Im Schutze der Anonymität

Prognosen sind eine schwierige Sache – erst Recht, wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser gern zitierte Spruch ist spätestens seit der Finanzkrise in aller Munde.

So hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beispielsweise Anfang Oktober 2008 noch für das Jahr 2009 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von einem Prozent erwartet. Der damalige DIW-Chef Klaus Zimmermann sagte:

“Wir gehen davon aus, dass eine Eindämmung der Finanzkrise gelingt.”

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Die besten deutschen Wirtschaftsblogs

Die Kollegen von der Süddeutschen Zeitung haben heute eine wirklich sehr gute Übersicht über deutsche Wirtschaftsblogs veröffentlicht: “Viel los im Affenkäfig”.

Hätte ich die Liste zusammengestellt, hätte sie so ähnlich ausgesehen.

Dass die Kollegen unser  ruhmreiches  Handelsblog nicht erwähnen, ist nachvollziehbar. Wir waren lange im  Dornröschenschlaf und erst seit kurzem wieder richtig  aktiv.

Dafür erwähnt die SZ dankenswerterweise  mein englisches Ökonomieblog “Economics Intelligence” und meine Liste der Twitter-Ökonomen.

Durch die Lappen gegangen ist der SZ  aber auf jeden Fall das  Wirtschaftswunder der FTD-Kollegen. Das ist zwar in mancher Hinsicht ein bisschen selbstverliebt – der geschätzte Kollege Thomas Fricke betreibt eine Rubrik namen “Frickonomics” – aber trotzdem  oft sehr lesenswert.

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Bailouts in Euroland: Moral Hazard wird überschätzt

Jens Boysen-Hogrefe, Ökonom am Kieler Institut für Weltwirtschaft, weist in einem neuen Paper auf einen wichtigen Punkt im Zusammenhang mit der Euro-Krise hin, der in der deutschen Diskussion leider fast immer übersehen wird’:

Selbst, wenn die Euro-Zone einen funktionierenden  Frühwarnmechanismus für unsolide Staatsfinanzen gehabt hätte, hätte  das nicht viel geholfen.

Vor der Krise (…) sahen die Staatsfinanzen von Spanien oder Irland nahezu mustergültig aus, gemessen am Stabilitäts- und Wachstumspakt. Selbst in Griechen­land gab es Jahre, in denen der Schuldenstand gesunken ist.

Boysen-Hogrefe greift einen Gedanken auf, der mir schon länger durch den Kopf geht: Das Moral Hazard-Problem – das Phänomen, dass Regierungen auf den Bailout spekulieren und daher unsoliche wirtschaften – wird mit Blick auf den Bailout der Krisenstaaten wahrscheinlich stark überschätzt.

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