Schweizer Franken: Jan Egbert Sturm im Rausch

Ich habe hier im Foyer des schicken neuen Hörsaalgebäudes der Goethe Uni Frankfurt am Rande der Jahestagung des Vereins für Socialpolitik gerade einen völlig euphorisierten Jan-Egbert Sturm getroffen.

Wenige Minuten vorher hatte er die Nachricht bekommen, dass die Schweizer Nationalbank den Schweizer Franken an den Euro gekoppelt hat und einen Frankenwechselkurs unter 1.20 Euro nicht zulassen will. Genau das hatte Sturm und die von ihm geleitete Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich empfohlen.

Sturm konnte es kaum glauben – und hielt jedem, der ihm über den Weg lief,  sein iPhone mit dem Wechselkurs-Chart unter die Nase.

Tatsächlich kommt es wohl nur selten vor, dass Empfehlungen von Ökonomen so schnell und konsequent umgesetzt werden.

Was für die Schweizer Wirtschaft wahrscheinlich sinnvoll ist, kann übrigens für die Euro-Zone unangenehm werden. Denn um den Wechselkurs zu stabilisieren, dürfte die SNB im großem Stil europäische Staatsanleihen  kaufen – leider nicht solche aus Griechenland, Italien und Spanien, sondern wahrscheinlich lieber welche aus Deutschland und Frankreich.

Das dürfte ein Grund dafür sein, dass die Renditen der Bundesanleihen in letzter Zeit gesunken sind – und verschärft die Situation, dass die Risikoaufschläge, die die Regierungen der Krisenländer für ihre Staatsanleihen bezahlen müssen, weiter steigen.

Gut möglich, dass die SNB damit indirekt  die Euro-Krise verschärft…

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Alle Kommentare [26]

  1. @Olaf Storbeck

    Ihr Szenario wurde ja nicht grundsätzlich verneint, jedenfalls nicht von mir. Es ging nur darum, dass man den Eindruck hatte, sie glauben die innereuropäischen Spreads würden aufgrund der SNB-Intervention unweigerlich ansteigen. Später gewann man den Eindruck sie glauben, es bestünde so eine Art direkter Abhängigkeit oder gar Koppelung zwischen den europäischen Anleihen.

    Insgesamt lass sich ihr Text für mich so als trage die Schweiz eine Mitschuld an der Eurokrise. Ja im Grunde sind die Schweizer die einzigen Schuldigen, die in ihrem Text auftauchen. Es entstand des Weiteren der Eindruck, die Schweizer wären rücksichtlose “Verschärfer”, die aus Egoismus und Profitgier keine PIIGS-Anleihen kaufen. Dabei tragen doch die anderen Europäer allein die Verantwortung für die Misere und nicht die Schweizer.

    Der Economist formuliert das Szenario auch vorsichtiger: Der Spread KÖNNE sich aufweiten. Können kann viel, wenn der Tag lang ist. Es kann auch ganz anders kommen.

    Der Kern des Economist-Artikels ist sowieso ein ganz anderer wie jeder nachlesen kann. Aber wenn sie sich unbedingt bestätigt sehen wollen: In der FTD stand am 6.9 auch schon, was sie geschrieben haben. Ich wollte es nur nicht dieses qualitativ enttäuschende, grün-schwarze Konkurrenzblatt hierher verlinken.

  2. Sie haben Recht, wenn Sie davon ausgehen, dass die spreads entscheidender sind als die absoluten Zinssätze. Die Schweiz könnte mit ihrer Entscheidung den Druck auf die PIIGS erhöhen, den Euro aufzugeben.
    Denn auf Dauer können diese gewaltigen Zinsunterschiede innerhalb einer Währung nicht gut gehen. Die Frage, die sich mir stellt, ist, was die EZB macht. Wird sie sich auf eine Kampf mit der SNB einlassen, indem sie immer mehr PIIGS-Anleihen kauft während die SNB D-Anleihen nachfragt?

  3. Herr List, natürlich sind nicht nur europäische, sondern auch andere (UK, US) Anleihen aneinander gekoppelt. Bis vor 2 Jahren in Europa praktisch 1.:1, und alle anderen in einem blossen Zeitplot klar auch mit trübem Auge zu sehen. Nur jetzt kommen halt zu Erwartungen von Inflationsunterschieden zwischen verschiedenen Währungen noch die Risikoprämien mit dazu. Das kann man sich aus CDS Versicherungs Raten sagen lassen, oder halt direkt selber aus Marktpreisen (Rate spreads) berechnen. Das ist doch nicht so schwierig. Spannender wird, es wenn sie den genauen Zeitpunkt des Griechenland Bankrotts vorhersagen wollen, vor oder nach Fälligwerten der nächsten Versicherungsprämie : – )

    • Für meine Überlegungen dazu, dass die Franken-Interventionen der SNB für die Euro-Zone unangenehm werden könnten, habe ich ja hier einige Prügel bekommen. Daher kann ich mir den Hinweis auf die neue Ausgabe des “Economist” nicht verkneifen, die in ihrem Leitartikel zur SNB-Entscheiung den gleichen Punkt machen:

      The Swiss action will also put pressure on its euro-zone neighbours. The Swiss will probably end up buying French and German government bonds; that may widen the spread between the yields of such countries and those of weaker European countries like Italy and Spain. Wider spreads may be taken as a signal of greater risk aversion, the phenomenon that sparked the strength of the Swiss franc in the first place.

      (zum kompletten Text hier klicken)
      Ich bin ja immer ganz stolz, wenn es mal vorkommt, dass wir einen Gedanken oder ein Paper eher haben als die Economist-Kollegen, aber in diesem Fall freut es mich besonders…

  4. Ihre Argumentation ist dann richtig, wenn die Preise für italienische und deutsche Äpfel unabhängig voneinander sind.

    Was heißt schon unabhängig? Wollen Sie etwa behaupten, dass die Preise für deutsche und italienische Staatsanleihen gekoppelt sind?
    Die deutschen Anleihen gelten (noch) als sicher, deshalb sind sie ein Gradmesser, ein Bewertungsmaßstab, eine Orientierungshilfe, eine Nulllinie für risikoreichere Anleihen. Nicht mehr und nicht weniger. Von Abhängigkeit kann nicht die Rede sein.

    Wenn aber die Zinsdifferenz die relativ höhere Ausfallwahrscheinlichkeit italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen widerspiegelt [...], würden bei effizient funktionierenden Märkten auch die italienischen Risikoaufschläge sinken.

    Sie nehmen (wieder) eine Koppelung an, wo keine besteht. Sie müssen doch die jeweilige Ursache für die Preisänderung in Betracht ziehen. Es gibt Ursachen, die auf alle Anleihen wirken, das stimmt. Das ist aber hier nicht der Fall. Das einzige was sich in unserem Beispiel geändert hat, ist der Kauf von deutschen Staatsanleihen durch die SNB. Wenn sonst alle Rahmenbedingungen gleich bleiben, ändert sich natürlich nichts an der Bewertung der italienischen Anleihen. Warum auch?

    Wenn nur die absoluten Zinsen, die die Länder bezahlen müssen, nicht aber die relativen Zinsunterschiede relevant sind, warum starren denn wir alle stets auf die Spreads?

    Wir? Ich mache das nicht und Sie wahrscheinlich auch nicht. Oder haben Sie ein Programm zur Hand, dass Ihnen permanent die Preisunterschiede (=Spreads) zwischen den verschieden europäischen Anleihen ausspuckt? Es gibt natürlich Anbieter, die diese Daten anbieten, aber das kostet Geld und es interessiert mich nicht wirklich. Sie etwa?

    Interessant sind diese Unterschiede nur für Ökonomen, die EZB und gewisse Marktteilnehmer. Diese Spreads spiegeln wie oben erwähnt eben nicht die höheren Ausfallwahrscheinlichkeiten 1:1 wieder, sondern sie sind bestenfalls ein Indikator dafür.

    Es ist gut, dass Sie Begrifflichkeiten wie „absolute“ und „relative“ Zinsen angesprochen haben. Mich beschleicht nämlich das Gefühl, dass sie diese Unterscheidung noch nicht ganz bei „Spreads“ und „Risikoaufschlägen“ getroffen haben.

    Mich interessieren andere „Spreads“, wenn ich Anleihen kaufen will. Der Spread zwischen Geld und Brief zum Beispiel. Der kann sich ganz gewaltig ändern in Krisenzeiten. Oder ganz allgemein der „Risikoaufschlag“, den Staaten mit schlechterer Bonität gewähren, damit Sie ihren Schrott überhaupt loswerden.

    Wenn ich Interesse an einer italienischen Anleihe habe, interessieren mich vordergründig diese anleihespezifischen Zahlen und die Glaubwürdigkeit Italiens und nicht die entsprechenden Spezifika der deutschen Anleihen.

    Wer einen Fiat kaufen will, beobachtet doch auch nicht den Preis von Mercedes. Man schaut sich vielmehr den Fiat genau an. Entweder man greift dann zu oder man stellt fest: Fehler in allen Teilen.

    Es stimmt, dass viele Marktteilnehmer in Krisenzeiten im Herdentrieb in die „sicheren“ deutschen und amerikanischen Staatsanleihen flüchten, obwohl deren Renditen in den Keller sacken, während die der anderen Staaten in die Höhe schießen. Das mag paradox erscheinen, ist es im Ernstfall aber nicht.

    Was nun beim massenhaften Kauf von deutschen Staatsanleihen durch die SNB passiert, ist wie erwähnt Spekulation. Die Zinsen der deutschen Staatsanleihen sinken wohl oder übel, soweit kann man sich einigen. Aber was passiert dann? Es kann nun wirklich verstärkt dieser Herdentrieb einsetzen, es kann aber auch das glatte Gegenteil passieren: Die Anleihenkäufer erkennen, dass sich am Risiko nichts geändert hat und gehen in andere Anleihen, die mehr Rendite abwerfen. Wer behauptet, er wüsste was passiert, sollte versuchen sein „Wissen“ zu Geld zu machen. Good luck with that.

    Die EZB scheint im Moment ernsthaft zu glauben, dass man besagten Herdentrieb verhindern kann, indem man die Spreads zwischen den verschiedenen Ländern durch eigene Anleihekäufe möglichst klein hält. Ob diese Taktik erfolgreich ist, wird sich zeigen. Der Verdacht liegt jedenfalls nahe, dass Spreadsenkungen durch die EZB nichts weiter sind als symptomatische Fiebersenkungen, die an den Ursachen herzlich wenig ändern. Das mag temporär funktionieren, aber auf Dauer kann der Schaden größer sein als der Nutzen.

  5. Wenn nur die absoluten Zinsen, die die Länder bezahlen müssen, nicht aber die relativen Zinsunterschiede relevant sind,

    Für wen relevant sind?
    - Für die Länder?
    - Für den Anleger?
    - Für den Euro?
    Reden wir darüber
    - ob ein Land überhaupt Kredite erhält oder
    - für welchen Zinssatz er Kredite erhält oder
    - wofür Kredite verwendet werden

    Da müssen Sie differenzieren und ggfs. auch einmal zurück gehen zu HW Sinns Thesen.

    Grüße
    ALOA

  6. @ Christian List, Roachie:

    Ihre Argumentation ist dann richtig, wenn die Preise für italienische und deutsche Äpfel unabhängig voneinander sind.

    Wenn aber die Zinsdifferenz die relativ höhere Ausfallwahrscheinlichkeit italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen widerspiegelt, und die deutschen Zinsen bei konstanten Ausfallwahrscheinlichkeiten sinken, würden bei effizient funktionierenden Märkten auch die italienischen Risikoaufschläge sinken – so, wie in normalen Zeiten auch die Geldmarktzinsen mit dem Leitzins atmen.

    Wenn das nicht passiert, und sich die Spreads zusätzlich ausweiten, sieht die Krise zumindest auf dem Papier schlechter aus.

    Wenn nur die absoluten Zinsen, die die Länder bezahlen müssen, nicht aber die relativen Zinsunterschiede relevant sind, warum starren denn wir alle stets auf die Spreads?

  7. ich gebe dem Kollegen List recht. Anleihen der PIIGS Staaten und denen vom Bund werden wie jedes andere Gut unabhängig voneinander im Preis bemessen und haben logischerweise daher auch keine direkt abhängigen Preis- und Zinsautomatismus. Ich halte die Storbeckschen Thesen daher nicht für Spekulation, sondern nur für Unsinn.

  8. @Olaf Storbeck
    Vielen Dank für ihre Antwort, allerdings habe ich diese Antwort auch befürchtet. Ich stimme ihnen natürlich zu, dass die Zinsdifferenz zwischen Bundes- und PIIGS-Anleihen steigt, wenn die Zinsen der deutschen Anleihen fallen. Das sieht jeder ein.

    Daraus aber ableiten zu wollen, dass der Risikoaufschlag für die PIIGS-Staaten steigt, kann ich nicht nachvollziehen. Am Preis, an der Nachfrage, an der Bewertung oder am Ausfallrisiko der PIIGS-Anleihen hat sich ja nichts geändert.

    Ich gebe mal ein stark vereinfachtes Beispiel: Ein deutscher Apfel koste 40 Cent, ein italienischer 50. Nun erniedrigt sich der Preis/Wert/Zins des deutschen Apfels auf 30 Cent. Die Preisdifferenz zwischen beiden Produkten steigt also von 10 auf 20 Cent. Daraus nun zu folgern, der “Risikoaufschlag” des italienischen Apfels habe sich ebenfalls erhöht, ist wohl eine Frage, die Sie und andere – soweit ich das verstanden habe – tatsächlich mit Ja beantworten.

    Da bleibt mir nur eines: Zu Hoffen, dass mein Beispiel ganz grundlegend falsch ist.

  9. Entscheidend ist doch die Zinsbelastung von Ländern wie Italien oder Spanien bei der Ausgabe neuer Anleihen. Diese Zinsbelastung steigt durch die Geschäfte der Schweizer Notenbank nicht. Der Zinsabstand zur Bundesanleihe (Spread) erhöht sich nur deshalb, weil die Verzinsung der Bundesanleihen sinkt. Die Verzinsung der PIIGS- Anleihen steigt hingegen nicht.
    Unterm Strich könnte die Zinsbelastung der PIIGS-Anleihen durch den Portfolio-Effekt sogar leicht sinken – auch wenn die Schweizer Notenbank sie nicht direkt kauft.
    Das Risiko der Bundesanleihen und der PIIGS-Anleihen ändert sich durch die Anleihekäufe ja nicht. Nur der Preis verschiebt sich. Beim Kauf von Bundesanleihen müssen Anleger für das gleiche Risiko einen höheren Preis bezahlen. Bei den anderen Anleihen bleibt der Preis für das dahinter stehende Risiko dagegen gleich. Wenn manche Investoren ihre Anlagen auf die Eurozone verteilen, könnte dies zu leichten Umschichtungen zugunsten der PIIGS-Anleihen führen. Die Kurse der PIGGS-Anleihen würden steigen, ihre Verzinsung sinken.
    Natürlich sind Märkte nicht immer rational. Ich glauube aber nicht, dass mögliche Anleihekäufe der Schweizer Notenbank ein großes Poblem für die Eurozone wären

  10. Ihre Sichtweise kann ich nicht nachvollziehen, Herr Storbeck.
    Warum sollte der Risikoaufschlag für die PIIGS steigen, wenn die SNB deutsche Staatsanleihen aufkauft? Das ergibt aus meiner Sicht nicht viel Sinn.

    Der Kauf von deutschen Staatsanleihen und die Risikoaufschläge für die PIIGS-Staaten sind doch eher unabhängig voneinander zu betrachten. Wie sich das gegenseitig beeinflusst und ob überhaupt, ist reine Spekulation. Die Staatsanleihen von den PIIGS-Staaten werden kaum mehr nachgefragt (außer von der EZB), deshalb steigen die Risikoaufschläge. Das ist doch der springende Punkt!

    Aus meiner Sicht verkomplizieren sie regelmäßig einfachste Zusammenhänge, vernebeln diese oder reden sie schön. Oder sie glauben wirklich was sie schreiben. Oder ich verstehe sie einfach nicht. Das kann natürlich auch sein.

    • @ Christian List

      Warum sollte der Risikoaufschlag für die PIIGS steigen, wenn die SNB deutsche Staatsanleihen aufkauft? Das ergibt aus meiner Sicht nicht viel Sinn.

      Gemessen werden die Risikoaufschläge doch an der Zinsdifferenz zwischen den PIIGS-Anleihen und Bundesanleihen. Wenn die Verzinsung der Bunds sinkt, weil deren Kurse aufgrund steigender Nachfrage danach steigen , dann steigen automatisch auch die Spreads bzw. Risikoaufschläge für die Krisenstaaten.

  11. @ Olaf Storbeck

    …..aber die Grundüberlegung von Kenyes Bancor Plan für eine, die Weltwirtschaft fördernde, Währungsunion ist durchaus durchdenkenswert. Auch für die Eurozone. Strafzahlungen an einen Währungsfond bei Abweichungen von einer ausgeglichenen Leistungsbilanz. Gleich ob die Abweichungen zu Überschüssen oder Defiziten führen. Übrigens der Staatssektor wird, wie in der gegenwärtigen Euro- und Krisendiskussion, hierbei nicht separiert.

  12. Mir scheint diese Kopplung eine vernünftige Sache zu sein, die keinem schadet. Wenn Bundesanleihen dadurch teurer werden, steigt vielleicht der Spread zu griechischen und anderen Anleihen, doch deren Rendite selbst wird eher fallen, was diesen Ländern nützen kann (na gut, Griechenland ist ohnehin insolvent, doch Portugal und Italien dürfte es freuen).

  13. Das kommt wie Amero entlang von Währungskrisen immer wieder auf. Zuletzt war es wohl 2009 der “Globo” welcher aus den Sonderziehungsrechten des IWF (SDR) hervorgehen und (von China gewünscht) Devisenreserven ersetzen sollte.

    Da hat aber der Amero die längere Tradition. Also wenn, dann bitte zuerst diesen einführen. ;)

    Grüße
    ALOA

  14. Ein “fester Mindest-Wechselkurs zwischen Franken und Euro” ist vielleicht ein Vorläufer für eine neue Weltwährungsordnung, wie Robert Mundell am vergangenen Sonntag in der Faz.net vorschlug.

    • @makrologistiker: Glaube ich nicht. Mit dieser Idee von der Weltwährung zieht Mundell übrigens nicht erst seit letztem Sonntag durch die Lande. Das hat er schon 2008 in Lindau beim Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen erzählt. Und 2006. Und 2004. (Und vermutlich schon vorher.)

  15. Die bereiten sich auf den Beitritt zum Kerneuro vor.
    Was ist denn die Entwicklung der deutschen Bonds anderes als ein Zeichen, dass die Märkte auf eine Teilung der Eurozone wetten. Und die wird unausweichlich kommen. Oder glaubt etwa ernsthaft irgend jemand, dass die PIIGS eine Agenda 2020 nach dem Vorbild der Agenda 2010 durchziehen?

  16. “Gut möglich, dass die SNB damit indirekt die Euro-Krise verschärft…” Na, das ist doch mal eine gute Nachricht. Dann kommen die Euro-Bonds so sicher, wie das Amen in der Kirche an Heilig-Abend – selbstverständlich mit Haircut in allen Euroländern. Schweizer sind halt nun mal von Natur aus geistig herausgefordert. Oberstes Organisationsprinzip ist bei denen die Gier. Die Chancen stehen gut, dass es dieses Mal nach hinten los geht. Die Hälfte der Devisenreserven verloren und noch eine saftige Inflation. Was kommt dann als nächste Maßnahme? Bleibt nur noch der EU-Beitritt mit Euro-Einführung. Den ersten Schritt hierzu hat man ja heute getan, indem Euro und Franken nunmehr praktisch das selbe sind.
    Welcome to the club!

  17. und einen Frankenwechselkurs unter 1.20 Euro zulassen will.

    Da fehlt ein “nicht”.

    Ich halte die Auswirkungen für zu gering. Abgesehen davon ist die Betrachtung das es die Krise verschärfen wird zu sehr auf die Maßnahme als solches beschränkt. Interessant wird es erst wenn man darüber nachdenkt was z.B. diejenigen welche bisher Franken gekauft haben daraus folgern.

    Grüße
    ALOA

  18. Die Schweizer wehren sich, so gut sie können – verständlich. Sie wissen eben ganz genau, daß ihre Wirtschaft die Garantie für ihre Wohlfahrt ist.

    Und sie wissen auch, daß man sein Geld nicht dort anlegt, wo es aller Wahrscheinlichkeit nach auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Offenbar trauen sie D und F noch am ehesten zu, verantwortungsvoll mit Schulden umzugehen.