“Das ABC der Wirtschaftskrisen” – gleich im Radio

Heute mach ich mal etwas eher Feierabend… In ein paar Minuten setze ich mich auf mein Brompton und radel quer durch London ins Western House der BBC – dort haben die Kollegen von DRadio Wissen ein Studio für mich gemietet.

Ab 18 Uhr deutscher Zeit bin ich dann zu Gast in der “Redaktionskonferenz” des mit dem Grimme Online-Award ausgezeichneten Senders.

Eineinhalb Stunden reden wir über das “ABC der Wirtschaftskrisen”.

Fragen und Feedback könnt ihr über die Facebook-Seite von DRadio wissen stellen, oder auch über Twitter an mich (Daumen drücken, dass ich im Studio auch  Internet-Zugang habe)  oder die DRadio-Kollegen tweeten.

Übrigens kriegt ihr in der Sendung auch einen Einblick in meinen Musikgeschmack – ich durfte nämlich die Songs auswählen…

Bis gleich.

Update: Ich war im “Western House” der BBC offenbar der erste Nutzer des Gäste-WLANs ever. Zumindest das hat geklappt. Oder der Rest auch gelungen ist, kann man auf der Webseite der Kollegen von DRadio Wissen auch nachhören.

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Alle Kommentare [12]

  1. 2 Bücher:
    1. Warren Brussee: The Second Great Depression, Starting 2007, Ending 2020; ist mit Daten bis 2004 in 2005 gedruckt worden. Fürchterliche Excel Graphiken, hat aber die Story aufgrund der privaten Verschuldung in US ziemlich gut vorausgesagt, ich hatte es mir Anfang 2007 gekauft, aber etwas geschmunzelt, und gedacht, na so schlimm wirds schon nicht werden
    2. Michael Lewis (ja, der mit dem kürzlichem deutsche als analfixiert Artikel im Vanity Fair) “Panic”. Eine Kollektion von alten Artikel, zum größten Teil nicht von ihm, die aber einige enthalten, in denen schon 2002 vor der housing bubble gewarnt wurde
    Das kam also bei weitem nicht so überraschend, wie der Greenspan hinterher behauptet hat.

  2. @ O. Storbeck, H. K. Hammersen

    „ … zum Beispiel höhere Eigenkapitalanforderungen (an Banken)“.

    Dies war nach der Lehman-Insolvenz 2008 aufgrund des dann folgenden Zustands der Realwirtschaft nicht durchsetzbar. Es bestand die Gefahr, dass es auch noch zu einer Kreditklemme für die damals dramatisch rezessive Realwirtschaft kommen könnte. Das war das vorherrschende Thema, nach der scheinbaren Stabilisierung der Banken.

    G. Steingart schreibt heute im HB:

    „Die kreditfinanzierten Konjunkturprogramm – das europäische Gesamtvolumen entsprach mit 330 Mrd. Euro dem Doppelten der deutschen Lohn- und Einkommensteuer – machte aus der globalen Finanzkrise eine europäische Staatsschuldenkrise.“

    Das kreditfinanzierte Konjunkturprogramm war allenfalls der Auslöser. Die Ursachen, dass es zu einer Staatsschuldenkrise kommen MUSSTE, haben sich mit langem Anlauf schon viel früher entwickelt.

  3. Volle Zustimmung.
    Nur wie wollen Sie das den Verantwortlichen verkaufen, wenn die Blasenbildung regelmäßig mit positiver Konjunktur assoziiert wird.
    Während der Entwicklung der Blae ist ja alles im grünen Bereich. Einkommen und Steuereinnahmen steigen und die Staatsdefizite sinken.

  4. @Storbeck
    “Da bin ich absolut bei ihnen. Nur hat das die bisherige Geldpolitik mit ihrem zu engen Fokus auf Preisniveaustabilität übersehen;”

    Die Notenbanken können keine Konjunkturpolitik machen. Sie können allenfalls für einige Zeit die Verweigerung der Politik zu Strukturanpassungen übertünchen. Damit gehen sie aber das Risiko ein, falsche Strukturen zu verfestigen und erhöhen nur die anschl. Fallhöhe.
    Wo Konjunkturpolitik der Notenbanken hinführt können wir ja in den USA beobachten. Und dort ist die FED gescheitert, obwohl sie über die Weltleitwährung gebietet. Und ohne diese Dominanz wäre sie noch viel früher gescheitert.

    Hätte die ZB mit einer Lockerung die Blasen noch erhöhen sollen? An den tendenziell unterschiedlichen Inflationsraten der Euro-Länder hätte sich doch gar nichts geändert.

    • @ H.K.Hammersen

      Ich denke nicht an Konjunkturpolitik. Die ist tatsächlich nicht Sache der Zentralbanken, auch da stimme ich zu. Die Notenbanken / Finanzaufseher hätten aber durch eine strengere Bankenaufsicht – zum Beispiel höhere Eigenkapitalanforderungen, die Festlegung von leverage-Höchstgrenzen oder von Mindest-Deposits für neue Hypothekenkredite – versuchen können, die Kreditblase zu bremsen. Ich denke, dass die Bedeutung der klassischen Geldpolitik für die Blase überwertet wird.

  5. Tja, wir hatten in Irland und Spanien aber vor der Krise keine Preisniveaustabilität. Siehe auch hier. Und insofern war es dann vielleicht eine Geldpolitik das Problem, die sich nicht um Preisniveaustablität in Irland und Spanien gekümmert hat, sich auch nicht darum kümmern konnte, weil sie ja zentralistisch für ganz Europa ausgeführt wurde,

  6. “In Irland und Spanien hätte eine strengere Bankenaufsicht, die viel mehr wert auf die Stabilität des Finanzsektors legt, geholfen”

    Dann wären aber auch die Blasen bedingten Steuereinnahmen nicht angefallen. In Irland das ganze noch verstärkt durch Dumping im Bereich der Unternehmenssteuern, was gewaltige Kapitalströme durch das Land gespült hat, die aber nicht lange dort verweilt haben.

    Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, am Ende führen Kreditblasen – egal ob privat oder staatlich – immer zur Pleite. Und nie zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem mit dauerhaften Wohlstandsgewinnen. Diese temporären Scheingewinne basieren alle auf Hütchenspielertricks der Finanzindustrie unter Komplizenschaft des Staates. Und wenn die Ausweitung der Haftungsübernahme im Euro-System mit einer Vereinheitlichung der Steuersysteme und der Bankenregulierung verbunden wird, dann werden noch ganz andere Staaten den PIIGS in den Orkus folgen.

    • @ H.K. Hammersen

      Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, am Ende führen Kreditblasen – egal ob privat oder staatlich – immer zur Pleite.

      Da bin ich absolut bei ihnen. Nur hat das die bisherige Geldpolitik mit ihrem zu engen Fokus auf Preisniveaustabilität übersehen; und die aus meiner Sicht zu einseitig auf Staatsschulden-Exzesse der Peripherieländer fixierte Diskussion übersieht das ebenfalls. Ein härterer Stabi-Pakt oder Schuldenbremsen in der Verfassung hätten da nix geholfen.

  7. Sie führten an, dass die Verschuldung der Staaten nicht ursächlich für die Krise verantwortlich sei. Als Beispiel führten Sie den niedrigen Schuldenstand Irlands vor der Krise an und dass die irische Schuldenquote wegen der Bankenrettung explodiert sei.

    Nun es ist aber so, dass gerade die Staaten, die eine hohe Steigerung der privaten Schulden aufzuweisen hatten, relativ ausgeglichene Haushalte hatten. Und diese Privatverschuldung war hauptsächlich Immo-Blasen geschuldet.
    Für mich sind das (private oder öffentliche Schulden) nur zwei Seiten der selben Medaille. Wenn die Staaten ihre Haushalte nur ausgleichen können, wenn ihre Bürger sich bis zur Halskrause verschulden, dann ist das System genauso wenig haltbar wie wenn die Staaten sich gleich selbst verschulden.
    Den Leuten ist überhaupt nicht klar, dass sie einen großen Teil der Schulden nur für die Steuern und Abgaben machen, die bei den kreditfinanzierten Projekten anfallen. Letztendlich werden dann staatliche Ausgaben in beiden Fällen über Kredite finanziert. Und am Ende müssen die Staaten ihre Banken, die nach Platzen der privaten Kreditblase jn die Knie gehen, stützen und haben anschl. horrende (nachholende) Schuldenstände.

    Mit anderen Worten : dass was Staaten wie Irland oder Spanien vor der Krise auf dem Papier so gut aussehen ließ, war genauso Krisen auslösend wie die direkte Staatsverschuldung in anderen Ländern.

    • @ H.K.Hammersen: Habe ich nicht aber auch dazu gesagt, dass die Probleme in Irland vor allem an der gewaltigen Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt lagen? Wollte ich auf jeden Fall gesagt haben, kann sein, dass das an der Stelle nicht deutlich genug wird.

      Klar, in Irland und Spanien haben die Banken zu hemmungslos Kredite vergeben, haben sich die Privatleute zu exessziv verschuldet. Dies mündete in einer Bankenkrise und einer Rezession, die dann den Staatshaushalt auf verschiedenen Wegen ruiniert hat.

      Konzeptionell halte ich das aber schon für etwas grundsätzlich anderes, als wenn ein Staat kein wirklich funktionierendes Steuererhebungssystem und einen stark aufgeblähten Staatsapparat hat, was dazu führt, dass strukturell die Ausgaben höher sind als die Einnahmen (Griechenland).

      Hinzu kommt, dass kein noch so strenger Stabi-Pakt und auch kein europäisches Finanzministerium die Krisen in Irland und Spanien hätte abwenden können, wohl aber die Probleme in Griechenland.

      In Irland und Spanien hätte eine strengere Bankenaufsicht, die viel mehr wert auf die Stabilität des Finanzsektors legt, geholfen.

      Das war der Kernpunkt, um den es mir ging.