Artikel mit dem Tag: Wall Street

Geithner gibt den ignoranten Wahlkämpfer

Die Aktionäre der US-Finanzinstitute können zumindest bis zu den Wahlen im November nicht auf Milderung des Regulierungseifers der Politik rechnen. Das hat Finanzminister Tim Geithner in einem bemerkenswerten Gastbeitrag im “Wall Street Journal” klar gemacht. Er wirft den Banken Amnesie vor. Sie kämpften gegen die neue Regulierung, obwohl sie wissen müssten, dass zu lose Kontrolle die jüngste Finanzkrise ausgelöst habe.

Der Kommentar wendet sich eindringlich an die Nicht-Banker und Wähler:

Remember the crisis when you hear complaints about financial reform—complaints about limits on risk-taking or requirements for transparency and disclosure. Remember the crisis when you read about the hundreds of millions of dollars now being spent on lobbyists trying to weaken or repeal financial reform. Remember the crisis when you recall the dozens of editorials and columns against reform published on the opinion pages of this newspaper over the past three years.

Im Grunde ist der Beitrag eine Replik auf die Kritik vor allem an der Volcker Regel, die den Banken das Zocken auf eigene Rechnung verbieten soll. Diese wird derzeit von den Aufsichtsbehörden formuliert und die Finanzmarktlobby läuft Sturm dagegen. Die Regel sei nicht zu komplex, so Geithner, zumindest nicht komplexer als die Realität. Sie sei auch nicht zu teuer für die Banken, zumindest nicht teurer als eine neue Finanzkrise.

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“Sie hätten Bear Stearns umfallen lassen sollen!”

Titelbild Bloomberg Businessweek (Bild via BBW)Zwei bemerkenswerte Frauen dominieren an diesem Wochenende die Wirtschaftsberichterstattung in den USA. Die Eine, Bankenaufseherin Sheila Bair, rechnet zum Abschluss ihrer Karriere als Regulatorin im “New York Times Magazin” mit dem männlichen Establishment in Washington und an der Wall Street ab. Die Andere, Harvard-Professorin Elizabeth Warren, wird in der “Bloomberg Businessweek” als die Eiserne Lady gefeiert, die sogar ohne dauerhaftes offizielles Mandat bereits jetzt die Bankenwelt verändert hat.
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„Mir san mir“ an der Wall Street

Das erste Quartal hat die Risiken zurück an die Kapitalmärkte gebracht: Den Unruhen in Tunesien und Ägypten folgte die Eskalation in Libyen, die den Ölpreis in die Höhe treibt. Einstürzen ließ die Kurse aber erst das Erdbeben in Japan und die anschließende Sorge vor einem Atomkollaps. Ganz nebenbei gewinnt die europäische Schuldenkrise Tag für Tag an Schärfe. Portugal wird sich nach Meinung vieler Experten dem europäischen Rettungsschirm kaum noch entziehen können und in Irland sind die Banken durch einen weiteren Stresstest gefallen. » Weiterlesen

Die Aktionäre von Goldman & Co freuen sich zu früh

Obama hat es geschafft, zum zweiten Mal. Nur wenige hätten im vergangenen Sommer angesichts des Aufruhrs im Land an einen Erfolg seiner Gesundheitsreform geglaubt. Und kaum jemand glaubte im vergangenen Herbst an eine Verabschiedung der Finanzmarktreform. Zu heftig war der Gegenwind der industrienahen Opposition. Am Ende hat aber er beide Projekte durchgebracht. Die Gesundheitsreform im Frühjahr, das Regulierungsgesetz passierte am Donnerstag den Senat.
Respekt!

Bei der historischen Neuregulierung der Wall Street war der Preis für den nach langem Kampf gefundenen Kompromiss hoch. Zu hoch meinen viele Kritiker. Sie zweifeln daran, dass das Gesetz seinen Zweck, die Wall Street an die Kandare zu nehmen, überhaupt erfüllen kann. Sehr erfolgreich scheint die Bankenlobby bei der Verwässerung des Regelwerks gewesen zu sein. Dieser Ansicht sind auch die Aktionäre von Goldman & Co, die das Gesetz in den vergangenen Tagen ausgiebig mit einer Erleichterungsrally feierten. Aber es gibt deutliche Hinweise, dass sie sich vielleicht zu früh gefreut haben könnten.
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“Flash Crash” könnte US-Finanzmarktregulierung zum Erfolg verhelfen

Die Euphorie über Rekordkursgewinne an den Börsen am Montag überdeckt derzeit ein wenig die anhaltende Ratlosigkeit in den USA über die Auslöser für den “flash crash” vom vergangenen Donnerstag. Auch vier Tage nach der Panikattacke an den US-Börsen, die den Dow Jones binnen weniger Minuten um fast 1000 Punkte einbrechen und wieder zurückschnellen ließ, stochern die US-Behörden bei der Ursachenforschung weiter im Neben. Ob es “nur” Angst vor den Konsequenzen der Eurokrise war oder doch ein technischer Fehler oder die irrtümliche Eingabe einer großen Verkaufsorder, ist nach wie vor nicht raus.

Immerhin versprachen gestern die Chefs der sechs größten Börsen bei einem Treffen mit der Chefin der Finanzmarktaufsichtsbehörde SEC, Mary Schapiro, gestern die Einführung von Mechanismen zur Panikabwehr. » Weiterlesen

Keine Entwarnung nach dem Crash vom Donnerstag

Die erhoffte Entwarnung nach dem mysteriösen Crash vom vergangenen Donnerstag ist ausgeblieben. Anleger weltweit – Profis wie Privatiers – dürften in der Nacht zum Freitag auf einen technischen Grund als Ursache des heftigsten Kursrutsches in der Geschichte des US-Aktienmarktes gehofft haben.

Denn: So ein dämlicher Händler, der versehentlich eine Milliarde statt einer Millionen Aktien zum Verkauf gestellt hat, oder ein verrückt gewordenes Computerhandelssystem bei der Bank XYZ, wären einfache und zugleich bequeme Erklärungen für den Horrortag gewesen. Das Problem wäre isolierbar und damit früher oder später lösbar gewesen. Man hätte als Investor mehr oder weniger zur Tagesordnung übergehen können. Doch dieser Traum erfüllte sich nicht. » Weiterlesen

Die Stimmung ist besser als die Lage

“Irgendwann muss die Fed das ganze Geld, das sie schafft, auch wieder zerstören”, betonte Wirtschaftsprofessor Alan Binder kurz vor Weihnachten 2008. Die US-Notenbank Fed hatte da gerade den Leitzins im Zuge einer schweren Rezession auf null bis 0,25 Prozent gesenkt. Gut 16 Monate später ist die weltgrößte Volkswirtschaft wieder im Aufschwung, und nicht nur Top-Ökonomen wie Binder fragen sich, wie lange Fed-Chef Ben Bernanke noch an seiner Politik des super-billigen Geldes festhalten will. » Weiterlesen

Die Main Street leidet weiter

Stell Dir vor es ist Aufschwung in den USA, und kaum einer arbeitet mehr mit. Mit Ausnahme der großen Nachrichtenagenturen vielleicht, die die jüngsten Zahlen des Arbeitsministeriums in vorösterlicher Freude bejubeln: “USA mit stärkstem Stellenzuwachs seit drei Jahren”, heißt es bei Reuters. Sogar von einer “Trendwende am Arbeitsmarkt” ist die Rede. Dabei braucht es schon viel Fantasie, um aus dem Bericht jene Entspannung für die Main Street herauszulesen, an der sich ihre reiche Schwester, die Wall Street, seit Monaten erfreut.   » Weiterlesen

Ein Krankmacher für die Wall Street

Amerika wird mit dem Durchbruch der heiß umstrittenen Gesundheitsreform ein Stück weit europäischer, ein Stück weit sozialer. Das ist die eine Seite der Medaille. Ziemlich genau auf der anderen Seite steht die Wall Street, die beim Thema soziale Gerechtigkeit, vornehm ausgedrückt, keine große Leidenschaft entwickelt. Es gehört nun mal zum täglichen Geschäft der Wall Street, die Starken zu stärken und die Schwachen zu ignorieren. Die Finanzgemeinde liebt das freie Spiel der Kräfte. Sie wehrt sich gegen jeden staatlichen Eingriff – und sei er nur dazu da, 32 Millionen Menschen eine Krankenversicherung zu ermöglichen.

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Terrorfurcht kehrt 2010 an die US-Börsen zurück

Banges Warten bestimmt die Szene rund um das Hauptquartier der US-Börse Nasdaq am frühen Silvesterabend. Mit Robotern untersucht die Polizei am letzten Tag es Jahres 2009 einen verdächtigen, herrenlosen Lieferwagen am Times Square in direkter Nähe der Börse. Eine Reihe von Gebäuden und Straßen an einem der geschäftigsten Plätze New Yorks muss geräumt werden, darunter auch Büros der Nasdaq. Eine kurze Verkaufswelle rollt durch die Systeme der elektronischen Börse, die bis zum Schluss durchhandeln lässt. Am Ende findet die Polizei zum Glück keinen Sprengstoff. Tausende Menschen am Times Square können in Ruhe die traditionelle Silvesterfeier genießen.

Trotz des beruhigenden Ausgangs wirft das Ereignis am letzten Tag des alten Jahres ein Schlaglicht auf das nun beginnende Börsenjahr 2010. » Weiterlesen