»Frank Wiebe 14. April 2010, 09:27 Uhr

Ein gefährlicher Schock

Dass der Markt für Gewerbeimmobilien eine Schieflage hat, wissen wir schon länger. Besonders drastisch klangen die warnenden Stimmen immer wieder aus den USA. Aber bisher hat es noch nicht so richtig gekracht. Ist der Riesenverlust des Immobilienfonds von Morgan Stanley nun der Startschuss zum Absturz?

Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Gerade bei Immobilien gibt es immer die Möglichkeit, eine Zeit lang noch Wertansätze, die nicht mehr realistisch sind, einfach fortzuschreiben. So lange die Investoren nicht massenweise aussteigen, so lange kein Verkaufsdruck entsteht, bleibt die Krise sozusagen noch virtuell, jedenfalls in Teilbereichen. Aber virtuelle Krisen drohen ganz plötzlich in reale umzuschlagen, wenn es ein deutliches Signal gibt. Möglicherweise haben wir jetzt dieses Signal.

Der europäische Immobilienmarkt ist ebenfalls gefährdet. In Spanien hängt er quasi in der Luft, weil die Banken zum Teil selbst gekauft haben, um ihn zu stützen und damit Abschreibungen auf ihre Kredite zu verhindern. In Großbritannien fährt der Markt Achterbahn, hat sich zeitweise erholt, aber keiner weiß so genau, wie lange das hält und wie viel davon allein auf Währungseffekte zurückzuführen ist, weil ausländische Anleger das billige Pfund als Chance sehen. In Deutschland gab es nie die große Blase, deswegen droht hier auch nicht der große Einbruck. Allerdings haben die deutschen Banken – etwa Commerzbank und HRE – auch eine Menge Immobilien im Ausland finanziert – auf dem Umweg könnte die Krise auch uns erwischen; und natürlich die Privatanleger, die in Fonds investiert haben.

»Frank Wiebe 14. April 2010, 09:27 Uhr

    Ein Kommentar zu “Ein gefährlicher Schock”


  1. [...] der Backe. Und Deutschland wiederum über seine Problembanken Commerzbank und HRE – wie Frank Wiebe bei Global Markets [...]