Ifo & Co: Von nun an bergab?

Entgegen den Erwartungen konnte sich das Ifo-Geschäftsklima im Mai nicht mehr verbessern (101,5 nach 101,6). Der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum ist sogar deutlich gesunken (55,9 nach 57,6).

Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex und mit Abstrichen auch das Ifo-Geschäftsklima korrelieren mit dem Vorjahresvergleich der Industrieproduktion.

Die Vorjahresrate ist im Frühjahr dieses Jahres vor allem deshalb massiv gestiegen, weil die Industrieproduktion auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 massiv eingebrochen war. Dieser Basiseffekt fällt aber in den kommenden Monaten schrittweise aus dem Vorjahresvergleich heraus, weshalb die Zuwachsrate der Industrieproduktion sinken sollte. Das spricht erfahrungsgemäß dafür, dass der Einkaufsmanagerindex und wohl auch das Ifo-Geschäftsklima in den kommenden Monaten moderat sinken sollten.

Gegen einen massiven Rückgang sprechen allerdings die folgenden Argumente:

1. Mit den USA dürfte sich die größte Volkswirtschaft der Welt mittlerweile in einem moderaten, aber doch selbsttragenden Aufschwung befinden.

2. Die strauchelnden Volkswirtschaften Südeuropas nehmen 12% der deutschen Exporte auf. Nach unserer Modellrechnung sollte das die Zuwachsrate der deutschen Exporte in diesem Jahr um ½ Prozentpunkt drücken.

Unseren Schätzungen zufolge wird das allerdings gerade dadurch kompensiert, dass die Abwertung des Euro die deutschen Exporte aus Sicht ausländischer Kunden preisgünstiger macht. Per saldo sollten die deutschen Exporte nicht unter der Schuldenkrise leiden. Das setzt natürlich voraus, dass das Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds die Situation weiter stabilisiert.

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