Eigentlich war auf die Märkte in den vergangenen Monaten Verlass: Aktien und Rohstoffe kletterten kontinuierlich nach oben, während der US-Dollar Schritt für Schritt nachgab. Und als sich das Blatt zuletzt wendete, war die Ordnung insoweit gewahrt, als der Rückschlag an den Aktienbörsen und bei Gold und Öl zumindest mit einer leichten Erholung des Dollars einherging. Doch plötzlich ist alles anders.
Und es ist ausgerechnet der Goldpreis, der aus der Reihe tanzt. Mit 1087 Dollar je Feinunze erreichte er gestern ein neues Allzeithoch, während der Dollar tendenziell sogar leicht zulegen konnte. Dabei ist die Korrelation zwischen Gold und dem Greenback traditionell die engste. Weil gleichzeitig auch die Aktienindizes auf der Stelle traten oder - wie der Dax – sogar deutlich nachgaben, dauerte es nicht lange, ehe die Unkenrufer aus ihren Löchern kamen. Die Anleger wendeten sich jetzt von den Papierwährungen ab, heißt es. Die nächste Stufe der großen Krise scheint unmittelbar bevorzustehen.
Gut möglich, dass ein kleiner Teil der Goldkäufe tatsächlich dem Ruf des Edelmetalls als “safe-haven” zu verdanken ist. Der Großteil des Preisanstiegs dürfte aber auf Käufe von Exchange Traded Funds zurückzuführen sein. Die ETFs kauften, nachdem bekannt geworden war, dass Indien 200 Tonnen Gold und damit die Hälfte dessen kauft, was der IWF im Rahmen des Zentralbankabkommens verkauft. Als gute Nachricht gilt das, da Indien im Vergleich zu anderen Ländern relativ geringe Goldreserven hat. Ein schneller Weiterverkauf, der den engen Markt belasten könnte, gilt daher als unwahrscheinlich.
Für einen weiteren massiven Anstieg des Goldpreises auf bis zu 2000 Dollar, wie ihn Krisenpropheten wie Marc Faber oder Felix Zulauf vorhersagen, fehlen trotzdem die Argumente. Dafür müsste die Rezession schon mit Macht zurückkehren. Im Moment sieht es aber nicht so aus. Im Gegenteil: Allmählich machen die wichtigsten Volkswirtschaften Fortschritte. Und einige kleinere Staaten wie Australien und Norwegen haben sogar schon wieder damit begonnen, die Leitzinsen anzuheben.
Irgendwann – wenn auch sicher nicht heute – werden die USA und später auch die Euro-Zone diesem Beispiel folgen und ebenfalls die Niedrigzinsphase beenden. Und spätestens dann sollte es mit der Herrlichkeit des Goldes vorbei sein. Denn mit steigenden Zinsen wird eine Reihe von Anlagen, die aktuell für Investoren keine Alternative sind, wieder interessanter. Gold dagegen, das keine laufenden Erträge abwirft, verliert dann zwangsläufig an Attraktivität.
Fazit: Goldpreise von 1500 oder 2000 Dollar? Ich glaube nicht dran.











2 Kommentare zu “Gold tanzt aus der Reihe”
Gold hat eine besondere Magie und stellt einen greifbaren Wert dar. Das war schon seit abertausenden Jahren so. Dennoch: Gold als Währungsstabilisator macht im 2009 keinen Sinn mehr. Die EZB sollte daraus lernen und das Gold verkaufen.
Ihr Kommentar hört sich ganz hübsch an.
Die Sache hat nur einen Haken.
Anlagen werfen nur dann Zinsan ab, wenn sie (die Zinsen) auch bezahlt werden.
Die Immobilienkrise hat es gezeigt. Ausfälle von Kredittilgungen, in anderen Worten Pleiten, Pech und Pannen führten von einer Krise in die nächste.
Fazit: Nach über sechzig Jahren, Frieden und wachsender Wohlstand in der Welt zeigt sich mit der Krise doch nur eines: Vermögen läßt sich nicht bis iin alle Ewigkeit anhäufen. Genausowenig wachsen Bäume in den Himmel. Zu den Gewinnern gehören auch immer Verlierer (Schuldner), die die Zeche (Zinsen) für die Gewinner bezahlen. Nur irgendwann ist Schluß! Das sieht man ja an der Kreditklemme, hervorgerufen durch die Banken. Wer traut noch wem über den Weg? Wird der Schuldner immer seine Schulden bezahlen?
Ich verstehe unsere Kanzlerin nicht, die nur immer eine Botschaft predigt: “Wachstum, Wachstum, Wachsum.”
- 1,6 Bio Euro Schulden lasten auf Bund, Länder und Gemeinden –
Das gibt zu denken. Zwar lag das BIP in den letzten Jahren bei über 2,4 Billionen Euro. Jedoch wird sich das Verhältnis zwischen Verschuldung und Wirtschaftsleistung um 180 Grad drehen. Was dann? Inflation oder Insolvenz?
Warum nicht eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang.
Wie gesagt Bäume wachsen nicht bis in den Himmel, jedoch wuchert ein Krebsgeschwür solange weiter bis der Wirt in dem es wächst stirbt.
Stirbt die Weltwirtschaft? Und was kommt danach? Krieg? Hungersnöte?
Die Flucht in Rohstoffe ist auch nicht die Lösung. Denn was ist das Gold noch wert, wenn es mit Geld nicht mehr zu bezahlen ist, und immerhin verliert es mit der Zeit sowieso seinen Glanz.
Gibt es einen Ausweg aus der Krise? Ja! Wenn auch nur bedingt, aber darüber kann man ja noch diskutieren.
Die Schwedische Notenbank hat es vorgemacht! Sie hat zum ersten Mal in der Geschichte des Landes und in Europa den negativen Zins eingeführt und zwar für die Banken, die nicht in der Lage sind ihre Liquiditätsüberschüsse auf dem Geldmarkt unterzubringen und deswegen diese dort parken. Das hat zur Folge das dem Geld Beine gemacht wurde.
Die Lösung liegt tatsächlich in ein Geld das keine Zinsen abwirft, sondern an Wert verliert, so wie das bei anderen Handelsgütern auch der Fall ist, wenn es gehortet wird.
Gruß
H. Celap