Lebenszeichen aus den USA

Auf den ersten Blick ist die Wachstumsrate der USA im vierten Quartal eine große Überraschung: Mit einer Jahresrate von 5,7 Prozent hatte kaum jemand gerechnet. Auf den zweiten Blick gibt es allerdings einige Haare in der Suppe zu finden.

Mehr als die Hälfte der aufs Jahr hochgerechneten Wachstumsrate sind auf einen verlangsamten Abbau der Lagerbestände zurückzuführen. Außerdem sind die Exporte deutlich stärker gestiegen als die Importe. Die wahre Stärke der heimischen Wirtschaft sieht, wenn man diese Faktoren herausrechnet, schon gleich weniger beeindruckend aus: Mit einer Jahresrate von zwei Prozent wuchsen die Konsumausgaben und damit sogar weniger als im dritten Quartal.  Ein ermutigendes Zeichen ist allerdings, dass die Investitionen der Unternehmen erstmals wieder stiegen, mit einer Jahresrate von 2,9 Prozent.

Mit dem überraschend guten vierten Quartal schließt die größte Volkswirtschaft der Welt ein Horror-Jahr ab. Der BIP-Rückgang von 2,4 Prozent war zwar nur halb so stark wie in Deutschland. aber hinter ihm stehen auch ungleich gewaltigere Konjunkturprogramme. Ein Rückgang von 18 Prozent bei den Investitionen der Unternehmen und 20 Prozent im Immobiliensektor wollen erst einmal aufgeholt sein. Zuletzt hat sich gezeigt, dass etwa der Immobilienmarkt sofort wieder einknickt, wenn die Regierung ihre Unterstützung reduziert.

Wie selbsttragend der Aufschwung wird, muss sich erst noch zeigen. Doch die US-Regierung wird einen Double Dip, einen Rückfall in die Rezession, nicht zulassen. Eher legt sie noch ein Paket drauf. Am Ende wird die Wachstumsrate 2010 in den USA mit ziemlicher Sicherheit höher als in Deutschland und erst Recht in der Eurozone ausfallen.

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