Der Zehn-Punkte-Plan

Das Handelsblatt hat sich dazu entschlossen, mit einem eigenen Zehn-Punkte-Plan zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise in die Debatte einzugreifen. Die Veröffentlichung des Plans in der Freitagausgabe – online hier: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/lehren-aus-der-schuldenkrise-der-10-punkte-plan-zur-rettung-des-euros;2704813 - hat auf handelsblatt.com bereits zu einer heftigen Debatte geführt, bei der die ablehnenden Stimmen deutlich überwiegen.  Unser Plan läuft auf eine solidarische Reformlösung hinaus und rät von radikalen Schritten wie einem sofortigen Haircut für Staatsanleihen der Peripherieländer ab, weil wir davon überzeugt sind, dass die Risiken zu groß sind, damit eine neue globale Finanzkrise auszulösen. Das gilt auch für die neue Variante einer Big-Bang-Lösung, die Daniel Gros vorschlägt:  http://www.voxeu.org/index.php?q=node/5892.

Olaf Storbeck liefert in der heutigen Handelsblatt-Ausgabe eine wissenschaftliche Untermauerung für diese Skepsis. Das Ende von Währungsunionen sei wenig erforscht, schreibt er, und sei gewöhnlich auf politische und nicht makroökonomische Faktoren zurückzuführen. Er zitiert auch Barry Eichengreen mit seiner Warnung, dass ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone zur “Mutter aller Finanzkrisen” führen würde.  http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/

Viele der im Zehn-Punkte-Plan angesprochenen Maßnahmen spielen in der aktuellen Diskussion eine bedeutende Rolle. Ebenso wie wir fordert der IWF heute eine Ausweitung der Anleihenkäufe durch die EZB und eine Vergrößerung des Rettungsschirms, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Der Chef der Eurogruppe der Finanzminister, Jean-Claude-Juncker und der italienische Finanzminister Giulio Tremonti plädieren in der Financial Times für die Einführung von Euro-Bonds. Auch dafür hatten wir uns ausgesprochen.

 Die Spannung steigt, ob die Regierungschefs der Euro-Zone noch vor Jahresende die nötige glaubwürdige und umfassende Lösung finden.

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Alle Kommentare [1]

  1. Eigentlich ist das ganze gar nicht so schwer.

    Wohlstand wird in einer Volkswirtschaft nur durch Produktion und Leistung erreicht. Durch Geld simulierter Wohlstand ersetzt privatwirtschaftlich den real durch Leistung möglichen Wohlstand und zwar in einer Höhe die durch Leistung nicht zu erzielen ist.

    Dies ist möglich weil an den Börsen Schneeballsysteme möglich sind, welche im Glücksspielgewerbe verboten sind. Dieses Problem gilt es zu beheben. Erst wenn es nicht mehr rentabel ist Geld aus Geld zu produzieren wird eine volkswirtschaftliche Wohlstandssteigerung, welche nicht auf Schulden oder Krediten basiert möglich sein.

    Dann können wir uns wieder um das volkswirtschaftliche Hilfsmittel Geld kümmern, denn um etwas anderes handelt es sich volkswirtschaftlich nicht Geld ist keine Ressource, Geld ist ein Katalysator.