George Soros, der berühmte US-Milliardär, kennt sich aus in der großen Finanzwelt. Wenn der die Meinung vertritt, dass die Banken mit der “privaten Beteiligung” an der Hilfe für Griechenland letztlich ein gutes Geschäft machen, sollte man diese Einschätzung daher ernstnehmen. Und er steht damit nicht allein. Letztlich ist es eine beinahe philosophische Frage, wie man den “Beitrag” zur Rettung beziffert. Verglichen mit den aktuellen Marktpreisen ihrer Griechenland-Papiere sieht es gut es aus für sie, wenn sie diese Papiere in Werte mit besserer Bonität umtauschen können. Setzt man hingegen die Nominalwerte an, mit denen die Papiere bei einigen Geldhäusern noch in der Bilanz stehen, dann sieht es nach einem “Opfer” aus. In jeden Fall ist es keine Überraschung, dass immer wieder neue Rechnungen, wie jetzt von den Grünen, zu dieser Frage auftauchen. » Weiterlesen
Artikel mit dem Tag: Griechenland
Die Franzosen sind kreativ
Ganz klar sind die Details des französischen Vorschlags noch nicht, auf den sich offenbar Banken und Politik geeinigt haben. Aber wie sieht der Plan denn aus? Er sieht so aus wie manche Garantiefonds, die an Privatanleger verkauft werden. Die Grundidee dabei ist: Es gibt einen spekulativen Anteil des Fonds. Und es gibt einen Zerobonds, also ein Papier, das über die Laufzeit hinweg im Wert wächst, weil die Zinsen nicht ausgeschüttet, sondern zugeschrieben werden. Wenn die Sache richtig gerechnet wird, dann enspricht dieser Zuwachs am Ende einer gegebenen Laufzeit in etwa dem Einstandswert des spekulativen Anteils. Das heißt: Selbst wenn der spekulative Anteil verschwindet, ist am Ende wenigstens das eingesetzte Kapital noch zu 100 Prozent da.
Börse zu Griechenland: Crisis – what crisis?
Angesichts der immer neuen Schreckensmeldungen aus Griechenland würde man erwarten, dass nicht nur die privaten Investoren von Staatsanleihen kalte Füße bekommen, sondern dass auch den Aktienanlegern langsam mulmig zumute wird. Zwar weisen die Strategen der großen Banken pflichtschuldig immer auf die Schuldenkrise als eines der größten Anlagerisiken hin. Doch die Börsianer kümmert das offenbar wenig. Fast alle großen Aktienindices haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zugelegt. Der Dow Jones und der Dax ragen mit einem Zuwachs von mehr als fünf Prozent heraus.
Allein an den dicken Unternehmensgewinnen kann es nicht liegen, dass die Aktienmärkte kaum Notiz von der drohenden Staatspleite nehmen. Den Anlegern sollte aus dem Krisenjahr 2008 noch in Erinnerung sein, wie schnell sich eine Finanzkrise auf die reale Wirtschaft ausweitet. Nein, die Investoren vertrauen bislang immer noch darauf, dass die Politiker die Griechenlnad-Krise in den Griff bekommen. Selbst wenn sich eine Staatspleite nicht mehr abwenden lässt, so die Hoffnung, soll sie zumindest in ordentlichen Bahnen abgewickelt werden. Wie dieser Vertrauensvorschuss angesichts des bislang chaotischen Krisenmanagements der Politiker zustande kommt, bleibt ein Rätsel. Möglicherweise halten die Börsianer Griechenland aber auch für zu klein, um die Weltwirtschaft erneut aus der Bahn zu werfen. Wie die jüngsten Warnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigen (http://www.imf.org/external/np/speeches/2011/062011.htm), ist selbst das ist eine riskante Wette auf eine äußerst ungewisse Zukunft.
Schäuble bringt Entlastung für die Finanzmärkte
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schließt sich der Linie der Europäischen Zentralbank (EZB) an: erstmal soll es keine Umschuldung in Griechenland geben. Für die Finanzmärkte ist das eine gute Nachricht – aus mehreren Gründen.
Die Umschuldung kommt – Hand drauf
Wenn es in der europäischen Schuldenkrise bisher eine zentrale Erkenntnis gibt, dann die, dass Negativszenarien früher oder später eintreten. Wie lange haben Griechenland, Irland und zuletzt Portugal – und mit ihnen die gesamte europäische Polit-Prominenz - dementiert, dass sie fremde Hilfe brauchen werden: Am Ende sind sie doch umgekippt. Bei Spanien könnte es (hoffentlich) anders sein. Aber die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel. » Weiterlesen
Portugal? Da war doch was…
Man stelle sich vor, Portugal kracht zusammen und keiner hört hin. Ganz so krass ist es nicht, aber die neuerliche Herabstufung des Landes durch die Ratingagentur Moody’s hat die Devisenmärkte heute weitgehend kalt gelassen. Das Thema “Eurokrise” hat offenbar zumindest vorerst seinen Reiz für die Investoren verloren.
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Die Dollar-Party neigt sich dem Ende zu (revisited)
Nach enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten für Juni ist der Euro heute zwischenzeitlich um einen weiteren Cent auf rund 1,26 Dollar gestiegen. Der vermutete Trendwechsel zu Gunsten des Euro am Devisenmarkt scheint sich also einzustellen.
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Die Dollar-Party neigt sich dem Ende zu
Satte drei Cent hat der Euro am Donnerstag gegenüber dem Dollar gewonnen. Das ist angesichts der angedrohten Herabstufung Spaniens durch die Ratinagentur Moody’s (mehr dazu hier) wirklich bemerkenswert. Die Stimmung an den Märkten scheint sich zu drehen. Wenn an diesem Freitag die Arbeitsmarktdaten in den USA enttäuschen, könnten wir Zeugen eines Trendwechsels zu Gunsten der viel gescholtenen Gemeinschaftswährung werden.
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Neues aus Absurdistan
Die deutschen Banken bekommen kalte Füße. Kaum haben sie sich auf Druck der Bundesregierung bereiterklärt, Griechenland zu helfen, da wird ihnen plötzlich klar, dass die Hilfe erhebliche Risiken birgt. Versprochen hatte man, die auslaufenden Kreditzusagen für die Hellenen großzügig zu verlängern. Jetzt fragen sich die Banker: Dürfen wir uns in einem Land, das kurz vor der Staatspleite steht, überhaupt noch engagieren? Oder gebietet es nicht die Pflicht gegenüber Kunden, Aktionären und der Finanzaufsicht, die Risiken zu minimieren und das Geld in Sicherheit zu bringen?
Dass Absurde daran ist, dass man es den Bankern nicht einmal übelnehmen kann, dass sie plötzlich ihre Hausaufgaben machen und mit Kreditrisiken vorsichtiger umgehen. Allerdings kommt diese Einsicht reichlich spät. Man hätte sich gewünscht, die Banker hätten die Risken bereits einkalkuliert, als sie noch bedenkenlos griechische Staatsanleihen kauften.
Der Webfehler der Bankenbeteiligung geht aber auf das Konto der Politiker. Sie haben es versäumt, durch eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten die Banken für ihre Leichtsinnigkeit zur Verantwortung zu ziehen. Stattdessen haben sie den Kreditinstituten eine Selbstverpflichtung abgerungen, die diese mit gutem Gewissen kaum erfüllen können. Der rechtlich und marktwirtschaftlich saubere Weg wäre gewesen, die Banken für ihre Sünden haften zu lassen. So aber hat man das Haftungsprinzip ausgehebelt und den Beitrag der Banken zum Gegenstand eines politischen Kuhhandels gemacht. Das ist Krisenmanagement ohne Sinn und Verstand.
Berlin verunsichert die Welt
Die weltweiten Aktienmärkte fallen nun den dritten Tag in Folge wie ein Stein, weil die deutsche Bundesregierung in einem für alle Beobachter überraschenden Alleingang Leerverkäufe auf Bankenaktien und Kreditausfallversicherungen (CDS) drastisch eingeschränkt hat. Hier in New York kratzt sich die Finanzgemeinde den Kopf, was Berlin wohl bewogen dazu haben mag. Die zentrale Fragen: Greift die Bundesregierung getrieben von Wahlniederlagen – wie zuvor schon das Weiße Haus – zu populistischen Maßnahmen? Oder wissen Schäuble, Sanio und Merkel von Problemen im deutschen Finanzsektor, die vor der breiten Öffentlichkeit sorgsam versteckt werden?
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