Ockenfels: “Volkswirte neigen zu gewisser Arroganz”

In der vergangenen Woche habe ich in Köln meine ersten Gehversuche als Videoblogger gemacht – am Rande des 1. Kölner Wirtschaftspolitischen Dialogs habe ich die Professoren Juergen Donges und Axel Ockenfels interviewt.

Hier das Interview mit Ockenfels, der erklärt mir, was die Uni Köln mit der neuen Forschergruppe “Economic Engineering” vorhat, die die DFG in den kommenden drei Jahren mit insgesamt rund drei Millionen Euro fördert.

Interessant finde ich, was Ockenfels ab Minute 3.30 zum interdisziplinären Arbeiten sagt:  ”Volkswirte sind typischerweise nicht in der Lage, komplexe Probleme alleine zu lösen. Volkswirte neigen zu einer gewissen Arroganz – sie glauben, dass sie viele Dinge besser wissen”.

Für Ockenfels wie für mich war das Video-Interview eine Premiere – ich habe unter anderem gelernt, dass ich meinem Gesprächspartner das Mikro näher unter die Nase halten muss und dass ich sie dazu bringen sollte, nicht aus dem Bild zu laufen. (Die Kamera steht während der Interviews auf einem Stativ, ich habe keinen separaten Kameramann…)

Über konstruktives Feedback würde ich mich  - wie auch beim vergangenen Freitag veröffentlichten Donges-Interview – sehr freuen.

Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”.

Ähnliche Beiträge

Alle Kommentare [2]

  1. Also bei aller Kritik an unserer Disziplin: Die neue, junge Generation an Forschern und Professoren ist m.E. gegenüber früheren deutlich kreativer, kritischer und selbstreflektierter geworden. Aus die Zeit der starren Dogmatik und der Grabenkämpfe! Die neue Generation von Absolventen profitiert ungemein davon, wir denken sowieso mehrheitlich etwas flexibler, da wir in unserer Ausbildung direkt mit der weltweiten Finanzkrise und momentan mit der Eurokrise konfrontiert sind. Wir arbeiten uns daran ab und quälen unsere Profs und Vorgesetzten mit schwierigen Fragen.

    Der neue Aufwind tut unserer Disziplin gut, er gibt Schub für engagierte Forschung.

    Arroganz ist – zumindest bei uns – passé.

  2. ”Volkswirte sind typischerweise nicht in der Lage, komplexe Probleme alleine zu lösen. Volkswirte neigen zu einer gewissen Arroganz – sie glauben, dass sie viele Dinge besser wissen”.

    Das haben sie mit manch Lehrkörpern gemeinsam. Kein Wunder, denn VWLer sind m.E. eben oftmals dies. Wer den lieben langen Tag anderen die Welt erklärt tut sich ggfs. etwas schwerer damit sich damit abzufinden das die Welt auch noch andere (Fach)Experten als sie selbst beheimaten mag. Und – in addition – die Praxis sich auch noch von der Theorie unterscheidet. Da hat es Ockenfels vermutlich etwas leichter, da er sich imho in einer Disziplin bewegt welche vermehrt mit Empirie arbeitet.

    Grüße
    ALOA