»Ralf Drescher 28. January 2010, 16:58 Uhr

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Das griechische Tief und seine Ausläufer

Das Thema Griechenland hält Anleihe- und Devisenmärkte in Atem. Wie schlimm steht es wirklich um das Sorgenkind der Euro-Zone und wie kann ein Ausweg aus der Schuldenkrise aussehen? In dieser Woche überschlagen sich die Ereignisse. Griechenland wolle Anleihen im Wert von 25 Mrd. Euro nach China verkaufen, hieß es am Mittwoch. Dementi folgten zugleich. Heute jedoch gab es die erneute Rolle rückwärts.  Natürlich wolle man auch in China für seine Anleihen werben, sagte Finanzminister Giorgios Papkonstantinou in Davos. Er werde irgendwann persönlich nach China fahren.

Ob es sinnvoll ist, sich China als Gläubiger ins Boot zu holen und ob die Chinesen überhaupt ein Interesse an riskanten Papieren aus Griechenland haben, ist an dieser Stelle noch eine akademische Diskussion. Fakt ist, dass den Griechen das Wasser bis zum Hals steht. Und ob die anderen Euro-Staaten dem taumelnden Mitstreiter zu Hilfe eilen, steht in den Sternen. Zwar berichtet die französische Zeitung Le Monde, dass Euro-Staaten wie Deutschland und Frankreich bilaterale Hilfen für Griechenland und ein Vorziehen von Zahlungen aus dem EU-Strukturfonds erwägen. In Berlin wurde aber auch diese Meldung prompt dementiert und die EU-Kommission schweigt sich zu möglichen Hilfen aus.

Die Folge ist ein fortschreitender Vertrauensverlust an den Märkten. Griechische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten heute bereits mit 7 Prozent. Das sind gut 3,8 Prozentpunkte als deutsche Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit abwerfen. Im Gefolge bröckelt auch der Wert des Euros weiter ab. Erstmals seit Juli vergangenen Jahres ist der Kurs der Gemeinschaftswährung wieder unter die Marke von 1,40 Dollar gefallen.

Nach Entspannung sieht es aktuell nicht aus. Im Gegenteil: Nach Griechenland rückt mit Portugal jetzt ein weiteres Sorgekind aus  in den Fokus der Märkte. Die Ratingagentur Moody’s ermahnte das Land heute zu verschärften Sparanstrengungen. Sonst drohe eine Ratingherabstufung. Wer sich gegen einen Ausfall portugiesischer Staatsanleihen versichern will, muss dafür so tief in die Tasche greifen wie nie zuvor. Fünfjährige Credit Default Swaps lagen am Nachmittag bei 153 Basispunkten. Der Rendite-Spread von zehnjährigen portugiesischen Anleihen zu Bundesanleihen zog auf 125 Basispunkte an.

Verglichen mit griechischen Bonds ist das zwar noch moderat. Aber das Schuldentief über Europa breitet sich aus. Es darf gewettet werden, wohin es als nächstes weiterzieht.

»Ralf Drescher 28. January 2010, 16:58 Uhr

    Ein Kommentar zu “Das griechische Tief und seine Ausläufer”


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