Nach einer Woche mit extremem Stress können die Märkte aufatmen. Bei der Wahl in Griechenland wäre jedes Ergebnis problematisch gewesen. Aber das, was sich jetzt abzeichnet ist vielleicht von allen Möglichkeiten noch die beste. Die Kräfte, die mit der EU kooperieren wollen, haben die Oberhand. Gleichzeitig ist die radikale Linkspartei so stark, dass die alten Parteien nicht einfach weitermachen können wie bisher. Was wäre besser gewesen?
Die EU hat vorsichtshalber im Vorfeld schon mal Gesprächsbereitschaft anklingen lassen. Auch das ist eine gute Nachricht. Denn Griechenland braucht jetzt auch das Gefühl, nicht einfach nur Opfer zu sein. Die Möglichkeit, dass das Land im Euro bleibt und sich langsam aus der Krise heraus arbeitet, besteht nun. Und die Schwarzmaler, die den Austritt Griechenlands und in der Folge einen Zusammenbruch der Eurozone vorausgesagt haben, scheinen sich geirrt zu haben. Wenn die Angst vor einem Zusammenbruch der Euro-Zone weicht, dann wird auch die Kapitalflucht wieder nachlassen – und die ist mehr als alles andere für die Rezession in den schwachen Ländern verantwortlich. Und diese Flucht wäre auch mit einer gemeinsamen Einlagensicherung nicht zu stoppen, denn diese Sicherung könnte ja nur für den Euroraum wirken – aber davor, dass dieser nicht zusammenhält, haben die Sparer ja gerade Angst.
Das Wahlergebnis in Frankreich könnte sich auch positiv auswirken. Das Land braucht eine Erneuerung. Und die Voraussetzung dazu sind klare Machtverhältnisse. Dazu kommt: Manchmal ist es einfach für eine Linkspartei, harte Entscheidungen zu treffen, weil sie die Opposition von links nicht fürchten muss. Es wird noch eine Weile dauern, bis sich Hollande der Realität stellt, aber dieser Prozess kann jetzt beginnen.
Wenn die Märkte sich etwas entspannen, dann wird sich vielleicht auch wieder die Erkenntnis durchsetzen, dass die Hilfsaktion für Spanien nicht so schlecht ist, wie sie im Lauf der vergangenen Woche gemacht wurde. Schließlich ist doch entscheidend, dass die Spanier einen Anfang machen damit, ihre Banken/Immobilien-Problem zu lösen.











2 Kommentare zu “Die Nachrichten vom Ableben des Euros waren verfrüht”
[...] die Nachricht vom Ableben des Euro verfrüht waren und sich Europa trotz allem auf dem richtigen Weg befindet (nicht trotz, sonder wegen der Krise), [...]
Guter Bericht! Man muss schließlich nicht immer alles so schwarz sehen. Vielleicht wird ja wirklich alles wieder gut. Aber Fakt ist auch, dass sich durch das Griechenland-Wahlergebnis nichts verschlechtert, aber auch noch nichts verbessert hat. Die nächsten Monate bleiben also spannend…