Alco, Intel, JP Morgan – der Auftakt in die US-Berichtssaison verlief deutlich besser als es selbst Turbo-Optimisten erwartet hatten. Grund genug also für die Börsen zu steigen. Doch ehe die Anleger in Euphorie geraten können, gibt es den Rückschlag. So weit ist es also offenbar nicht her mit dem Optimismus – und das zu Recht.
Wichtiger als die Momentaufnahme der Bilanzsaison ist der Blick in die Zukunft. Und da gab es zuletzt eine Reihe negativer Nachrichten. Die einhellige Botschaft: Die Konjunktur ist nicht so robust wie mancherorts gedacht. Jüngste Daten zeigen das vor allem für die USA. Der Empire-State-Index am Donnerstag, vor allem aber der Einbruch beim Verbrauchervertrauen lassen die Optimisten wieder zweifeln.
Auch die Botschaften von offizieller Seite klingen zurzeit nicht gerade ermutigend. Die US-Notenbank hat ihre Wachstumsprognose für die amerikanische Wirtschaft heruntergeschraubt und denkt über weitere Konjunkturspritzen nach, weil die Konjunktur nicht in Fahrt kommen will.
Bereits vergangene Woche hatte der IWF vor stark gestiegenen Risiken gewarnt. Einen Rückfall in die globale Rezession hält der Währungsfonds zwar für “sehr unwahrscheinlich”. Ein Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf andere Regionen könne die Erholung aber stoppen.
Das gilt sicher nicht für China – aber auch dort verlangsamt sich die Wirtschaft spürbar. Ob politisch gewollt oder nicht, ist dabei nicht die Frage. Für den Rest der Welt, der die Nachfrage aus China dringend braucht, ist das eine weitere schlechte Nachricht.
Anleger sollten sich von dem guten Start in die Berichtsaison nicht blenden lassen. Nicht nur, dass dieser durch schwächere Zahlen von Google, Citigroup und Bank of America schon wieder etwas an Glanz verloren hat. Entscheidend ist, dass sich die Perspektiven für die kommenden Quartale merklich eingetrübt haben. Das Tempo, mit dem die Gewinne aktuell noch steigen, wírd sich schon im dritten Quartal als nicht nachhaltig erweisen. Die Schaukelbörse der vergangenen Monate dürfte uns noch eine Weile erhalten bleiben.











3 Kommentare zu “Das Misstrauen ist zurück”
[...] Handelsblatt Global Markets: Das Misstrauen ist zurück [...]
Welch Wunder, der IWF zeigt auf Europa, waehrend die Chinesen Spanische Bonds kaufen und Vertauen in Europa formulieren. Typisch IWF.
Das Instrument zur EInfuehrung des Chicago Kapitalismus.
So gut waren die Zahlen nicht, Herr Drescher!
Reduzierung der Lohnkosten, hier und da eine Veräußerung und dann das übliche Bilanzgeschiebe von Quartal zu Quartal.
Es kommt hinzu, dass mit dem Vorjahr verglichen wird.
Nüchtern betrachtet lässt sich eine gewisse Konsolidierung festhalten….und die steht unter dem Verdacht bilanztechnischer Kosmetik.
Ich stimme Ihrer kritischen Grundhaltung zu.
Die Schuldenkrise und die Bankenkrise, die Eckpunkte der Systemkrise, sind noch nicht wirklich abgehandelt.
Und bevor ein Umdenken in Richtung realer Investition einsetzt, braucht es einen Kehraus.
Eine schonungslose Bilanz.
Ich habe den Eindruck, dass die Dagoberts dieser Welt eher dazu bereit sind als die Politiker.
Grüßlis