»Finn Mayer-Kuckuk 05. August 2010, 05:48 Uhr

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Nächste Runde im Rating-Streit

Es fing damit an, dass Chinas Ratingagentur mit Namen “Dagong” den westlichen Marktführern vorgeworfen hat, sich in ihren Bewertungen politisch beeinflussen zu lassen. Dann schlug der Chef des Mutterkonzerns von Standard & Poor’s zurück: Harold McGraw III nannte Dagongs Haltung “populistisch”. Jetzt kommt – wie in einem Streit zweier Schüler – die Retour aus China. Guan Jianzhong, Chef von Dagong Global Credit Rating, kritisierte jetzt in China die Kompetenz der westlichen Bonitätsprüfer. “Standard & Poor’s hat völlig darin versagt, Währungsabwertungen nationaler Schuldner einzubeziehen”, sagte Guan der Nachrichtenagentur Xinhua. “Solche Fehler belasten das internationale Kreditsystem.”

Guan wies auch McGraws Vorwurf zurück, dass Dagong sich politisch beeinflussen lasse.

Die Haltung Dagongs ist jedoch tatsächlich eher patriotisch. Im Gespräch mit dem Handelsblatt hat Tian Jinghai, Leiter der Sparte Unternehmensstrategie bei Dagong, die Philosophie seines Unternehmens so beschrieben: “Die Bewertungskriterien der westlichen Ratingfirmen verkörpern die westlichen politischen Ideen wie Rechtsstaat, Trennung von Gesetzgebung, Verwaltung, Justiz, politische Mitbestimmung oder unabhängiger Presse. Mit diesen Kriterien kann man jedoch die Führungskapazität einer Regierung nicht objektiv bewerten.”

Wichtiger als Rechtsstaat und aktuelles Bruttoinlandprodukt seien die Wachstumsaussichten, so Tian. Klar, dass China hier besser abschneidet als die USA.

»Finn Mayer-Kuckuk 05. August 2010, 05:48 Uhr

    2 Kommentare zu “Nächste Runde im Rating-Streit”


  1. [...] Handelsblatt Global Markets: Nächste Runde im Rating-Streit [...]

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