krise hervorgetan als die meisten seiner Abgeordnetenkollegen und auch als viele Regierungsmitglieder.

  22. Ich ziehe den Hut vor Schäffler.
    Die Forderung nach einem geordneten Austritt verstehe ich als Auftrag an die Regierungen, endlich das zu machen, was seit Anfang 2010 spätestens hätte erfolgen müssen: Ein Regelwerk zu entwickeln, das eine geordnete Insolvenz von Staaten im Euro-Raum ermöglicht.
    Das ungeordnete Weiterwurschteln ohne durchdachte Problemanalyse und ohne echten Plan ist jedenfalls keine Alternative.
    So frisst sich die Wahrheit eben von selbst durch.

  23. Ein Land tritt aus der Eurozone aus, indem es eine Währungsreform bewerkstelligt. Danach müssen systemrelevante Banken verstaatlicht und rekapitalisiert werden. Ob eine weitere Kreditaufnahme des ausgetretenen Staates möglich ist, hängt von der Leistungsfähigkeit seiner Wirtschaft ab. Pleitestaaten müssten zunächst durch Transferzahlungen anderer EU-Staaten vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Dies wäre, insbesondere im Fall von Griechenland wegen seiner strategischen Bedeutung, auch im Interesse aller EU-Staaten. Deutschland würde, wenn es nicht durch Geheimvertrag mit Frankreich politisch in der EUROzone gefangen wäre, von einem Austritt aus der Eurozone langfristig profitieren. Der Euro war der zu hohe Preis, den Kohl für die deutsche Wiedervereinigung gezahlt hat. Wieso werden solche Verträge vor dem Volk geheimgehalten?

  24. Warum so polemisch? Deutschland kann und sollte nicht Europa “retten”. Die einzige Alternative ist dann, dass die Schuldenstaaten selbst die Verantwortung für ihre Schulden tragen. Und wenn die EU nicht mehr als Geldgeber zur Verfügung steht, werden sie von selbst austreten. Denn nur so können sie mit Insolvenz ihre Schulden und die daraus folgenden Lasten streichen.

  25. Ihr Kommentar mag prinzipiell richtig sein, aber dennoch kleinlich und am Problem vorbei. Herr Schaeffler redet von einem geordneten Austritt und hat eventuell keine Ahnung, wie das funktionieren soll? Na und? Unsere Euro-Politiker reden munter von no bail-outs, Stabilitätsunion, begrenzten Haftungen und vielem mehr. Entweder sind sie dabei mit beeindruckender Naivität gesegnet oder sie lügen schlicht wissentlich. Alle 2 Wochen müssen sie ihre Positionen ja so oder so revidieren. Keiner der Euro-Fans hat eine Lösung, bisher wird ja meist sogar verleugnet, dass der Euro wesentlicher Mit-Grund der Krisensituation ist. Und obwohl sie keine Lösung haben, stürzen sie sich dennoch in immer gigantischere Risiken.
    Vielleicht führte ein Umsetzen von Schaefflers Position zu einem Crash. Aber der wird mittlerweile früher oder später so oder so kommen, und dann muss man ganz klar sagen, wem man diesen zu verdanken hat: den Vätern und Verteidigern des Euro, die uns in dieses System geführt haben.

  26. Der Artikel oben beinhaltet gute Fragen. Doch leider ist es so, das es keine Alternative hätte haben geben sollen, vor Monaten, als Griechenland aus der EU autreten zu lassen.
    Dieses Rumgeeiere der Politik hat erst zu dieser Kernschmelze/Dominoeffekt geführt.
    Aber man wurde in die Anti-Europa-Ecke gestellt.
    Fragt sich nur was besser ist, ein Europa mit einem Land weniger, oder dank des Lamentieren demnächst minus 4-5 Länder?!!?

    Hätte es von Anfang eine klare deutliche Ansage gegeben.
    Verträge sind einzuhalten, keine Aufkäufe von Staatsanleihen durch die EZB, wüßte man heute woran man wäre.
    Griechenland wäre raus, die Steuerzahler hätten mehr Geld. Die Investoren hätte für ihr Risiko gehaftet. Schmerzhaft aber nötig.

    Was ist jetzt? der Mitgliederentscheid der FDP findet in 4-5 Wochen statt. Zeit genug, das Spanien und Protugal auch noch abgeschossen werden.

    Danke ihr Politiker, dafür das ihr euer Wort und Verträge gebrochen habt….

    Klare Ansagen braucht das Land.
    Wer riskiert soll auch haften.
    Wer verschuldet, muß auch zahlen.

  27. Lieber Herr Grüner,

    Frank Schäffler weist beständig darauf hin, dass er – wenn nötig und konstruktiv – nichts gegen begrenzte Griechenlandhilfen einzuwenden hat – aber sie sind nur dann sinnvoll, wenn das Land zuerst aus der Eurozone austritt und einen harten Schuldenschnitt verhandelt.

    Das wirkliche Problem in Bezug auf Griechenland, dem der FDP-Basis-Antrag u.a. abhelfen will, besteht doch an einer ganz anderen Stelle. Es gibt nach meinem Ermessen nur zwei Möglichkeiten für Griechenland, wenn es im Euro bleibt:

    1. Es erhält dauerhafte Transfers.
    2. Es muss im Euro “abwerten”, was nur durch drastische Lohn- und Rentenkürzungen möglich wäre.

    Beides halte ich für völlig unrealistisch; das Erste wird den europäischen Steuerzahlern nicht auf Dauer zu vermitteln sein (zu Recht), gegen das Zweite werden sich die Griechen wehren (ob zu Recht oder nicht steht dabei nicht zur Debatte).
    Die Illusion, man könne einem Land außerdem von außen Wettbewerbsfähigkeit oktroyieren, ist noch einen Zacken unrealistischer. Die Griechen nehmen das jetzt schon als neue Kolonialpolitik wahr – und zwar ebenfalls zu Recht.

    Was ein etwaiges Bankenbeben außerhalb Griechenlands und in der Folge einer erklärten Insolvenz betrifft: Ich stimme auch diesbezüglich völlig mit Frank Schäffler überein. Zunächst liegen entsprechende Eindämmungserfordernisse in der Verantwortung der Einzelstaaten. Und *selbstverständlich* besteht die Möglichkeit von Banken- und Versicherungspleiten, wenn auch meiner Einschätzung nach nicht in dem hohen Maße, das den schrillen Ton der Warner rechtfertigen würde. Und – ja – ebenso selbstverständlich trifft es dann möglicherweise in der Folge auch private Sparer.

    Die Alternative – schleichende Enteignung der Sparvermögen durch langfristige Inflationierung – ist zwar seit jeher politisch populärer, aber um nichts besser, weil diese Maßnahme *alle* trifft.
    Ich sehe nicht, wie die euphemistisch “Stabilitätsunion” genannte Schuldenunion jemals ohne Crash oder ohne erhöhte Inflation wieder auf die Füße kommen will.
    Deshalb plädiere ich eher für ein Ende mit Schrecken als für einen Schrecken ohne Ende.

    Mit freundlichen Grüßen!