» 11. September 2012, 08:40 Uhr

Japan Airlines kehrt an die Börse zurück

Anfang 2010 erschütterte eine Sensationsnachricht die Luftfahrtbranche: Japan Airlines, einer der angesehensten Spieler der Branche, war zahlungsunfähig. Wegen der Weltwirtschaftskrise waren die Passagierzahlen gesunken. JAL hatte da ohnehin hohe Schulden. Die Aktie ging in Tokio aus dem Markt.

Jetzt, zwei Jahre später, ist die Fluglinie runderneuert. Am 19. September soll die Aktie an den Markt zurückkehren. Heute gab JAL den Preis bekannt: 6,6 Milliarden Euro soll die so genannte „Erstnotiz“ (die so gesehen keine ist) einbringen.

JAL ist – wie der US-Autohersteller GM – ein gutes Beispiel dafür, dass die geordnete Insolvenz eine viel tiefer gehende Gesundung bringt als Durchwurschteln. 

Erst in der Insolvenz konnten sich JAL und GM von Verpflichtungen trennen, die ihnen wie Klötze am Bein hingen: Dem politisch gewollten Erhalt unnötiger Arbeitsplätze und Standorten (bzw. Flugstrecken). Pensionsverpflichtungen, die die Gewerkschaften in lange vergangenen, besseren Tagen durchgesetzt hatten.

Ein bisschen sollte dieses Beispiel auch im Umgang mit EU-Pleitestaaten zu denken geben. Spanien, Italien und überhaupt das ganze morsche Euro-Währungssystem neigen zum Durchwurschteln. Statt das Unausweichliche anzuerkennen und beispielsweise den Internationalen Währungsfonds zur Hilfe zu rufen, läuft schon seit Jahren ein Schrecken ohne Ende.

» 11. September 2012, 08:40 Uhr