Ökonomen benennen das Problem manchmal sehr direkt und sehr nüchtern: Entweder man rettet Staaten, oder man rettet Banken. Wenn man Staaten rettet, muss man wahrscheinlich keine Banken retten. Aber wenn man Staaten nicht rettet, muss man sich dringend um die Banken kümmern.
Artikel mit dem Tag: Banken
Die Entzauberung des Axel Weber
Schon mal den Namen Kaspar Villiger gehört? So heißt der Mann, den Axel Weber bei der Schweizer Bank UBS beerben soll. Das große Aushängeschild dieser Bank ist Villiger nicht. Und ein kommerzielles Schwergewicht ist er auch nicht. Sondern ein Verwaltungsratspräsident – ein wichtiger Posten, aber keiner, für den man einen Menschen mit Erfahrung im Tagesgeschäft braucht. » Weiterlesen
Bankerinflation in Fernost
Der Osten leuchtet, golden sogar. Während die leidgeprüften Banker in London und New York noch immer an ihrem Post-Krisen-Kater laborieren, steigt in Asien die nächste Bonus-Party. » Weiterlesen
In den Schatten gestellt
Größer könnte der Unterschied kaum sein: Während die großen Investmentbanken der Reihe nach ihre Renditeziele zurücknehmen, fahren die großen Hedge-Fonds Rekordgewinne ein. Nach einem Bericht der FT haben die zehn größten Finanzinvestoren im zweiten Halbjahr 2010 mehr Geld verdient als Goldman Sachs, JP Morgan, Citigroup, Morgan Stanley, Barclays und HSBC zusammen. Das ist an sich schon peinlich genug für die früheren “Master of the Universe”. Bedenkt man, dass die zehn Hedge-Fonds zusammen allenfalls vielleicht 2000 Finanzprofis beschäftigen, die sechs Investmentbanken aber auf mehr als eine Million Mitarbeiter kommen, zeigt sich, wie stark die Banken von der Konkurrenz in den Schatten gestellt werden.
Diese Verschiebung der Gewinne wird sich noch beschleunigen, wenn erst die neuen Kapitalstandards (Basel III) die großen Banken zwingen, ihre Risikolust weiter zu zügeln. Für die Finanzaufseher bedeutet das, sie müssen ihre Augen nicht nur auf den offiziellen Bankensektor richten. Auch im Schattenreich der bislang nur wenig regulierten Hedge-Fonds können systemische Risiken entstehen. Für die Banken bedeutet das, dass sie sich auch in der Bezahlung ihrer Stars nicht länger mit den Hedge-Fonds messen sollten.
Notwendige Führungskrise bei HSBC
Völlig ohne Absicht hat Stephen Green seinen Arbeitgeber HSBC in eine Führungskrise gestürzt. Seit der charismatische Chairman seinen Wechsel in die Politik angekündigt hat, herrscht Chaos bei Europas mächtigster Bank. Am Ende könnte nicht nur Green sondern auch der Vorstandschef Michael Geoghegan gehen. Einen leichten Ausweg aus der verfahrenen Situation gibt es nicht. HSBC sollte die Gelegenheit nutzen, um alte Zöpfe endgültig abzuschneiden. » Weiterlesen
Irische Malaise
Es ist jedes Mal das selbe Bild. Kurz bevor Irland sich mit einer Anleiheplatzierung an den Markt wagt, machen Gerüchte über die Bonität der angeschlagenen Wirtschaft die Runde, die die Angst schüren. Prompt führt die Hysterie zu steigenden Risikoaufschlägen, bevor sich am Ende die Bonds dann doch ganz gut verkaufen. Dank der Gerüchte holen die Investoren aber jedes mal noch ein paar Basispunkte mehr Rendite heraus. Das Muster ist inzwischen ziemlich durchschaubar, dennoch kann die Regierung in Dublin wenig dagegen tun. Denn die Angst an den Märkten hat durchaus einen realen Hintergrund, und das macht es leicht die Hysterie zu schüren. » Weiterlesen
Basel beflügelt die Börse
Die Einigung im Baseler Financial Stability Board kommt an der Börse offenbar gut an. Die Bank-Aktien ziehen zum Teil deutlich an – herausragend die französische Crédit Agricole mit fast sechs Prozent. Die Deutsche Bank bewegt sich nicht so stark, was aber auch mit der Kapitalerhöhung zusammenhängen könnte.
Die Nummer mit den Stresstests hat funktioniert
Ich war ja skeptisch. Aber jetzt muss man sagen: Die Nummer mit den Stresstests hat funktioniert. Es gab zwar jede Menge skeptische Kommentare. Aber letztlich ist es so ausgegangen wie letztes Jahr in den USA: Dort wurden die Stresstests für die Banken zum Teil auch als PR-Gag abgetan. Aber im Endeffekt haben sie die Märkte beruhigt.
Dilemma der Banken
Wieder einmal treibt die finanzielle Situation der europäischen Banken die Sorgenfalten auf die Stirn der Aktienhändler. Dieses Mal ist die Europäische Zentralbank Schuld, die ihre langfristigen zwölfmonatigen Refinanzierungsgeschäfte auslaufen lässt, und das in einer Zeit, in der gerade kleinere Institute aus den südlichen Ländern der Eurozone Probleme haben, sich frische Mittel am freien Markt zu besorgen. » Weiterlesen
Neues aus Absurdistan
Die deutschen Banken bekommen kalte Füße. Kaum haben sie sich auf Druck der Bundesregierung bereiterklärt, Griechenland zu helfen, da wird ihnen plötzlich klar, dass die Hilfe erhebliche Risiken birgt. Versprochen hatte man, die auslaufenden Kreditzusagen für die Hellenen großzügig zu verlängern. Jetzt fragen sich die Banker: Dürfen wir uns in einem Land, das kurz vor der Staatspleite steht, überhaupt noch engagieren? Oder gebietet es nicht die Pflicht gegenüber Kunden, Aktionären und der Finanzaufsicht, die Risiken zu minimieren und das Geld in Sicherheit zu bringen?
Dass Absurde daran ist, dass man es den Bankern nicht einmal übelnehmen kann, dass sie plötzlich ihre Hausaufgaben machen und mit Kreditrisiken vorsichtiger umgehen. Allerdings kommt diese Einsicht reichlich spät. Man hätte sich gewünscht, die Banker hätten die Risken bereits einkalkuliert, als sie noch bedenkenlos griechische Staatsanleihen kauften.
Der Webfehler der Bankenbeteiligung geht aber auf das Konto der Politiker. Sie haben es versäumt, durch eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten die Banken für ihre Leichtsinnigkeit zur Verantwortung zu ziehen. Stattdessen haben sie den Kreditinstituten eine Selbstverpflichtung abgerungen, die diese mit gutem Gewissen kaum erfüllen können. Der rechtlich und marktwirtschaftlich saubere Weg wäre gewesen, die Banken für ihre Sünden haften zu lassen. So aber hat man das Haftungsprinzip ausgehebelt und den Beitrag der Banken zum Gegenstand eines politischen Kuhhandels gemacht. Das ist Krisenmanagement ohne Sinn und Verstand.

