Euro-Krise: Auf welchem Stern lebt Berlin?

Letzten Freitag war ich Studiogast bei Sky News – es ging, wie könnte es anders sein, um die Euro-Krise.

Als mein Wall-Street-Journal-Kollege Simon Nixon in Zweifel zog, ob es in Deutschland überhaupt den politischen Willen gebe, alles zu tun, um den Euro zu retten, habe ich ihm ziemlich deutlich widersprochen.

Wenn ich jetzt aber so lese, was manche Politiker in Berlin so zur Euro-Krise und EZB erzählen, kommen mir aber doch einige Zweifel.

Meine Kollegen Dietmar Neuerer und Daniel Delhaes zitieren den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler zum Beispiel so:

„Die EZB ist inzwischen neben der amerikanischen Fed die größte Bad Bank der Welt.“ Sie setze das Sparvermögen von Millionen Bürgern mit dieser Inflationspolitik aufs Spiel. „Wenn die EZB so weitermacht, kauft sie bald auch alte Fahrräder auf und gibt dafür neues Papiergeld heraus.“

Schäffler ist laut Handelsblatt.com “Finanzexperte” – tatsächlich betreibt er demagogische Panikmache, die von keiner Sachkenntnis getrübt ist.
Die Fed und EZB sind keine “Bad Bank”, sie betreiben keine “Inflationspolitik” und sie setzen nicht die Ersparnisse der Menschen aufs Spiel.

Das Gegenteil ist der Fall: Vor allem die US-Geldpolitik hat in den vergangenen Jahren verhindert, dass aus der “great recession” eine “great depression” wurde – auch und gerade dadurch, dass sie im großen Stil Staatsanleihen gekauft hat.

Wie John Williams, Chef der Federal Reserve Bank of San Francisco jüngst sehr anschaulich erklärt hat, hat die Notenbank durch die Anleihekäufe das langfristige Zinsniveau in den USA gesenkt und die Wirtschaft stimuliert – bis Mitte 2012 würden damit drei Millionen neue Jobs geschaffen und die Wirtschaftsleistung um rund drei Prozentpunkte beflügelt.

(Ich habe über Williams Rede mit dem Titel “Economics Instruction and  the Brave New World of Monetary Policy” in der Montags-Ausgabe des Handelsblatts berichtet, in den nächsten Tagen wird der Text auch online erscheinen.)

Der Kern der Rede von William dreht sich darum, dass die Lehrbücher und Vorlesungen zur Geldpolitik nicht ganz mit den Geschehnissen in den Notenbanken mitgehalten haben. Er schreibt:

“Today the Board of Governors website lists 12 monetary policy tools. Nine of them didn’t exist four years ago. The good news is that six of those tools are no longer in existence, reflecting the improvement in financial conditions.”

Weil aber viele Journalisten, Blogger und Politiker die Problematik schlicht nicht mehr richtig durchblicken, gebe es viele Missverständnisse.

“When you read the commentary in blogs and the news media, you sometimes find confusion and misinformation about what the Fed is doing.”

Das gilt leider auch für Berlin. Der FDP-Pseudo-Finanzexperte Schäffler ist nur ein Beispiel. Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach sagt zum Beispiel:

„Eurobonds und EZB-Interventionen lösen die strukturellen Probleme nicht, sondern verschieben sie nur in die Zukunft. Vertrauen können wir nur durch schnelle, überzeugende Strukturreformen und Konsolidierungsmaßnahmen wiedergewinnen.“

Das ist so richtig wie einem übergewichtigen Raucher, der gerade mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen ist, zu raten, dringend abzunehmen, das Rauchen einzustellen und mehr Sport zu machen.

Strukturreformen und Sparprogramme bringen kurzfristig wenig bis gar nichts – wie das Beispiel Irland zeigt. Wenige Industrieländer haben in so kurzer Zeit so heftige Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben vorgenommen, trotzdem musste das Land unter den Rettungsschirm schlüpfen.

Die Hoffnung, dass Sparprogramme über mehr Vertrauen kurzfristig Wachstum bringen, haben drei IWF-Volkswirte jüngst in einer Studie komplett auseinander genommen (siehe: “Die Mär vom Gesundsparen”).

Der Kauf von Anleihen aus den Krisenstaaten ist eines der ganz wenigen Instrumente, das im Kampf gegen die Krise noch verblieben ist.  Solange der europäische Rettungsschirm nicht voll handlungsfähig ist, gibt es keine Alternative dazu, dass die EZB agiert und die Spreads so drückt.

Die Argumente, damit setze die EZB ihre Reputation aufs Spiel und riskiere Inflation überzeugen mich nicht. Trotz enormer Preisanstiege bei den Rohstoffen, die in erster Line durch den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas verursacht werden, ist die Inflation im Euro-Raum derzeit absolut moderat – Eurostat schätzt sie für Juli im Jahresvergleich auf 2,5 Prozent nach 2,7 Prozent im Juni.

In den vergangenen Monaten hat die EZB dennoch in zwei Schritten die Leitzinsen erhöht – mitten in der Krise ein ziemlich waghalsiger Schritt, den ich persönlich für falsch halte, der aber zeigt: Die Zentralbank nimmt die Inflationsgefahren sehr, sehr ernst. Sollte die Teuerung dennoch aus den Fugen geraten, könnte die Notenbank jederzeit die Leitzinsen deutlich anziehen und die Inflation wieder einfangen.

Die Inflationsgefahren, die mit den Anleihekäufen der EZB einher gehen, sind marginal. Es handelt sich ja noch nicht einmal um “quantitative Lockerung” im eigentlichen Sinne, wie sie die Federal Reserve Bank und die Bank of England betrieben haben – in der Vergangenheit hat die EZB ihre Käufe “sterilisiert”, die Geldmenge ist dadurch also nicht gestiegen. Selbst wenn sie das täte, würde das Inflationsrisiko nicht steigen – der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation ist in der Realität nicht mehr so, wie es neoklassische Volkswirte in der “Quantitätstheorie” unterstellen. (siehe dazu auch: “Gelddrucken führt nicht immer zu mehr Inflation”)

Der Fahrrad-Vergleich von Schäffler ist natürlich völliger polemischer Schwachsinn. Der Kauf von Anleihen aus den Schuldenstaaten hat eine ökonomische Funktion: Die Kurse der Anleihen steigen, und dadurch sinken die Renditen und die Zinsen. Und könnte die EZB mit dem  Kauf von alten Fahrrädern die Euro-Krise beruhigen, dann wäre meine dringende Bitte an Frankfurt: Bitte kauft Fahrräder! (Oder meinte Schäffler solche Fahrräder?via Jonathan Führer über Twitter.)

Zum Glück machen weder die Herren Schäffler noch Flosbach die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik. Würde die EZB ihren Empfehlungen folgen, würde wahrscheinlich die gesamte Euro-Zone abrauchen – und das wäre auch für Deutschland mit Abstand der “worst case”.Aber es handelt sich um zwei Vertreter der Regierungspartein. Und beide haben offensichtlich den Ernst der Lage noch nicht begriffen.

Dieses Problem gibt es seit dem Ausbruch der Euro-Krise.

Die ewige Verzögerungstaktik von Bundesregierung und Bundesbank, die sich mit Händen und Füßen gegen die unvermeidbare Rettung der Krisenstaaten wehrt, ist mitverantwortlich dafür, dass die Euro-Krise so sehr eskaliert und außer Kontrolle geraten ist. Ein vernünftiger Bailout für Griechenland im Dezember 2009 wäre viel, viel billiger zu haben gewesen – und hätte vermutlich verhindert, dass die Krise auch auf Portugal, Italien und Spanien übergreift.

Es wird höchste Zeit, dass die deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Realität ankommt. Wir stecken in der tiefsten Krise seit der Großen Depression. Dank der   Politik von Angela Merkel und Axel Weber, sekundiert von Leuten wie Schäffler und Flosbach, stehen wir am Rande einer zweiten großen großen Depression.

Die EZB versucht zaghaft, ein bisschen vom Krater wegzukommen. Dafür verdient sie Lob – und nicht polemische Unsinnskritik.

Update: Ein sehr guter Post zum Versagen der Geldpolitik in Europa findet sich bei Kantoos.
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Alle Kommentare [40]

  1. “Wie John Williams, Chef der Federal Reserve Bank of San Francisco jüngst sehr anschaulich erklärt hat, hat die Notenbank durch die Anleihekäufe das langfristige Zinsniveau in den USA gesenkt und die Wirtschaft stimuliert.”

    Schön dieser unerschütterliche Glaube der Monetaristen, dass Geldpolitik alles möglich macht. Das Zinsniveau in den USA, wie bei allen Defizitländern, wird von den ausländischen Kapitalgebern bestimmt. Entziehen diese den USA das Vertrauen, sieht es dort nicht besser aus als in Italien und Spanien.

  2. @Dietmar Tischer

    So sehr ich Ihre Argumentationen schätze, aber gerade das Beispiel von Frank Schäffler mit dem Fahrrad und letztlich auch die von Aloa erwähnten weiteren Beispiele bzgl. der ” Argumentationsreihe ” von Frank Schäffler zeigen was sich hinter dem Begriff Finanzexperte verbirgt :-)

    Würden Sie dann auch im Falle meines Beispiels der Kreationisten auch erst einmal die Aussagen akzeptieren, dass das Erdalter 6000 Jahre ist :-)

    Sorry aber wer eine Fahrradqualität in eine ernste Diskussion bringt argumentiert nicht sondern schwadroniert !!

  3. @ Friedrich Bolle

    Man kann ja der Meinung sein, dass gegen diese oder jene Auffassung jede Argumentation fehl am Platz ist. Dann sollte man jedoch auch nicht dagegen argumentieren.

    O. Storbeck hat jedoch dagegen argumentiert. Wenn er sich darauf einlässt, muss er auch anerkannte Regeln des Argumentierens einhalten. Das heißt eben: Die Aussagen des anderen erst einmal akzeptieren als das, was sie sind – Aussagen. Ob sie Bullshit sind, muss sich zeigen durch die Qualität seiner Argumentation.

    Zu Schäffler:
    Ich glaube, dass der Fahrrad-Satz es nicht wert ist, dass man dagegen argumentiert. Ich meine jedoch, dass F. Schäffler eine Auffassung hinsichtlich Rettung der Eurozone vertritt, die sich so seriös begründen lässt, dass man ernsthaft dagegen argumentieren kann.

  4. Was können wir Deutschland für Dienstag an Verhandlungspositionen mit geben?

    1. …
    bis
    7.
    reucht doch erstmal.

    Herr Storbeck Vorschläge bitte sammeln und
    veröffentlichen Deadline Dienstag 16:00 Uhr.

    EU-Transaktionssteuer ab 2013 durch EU-Parlament legitimiert

  5. @Aloa5
    @Olaf Storbeck
    “Die Schäden, die für die Marktwirtschaft daraus insgesamt folgen, sind immens. Nur Zentralbanken haben neben den Regierungen die Macht, der Marktwirtschaft derartige Schäden zuzufügen.”

    Gibt es da nicht einmal einen Herrn Soros, der die britische Währung nahezu zu Fall gebracht hat.

    Ob ich das noch unter esoterischen Quatsch buchen kann :-)

    Wer so naiv ist , der hat als ” Entscheider ” eindeutig versagt.

    @Dietmar Tischer

    >Wenn man gegen jemandes Aussagen argumentiert, dann muss man – unabhängig von dem Wahrheitsgehalt der eigenen Aussagen – so argumentieren, dass man dessen Aussagen „trifft“>

    Muß man dies tatsächlich. Bei den Diskussionen mit meinen US Kollegen über die Kreatonisten habe ich jegliche Argumentation aufgegeben:
    Mein einziger Kommentar:

    Bullshit

    Daher frage Sie ganz ehrlich, wie soll man/frau eigentlich noch mit Frank Schäffler argumentieren?

    Ob Sonne, Mond und Sterne oder Apfelbaum mit Schatten, wenn man einen solchen Schatten wie Frank Schäffler ist doch jede Argumentation fehl am Platze.

    Frank Schäffler sollte sich besser auf das Rad setzen und einige Kilometer fahren…….

    Wie heißt es :

    Men sana in corpore sano

  6. Ich frage mich wieso alle (nicht nur hier) über die Ansichten von Schäffler schreiben. Es sollte doch imho inzwischen jeder der sich in der Szene bewegt wissen das Schäffler zu einer gedachten Goldwährung/Gesell/Hayek-Richtung zuzurechnen ist und u.a. Privatwährungen fordert:
    http://www.frank-schaeffler.de/presse/medienspiegel/602

    Das sein Name letztens bei Zerohedge auftauchte fand ich ja schon lustig. Aber dort gehört er ja imho auch eher hin. ;)

    Grüße
    ALOA

  7. @ Olaf Storbeck

    Ich freue mich, dass Sie den Dialog nicht verweigern. Ich werde mich bemühen, ihn konstruktiv zu führen. Bezogen auf das, was ich geschrieben habe und wie Sie geantwortet haben, geht es um zwei Aspekte: a) um die Argumentation (WIE Sie auf Schäffler & Co. geantwortet haben und b) INHALTLICHE Positionen (Ihre Sachaussagen und was dazu zu sagen ist).
    Noch einmal zu a), weil ich aus Ihrer Antwort entnehme, dass ich nicht verstanden worden bin. Der Punkt meiner Darlegungen ist folgender: Wenn man gegen jemandes Aussagen argumentiert, dann muss man – unabhängig von dem Wahrheitsgehalt der eigenen Aussagen – so argumentieren, dass man dessen Aussagen „trifft“. Dafür gilt: Man kann auch jemanden mit unbestrittenen oder richtigen Aussagen VERFEHLEN (und ich habe ja ausdrücklich Ihre Aussagen mit „richtig“ bewertet, nicht nur, weil ich glaube, dass sie richtig sind, sondern um diesbezüglich die Sache nicht komplizierter zu machen). Zur Veranschaulichung dessen, was ich meine, ein extremes Beispiel aus einer ganz anderen Sphäre: Jemand behauptet, dass sich die Sonne um die Erde drehe. Wenn der Dialog-partner darauf antwortet „mein Apfelbaum wirft mittags einen Schlagschatten“ und daraus folgert, dass es falsch ist, dass sich die Sonne um die Erde dreht, dann ist das so zu bewerten: Auch wenn es richtig ist, dass der „Apfelbaum mittags einen Schlagschatten wirft“, ist diese Antwort nicht richtig (genauer: unbrauchbar), weil sie die falsche Aussage Sonne/Erde NICHT widerlegen KANN – und dies, obwohl sie natürlich inhaltlich nach wie vor richtig ist. Die falsche Aussage MUSS anders widerlegt werden, nämlich durch Messungen oder Beobachtungen von Sonne/Erde oder dgl.
    Ihre Entgegnungen auf Schäffler sind natürlich bei weitem nicht derart abwegig wie die im Beispiel, aber sie sind prinzipiell von gleicher Art. Darauf und nur darauf wollte ich hinweisen mit meinen Darlegungen und meiner polemischen Bemerkung. Sie mögen Ausführungen, wie diese als neben der Sache einschätzen. Es ist aber so, dass sie maßgeblich zu beachten sind, wenn es um die Klärung von Positionen geht. Denn wenn man den anderen nicht „trifft“, dann steht dessen Auffassung (erst einmal), selbst dann, wenn sie OFFENSICHTLICH falsch sein sollte. Ich sage das ausdrücklich auch mit Blick auf die METHODISCHEN Bemerkungen, die Sie in dankenswerter Weise in Ihre sehr informativen Darstellungen wissenschaftlicher Erkenntnisse im HB einfließen lassen.
    Nun zu b) Ihren inhaltlichen Auffassungen.
    Erstens: Was sind „Inflationsgefahren“? Wenn Sie darunter verstehen, dass erkennbar Indikatoren, die als inflationstreibend anzusehen sind, vorliegen müssen, um von Inflationsgefahr zu reden, dann gebe ich Ihnen uneingeschränkt Recht. Auch solche, denen die EZB nicht entgegensteuern könnte, die aber im obigen Sinne Inflationsgefahren signalisieren würden, steigende Rohstoffpreise z. B., sind nicht zu erkennen. Die Rohstoffpreise sind gegenwärtig auf dem Rückzug, das diesbezüglich unbeachtliche Gold ausgenommen. Aber selbst wenn wir gegenwärtig steigende Rohstoffpreise zu verzeichnen hätten: Auch ich meine, dass die Unternehmen bei der sich abzeichnenden Konjunkturentwicklung kaum Preiserhöhungen am Markt durchsetzen könnten (das hochinteressante Nebenthema „Stromkosten“ blenden wir einmal aus). Insofern, aber nur insofern, stimme ich Ihrer Auffassung zu, dass der Ankauf von Staatsanleihen kurz- bis mittelfristig die Inflationsge-fahren nicht erhöht.
    Zweitens: Der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisentwicklung mag in der Tat nicht so eng sein, wie die meisten Menschen glauben. Aber das ist nicht der Punkt, zumindest nicht der ganze. Zumindest MITentscheidend ist, was die Menschen GLAUBEN. Und wenn sie etwas FALSCHES glauben, muss die EZB genau das mitberücksichtigen, wenn es ihr darum geht, wie sie eingeschätzt und wie ihr Handeln bewertet wird. Das ist kein Totschlag-Argument. Es muss nur empirisch festgestellt werden, was die Menschen wirklich glauben. Wenn sie glauben sollten, dass die Inflationsgefahr größer wird, wenn die Geldmenge steigt, dann ist das von der EZB MIT einzubeziehen.
    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf ein Statement von Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank: “Fachten die Zentralbanken jetzt noch die Inflationserwartungen an, würde die Vertrauenskrise vollends auch auf die Zentralbanken übergreifen“, sagte Krämer Handelsblatt Online. Das wäre kontraproduktiv und verantwortungslos.“
    Damit wir uns nicht missverstehen: Das ist mit Blick auf den Rogoff-Vorschlag gesagt worden, der hier überhaupt nicht zur Debatte steht, weil er nichts mit der EZB zu tun hat. Mein Punkt ist lediglich, dass Krämer von Inflationserwartungen spricht – ERWARTUNGEN, die Menschen haben oder annehmen, EGAL ob ihnen Maßnahmen zugrunde liegen, die aus anderen Gründen sehr wohl berechtigt sein mögen. Der ganze Artikel für alle, die lesen wollen, wie Rogoff kommentiert wird, unter:
    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/ein-hoeheres-inflationsziel-waere-verantwortungslos/4481170.html
    Betrachtet man „Inflationsgefahren“ unter dem Erwartungsaspekt, ist jedenfalls nicht auszuschließen, dass die EZB sich keinen Gefallen tut mit dem Kauf von Staatsanleihen.
    Drittens: Sie schreiben, dass die Wirtschaftspolitik der EZB nicht die Entscheidungen vorgeben kann und dass sie insofern unabhängig ist und immer wieder „frei“ entscheiden kann. Das ist richtig. Meiner Ansicht nach ist das jedoch nicht der Punkt. Vielmehr: Die EZB wird durch die Politik – durch das nicht lösungsgerechte Handeln der Politik – GEGEN ihren Willen in eine Position gedrängt, die es ihr nicht mehr erlaubt, so zu entscheiden wie Sie es annehmen – nämlich frei und unabhängig. Was soll sie denn auch machen, wenn es eine Liquiditätskrise mit unabsehbaren Folgen über den Bankensektor hinaus geben könnte? Sie wird sie auch gegen ihre Überzeugungen vermeiden müssen, wenn niemand anders sie eine solche Liquiditätskrise vermeiden kann. Mit der Unabhängigkeit ist es nicht immer so einfach, wie Sie es darstellen.
    Letzter Punkt: Ja, auch hier Zustimmung, die EZB hat in den letzten Jahren Glaubwürdigkeit aufgebaut. Wie hat sie dies erreicht? Sie hat durch ihr HANDELN, das immer wieder strikt an ihrem Auftrag und an ihren eigenen Vorgaben – wie immer die zu bewerte sein mögen – orientiert war, Erwartungen erfüllt. Und wie verliert man Vertrauen? Man verliert es durch Handlungen, die nicht den Erwartungen entsprechen – und da kann es durchaus sein, dass eine einzige nicht erfüllte Erwartung genügt, wie im wahren Leben. Ich sage ausdrücklich nicht, dass dies tatsächlich so ist, das Vertrauen in die EZB durch den wiederholten Anleihekauf irreparabel angeschlagen wäre. Ich sage nur, dass durch den Kauf der Anleihen, der nicht den Erwartungen von vielen Menschen und auch nicht denen von einer nicht zu vernachlässigenden Anzahl von Fachleuten entspricht, die Gefahr besteht, dass das Vertrauen gemindert oder gar verspielt wird.
    Fazit: Was Ihre INHALTLICHEN Darlegungen betrifft, stimme ich Ihnen teilweise zu. Ich bin aber der Meinung, dass man nicht nur so argumentieren kann und darf, wie Sie es tun. Selbst wenn man den Kauf von Staatsanleihen begründen kann – und ich tue es ja auch mit Verständnisgründen – ist die Argumentationslage nicht so eindeutig und schlüssig, wie es Ihre Ausführungen vermitteln.

  8. Ein höheres Inflationsziel, etwa 6%, wäre die reibungsloseste Form, um die Entschuldung voranzutreiben und die Lohnparitäten etwas auszugleichen. Krugman, Mankiw, Rogoff, etc. haben diesen Vorschlag gemacht. Aber dazu bedarf es einer wichtigen flankierenden Maßnahme: in Deutschland (und Österreich, Niederlande, …) muß die Inflation mit den Löhnen ausgeglichen werden, in den PIGS dagegen müssen die Löhne gleich bleiben. Es geht ja unter anderem darum, daß die PIGS wieder wettbewerbsfähig werden. Normalerweise müssten deren Währungen abgewertet werden, aber so müssen die Löhne eben über fehlenden Inflationsausgleich runter.

    In Deutschland dagegen sollte es unabhängig davon stärkere Lohnzuwächse geben, vor allem für die unteren Einkommen. Da könnte man auch steuerlich über Zuzahlungen nachdenken (Kombilohn). Die Inflation muß also hier vor allem von der Lohnseite angetrieben werden. Warum sich die Deutschen über 10 Jahre sinkende Reallöhne überhaupt gefallen lassen, ist mir ohnehin ein Rätsel.

  9. Die EZB hat ganz viel Geld, um Schrottpapiere zu kaufen. Geld der Nationalstaaten (ja, dafür sind sie noch gut). Dafür ist Geld da, aber bei einer Steuersenkung wird rumgezickt. Ätzend. Die Papiere werden eines Tages wertlos verfallen, wenn Griechenland offiziell Bankrott erklärt. Unser Geld ist futsch. Das Problem: wir wollen das gar nicht! Wir wollen unser Geld behalten! Wahr ist, der Euro ist durch permanentes verbiegen der Regeln in Eimer. Die Politiker und andere sind in das Projekt verliebt, und wollen den Murks fortführen bis es gar nicht mehr geht. Damit das klappt, müssen andere Ansichten diskreditiert werden. Es gibt keine Notwendigkeit für Griechenland in der Eurozone. Ausser für die Griechen. Und die sind bekanntlich durch Täuschung reingekommen.

  10. @k.a.h:
    Das hätte Friedrich Merz auch gekonnt, denn wollten wir ja dann aber nicht mehr haben. Die “Experten” in den Parteien sind ein einziger Witz. Ich darf an Jens Spahn erinnern, der nur mal in einer Landesbank den Boden gewischt hat, bevor er MdB und -sage und schreibe- Fraktionssprecher f. Gesundheit wurd.

    Soviel zu der Qualität der Experten in Berlin.

    Und das unser Finanzminister (den ich für sehr fähig halte) Jurist ist, sagt leider garnichts aus. die Befähigung zum Grundschullehramt setzt auch eine akademische Laufbahn voraus.

    @jmg:

    Ich halte alles über 3% für nicht mehr vertretbar. Es wird nämlich in dieser Zeit niemand mein Gehalt um 5% eröhen, was also bedeutet, dass ich die div. Rettungsversuche -aller möglichen Staaten- nicht nur über die Bundessteuer tragen muss auch noch mit hohen Preisen die Abwertung Ihrer Schulden bezahle ?

    Nein dann lieber ein ordentliches Bail Out!

    Die EZB müsste übrigens keine Bonds kaufen, wenn die Politik es geschafft hätte die Sache erst zu nehmen und die entsprechenden ESFM Verträge zu ratifizieren.

    Viele Grüße
    D. Bachem

  11. Bis jetzt ist die EZB wohl die einzige relativ ueberzeugende euroapaeische Institution. Ich glaube schon, dass die EZB Glaubhaftigkeit einbuessen wuerde, wollte sie nun von dem 2% Inflationsziel abweichen. (Das schlaegt kantoos vor – ein hoeheres Inflationsziel) Die EZB ist die einzige Institution die sich bis jetzt wenigstens an die Abmachungen die vor 12 Jahren wegen des Euros gemacht wurden, gehalten hat. Das 2% Inflationsziel wurde penibel eingehalten.

    Die EZB hat ueberhaupt nicht an Glaubwuerdigkeit eingebuesst, indem sie Anleihen auf dem Sekundaermarkt aufkaufte. Das Gegenteil ist der Fall. Es war die einzige Institution die das konnte und kann, und die einzige Institution, die bis jetzt in der Eurokrise die meisten richtigen Entscheidungen getroffen hat.

    Es ist schon richtig dass alle Politiker wie Bosbach, Schaeffler, Merkel und Schaeuble schnellstens in der Realitaet ankommen muessen, nicht nur wegen der Intensitaet der Krise, aber auch wegen den m.E. verschleierten Interessenlage vieler der Finanzinvestoren.

    Die Credit Default Swap Summen, die auf Italien (und andere Staaten) gewettet werden sind enorm. Wenn Italien nicht Pleite geht, sind diese Summen einfach weg, also versuchen wohl die grossen CDS Spieler die Maerkte so zu beeinflussen, dass eine Umschuldung unumgaenglich wird. Die Politiker haben sich bis jetzt nicht mit dem Thema befasst, oder es werden ihnen von der Finanzindustrie irgenwelche Geschichten erzaehlt, dass die CDS die Liquiditaet erhoehen, und das Risiko senken. Das Gegenteil ist natuerlich der Fall. Es sind finanzielle Massenvernichtungswaffen.

    Dir Politiker, nicht die EZB (die sich der Gefahren von CDS wohl bewusst ist) verlieren jeden Tag an weiterer Glaubwuerdigkeit, an dem sie nicht die CDS besteuern, einschraenken (nackte CDS Europaweit verbieten), oder einfach verbieten.

    Oder auch die Bankenaufsichtsbehoerde, wie die Bundesbank, oder BarFin, die auch jaemmerlich versagen, und noch nicht mal sagen koennen, wer die CDS haelt, 18 Monate nachdem die Krise ausbrach.

    Es ist nicht mit Strukturreformen oder Konsolidierungsmassnahmen getan. Man muss gegen die Spekulanten vorgehen, die ein Interesse daran haben, die Krise zu verschaerfen. Warum man damit nicht politische Mehrheiten schaffen kann, erschliesst sich mir nicht. Und warum man der Finanzindustrie glaubt, die CDS seien nuetzlich, verstehe ich auch nicht. Sie wuerde sich selbst vernichten, wuerden alle CDS ausgezahlt: Dann gaebe es keine Finanzindustrie mehr.

  12. Nun, der Herr Abgeordnete Schäffler von der FDP ist einer der wenigen verdienstvollen Parlamentarier, die u.a. darauf hinweisen, daß sich Merkel außerhalb parlamentarischer Grenzen bewegt, wenn sie Ermächtigungen zu Lasten des deutschen Volkes in vielfacher Milliardenhöhe an Dritte erteilt – ohne bisher übliche Debatten, Anhörungen und Entscheidungen der Legislative herbeigeführt zu haben.
    Diese Gutsherren-Politik liegt contra legem und ist mindestens “höchst ungewöhnlich”. Immerhin geht es darum, zu der bereits praktizierten Transferunion dringlichst die verfassungsrechtlich gebotene Volksbefragung durchzuführen, anläßlich derer das Volk über die Aufgabe der Souveränität mit Zweidrittelmehrheit abzustimmen hätte, was es natürlich niemals täte, weil es das nicht will.
    Also befindet sich Merkel auf äußerst bedenlichem stark schwankendem Boden. Sie wird auf die Nase fallen (müssen).
    Journalisten, zumal auswärtige, sind selten in der Lage, hierbei über die Nasenspitze hinauszublicken. Sie müssen es auch nicht, für die Leser reicht`s allemal.

  13. @ Olaf Storbeck

    Steigen Sie mal vom hohen Ross herunter.
    Den Eindruck zu vermitteln, als ob nur Sie und Gleichgesinnte die Problematik verstehen würden, aber viele Journalisten, Blogger und Politiker nicht (wenn die anderer Meinung als Sie sind), steht Ihnen nicht zu, wenn Sie ARGUMENTIEREN, wie sie es tun.
    Es ist ja richtig, dass „Vor allem die US-Geldpolitik in den vergangenen Jahren verhindert (hat), dass aus der “great recession” eine “great depression” wurde – auch und gerade dadurch, dass sie im großen Stil Staatsanleihen gekauft hat“. Und es mag ja sein, dass Shäffler & Co. von keiner Sachkenntnis getrübt sind. Wenn Sie jedoch glauben, dass Sie dies DAMIT(mit der zitierten Aussage) belegen können, dann sind auch Sie nicht von Sachkenntnis getrübt (wenngleich von einer anderen). Schäffler argumentiert mit negativen Konsequenzen der EZB-Politik, Sie in Analogie zur Fed mit positiven Wirkungen. Sie müssten darlegen, dass bei Beachtung der Unterschiede von EZB und Fed der EZB-Kauf spanischer, italienischer und anderer Staatsanleihen keine negativen Wirkungen haben wird. Das tun sich nicht, auch Ihr „Das Gegenteil ist der Fall“ hilft da nicht.
    Sie sagen „Die Argumente, damit (dem Kauf von Anleihen, D. T.) setze die EZB ihre Reputation aufs Spiel und riskiere Inflation überzeugen mich nicht. Trotz enormer Preisanstiege bei den Rohstoffen, die in erster Line durch den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas verursacht werden, ist die Inflation im Euro-Raum derzeit absolut moderat …“. Richtig, die Inflation ist moderat. Niemand hat was anderes behauptet, auch Schäffler nicht. So richtig es ist, was Sie feststellen, so wenig ist das ein Argument dafür, dass die EZB ihre Reputation nicht aufs Spiel setzt bzw. etwas tut, was sie nicht tun sollte. Die Argumentation gegen den EZB-Kauf von Staatsanleihen lautet so: Mit dem Kauf von Anleihen erhöht die EZB die Liquidität in der Euro-Zone, d. h. sie schafft ein Inflationspotenzial (schüttet sozusagen Brandbeschleuniger im Haus aus, ohne ein Streichholz dranzuhalten). Damit könnte sie unter Umständen ihre eigentliche Aufgabe, Inflationsbekämpfung zu erschweren, nicht mehr wirksam wahrnehmen. Der Kauf von Anleihen ist mit Blick darauf kontraproduktiv. Außerdem: Da die Politik lediglich zu Kompromissen, aber nicht ökonomisch hinreichenden Lösungen fähig ist, muss die EZB notgedrungen ran, um die Systemstabilität zu sichern. Das heißt nichts anderes, als dass sie de facto ihre Unabhängigkeit aufgibt. Man wird ihr zu Recht nicht mehr glauben, dass sie das tun wird, was sie lt. Satzung tun sollte, nämlich die Inflation zu bekämpfen, wenn sie das muss und wirksam tun könnte, es aber die Politik nicht will, z. B. bei hoher Arbeitslosigkeit. Im Frühjahr 2010 konnte man den Anleihekauf von Staatsanleihen noch verzeihen in Anbetracht der Tatsache, dass die Politik quasi von der Griechenland-Krise überrannt wurde und die Gefahr einer Liquiditätskrise bestand. Heute, nach fast anderthalb Jahren, in der die Politik Zeit genug hatte, sich mit Lösungen zu befassen, ist der EZB das nicht mehr zu verzeihen (ob sie es unter anderen Umständen dennoch tun sollte, ist eine andere Frage).
    Nur mal so viel zu Ihrer Argumentation. Unabhängig davon gibt es Argumentationsmuster, die man für die Stabilisierung der Euro-Zone bzw. dafür wirksame Mechanismen vorbringen kann. Es sind andere als diejenigen, die bei Ihnen hier zu lesen sind.

    • @ Dietmar Tischer: Ich bin mir nicht bewusst, dass ich auf einem hohen Ross sitze – wenn dieser Eindruck entstanden sein sollte, bedauere ich das.

      Ich stelle in Abrede, dass der Ankauf von Staatsanleihen aus den Problemstaaten kurz- bis mittelfristig die Inflationegefahren erhöht. Wie ich bereits geschrieben habe: Bislang hat sie die Folgen für die Geldmenge neutralisiert, und der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveauentwicklung ist längst nicht so eng, wie die meisten Menschen glauben (siehe z.B. die Uhlig-Studie oder die Williams-Rede).
      Die EZB schüttet daher m.E. eben KEINEN Brandbeschleuniger aus.

      Hinzu kommt, dass in großen Teilen der Euro-Zone die Wirtschaft immer noch weit unter ihren Möglichkeiten läuft, und die Unternehmen von ihren Kapazitätsgrenzen deutlich entfernt sind – daher fehlt den Firmen die Möglichkeit, Preiserhöhungen auf dem Markt durchzusetzen. Wir haben in der Euro-Zone allerhand Probleme – aber Inflation gehört m.E. nun wirklich nicht dazu.

      Sollte es wider erwarten doch zu einem Inflationschub kommen, könnte die EZB jederzeit und im Zweifel drastisch die Leitzinsen erhöhen – vollkommen unabhängig davon, wie viele Staatsanleihen von welchen Staaten sie in ihrem Portfolio hat.

      Ich sehe auch nicht, in wiefern die EZB ihre Unabhängigkeit aufgibt, wie Sie schreiben. Die Unabhängigkeit bedeutet, dass die Wirtschaftpolitik der Bank nicht die Entscheidungen vorgeben kann. Das ist so, und das bleibt so – ebenfalls unabhängig davon, welche Staatsanleihen die Notenbank besitzt. Problematisch würde es erst in dem Moment, wenn die EZB anfangen wollte, mit ihrem Portfolio Gewinne zu machen oder Verluste zu vermeiden und daran ihre Geldpolitik ausrichten würde. Das sehe ich aber nicht – gerade die Unabhängigkeit und die Glaubwürdigkeit, die die EZB in den letzten Jahren aufgebaut hat, dürfte m.E. dafür sorgen, dass die Bank im Fall der Fälle die Inflation bekämpfen wird.

      Solange es (anders als von Schäffler suggeriert) keinen Konflikt gibt zwischen Preisniveaustabilität und Krisenbekämpfung , leuchtet mir nicht ein, warum die EZB untätig zuschauen sollte.

  14. Ich glaube auch nicht das die Staaten handlungsunfähig sind.

    10 Billionen Euro zusätzliche Schulden bedeuten bei einem realen Zinssatz von 1em Prozent 100 Milliarden Euro zusätzliche jährliche Zinszahlungen.

    Wie groß diese Last dann tatsächlich ist, hängt von der Entwicklung des BIPS und der Steuereinnahmen ab.

    Mehr Staatsschulden sind mehr Investitionen heute und damit höhere reale Einkommen für unsere Kinder und Enkel in der Zukunft.

    Wenn die Politik endlich beginnen würde die Märkte stärker zu regulieren, die Arbeitsmärkte, die Finanzmärkte, … und dadurch die Einkommen gleichmäßiger verteilt würden.

  15. nur 3 Fragen:
    1.) Bis zu welcher Größenordnung soll Ihrer Meinung nach die EZB Schrott aufkaufen ( 500 Mrd., 1 Billion, 2 Billionen, 3,5 Billionen? ich finde z.Zt unterschiedliche Schätzungen) ?
    2.) kann mal jemand die prozentuale Verteilung der Kapitalhaftungsanteile an der EZB abzüglich der Länder, die untestützt werden sollen, raussuchen und darstellen?
    3.) Glaubt dann noch jemand an AAA für Deutschland, Frankreich und Niederlande?

    • @teraeuro: Soviel, wie nötig ist, um die Lage zu stabilisieren. Die Fed hat in den ersten beiden QE-Runden Papiere für 2,3 Billionen Dollar gekauft, und ich bin ziemlich sicher, dass es demnächst QE3 geben wird.

  16. Ihre Verteidigung der EZB gegen die ungerechtfertigten Vorwürfe einiger deutscher Hinterbänkler kann ich nur zustimmen. Allerdings kann man die EZB nicht völlig aus der Verantwortung für die desolate Lage in der Eurozone entlassen. Bei der momentanen Krise handelt es sich um eine Überschuldungskrise. Die Schuldner müssen entlastet werden, d.h. es muss ein Vermögenstransfer von den Gläubigern hin zu den Schuldnern stattfinden. Die EZB verhindert dies auf zweierlei Weise:
    1. Die EZB,in ihrer Funktion als Lobbyvertreter der Gläubigerbanken, liess keinen wirksamen Schuldenschnitt in Form einer auch unfreiwilligen Gläubigerbeteiligung zu. Angeblich weil dadurch eine Finanzkrise ausgelöst wird. Die haben wir jetzt auch.
    2. Die EZB will keine höhere Inflation als knapp unter 2 Prozent zulassen. Sie hat sogar die Zinsen mitten in der Krise erhöht und damit ihren Fehler von 2008 wiederholt. Auch dies verhindert den notwendigen Vermögenstransfer. Bevor ich nun von den in Deutschland so zahlreich vorhandenen Inflationshysterikern verbal gesteinigt werde, sei folgendes gesagt: Ich plädiere für keine Hyperinflation, sonder nur für ein temporäre Anhebung des Inflationsziel auf eine Höhe von 4-6%. Das würde helfen die reale Schuldenlast in wenigen Jahren effektiv zu senken. Es gibt meines Wissens keine wissenschaftliche Studie die zeigt, dass massvolle Inflationsraten in dieser Höhe zum Zusammenbruch des Abendlandes führen. Auch wird die massvolle Inflation nicht in eine galoppierende und anschliessend in der Hyperinflation enden. Die EZB konnte in der Vergangenheit 2 Prozent liefern, sie könnte die Inflation auch in Höhe von 5 Prozent stabilisieren.
    Ungewöhnliche Zeiten verlangen ungewönliches Denken, auch von der EZB.

    • @jmg Gesteinigt wird man von den deutschen Inflationshysterikern ja schon, wenn man behauptet, es gebe derzeit keine übermäßige Inflation. :-) (siehe andere Kommentare)

      Bei Punkt 2 gebe ich ihnen vollkommen recht (Blanchard und Rogoff ja auch). wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Notenbank die Inflation wie einen Temperaturregler hochdrehen kann – ich sehe schon das Argument, dass die Gefahr bestünde, dass dann die Inflationserwartungen komplett aus der Verankerung gerissen würden und die von ihnen beschriebene Strategie ein gefährliches Spiel mit dem Feuer wäre.

      Bei Punkt 1 bin ich mir nach wie vor nicht sicher. Ein echter Default Griechenlands hätte doch das dortige Bankensystem ausradiert, und auch im Rest der EU die Institute massiv betroffen. Ich denke nach wie vor, dass die EZB mit Blick auf den Haircut recht überzeugende Argumente hat.

  17. Liebe Leser,
    danke für das zahlreiche Feedback. Ein, zwei Bitten: Argumentieren Sie bitte sachlich, ohne nationalistische Untertöne und lassen Sie persönliche Diffamierungen und Beschimpfungen sein. Ansonsten landen Ihre Kommentare im Sandkasten: http://bit.ly/hb-kommentare

    Und nur zur Info: Ich werde nicht von Brüssel bezahlt und ich “hasse” auch nicht Deutschland.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Olaf Storbeck

  18. Die EU-Propaganda geht einem wirklich auf die Nerven! Warum Retten wir nicht alle zusammen meinen Nachbarn, der sich mit der S-Klasse überhoben hat? Oder die Schulde bzw. das Schwimmbad in meiner Stadt, welches die Rechnungen nicht mehr bezahlen kann? Wieso sollten wir uns ausgerechnet mit den korrupten Schuldenstaaten in Südeuropa solidarisieren, wo die nichts anderes vorhaben als unseren Überschuss zu verkonsumieren? Was haben alle dieser Länder die letzten zehn Jahre mit den niedrigen Zinsen gemacht? Gespart? Investiert? Nein, sie haben es Konsumiert und das geht auch so weiter! Warum sollte man sparen, wenn wie jetzt einem die EZB oder auch später der ESM oder die Euro-Bonds die schweren Entscheidungen abnehmen? Und ewig auf Herrn Schäffler rumzutrampeln ist auch nicht zielführend? Gibt es eigentlich noch andere Sachliche Gründe warum Herr Schäffler falsch liegt? Demagogie? Finanzexperte wird bei ihm in Gänsefüsschen geschrieben? Was schreiben sie denn über den Finanzminister der ein Jurist ist?

    ****
    persönliche Beschimpfung gelöscht – bitte bleiben Sie sachlich und benehmen Sie sich. In voller Schönheit finden Sie den Kommentar hier (Link)

  19. Bleiben wir mal bei den Tatsachen: Der Euro wurde gegen den Willen des Deutschen Volkes eingeführt, kein Staat sollte für den anderen haften (Junker: so unwahrscheinlich wie eine Hungersnot in Bayern!), Haushaltsdefizite sollten nicht über eine bestimmte Grenze gehen usw. Alle diese Versprechen sind heute Makulatur, stattdessen sitzen die Politiker am Spieltisch und erhöhen den Einsatz nach jedem Verlust, statt aufzustehen und Schluss zu machen. Genauso wird jedes System ruiniert, denn die PIIGS können noch so viele Reformen durchführen, es wird auch in Zukunft weiterhin Krisen geben, die nach Lage der Dinge dann wieder mit unserem Geld überwunden werden. Es ist eine Illusion, dass alle Länder in nächster Zukunft den gleichen Standard erreichen werden. DAS wissen wir in Deutschland nach 20 Jahren Transfer in die neuen Bundesländer und Soli ganz genau. Deshalb handelt Herr Schäffer sehr vertantwortungsbewusst, indem er auf die strukturellen Risiken dieses Handelns hinweist und nicht einfach zur Tagesordnung übergeht. Denn am Ende werden die Bürger in Deutschland die Zeche zahlen, nämlich dann, wenn die anderen Euro-Länder nicht mehr zahlen können.

  20. @Olaf Storbeck,
    man sollte 1992 nicht vergessen. Damals haben die Briten binnen ein paar Tagen Milliarden aus dem Fenster geworfen, um das Pfund gegen Soros zu verteidigen. Bis sie dann entnervt aufgegeben haben.

  21. Gescheiterte Experimente gegen den Willen des Volkes weiter zu führen, erfordert ein “sowjetisches” Demokratie-Verständnis.

  22. Sie erwecken den Anschein, von Brüssel bezahlt zu werden. Abgesehen davon, daß die EZB keinerlei demokratische Legitimation besitzt, über die finanzielle Zukunft Deutschlands zu bestimmen, liegt es sehr wohl in ihrem Interesse, die europäischen Staatsschulden weg zu inflationieren.
    Der Erfolg zeigt sich in einer 100% igen Preissteigerung in nur 10 Jahren bei gleichbleibenden Löhnen.
    Nur der aufziehende Zusammenbruch des Kreditsystems wird dieses Ansinnen abrupt stoppen und eine massive Deflation herbeiführen.
    Die Stellschrauben der EZB und der FED mit ihrem QE2 haben keinerlei Wirkung gehabt, ausser den Ausbruch der Kredit Kontraktion hinaus zu zögern. Natürlich werden die Staaten die Kredite nicht weg sparen können, aber Zinsen mit neuen Schulden zu begleichen, ist ebenso zum Scheitern verurteilt.
    Die angeblichen neuen Jobs in den USA waren statistische Tricks.
    In Wahrheit befinden sich die USA seit 2000 in einer Rezession, was bei der Auslagerung des produzierenden Gewerbes nach China nicht verwundert.

  23. alles Verzögerungstaktik..das Spiel geht solange weiter bis auch das letze solvente Land so hoch in der Haftung steht das es selber Ratingproblreme bekommt … die einzigen Lösungen der Krise bestehen darin:

    -Länder welche eine Abwertung der Währung dringend benötigen um wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen.. raus aus dem Euro .. (wollen verbohrte Ideologiker in dne Parteien nicht einsehen)
    -strikter Schuldenschnitt und volle Beteiligung privater gläuberiger (immerhin haben diese Zinsen kassiert und das nicht zuwenig und dafür Risiko in Kauf genommen welches jetzt eintritt)
    -Umverteilung grosser Vermögen von oben nach unten..wie wir wissen funktioniert das System nicht dauerhaft weil sich immer mehr Geld in immer weniger Händen sammelt… dieses Geld muss wieder nach unten und somit in den realen Wirtschaftskreislauf … erst dann wird sich die Situation wieder bessern (leider besteht kein ernstes politisches Interesse dies anzugehen..der Druck wird von der Strasse kommen)..

    schaut euch die Welt von oben an..das geld ist nicht verschwunden..wo Schulden sind gibt es auch Vermögen .. nur ist dieses mittlerweile völlig pervers verteilt.. wo steckt das Geld? ..in Anleihen , immobilien uswusw… wertet die Anleihen ab und besteuert entsprechend…verteilt Vermögen um und werdet dadurch endlich handlungsfähig;) …

  24. Durch ihren Staatsanleihenkauf hat die EZB den Sündenfall begangen und ist selber zum Risiko geworden. Einen Ausfall Griechenlands kann es jetzt nicht mehr geben, weil dann die EZB mit ihren wertlosen Anleihen selber zum Rettungsfall würde. Rettung finanziert von wem? In der Regel bleiben dann ja die deutschen Steuerzahler.

    Herr Schäffler ist eine der wenigen vernünftigen Stimmen, die man in Berlin noch hört. Erschreckend hingegen ist Politik, die als “alternativlos” deklariert wird.Die kritiklose Übernahme sämtlicher Risiken des Euroraums ist nicht alternativlos. Der Euro ist nicht alternativlos, er verlängert und vertieft die Krise hier wie dort nur unnötig.

  25. Zitat Olaf Storbeck:”Würden die Finanzmärkte nicht so verrückt spielen und hätten sie nicht wegen der vollkommen erratischen Politik der EU – angeführt durch Deutschland – das Vertrauen in die Italien und Spanien verloren, wären die beiden Länder nicht bedroht.”

    Das ist eine erstaunliche Sichtweise. Demnach wären die Probleme der staatlichen Haushaltsführung dieser Länder also bereits gelöst, wenn die Regierung der BRD ihnen umgehend und bedingungslos weitere billige Kredite zur Verfügung stellen läßt.

    Bei Fieber und Schmerzen lediglich Wadenwickel und Aspirin zu verordnen ist zwar im Moment recht hilfreich, die eigentliche Krankheit wird damit aber nicht behandelt. Sie ist noch nicht einmal diagnostiziert.

  26. Liebe Frau Merkel,
    das Problem ist dass wir immer noch national denken, leben aber in einer Wirtschafts- und Währungsunion.
    Es gibt kein Deutschland oder Italien schon lange nicht mehr, nur verststanden haben wir und wollen wir es nicht.

  27. @O. Storbeck: Es muß schon die Frage erlaubt sein, warum man überhaupt Staatsanleihen von Krisenländern der Eurozone aufkaufen sollte. Eine Währung hat einzig und allein eine wirtschaftliche Funktion. Sie ist eben gerade kein politisches Projekt, welches man um jeden Preis retten muß. Wenn ein Teil der Mitglieder einer Währungsunion in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt und der andere Teil hohe finanzielle Risiken zur Linderung dieser Probleme eingehen muß, dann hat die Währungsunion in ihrem aktuellen Zuschnitt ihre Daseinsberechtigung verloren und muß verändert oder aufgelöst werden. Sicherlich ist hier ein geordneter Prozeß einer panikartigen Entwicklung vorzuziehen. Die Probleme in Spanien und Italien werden nicht von den Finanzmärkten verursacht, sondern liegen in strukturellen Schwächen der Wirtschaft dieser Länder begründet. Es gibt eben für wirtschaftlich unsolide Länder der Eurozone kein Gewohnheitsrecht auf die niedrigen Zinsen der Vergangenheit. Die ständigen Interventionen führen nur zu Marktverzerrungen, Manipulation von Güterpreisen und der gefährlichen Konzentration von großen Risiken bei systemrelevanten Akteuren der Finanzmärkte (wie der EZB). Für Verluste der EZB müssen die Steuerzahler der Mitgliedsländer, also in erster Linie Deutschlands, einstehen.

  28. Wenn ich ihre wirkliche radikale Betriebsblindheit sehe, verstehe ich immer besser, was für ein selbstgerecht-unreflektierter Menschenschlag dafür verantwortlich ist, dass es soweit kommen konnte. Sie wollen die Katatstrophe einfach nicht sehen, die Sie durch Ihre verantwortungslose Ignoranz mit heraufbeschwören oder hassen Sie einfach Deutschland Ihre Heimat? Sie erinnern mich an Margot Honecker, die immer noch die DDR verteidigt.

    Nur ein Beispiel: wie können Sie angesichts der Immobilienblase in USA, Spanien, China usw., angesichts der Derivateblase die das gesamte Finanzsystem wie eine Lawine bedroht, angesichts der Staatsschuldenblase, der Blase in den Bankbilanzen, die fast nur noch aus heißer Luft bestehen, aus der inflationären Umverteilungen an Finanzjoungleure des aufgeblasenen Finanzsektors ohne adäquate produktive volkswirtschaftliche Leistung, wie können Sie im Angesicht all der Blasen, behaupten es gebe keine Infllation (inflare = lat. aufBLASEn)?

    Oder der Unsinn, dass Italien durch D bedroht wäre. Italien hatte vor Euro-Zeiten immer Zinsen, die viel höher waren als heute, ohne dass es bedroht war. Damals war aber eben der Schuldenberg noch nicht so aufgeBLASEn und es hatte die Möglichkeit seine Währung abzuwerten, um die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu fördern. Dass es das heute nicht mehr kann, das ist die Bedrohung Italiens, nicht die unbeholfene und viel zu lasche Politik der deutschen Regierung den Maastricht Euro und die Ersparnisse der deutschen Bürger zu verteidigen. Wieso Sie überhaupt höhere Zinsen für ausfallgefährdetere Schuldner und damit den natürlichen Regelkreis einer Marktwirtschaft ablehnen, ist mir auch völlig schleierhaft. In der DDR Bestand die SED genau wie Sie auf politischen Preisen mit bekanntem Ergebnis (z.B. kostete Brot wie 1989 genausoviel wie 1945 65Pfennig und wurde da billiger als Schweinefutter an diese verfüttert).

    Ich wünsche Ihnen, dass Ihre ganzen Lebensersparnisse in einem 100% nach Ihren Vorstellungen konstruierten also mit starken Geldpressen ausgestatteten Finanz- und Wirtschaftsystem angelegt werden und sie die reiche Ernte in Form vieler bunter Scheinchen mit wunderbaren Versprechen ernten dürfen, wenn Sie diese am nötigsten brauchen.

  29. D ist and den Schulden von Italien und Spanien schuld? Das ist laecherlich!
    Haben Sie je eine starke ital. Lire oder griech. Drachme gesehen? ich nicht.
    Es gibt einen Grund wieso der Schweizer Franken kein Zimbabwe Dollar ist.
    Sind die Schweizer schuldenmacher oder sparer?

  30. @Wirtschaftswurm: Ich denke, die Anleihekäufe waren deshalb nicht erfolgreich, weil sie – und die flankierenden Bailouts – viel zu halbherzig waren.

    Würden die Finanzmärkte nicht so verrückt spielen und hätten sie nicht wegen der vollkommen erratischen Politik der EU – angeführt durch Deutschland – das Vertrauen in die Italien und Spanien verloren, wären die beiden Länder nicht bedroht. Italien zum Beispiel hat doch schon einen Primärüberschuss.

    Jetzt kommt mir nicht mit dem schwachen Wachstum dort und Strukturproblemen. Wenn das grundsätzlich für den Bondmarket so wichtig wäre, dann hätte Deutschland zischen 2000 und 2006 keinen Penny geliehen bekommen.

  31. Die FED und EZB haben dazu beigetragen, dass der Abschwung verlangsamt wurde. Das QE/QE2 wird dabei aber stark überschätzt. Sowohl in seiner Wirkung als Stütze der Wirtschaft und in seinem Inflationspotential. Tatsächlich hat die Duration der ausstehenden US-Schulden verkürzt. Das hätte die US-Regierung auch selber machen können, in dem sie sich kurzfristiger refinanziert.

    Die kurze Zinsbindung führt natürlich erst einmal zu niedrigeren Zinszahlung, weil am kurzen Ende die Zinsen praktisch bei Null sind. Es steigt aber auch die Abhängigkeit von den Gläubigern (China!), weil die Schulden ständig wieder fällig sind.

    Im Fall der EZB ist das etwas anders gelagert. Zum einen verstößt sie mit dem Bondkauf gegen die eigenen Statuten. Zum anderen ändert sie nicht nur die Duration der Schulden im Euroraum, sondern auch die Spreads zwischen den Ländern und sorgt damit für einen Kapitaltransfer zwischen den Ländern.

    Das ein Bailout Griechenlands im Dezember 2009 ein “Übergreifen der Krise auf andere Länder verhindert” hätte, halte ich für sehr optimistisch. Es impliziert ja, dass die anderen Länder eigentlich keine Probleme hatten, bis die Zinsen am Kapitalmarkt stiegen. Dem ist nicht so. Auch der “große Bailout” vom Juli 2011, der Stolz von Frau Merkel, hat im Mittel über alle Eurostaaten zu einer Erhöhung der Finanzierungskosten geführt. Anders ausgedrückt: Dies ist nicht im Sinne des “durchschnittlichen” EU-Bürgers.

  32. Wenn die bisherigen Anleihekäufe wenigstens erfolgreich gewesen wären, aber sie haben den Absturz bei griechischen, irischen und portugiesischen Anleihen nicht verhindert. So schreib ich’s auch heute in meinem Blog. Und da soll jetzt ausgerechnet die EZB bei Italien etwas bewirken? Italien ist der drittgrößte Anleihemarkt der Welt. Da sind keineswegs nur Spekulanten unterwegs. Da müsste die EZB schon “Massenvernichtungswaffen” einsetzen und dann ist Inflation als Kollateralschaden unvermeidlich.
    Ach ja, ich würde mir wünschen, Deutschland wäre weit weg auf einem anderen Stern.