Gestern habe ich mich zum ersten Mal in Italien diskriminiert gefühlt – und zwar vom Mailänder Vize-Bürgermeister persönlich.
Riccardo De Corato machte Wahlkampf auf dem Corso Buenos Aires in der Mailänder Innenstadt. Ich hatte mich, dazugestellt, als er mit den Bürgern sprach, um mich als Wahlberechtigte zu informieren.
Da er hat mich persönlich angesprochen hat, machte ich ihn darauf aufmerksam, dass er meine Stimme offensichtlich nicht haben will. Denn sein Slogan lautet “Prima gli Italiani” – Italiener zuerst. Ich klärte ihn auf, dass ich als Deutsche EU-Bürgerin sei und daher bei den Kommunalwahlen wählen darf.
“Wir wenden uns an die italienischen Bürger, also auch an jene Ausländer, die nach zehn Jahren die italienische Staatsbürgerschaft erlangt haben”, antwortete er mir.
Ich stellte klar, dass ich keine italienische Staatsbürgerschaft habe, aber als EU-Bürgerin trotzdem wählen dürfte – wie die vielen Italiener bei den Komunalwahlen in Deutschland auch. Darauf bekam ich zur Antwort, dass es sich nur an die italienischen Staatsbürger wendet. Er will meine Stimme also wirklich nicht. » Weiterlesen




