»Torsten Riecke 26. August 2010, 16:18 Uhr

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Nur Gold glänzt schöner

Wann immer die Anleger in unsicheren Zeiten Zuflucht in einem ruhigen Währungshafen suchen, greifen sie nach dem Schweizer Franken. Daran hat auch die internationale Kampagne gegen die Steueroase in den Alpen nichts geändert. Diese Woche haben die Sorgen über die Weltkonjunktur und die Herabstufung der irischen Staatsanleihen den Wechselkurs des Franken zum Euro unter die Marke von 1,30 gedrückt. So stark war die eidgenössische Währung noch nie.

Der Franken hat seinen Steilflug nahezu ungehindert fortgesetzt, nachdem die Schweizerische Nationalbank ihre Interventionen im Frühjahr eingestellt hatte. Notenbank-Chef Philipp Hildebrand musste zwischenzeitlich Währungsverluste von zig Milliarden Franken verbuchen. Jetzt kündigt er an, sein Handlungsspielraum sei durch das gesetzliche Mandat der Zentralbank begrenzt. Mit anderen Worten: Die Notenbank kann sich nicht unendlich gegen die Aufwertung stemmen.

Der nächste Härtetest steht den Eidgenossen jedoch schon bevor. In Tokio verdichten sich die Anzeichen, die japanischen Notenbank könnte erstmals seit sechs Jahren wieder aud dem Devisenmarkt eingreifen, um den Höhenflug des Yen abzubremsen. Das wiederum hat noch mehr Anleger in den Schweizer Franken gedrängt, da sie bei Yen-Anlagen mit Kursverlusten rechnen müssen.

Der neue Aktionismus der Notenbanken macht die Devisenkurse erneut zu einem Streitthema auf der internationalen Agenda. Zumal der Ärger Amerikas über die Manipulationen der chinesischen Währung Yuan keineswegs verflogen ist. Noch immer drückt Peking den Wechselkurs zum Dollar, um seine Exporte zu stützen. Als erster hat der französische Präsident Nicholas Sarkozy die politische Sprengkraft der Währungsturbulenzen entdeckt. Er will eine neue Weltwährungsordnung zum Thema der G20 im nächsten Jahr machen. Allzuviel sollte man sich davon aber nicht versprechen. Die letzten international abgestimmten Eingriffe in den Devisenmarkt waren nicht weniger volatil als die Märkte selbst. Mit dem Plaza-Abkommen sollte der steile Anstieg des Dollars 1985 gebremst werden. Zwei Jahre später trafen sich die führenden Wirtschaftsmächte in Paris, um mit dem Louvre-Abkommen den von ihnen selbst ausgelösten Fall des Greenback wieder rückgängig zu machen.

»Torsten Riecke 26. August 2010, 16:18 Uhr

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