Wetten, dass wir in dieser Woche nicht mehr groß über die Exit-Strategie der US-Notenbank spekulieren müssen? Das zuletzt heiß diskutierte Thema wird in den Hintergrund rücken, weil es viel zu früh kommt. Die Fed wird bei ihrer anstehenden Sitzung am Mittwoch eher deflationäre als inflationäre Tendenzen in der US-Wirtschaft ausmachen und kann im Grunde (noch) nicht anders, als an ihrer aggressiven Nullzinspolitik festzuhalten. Anhaltend ungemütliche Daten vom Arbeitsmarkt (Freitag) dürften das in den nächsten Tagen unterstreichen. Die Konjunktur mag technisch aus dem roten Bereich gerutscht sein, aber beim Konsumenten, der über die nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft entscheidet, kommt nichts vom Wachstum an.
Belastend hinzu kommen neue Schlaglöcher in der Finanzbranche: Die Pleite des führenden Mittelstandsfinanzierers CIT kommt zwar mit Ansage, lässt aber trotzdem Tausende US-Firmen kurz vor Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts um ihre Kredite zittern. Der Autofinanzierer GMAC musste schon zum dritten Mal staatlich aufgefangen werden, um die Steuermilliarden für die Auto-Riesen General Motors und Chrysler zu schützen. Bei Citigroup hat der renommierte Banken-Analyst Michael Mayo Gerüchte um eine anstehende Zehn Mrd.-Dollar-Abschreibung in die Welt gesetzt, die vom Unternehmen nicht gerade glaubwürdig dementiert wurden.
Das ist kein Umfeld, das die USA vom Ende der Krise und dem baldigen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik träumen lässt. Wenn die Arbeitslosenrate bald wie erwartet die Zehn-Prozent-Marke überschreitet, wird Washington eher in die andere Richtung marschieren: Dann dürften weitere Stimulierungsmaßnahmen im Zentrum der politischen Diskussion stehen, nicht die Frage nach der passenden Exit-Strategie.











Ein Kommentar zu “Zu früh für den Exit”
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