Ein Boom sieht anders aus

Die deutschen Exportdaten für den Januar sind eine Enttäuschung, keine Frage. Der erste Rückgang der Ausfuhren seit dem Sommer bestätigt das schwache Bild der deutschen Wirtschaft zum Jahreswechsel. Sogar der Export als wichtigster, womöglich einziger Wachstumstreiber hatte einen schlechten Start ins neue Jahr. Nun gibt es aber zum Glück einige nach vorne weisende Daten, wie die jüngsten Auftragseingänge der Industrie, die dafür sprechen, dass es spätestens im zweiten Quartal wieder besser laufen wird. Ein Boom sieht zwar anders aus, Grund zur Panik gibt es aber nicht. Die wirtschaftliche Erholung wird sich fortsetzen, aber sie verläuft recht holprig.

Wenn man allerdings die deutschen Handelsdaten mit denen anderer großer Industriestaaten vergleicht, die in den vergangenen Tagen gekommen sind, dann lässt sich auch noch ein anderer Schluss aus ihnen ziehen. Der Welthandel scheint insgesamt ebenfalls in einer Schwächephase zu stecken. Gerade gestern waren die britischen Außenhandelsdaten unerwartet schwach ausgefallen, und, weit wichtiger, auch Chinas jüngste Zahlen sehen nicht berauschend aus. Die Chinesen hatten im Januar einen Exportrückgang um 16 Prozent im Monatsvergleich, deutlich mehr als die minus sechs Prozent in Deutschland. Und sie haben sogar schon Februarzahlen, die ein weiteres Minus von 14 Prozent zeigen. Dass die Importe ebenso schrumpften, bestätigt, dass der Welthandel im ersten Quartal einen Rückschlag erleidet. Darauf hatten in den vergangenen Wochen bereits verschiedene Indikatoren hingewiesen. Für Deutschland sind das ebenso wie für die Chinesen keine guten Nachrichten.

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