»Torsten Riecke 04. November 2009, 00:23 Uhr

Vertrauen ist gut, Kontrolle wird besser

Das Wort Kapitalverkehrskontrollen kommt einem Marktwirtschaftler nicht nur wegen seiner Länge schwer über die Lippen. Solche Schranken für den internationalen Kapitalfluss wurden bis vor kurzem noch als Teufelszeug gegeißelt. Seit jedoch das Vertrauen in die Märkte durch die Krise spürbar gelitten hat und das Vertrauen in den Staat im gleichen Maße zu steigen scheint, ist auch Kontrolle kein Unwort mehr.

Jetzt hat sogar Dominique Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds beiläufig wissen lassen, dass er im Prinzip nichts gegen Kapitalverkehrskontrollen habe. Zu den Zeiten, als der “Washingtoner Consensus” noch die Weltwirtschaft regierte, wäre das undenkbar gewesen. Zuvor hatte bereits Brasilien eine Steuer von zwei Prozent auf Kapitalimporte verhängt, um dem Boom im Lande nicht außer Kontrolle geraten zu lassen.

DSK, so der Spitzname des IWF-Chefs in Finanzkreisen, hält die Steuer nicht aus ideologischen Gründen für problematisch, sondern weil sie nicht effizient genug sei. Hier kommt etwas in Bewegung – und das ist gut so. Wenn wir erst einmal die idelogischen Schützengräben verlassen haben, können wir uns endlich darüber streiten, ob und wann welche Kapitalkontrollen Sinn machen. Dass DSK im Herzen ein Sozialist ist und deshalb seine Offenheit für staatliche Kontrollen keine wirkliche Überraschung sein kann, muss uns dabei nicht stören.

»Torsten Riecke 04. November 2009, 00:23 Uhr

    2 Kommentare zu “Vertrauen ist gut, Kontrolle wird besser”


  1. Cotton sagt:

    Ja das kann ein sehr hilfreiches Mittel sein.

  2. [...] DSK, so der Spitzname des IWF-Chefs in Finanzkreisen, hält die Steuer nicht aus ideologischen Gründen für problematisch, sondern weil sie nicht effizient genug sei. Hier kommt etwas in Bewegung – und das ist gut so. Wenn wir erst einmal die ideologischen Schützengräben verlassen haben, können wir uns endlich darüber streiten, ob und wann welche Kapitalkontrollen Sinn machen. Dass DSK im Herzen ein Sozialist ist und deshalb seine Offenheit für staatliche Kontrollen keine wirkliche Überraschung sein kann, muss uns dabei nicht stören.“ [...]