Die Finanzmetrolpole Hongkong im Süden Chinas hat sich still und leise eine einzigartige Position aufgebaut, die den dortigen Banken extreme Vorteile verschafft – und im Westen hat bisher kaum einer etwas gemerkt. Denn die Hongkonger Behördern haben einen Pakt mit den Kommunisten in Peking geschlossen.
So schnell China oft handelt: Viele politischen Fortschritte mit gewaltigen Auswirkungen kündigen sich zuerst durch kleine, tastende Schritte an. Auch den Yuan führt das Land nur langsam aus der kommunistischen Vergangenheit heraus. Einst die sozialistische “Wertabgleichseinheit des Volkes”, ist die Devise des runderneuerten Wachstumslandes jedoch inzwischen klar auf dem Weg der Modernisierung.
Banken können nach Einführung neuer Regeln jetzt in Hongkong Termingeschäfte mit Yuan abschließen und sich so beispielsweise gegen Wechselkursrisiken absichern. Davon macht als eine der ersten Banken nun die japanische Mitsubishi-UFJ-Finanzgruppe Gebrauch. Sie sichert so das Chinageschäft eines Großkunden gegen Schwankungen des Yuan ab.
Das ist eigentlich eine Hammer-Nachricht. Für eine nicht handelbare Währung wie der Yuan sind Termingeschäfte möglich. Obwohl es nicht Marktkräfte sind, die den Wert des Yuan bestimmen, sondern Bürokraten in Peking.
Genauso die neue Möglichkeit für Banken, in Hongkong mit Yuan zu handeln, Yuan-Konten zu führen und sogar Anleihen in Yuan auszugeben.
Das stärkt Hongkongs Position als Drehscheibe zwischen China und dem Westen immens. Die Banken vor Ort können Yuan nun fast wie eine normale Währung handhaben. Der Trend zeigt aber auch die Zwischenstellung der China-Devise: Einerseits nicht frei gehandelt, andererseits nun Objekt moderner Finanzinstrumente. Grundlage dafür ist ein Pakt der Hong Kong Monetary Authority mit der People’s Bank of China.
Das kann nur heißen, dass Peking das Rad der Geschichte trotz seiner zuletzt etwas trotzigen Haltung in Fragen der Yuan-Freigabe nicht zurückdrehen will. Sondern letztlich eine moderne, normale Währung anstrebt, die gleichberechtigt neben Euro, Yen und Pfund stehen kann.
Das bedeuted langfristig aber vor allem eine deutliche Aufwertung. Spekulationen darüber dürften den gerade aufkommenden Hongkonger Markt für Yuan-Derivate ziemlich unter Druck setzen und zu mancher Turbulenz führen.
Hier kann probiert die Volksrepublik also offenbar aus, was auf sie zukommt. Das kreative Finanzzentrum Hongkong ist jetzt Pekings Währungslabor.











Ein Kommentar zu “Peking macht Hongkong zum Währungslabor”
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