Die Aktionäre der US-Finanzinstitute können zumindest bis zu den Wahlen im November nicht auf Milderung des Regulierungseifers der Politik rechnen. Das hat Finanzminister Tim Geithner in einem bemerkenswerten Gastbeitrag im “Wall Street Journal” klar gemacht. Er wirft den Banken Amnesie vor. Sie kämpften gegen die neue Regulierung, obwohl sie wissen müssten, dass zu lose Kontrolle die jüngste Finanzkrise ausgelöst habe.
Der Kommentar wendet sich eindringlich an die Nicht-Banker und Wähler:
Remember the crisis when you hear complaints about financial reform—complaints about limits on risk-taking or requirements for transparency and disclosure. Remember the crisis when you read about the hundreds of millions of dollars now being spent on lobbyists trying to weaken or repeal financial reform. Remember the crisis when you recall the dozens of editorials and columns against reform published on the opinion pages of this newspaper over the past three years.
Im Grunde ist der Beitrag eine Replik auf die Kritik vor allem an der Volcker Regel, die den Banken das Zocken auf eigene Rechnung verbieten soll. Diese wird derzeit von den Aufsichtsbehörden formuliert und die Finanzmarktlobby läuft Sturm dagegen. Die Regel sei nicht zu komplex, so Geithner, zumindest nicht komplexer als die Realität. Sie sei auch nicht zu teuer für die Banken, zumindest nicht teurer als eine neue Finanzkrise.


Zwei bemerkenswerte Frauen dominieren an diesem Wochenende die Wirtschaftsberichterstattung in den USA. Die Eine, Bankenaufseherin Sheila Bair, rechnet zum Abschluss ihrer Karriere als Regulatorin im