Während sich die Welt vor Inflation sorgt, macht sich in den USA allmählich deflationäre Stimmung breit. Der heimische Arbeitsmarkt bleibt ein Debakel, die Einkommen stagnieren bestenfalls noch, und im Häusermarkt gilt der nächste Abschwung selbst unter notorischen Optimisten als ausgemachte Sache. Die durchschnittliche Rate für festverzinsliche 30jährige Hypotheken ist laut Freddie Mac unter die Marke von 4,5 Prozent gefallen, so tief wie zuletzt in den 50er-Jahren. Wird die US-Notenbank Fed bei ihrer heutigen Sitzung entsprechend reagieren und die nächste Stimulus-Runde einläuten?
Bekannt ist, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke fallende Preise mehr fürchtet als alles andere. Von Nobelpreisträger Milton Friedman hat Bernanke gelernt, dass die Große Depression vor allem durch eine zu rigide Geldpolitik und eine Unterversorgung an Dollar durch die Fed verursacht wurde. So etwas werde nicht wieder vorkommen, soll er seinem Mentor bei einer Rede zu Friedman’s 90. Geburtstag versprochen haben. Seit Bernanke – in Anlehnung an Friedman - einmal vorschlug, Dollars im Falle einer Deflation mit dem Hubschrauber abwerfen zu lassen, haben ihm Kritiker den Spitznamen „Helikopter Ben“ verpasst.
Konsens unter Marktteilnehmern ist, dass die Fed heute Abend noch nicht handeln müsste (mit der Betonung auf noch!), weil die US-Konjunktur trotz erster Schwächeanfälle auf Erholungskurs läuft. Wer aber Bernanke’s Angst vor der Deflation im Hinterkopf hat, sollte sich schon mal fest anschnallen. „Helikopter Ben“ ist allzeit flugbereit und in der Lage, frische Dollarscheine abzuwerfen.











2 Kommentare zu “Helikopter Ben: Allzeit flugbereit”
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