Gestern abend hat der extrem gut vernetzte Finanzjournalist und Berater David Marsh hier in London die zweite Auflage seines Buches über den Euro vorgestellt.
Interessanterweise hat sich der Untertitel verändert.Aus “The Euro: The Politics of the New Global Currency” wurde “The Euro – The Battle for the New Global Currency”.
In einem kurzen Interview hat mir Marsch erklärt, warum er weiter an die Zukunft der Gemeinschaftswährung glaubt, sich aber der Charakter des Euro drastisch verändern wird – und Griechenland über kurz oder die lang die Euro-Zone verlassen wird.
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Was der Herr Marsh Ihnen da ueber die Nichtanwendung eines deutschen Diktates gegenueber Griechenland hinsichtlich der Statuten des 2. WK erzaehlt hat, ist totaler Unsinn.
Der “Vertrag ueber die abschliessende Regelung in bezug auf Deutschland”, ratifiziert nach den “Vier plus Zwei Verhandlungen” am 12. September 1990 besagt:
“…Rechte und Verantwortlichkeit der Vier Maechte [haben] in bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes gesehen ihre Bedeutung verloren…” und gestehen Deutschland “Volle Souveraenitaet ueber seine inneren und aeusseren Angelegenheiten…” zu.
Ein Diktat, welches Griechenland aus der EU verbannen wuerde, waere im Sinne der UN Charter rechtswidrig und dabei spielt es keine Rolle welche Staaten sich fuer einen solchen Schritt aussprechen wuerden. Das machen die Briten und andere gern, einen Deutschen so am Spiess der Geschichte zappeln zulassen.
Mit so einem Quatsch kann bei mir keiner mehr landen, da haette ich sofort mit einer gleich scharfen Bemerkung mit in Bezugnahme auf die oben angefuehrten Tatsachen, gekontert, aber das ist dass Resultat jahrelanger Erfahrung mit unseren “Freunden”, leider sind genaue rechtliche Details der deutschen Geschichte nur wenigen bekannt, sie muessten aber zur Grundausstattung des Allgemeinwissens unbedingt dazugehoeren, sonst laeuft man gefahr, immer wieder auf die alten Tricks hereinzufallen.
@Ulrich Zimmermann: Danke für Ihren Kommentar. Ich denke, Marsh argumentiert an der Stell nicht formaljuristisch, sondern meint es im übertragenen Sinne (ähnlich, wie Auslandseinsätze der Bundeswehr aus solchen Gründen vielen Leuten gewisse Bauchschmerzen bereiten, selbst wenn sie formaljuristisch / völkerrechtlich 100% in Ordnung sein sollten.
“It will be painful to leave, but even more painful to stay”
Bingo. Ein Satz den jeder der schon einmal eine Scheidung durchgemacht hat sicher leicht nachvollziehen kann.
“The Germans will never say you must leave”
Wir haben eben schon eine Menge Geld in diese Beziehungen investiert und sind dabei noch mehr oben draufzusatteln.
“It was a necessary experiment”.”We have learnt a lot from this”
Es war, ist und wird ein vor allem kostspieliges Experiment.