Artikel zum Thema: Religion

Gleichgeschlechtliche Ehe auch in Lateinamerika

Mexiko wird zunehmend europäisch. Die Hauptstadt Mexiko-Stadt hat jetzt die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Die linke parlamentarische Mehrheit im Stadt-Parlament machte überdies das Adoptionsrecht für homosexuelle Ehepaare zum Gesetz. Die ersten Homo-Ehen könnten frühestens 45 Tage nach Verabschiedung des Gesetzes, im Februar, geschlossen werden. Möglich ist jedoch, dass das Gesetz noch vom Obersten Gerichtshof des Landes gekippt wird.

Die erste gleichgeschlechtliche Ehe wurde unterdessen in Argentinien geschlossen. In Ushuaia in Feuerland gaben sich Alex Freyre und José Maria Di Bello das Ja-Wort. Den beiden war noch vor Monaten in der Hauptstadt Buenos Aires die Trauung verweigert worden. Auch die Behörden von Ushuaia rund 3500 Kilometer südlich von Buenos Aires verweigerten zunächst die Eheschließung. Eine ausdrückliche Erlaubnis der Gouverneurin von Feuerland, Fabiana Rios, machte den Weg für die erste Homo-Ehe in Lateinamerika schließlich frei.

In Mexiko hatten die Abgeordneten des Parlaments mehrere Stunden kontrovers diskutiert, bevor sich die linke Mehrheit durchsetzte. Die katholische Kirche lehnt die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe vehement ab.

Ich glotz kein TV

Ich glotz TV, sang Nina Hagen. Ich nicht, lautet meine Antwort, seitdem ich in Brüssel wohne. Ende Oktober ging nämlich irgendwann der Fernseher aus… » Weiterlesen

Der Kandidat

Neulich lud ein ambitionierter, relativ junger, hochrangiger Uno-Diplomat einige Journalisten zum Hintergrundgespräch ein. Man redete über US-Präsident Bush, die Vogelgrippe und die Reform der Uno. Dann kam die Sprache auf eine Personalie. Meine Frage an den ambitionierten, relativ jungen, hochrangigen Uno-Diplomaten lautete: “Wollen Sie Nachfolger von Uno-Chef Annan werden?” Die Antwort des ambitionierten, relativ jungen, hochrangigen Uno-Diplomaten: “Nächste Frage.”
Diese Antwort ist auch eine Antwort.

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Wenn Sünder Gutes tun

Ramón Godínez Flores ist das, was man einen guten Katholiken nennt: Fromm, unauffällig, unpolitisch. Bis jetzt. Doch nun ist der Bischof von Aguascalientes, einem Sprengel im Nordwesten Mexikos, durch Äußerungen aufgefallen, die das fragile Verhältnis zwischen katholischer Kirche und der Regierung von Präsident Vicente Fox beschädigen.

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Wohin in Athen…

…wenn, wie dieser Tage, das Thermometer schon vormittags die 35-Grad-Marke nimmt? Zu den heißesten und grellsten Orten Athens gehört der mit weißem Marmor geflieste Syntagmaplatz. Wer hier Abkühlung sucht, könnte sich in den Springbrunnen in der Platzmitte stürzen oder durch die Wasserspiele an der Nord- und Südseite waten. Für Geschäftsreisende ist das aber sicher keine Option. Wer im noblen Hotel Grande Bretagne am Syntagmaplatz abgestiegen ist, kann sich glücklich schätzen. Das Traditionshaus hat im Zuge der jüngsten Renovierung auch ein luxuriöses Spa und einen Swimmingpool auf dem Dach bekommen. Bei Zimmerpreisen von deutlich über 200 Euro strapaziert eine Übernachtung im Grande Bretagne allerdings das Reisekostenbudget erheblich.

Wer sich daher scheut, auch nur die Eingangstreppe dieser Luxusherberge zu betreten, sollte vielleicht zum Parlamentsgebäude heraufgehen, das die Ostseite des Platzes flankiert. Der klassizistische Bau wurde 1836 bis 1840 nach Plänen des deutschen Architekten Friedrich Gärtner als Schloss für den ersten Griechenkönig Otto von Wittelsbach errichtet. Wer von hier aus der Amalias-Avenue folgt, kommt nach knapp 100 Metern zum Eingangstor des Nationalgartens – mein Tipp für heiße Tage in Athen.

Hohe Königspalmen flankieren das Portal. Schon nach wenigen Schritten glaubt man sich in einer anderen Welt. Gedämpft durch das dichte Blattwerk der Bäume und Sträucher dringt der sonst in Athen ohrenbetäubende Verkehrslärm nur als fernes Rauschen in den Park. Das Plätschern kleiner Wasserläufe mischt sich mit dem vielstimmigen Vogelkonzert aus den Baumwipfeln. Viele Athener, die in den umliegenden Büros und Geschäften arbeiten, suchen in der Mittagspause unter dem Schattendach der hohen Bäume Zuflucht vor der glühenden Hitze. Hier ist die Temperatur immer um einige Grad kühler als draußen auf dem Platz. Manche zelebrieren hier sogar eine richtige Siesta, strecken sich auf einer der Parkbänke oder auf dem Rasen aus und halten einen Mittagsschlaf. Andere treffen sich in dem kleinen Kafenion, dem Freiluft-Kaffeehaus in der Nordwestecke des Parks. Hier schlürft man unter einem schattigen Laubengang den "Elliniko", den nachtschwarzen griechischen Mokka, oder zischt ein kühles Bier.

Verschlungene Pfade schlängeln sich durch den Garten, und wer sich nicht auskennt, verliert leicht die Orientierung. In einer der entlegensten, schönsten Ecken stößt man auf das kleine klassizistische Gebäude des Botanischen Museums. Es erzählt die Geschichte dieses Gartens, der nach dem Bau des benachbarten Schlosses von der damaligen Königin Amalia angelegt wurde. Mit der Planung beauftragte Amalia den Franzosen Francois-Louis Bareaud. Er entwarf einen Landschaftsgarten im Stil der deutschen Romantik. Königin Amalia ließ tausende Bäume aus vielen Teilen Europas nach Athen bringen. Friedrich Schmitt, ein Botaniker, der mit den Wittelsbachern nach Griechenland gekommen war, umsorgte fast 50 Jahre lang als "Oberhofküchengärtner" die Pflanzen des Parks. Im Laufe der vergangenen 150 Jahre ist der Garten zu einer Wildnis herangewachsen. Fein geharkte Kieswege sucht man hier ebenso vergeblich wie sauber getrimmte Rasenkanten. Gerade das aber macht den Charme des Nationalgartens aus, dieser kühlen Oase in der Athener Betonwüste.

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