Die Top-10 der deutschen Twitter-Ökonomen

“Was ist Twitter?” Diese Frage stellte mir neulich ein VWL-Professor einer der führenden Fakultäten Deutschlands. Und er meinte es nicht als Witz. Der Mann ist unter 45, macht moderne Volkswirtschaftslehre und ist international gut vernetzt. Aber vom Mikroblog Twitter hatte er noch nie  was gehört. Ich habe ein bisschen auf ihn eingeredet, aber hatte nicht das Gefühl, ihn auch nur ansatzweise überzeugen zu können. Ein Twitter-Account hat er zumindest bis heute nicht.

Damit befindet sich der Herr Professor in guter Gesellschaft. Noch.

Kaum ein deutscher Ökonom ist bislang  bei Twitter vertreten, und die Follower-Zahlen sind deutlich geringer als im englischsprachigen Raum. Aber ich wage die Prognose: In den nächsten 12 bis 18 Monaten wird sich das radikal ändern. Wer als Ökonom auf Dauer mitreden will, wird um ein Twitter-Account kaum herumkommen. Und je länger er wartet, desto schwerer wird es, in der schönen neuen Online-Welt Fuß zu fassen.

Das zeigt meine kleine Liste der führenden Ökonomie-Twitterer  in Deutschland. Professoren, hauptberufliche Journalisten und  etablierten Medien haben bei Twitter massiv Konkurrenz von Einzelpersonen, alternativen, unkonventionellen Online-Medien und Thinktanks.

Auf die Idee des Twitter-Ökonomie-Rankings  brachte mich übrigens  Tim Harford von der Financial Times, als wir uns neulich auf dem wunderschönen  Borough Market zum Lunch trafen und gerade an unseren göttlichen Chorizo-Burgern kauten. Tim veröffentlicht in seinem Blog seit einige Zeit eine Liste der “Top-10 Economists on Twitter“. Sowas müsste man auch für Deutschland machen. Voilà:

Die Top 10 der deutschsprachigen Ökonomie-Blogger sieht demnach so aus:

  1. @littlewisehen – Der Münchener Wirtschaftsblogger Wolfgang Unglaub –  2457 Follower
  2. @doener – Der  Düsseldorfer Wirtschaftsblogger Stephan Dörner 1679 Follower
  3. @weissgarnix – Der Hamburger Wirtschaftsblogger Thomas Strobl – 1164 Follower
  4. @FTD_Wunder – Die Konjunktur-Kollegen der “Financial Times Deutschland” –  945 Follower
  5. @FAZ_Finance – Finanz- und Wirtschaftsnews der FAZ – 847 Follower
  6. @PatrickBernau – Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – 841 Follower
  7. @insm – Twitter-Repräsentanz der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” – 682 Follower
  8. @blicklog – Das unabhängige Ökonomie-Blog “Blicklog” bei Twitter – 614 Follower
  9. @marcusgatzke -Ressortleiter Wirtschaft bei “ZEIT Online” – 332 Follower
  10. @ZBW_news – Twitter-Repräsentanz der Kieler Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (325 Follower)

In bester Tim-Harford-Tradition folgt außerdem eine Liste mit “lobenden Erwähnungen”:

  • @pixeloekonom - Johannes Eber, Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft - 323 Follower
  • @DIW_Berlin – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bei Twitter  267 Follower
  • @olaf_storbeck – Handelsblatt-Ökonomie-Korrespondent – 126 Follower [das bin ich – es gibt auch noch mein englisches Account @olafstorbeck,  472 Follower)
  • @KeynesMakro - Jens Christian Heuer bloggt über Makro und mehr - 119 Follower
  • @wirtschaftswurm – Der freie Journalist und Ghostwriter Arne Kuster- 78 Follower
  • @hb_oekonomie – Die Handelsblatt-Ökonomie-Berichterstattung bei Twitter – 61 Follower
  • @kantoos – Twitter-Feed des Blogs “Kantoos Economics” – 39 Follower
  • @Haucap – Der Vorsitzende der Monopolkommission und VWL-Prof aus Düsseldorf –  37 Follower
  • @DanielDaffke – “Gelegenheitsblogger” – 34 Follower

Jetzt kann man natürlich endlos darüber streiten, wo die Ökonomie anfängt und wo sie aufhört. Ausgangspunkt sind alle Wirtschaftstwitterer, die meine  Wahrnehmungsschwelle überschritten haben  - gerankt werden sie nach der Zahl ihrer Follower.

Weitgehend habe ich das nach meinem persönlichen Baugefühl beurteilt. Ein Kriterium ist, dass die Twitter-Repräsentanzen der etablierter Medien nur dann beachtet werden, wenn sie ein klares Ökonomie-Profil haben. @handelsblatt zum Beispiel, wo meine Kollegen alle Exklusiv- und Eilmeldungen unserer Redaktion verbreiten und das rund 25000 Follower hat, wird nicht berücksichtigt, ebensowenig wie @wiwo(ca. 16000 Follower)  und @FAZ_Topnews (19000 Follower). Auch das Portal  @intelligenceMRR (7107 Follower) wird nicht berücksichtig.

Spezial-Accounts wie @HB_Oekonomie und @FTD_Wunder werden dagegen berücksichtigt. Außen vor bleiben dagegen Twitterer mit sehr starker  Aktien- und Börsenorientierung wie@boersenblogger@finanznews und @spekulantenblog.

Bestimmt gibt es noch jede Menge weiterer deutschsprachiger Ökonomie-Blogger. Über Hinweise freue ich mich in den Kommentaren!

Update: So, der erste, der mir durch Netz geflutscht ist, ist @egghat mit 803 Followern. Mein nächsten Update bist du dabei. @mh120480 (279 follower) ebenfalls. Vergessen habe ich auch @oekonomenstimme (62 Follower). Ein dicker Fisch, den ich vergessen habe, obwohl ich ihm schon lange folge, ist @abuschmeier mit 1330 Followern.

Besuchen Sie auch meinen englischen Ökonomie-Blog “Economics Intelligence”


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Alle Kommentare [28]

  1. Hier hat sich ja eine interessante Debatte entwickelt.

    Zu der Anmerkung von Aloa die “Deutschen Blogs sind nicht sonderlich gut vernetzt”, stimme ich uneingeschränkt zu. Im Vergleich zu vor zwei Jahren hat sich dies zwar deutlich gebessert, wir sind aber einer gegenseitigen Kommentierung, Zitierung und Verlinkung noch meilenweit entfernt im Vergleich zu den US-Blogs und in Deutschland etwa zu den Medien- oder Politikblogs.

    Zu dem Ausgangspunkt der Diskussion Twitter:
    Mit Twitter lässt sich natürlich nicht die Wirtschaft erklären. Ich nutze es es, um auf interessante Links aufmerksam zu machen und manchmal für einen Kurzkommentar.

    Als Diskussionsmedium unter Wirtschaftsbloggern wird Twitter freilich bisher noch gar nicht genutzt und ist dazu wohl auch nicht geeignet.

  2. Was Twitter-Nutzung angeht, war ich bisher fast ausschliesslich Richtung UK/USA orientiert, weil die Kollegen/Kolleginnen dort sehr viel aktiver mit dem Medium umgehen und auch meine Themen verfolgen. Da geht an manchen Tagen richtig was ab. Auch wird Twitter als Chance für Dialog verstanden, nicht als einseitiges Verlautbarungsorgan, was mir sehr gut gefällt.
    Ich bin deshalb ganz froh über die Liste, weil sie mir eine gute erste Orientierung für deutsche Tweets zur Ökonomie gegeben hat. Ob ich sie gut finde, kann ich dann später kommentieren ;-).

  3. @Tim @Storbeck

    Wirtschaftsjournalismus deckt meiner Ansicht nach oftmals lediglich Mainstream ab. Sowohl für kontroverses als auch für Detailbetrachtungen ist regelmäßig kein Raum in klassischen Formaten.

    Ich habe mir meine Zugriffs-Statistik auch einmal angesehen. “Insgesamt” stellt auf längere Zeit gesehen Twitter zwar den ersten Platz. Das liegt mit daran das der Blog noch relativ jung ist und die Stammleserschaft sich erst im Aufbau befindet. Partiell in der Einzelbetrachtung liegt Twitter jedoch hinter anderen zurück.

    Auf 30 Tage gesehen nimmt Twitter nur den Dritten Rang ein. Beispielsweise hatte ich gerade in der “Zeit” einen gut frequentierten und von den dortigen Redakteuren aktuell auf die “erste” Seite gestellten Artikel im Leserblog verfasst der in 10 Tagen so viele Hits wie Twitter in den letzten 30 Tagen erzeugt hat. Die Spitzenstellung nimmt jedoch das verlinken und behandeln einer Ausarbeitung in einem anderen, offenbar gut besuchten Blog eines Grünen Politikers ein.

    Auch aus diesem Grunde halte ich durchaus das mit- und übereinander “reden”, respektive bloggen, für ein relativ wichtiges Element im Internet. Twitter ist das Medium welches zu Vermittlungen führt und zur (erstmaligen) Auffindbarkeit eines Blogs beiträgt. Auf ein Google-Ranking kann man sich dabei nicht verlassen wenn man nicht bereits zu den Top-Blogs zählt oder eine Nische besetzt.

    Grüße
    ALOA

  4. mit den zugriffszahlen ist es schwierig umzugehen, da sie sich aus den persönlichen verankerungen heraus ergeben.

    bei mir sind das die börsenboards, gefolgt von twitter und facebook. google steht da ziemlich hinten an.

  5. @Wirtschaftswurm: interessante Zahlen. Ich habe mir gerade mal die Stastiken für mein englisches Blog (http://olafstorbeck.com) angesehen. Da liegt Twitter unter den Referrern mit 29% mit Abstand vorne, gefolgt von Facebook (12%) und meherern wichtigen Blogs, die alle so auf rund 5% zommen.

  6. Vielleicht ist die geringe Zahl auch darauf zurück zu führen, dass Deutschland einen sehr guten Wirtschaftsjournalismus hat und es deswegen einfach keinen Bedarf an Twitter-Einträgen gibt. Wenn ich mir so die Medienlandschaft anschaue decken die üblichen Verdächtigen meine Informationslust komplett ab und sollte doch einmal was fehlen gibt es ja noch zahlreiche Blogs (wie diesen hier). Ferner ist es fragwürdig ob ein Blog mit verschiedenen Autoren nicht weit aus interessanter für den Leser ist.

    • Danke für die Blumen, Tim, das ist ja sehr schmeichelhaft.

      Ich glaube trotzdem, dass du Unrecht hast. :-)

      Der Wirtschaftsjournalismus hier in UK ist kein Deut schlechter als in Deutschland mit der FT und vor allem dem Economist, der m.E. den Goldstandard setzt in Sachen Wirtschaftsjournalismus. Trotzdem gibt es hier jede Menge Twitter-Ökonomen mit einer sehr großen Zahl von Followern. Ich würde eher vermuten, dass die Nutzung von Social Media in Deutschland außerhalb der klassischen Internet-Community noch in den Kinderschuhen steckt. Aber das, bin ich überzeugt, wird sich ändern.

  7. Ich hab mir mal meine Zugriffsstatistik der letzten 3 Monate angeschaut. Von der Zahl der Zugriffe steht Twitter nur auf Platz 10 der Zugriffsquellen (Platz 1 natürlich Google-Suchmaschine); Twitter ist von daher zumindest für mich nicht so bedeutend. Aber Twitter-User haben die längste Verweilzeit auf meiner Website, sie sind also “wichtige” User.

    Ich persönlich finde Twitter einfach genial. Infos sind dort einfacher zu handhaben als z.B. über RSS-Feeds (für die ich Thunderbird benutze). Aber wer weiß, vielleicht tut sich ja auch mal was bei den Feedleseprogrammen. Dann würde die Bedeutung von Twitter für mich persönlich vielleicht wieder sinken. Twitter ist wohl nicht für die Ewigkeit gemacht.

  8. Witzig:

    „Natürlich kann man Professor sein ohne das.“

    danke Aloa5 !

    Ich bin eben nett. ;)

    Es drehte sich natürlich nicht um die Professoren-Eigenschaft als solches. Ich habe letztlich nur den Eingangsbeitrag von Herrn Storbeck etwas überspitzt dargestellt (welche den \mitredenden Professor ohne Twitter\ für die Zukunft in Abrede stellt):

    Wer als Ökonom auf Dauer mitreden will, wird um ein Twitter-Account kaum herumkommen.

    Ich hatte Tim @zerohedge sowie @joestiglitz und @BullishChina aus meiner econ-Timeline vorgeschlagen. Ich hatte dabei übersehen das in der Biographie von @joestieglitz steht das es von jemandem anderes gepflegt wird.

    Wer auch keinen Twitter-Account zu haben scheint ist Steffen Bogs. Ich hatte mir letztes Jahr als ich begonnen hatte zu bloggen auch einmal angesehen was es an deutschsprachigen econ-Blogs so gibt. Ich fand die Mindmap bei blicklog ganz interessant. Grundsätzlich gibt es jedoch imho recht wenige.

    Grüße
    ALOA

    • Ich habe die zumindest auch nicht gefunden – und mich gewundert. @FTD_Wunder scheint übrigens ein automatisierter RSS-Feed zu sein, jedenfalls hat dort noch nie jemand auf meine RTs oder Kommentare geantwortet…

  9. Die Reaktion von Herrn Professor ist mir (leider) auch schon öfters begegnet. Social Media, worunter Twitter, aber auch Xing usw. werden oft als etwas fremdartiges gesehen…dabei ist es eigentlich doch genau das Netzwerken wie wir es vom Wochenmarkt oder in der Kantine kennen.

    Ob ich einen Artikel im gedruckten Handelsblatt oder in einer Gruppe auf Xing publizier und darauf mittels Tweets hinweise, in beiden Fällen möchte ich etwas einer Menge mitteilen. Vorteilhaft bei Social Media ist dann zudem, dass die Menge darauf auch über Social Media (zeitnah, kostenlos und unkompliziert) reagieren kann, so dass eine Diskussion entstehen könnte.

    Mit herzlichem Gruß

    Ariane Kräutner

  10. Es gibt natürlich auch die gegenteilige Meinung bzw. Elfenbeinturm-These:

    http://www.weissgarnix.de/2010/06/28/blogger-verstehen-nix/

    Formuliert von Kartik Athreya.

    Ich denke es ist nicht absolut zu sagen. Es wird grau bleiben. Immerhin wird das Internet zunehmen zitierfähig. Auch eine meiner Schriftstücke hat es so bereits zu einer Nennung innerhalb einer “12-Wochen-Arbeit im Rahmen der Prüfung für Diplom-Sozialwirte” gebracht. Vermutlich einfach deshalb weil es für einen Nicht-Ökonomen leichter aufzufinden war als eine (sicher bessere) Ausführung innerhalb einer klassischen Publikation eines Ökonomen.

    Und das kann womöglich die Zukunft darstellen. Vielleicht. Law-Blogs haben sich ja bereits darüber mokiert….

    Grüße
    ALOA

  11. @jonasson

    Kern solcher Prognosen ist eher einer der hm… “Bedeutung”. Ich weiß nicht wie Olaf Storbeck das meint. Jedoch ist ein Blog (weniger Twitter) ein Medium der Massenkommunikation. Meinungsmache wenn man so will. Das läuft in etwa wie bei einer großen Zeitung mit Twitter als Index.

    Man kann durchaus argumentieren das diejenigen welche publizieren und sich z.B. über Twitter indexieren (oder auch indexieren lassen) auf die Dauer an Bedeutung in der realen Welt gewinnen. Krugman hat einen eigenen Blog, verlinkt via Twitter aber hauptsächlich einfach seine Spalte bei der NYTimes. Das verschafft seiner Meinung zumindest was die Öffentlichkeit angeht durchaus Bedeutung und mehr Raum. Denn auch die NYT erhält (weltweit) Hits über das Internet.

    Natürlich kann man Professor sein ohne das. Die Frage dabei wird jedoch sein ob nicht irgendwann diese Art publizieren die Funktion von Pressearbeit übernehmen wird bzw. bereits übernommen hat.

    Ich empfehle daher den über meinen Blogartikel aufrufbaren Text von Rajiv Sethi:
    http://rajivsethi.blogspot.com/2010/06/on-blogs-and-economic-discourse.html

    I suspect that within a decade, blogs will be a cornerstone of research in economics. Many original and creative contributions to the discipline will first be communicated to the profession (and the world at large) in the form of blog posts, since the medium allows for material of arbitrary length, depth and complexity. Ideas first expressed in this form will make their way (with suitable attribution) into reading lists, doctoral dissertations and more conventionally refereed academic publications. And blogs will come to play a central role in the process of recruitment, promotion and reward at major research universities. This genie is not going back into its bottle.

    Wir reden hier also nicht primär über Twitter wie man über SMS oder ähnliches spricht. Wir reden über einen Publikations-Indexierer für eine Blogosphäre welche wissenschaftliche Ideen als erstes aufnehmen könnte.

    So eine Theorie welche wie Sethi zitiert etliche zu Kommentaren bewegt hat wie DeLong, Thoma etc..

    Grüße
    ALOA

  12. Ach Du lieber Gott: Nun muss sich schon ein Ökonomie-Professor rechtfertigen, warum er nicht twittert? Ist dem geneigten Autor dieses etwas peinlichen Artikels schon mal der Gedanke gekommen, dass der Herr Professor möglicherweise seine Zeit weit sinnvoller nutzen kann, als irgendwelchen “Followern” hinterherzulaufen? Da wäre beispielhaft zu nennen: Forschung, Lehre, echte Kommunikation mit weniger virtuellen Partnern etc. etc. Ich selbst habe mich jedenfalls ganz bewußt dafür entschieden, sowohl mein akademisches als auch mein privates Leben ohne facebook, twitter und smartphone zu organisieren – und es geht mir dabei weit besser, als so manchem gestressten Zeitgenossen! Man muss nicht bei jedem Hype dabei sein – fällt am Anfang manchmal schwer, kann aber zu sehr überraschenden und positiven Ergebnissen führen.

    • Danke für ihren Kommentar. Was genau finden Sie an meinem Blog denn peinlich? Natürlich kann jeder selbst entscheiden, welche Medien er wie nutzt. Meine Frau und ich haben zum Beispiel vor fünf Jahren unseren Fernseher abgeschafft und fragen uns schon lange, wo die Leute eigentlich die Zeit zum Glotzen hernehmen. Zumindest kennen sollte man aber Twitter, Facebook und Co. als VWL-Professor, der im Hier und Jetzt lebt, finde ich. Sonst kann man glaube ich bald gar nicht mehr verstehen, in welcher Welt sich seine Studenten bewegen.

  13. Die genannten Erwartungen an die Bedeutung von Twitter kann ich so nur bedingt sehen. In der Politik wurde das schon länger prognostiziert. Zumindest in Deutschland alles andere als erfolgreich. Und es erinnert mich justamente an einen Blogeintrag bzw. eine Diskussion im englischsprachigen Raum letztes Jahr:
    http://logicorum.wordpress.com/2010/07/29/kann-die-blogosphare-die-journal-sphare-ersetzen/

    Letztlich stellt Twitter bei Ökonomen oder Juristen eher eine Ablage für Links zu Blogeinträgen dar. Und damit hängt m.E. die Anzahl der Follower auch etwas mit einer aktiven Blogger-Tätigkeit zusammen. Das Tim Harford auch nicht alle Twitter-Ökonomen-Blogs wie z.B. @zerohedge kennt zeigt wie verzweigt alles ist.

    Noch eine Anmerkung: es ist interessant zu sehen wie wenige Follower beispielsweise http://twitter.com/joestiglitz im Verhältnis hat. Kein echter Blogger – womöglich ein Grund. Warum hat Tim Harford ihn nicht unter honorable mentions genannt bzw. wurde ihm nicht gemeldet?

    Letzte Anmerkung: die Deutschen Blogs sind nicht sonderlich gut vernetzt. Sie reden wenig mit- und übereinander. Das unterscheidet Deutsche Blogs von US-amerikanischen. Dort gibt schon Mal Krugman ein Statement zu einem Blogeintrag bei XY ab und der \Antwortet\ sowie ein, zwei andere…. Solche Dialoge gibt es in Deutschland eher nicht, was ich durchaus schade finde.

    Grüße
    ALOA

    • Gute Frage mit Stiglitz, ich werde Tim mal drauf ansprechen. Ich bin unter dem Strich schon sehr überrascht, wie wenig Follower deutsche Wirtschaftstwitterer im vergleich zu Englischen haben… Alleine mit dem deutlich kleineren Markt für deutsche Tweets kann man das glaube ich nicht erklären.

  14. Vorsicht, ich empfehl mich jetzt selber ;-) So fertig.

    Ich würde dann nochmal lostgen vorschlagen. Vielleicht auch aloa5.

    Aber die Liste ist schon ganz cool, da sind 4 oder 5 dabei, die ich noch nicht auf dem Radar hatte.

  15. in einer sache muss ich dann doch widersprechen:

    jeder hat jederzeit die möglichkeit an allem teilzunehmen und dann die gleichen chancen die “wahrnehmungsschwellen” zu überschreiten und bekanntheit zu erlangen.

    ich selbst halte twitter für ein gutes und vielfältiges medium, aber es muss einem auch liegen .. sehr gefreut habe ich mich bspw. heute, als ein politiker zu mir meinte, dass er twitter für ein intelligentes medium hält. das hört man gerade in deutschland ja nicht besonders oft.

    das ding mit der zeit ist halt, dass unser leben begrenzt ist und man derweil die potenziale links liegen lässt, die sich durch twitter ergeben. nicht nur die kommunikativen.. die werden mir immer zu hoch gehängt. vor allem die möglichkeiten zur öffnung des eigenen tunnelblickes, der jeder mensch unterliegt und dessen aufbrechen gerade in diesem bereich regelrecht neue welten eröffnet.

    mfg
    mh