Bankenregulierung: Die Chance ergreifen

Wie sich seit Monaten abzeichnete, kommen die Impulse für eine ernsthafte, radikale Reform der Bankenregulierung aus den USA und Großbritannien. Obamas herzhafter Tritt vor das Schienbein der Wall Street muss jetzt auch die Europäer aufwecken. Auf den G20-Gipfeln haben sie konstant Misstrauen gegen den Regulierungswillen der Anglo-Amerikaner gestreut, seither haben sie sich im Reformeifer abhängen lassen. Ich bin mal gespannt, ob die Bundesregierung und die Franzosen die Vorlage aufnehmen und jetzt ebenfalls einen Umbau des Bankensektors angehen. Entsprechende Andeutungen gab es zuletzt aus Berlin ja zuhauf.

Die Chance auf weitreichende Absprachen auf G20-Ebene sind vorhanden, auch wenn die Amerikaner erst einmal wieder den Alleingang gewählt haben. Zur Not müssen wir uns aber auch mit ein paar gemeinsamen Prinzipien und national bzw. regional unterschiedlichen Regelungen abfinden. Die Agenda aus deutscher Sicht habe ich bereits beschrieben:  http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2009/10/30/ohne-bankenreform-geht-es-nicht/
Dass die Bankenkrise noch lange nicht überwunden ist, demonstriert die Bad Bank der Hypo Real Estate, die im Trubel der Obama-Ankündigungen geradezu untergegangen ist. 210 Mrd. Euro an fragwürdigen Vermögenswerten will die Münchener Zombie-Bank, die schon 100 Mrd. Euro vom Staat bekommen hat, bei uns Steuerzahlern abladen. Wie viele Zeitbomben lauern noch im Bankensystem?

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