»Frank Wiebe 02. August 2010, 11:49 Uhr

Die Endphase des Optimismus

Ein paar Tage sah es so aus, als gehe der Börse der Atem aus. Verwunderlich wäre das nicht, wenn man der These folgt, dass die Aktien den Nachrichten vorweglaufen – sie hätten also die bombigen Unternehmensergebnisse schon in den Kursen verarbeitet. Aber heute sieht es so aus, als könnten wir doch noch eine Phase des Optimismus bekommen – vielleicht ist das aber schon die Endphase des Booms.

Die Fondsgesellschaft Pioneer hat ihr Kursziel für den Dax heraufgesetzt. Auf 8000 Punkte – allerdings das erst für 2012, im laufenden Jahr rechnet sie mit maximal 6400 Punkten. Trotzdem: 8000 Punkte sind so eine magische Marke, an der der Dax in der Vergangenheit schon zweimal die Kurve nach unten gekratzt hat. Wenn solche Marken überhaupt genannt werden, ist das deswegen ein Zeichen dafür, dass Optimismus angesagt ist.

Optimismus ist aber häufig die Begleiterscheinung der letzten Boomphase. Wenn es tatsächlich viel Luft nach oben gibt, ist eher Skepsis die Regel - die dann durch steigende Kurse so lange widerlegt wird, bis der Optimismus da ist, der dann möglicherweise von einem Kurseinbruch geknickt wird.

Für die “Endphasen”-Theorie spricht auch, dass das Geschäft mit Übernahmen anscheinend wieder in Schwung kommt. Es ist zwar paradox, dass ausgerechnet dann, wenn die Aktien teuer sind, besonders viele Unternehmen übernommen werden. Aber die Erfahrung zeigt, dass es so ist – sei es, dass die Übernehmenden mit eigenen Aktien bezahlen, sei es, dass sie aus einer Art Torschlusspanik handeln.

»Frank Wiebe 02. August 2010, 11:49 Uhr

    2 Kommentare zu “Die Endphase des Optimismus”


  1. [...] Handelsblatt Global Markets: Die Endphase des Optimismus [...]

  2. Holzauge sagt:

    Ach, der DAX. Um auf den DAX zu starren, muß man schon den Tunnelblick haben. Die Musik spielt doch schon längst ganz woanders.