Neues Spielfeld

„DIW-Prognose zum dritten Mal goldrichtig“. Nein, nein – diese Meldung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bezieht sich nicht auf die Konjunktur. Auch nicht auf die Zahl der Arbeitslosen. Was das Berliner Haus stattdessen richtig vorhersagte? Den Fußball-Weltmeister 2010, Spanien.

Immerhin, ist man geneigt zu sagen, wenigstens auf einem neuen Spielfeld klappts mit den Treffern, wenn es der Denkfabrik schon bei der BIP-Prognose schwer fällt zu punkten. Denn ausgerechnet das 1925 als Institut für Konjunkturforschung gegründete Haus nimmt nicht nur seit einigen Jahren nicht mehr an der von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Gemeinschaftsdiagnose teil. Die Forscher brachten sich Ende 2008 auch noch selbst ins Abseits, als ihr Präsident öffentlich in Frage stellte, „ob es nicht besser wäre, auf die Veröffentlichung neuer Prognosen für eine Weile zu verzichten.“ Denn, so argumentierte er, das genaue Ausmaß der Finanzkrise lasse sich derzeit nicht exakt beziffern.

Fußballergebnisse offenbar dagegen schon. Zwei DIW-Forscher hatten den Marktwert aller 32 Mannschaften basierend auf dem der einzelnen Spieler berechnet und prognostiziert, dass Spanien den Titel gewinnen wird. ”Damit lag das DIW-Prognose-Team nach der WM 2006 und der EM 2008 zum dritten Mal richtig”, ließ das Haus wissen. Grundsätzlich bestätige die Prognose-Methode, “dass einfache Modelle oft genauso gut funktionieren können wie überaus komplexe und schwer durchschaubare Prognose-Modelle”.

Na dann, liebe Leute: Wendet sie doch für die Konjunkturprognose auch endlich an!

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