Haitis Staatschef Michel Martelly muss sich wieder auf die Suche nach einem neuen Premierminister machen. Gut vier Monate hielt es Gary Conille auf dem Posten aus. Am Freitag schmiss er das Handtuch. Unüberbrückbare Differenzen mit dem Staatschef, heißt es in Port-au-Prince. In seinem kurzen Kündigungsschreiben betonte Conille lediglich: „Ich sehe mich gezwungen, von meinem Posten als Premierminister zurückzutreten“. Die Demission verschärft ein weiteres Mal die politische Krise in dem ärmsten Land der westlichen Hemisphäre, das zudem noch mit den Nachwirkungen des Erdbebens von 2010 zu kämpfen hat. » Weiterlesen
Artikel mit dem Tag: Erdbeben
Erdbeben in Mexiko – Panik in der Hauptstadt, zwei Tote in der Provinz
Die Erde wackelte dieses Mal besonders lang. Fast eine Minute rollten am Samstagabend um 19.47 Uhr die Stoßwellen eines Erdbebens der Stärke 6,5 auf der Richterskala durch Mexiko-Stadt. Sie lösten Panik in der Bevölkerung aus und führten zu Stromausfällen und dem teilweisen Zusammenbruch des Telefonnetzes. Erst knapp drei Stunden später gab der Bürgermeister der Millionen-Metropole, Marcelo Ebrard, Entwarnung. In der zweitgrößten Stadt der Welt war niemand ernstlich zu Schaden gekommen. Aber im südlichen Bundesstaat Guerrero, nahe des Epizentrums, starben zwei Menschen. » Weiterlesen
Geber erneuern Verpflichtung gegenüber Haiti
Internationale Geber haben ihre Verpflichtung gegenüber dem Krisenstaat Haiti erneuert und die Entsendung von mehr Entwicklungs- und Wiederaufbauhelfern zugesagt. Haitis scheidender Staatschef René Préval forderte bei einem Treffen im UN-Sicherheitsrat in New York mehr Polizisten und Ingenieure und weniger Soldaten: „Wir sind ja nicht im Krieg”, sagte Préval. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Gebergemeinschaft gemahnt, die vor einem Jahr zugesagten Milliarden für das geschundene Land endlich auszuzahlen. Bisher seien erst 37 Prozent der zugesagten zehn Mrd. Dollar überwiesen, kritisierte Ban. Den Wiederaufbau wird der künftige Präsident Michel Martelly gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft koordinieren. Der Sänger ist nach Angaben der Wahlbehörde vom Montag als Sieger aus der Präsidentenwahl am 20. März hervor gegangen. » Weiterlesen
Chile ist nicht Haiti
Es war eines der schwersten Beben, seit Erdstöße überhaupt aufgezeichnet werden. Bis 8,8 schlug am 27. Februar um 3.34 Uhr die Richter-Skala aus, als die Erde etwa hundert Kilometer nordwestlich der südchilenischen Stadt Concepción, im Pazifik bebte. Das Epizentrum lag in rund 65 Kilometern Tiefe. Die Wucht des Bebens war rund hundert Mal stärker als bei dem Beben von Haiti sechs Wochen zuvor, aber die Schäden waren ungleich geringer. 555 Menschen starben oder gelten noch heute als vermisst. 220.000 Unterkünfte wurden zerstört oder schwer beschädigt. Noch in Erinnerung sind die Bilder aus Orten wie der Hafenstadt Talcahuano, wo große Boote plötzlich im Stadtzentrum strandeten wie Treibholz, angespült von einem wütenden Tsunami, den das Beben ausgelöst hatte. » Weiterlesen
Musiker gegen Professorin
Mehr als zwei Monate hat Haitis Wahlrat CEP gezählt, gezögert und vermutlich auch geschoben, bis am frühen Donnerstagmorgen das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 28. November bekanntgegeben wurde. Demnach ist der umstrittene Regierungskandidat Jude Célestin ausgeschieden. Das Rennen um das höchste Staatsamt im ärmsten Land Amerikas bestreiten die Professorin und frühere Präsidentengattin Mirlande Manigat und der Sänger Michel Martelly. Die Stichwahl soll nun am 20.März stattfinden. Die Amtsübernahme ist dann für Mai geplant, drei Monate nach dem eigentlich in der Verfassung vorgeschriebenen Datum des 7. Februar. » Weiterlesen
Haitis Regierungspartei zieht Kandidaten vor Stichwahl zurück
Im Streit um die Präsidentenwahl in Haiti hat die Regierungspartei „Inité“ überraschend ihren Kandidaten Jude Célestin zurückgezogen. Nach zweitägigen kontroversen Beratungen entschied die Parteispitze am Mittwoch, den umstrittenen Bewerber aus dem Rennen zu nehmen und so eine Kontroverse mit der internationalen Gemeinschaft zu vermeiden. Damit ist der Weg für die Stichwahl zwischen Mirlande Manigat und dem Sänger Michel Martelly. » Weiterlesen
Was will Baby Doc wieder in Haiti?
Blauer Anzug, Krawatte, Diplomatenpass. Ebenso unspektakulär wie überraschend kehrte Ex-Diktator Jean-Claude Duvalier am Sonntag nach 25 Jahren im französischen Exil nach Haiti zurück. Kurz vor 18 Uhr landete er mit einer Maschine der Air France in Port-au-Prince. Vier Stunden hielten sich Duvalier und seine Frau Véronique in der Diplomaten-Lounge auf, während sich die Nachricht seiner Rückkehr in Port-au-Prince verbreitete. „Ich bin gekommen, um zu helfen“, sagte er Journalisten. » Weiterlesen
Gutmensch mit Aggressionspotential
Sean Penns Wohnsitz ist derzeit zwar nicht Los Angeles, aber in gewisser Weise ist die Adresse des Schauspielers noch immer exklusiv. Penn ist seit einem Jahr meistens im Pétionville Club in Port-au-Prince anzutreffen. Hier spielte Haitis Elite vor dem 12. Januar 2010 bei Sonnenuntergang zu einem Rum Sour Golf. Nun steht dort das vielleicht größte Zeltlager der Welt. Auf dem Neun-Loch-Golfplatz des Pétionville Club leben rund 50.000 Menschen, die seit dem Erdbeben vor einem Jahr obdachlos sind. Und Penn hat sich zur Aufgabe gemacht, ihnen zu helfen. Gleich nach dem Beben flog er in den Karibikstaat und es heißt, er habe das Land seither nur wenige Male verlassen. So etwa Ende Februar, als er Sandra Bullock in Hollywood den Oscar übergab. Ansonsten aber hat der 50-Jährige kaum Zeit für andere Dinge, als den Menschen in Haiti zu helfen » Weiterlesen
Wahl unter Verdacht
Die Nacht nach dem turbulenten Tag in Haiti blieb ruhig. Bis zum Montagmorgen wurden weder aus Port-au-Prince noch aus den Provinzen Zwischenfälle gemeldet. Bevölkerung und Politiker versuchen offensichtlich, die missglückten Präsidentschafts- und Parlamentswahl einzuordnen. Beobachter wollten nicht ausschließen, dass die Proteste gegen die Abstimmung im Laufe des Tages wieder aufgenommen werden. » Weiterlesen
Wahlen und Wiederaufbau in Zeiten der Cholera
In zwei Wochen sollen die Haitianer einen neuen Präsidenten wählen. Doch einige Kandidaten haben die Wahlkampgange ausgesetzt, weil die Menschen im Moment noch mehr als sonst mit dem Überleben beschäftigt sind. Vor gut drei Wochen ist erstmals seit hundert Jahren wieder die Cholera in dem Karibikstaat ausgebrochen und hat Land und Leute völlig unvorbereitet getroffen. Die meisten Haitianer haben noch nie etwas von der Durchfallerkrankung gehört. Zudem kämpfen sie weiterhin mit den Auswirkungen des Jahrhundertbebens, das Anfang Januar weite Teile der Hauptstadt zerstört hat und der rund 300.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. » Weiterlesen

