Artikel zum Thema: Auto

Danke Toyota!

Journalistenpreise sind so eine Sache. Bevor man sich geschmeichelt fühlt oder gar geldgierig wird, sollte man immer erst auf den Verleiher schauen. Manchmal reicht aber auch schon der Titel des Preises aus, um stutzig zu werden.

„Die deutschen Toyota-Händler sagen Danke!“, stand auf einem Schreiben, das Ende Mai bei mir in Tokio landete. Es kam zusammen mit der Post, die mir immer noch aus unserer Düsseldorfer Zentrale zugeschickt wird, und teilte mir mit, dass der Verband der Toyota-Händler mich als einen von 10 Journalisten auserwählt hatte, die es auszuzeichnen gelte – für den „am besten recherchierten Artikel über Toyota zur Zeit der Rückrufaktion“. Das Preisgeld hatte es in sich: 10.000 Euro winkten dem Gewinner. Das ist viel Geld. » Weiterlesen

Von falschen Blinden und Söhnen

Ein Italiener hat seinen Vater der Polizei gemeldet, der als Blinder eine Invalidenrente bezieht. Diese Meldung über soviel Korrektheit gegen die eigene Familie lässt aufhorchen. Geschichten über Auto-fahrende Blinde und Fußball-spielende Lahme gibt es zuhauf in Italien. Aber die hat stets die Polizei aufgedeckt. Nicht die eigene Familie! » Weiterlesen

Facebook-Volk gegen Fiat-Werbung

“No Fiat ! No Fiorello” – mit diesem Slogan wehrt sich die Facebook-Gemeinde gegen die geplante Schließung des Fiat-Werks in Termini Imirese in Sizilien. Gemeint ist der Show-Star Fiorello, der für das Turiner Autohaus Werbung macht.

Als echter Sizilianer sollte er die Werbung einstellen, fordert die Facebook-Gruppe, die heute derzeit 185 Fans hat – Tendenz steigend:

http://www.facebook.com/group.php?gid=283557444731&ref=search&sid=1429151933.3556390940..1

und das ist längst nicht die einzige Gruppe mit diesem Anliegen. Auch bei “Fiorello, höre mit den Spots für Fiat auf!” rufen die Facebooker den Showmaster zum Boykott auf.

http://www.facebook.com/group.php?gid=310252647188&ref=search&sid=1429151933.3556390940..1

Kopfschütteln über Juncker

Mit Kopfschütteln und Nichtbeachtung wurde diese Woche Jean-Claude Juncker gestraft. Denn der luxemburgische Premier hatte es gewagt, feindliche Übernahmen in der EU zu kritisieren. Damit stelle er den Binnenmarkt in Frage und treibe den Protektionismus auf die Spitze, hieß die Meinung der meisten Wirtschaftskorrespondenten in Brüssel.

Klar, Juncker denkt vor allem an das unerwünschte Übernahmeangebot des indischen Stahlkonzerns Mittal an den luxemburger Konzern Arcelor. Der Premier will Arbeitsplätze schützen und vielleicht auch einige Pfründe sichern. Man kann das Protektionismus nennen – oder gesunden Menschenverstand.

Denn bisher sind die meisten feindlichen Übernahmen gescheitert. Außerdem ist nicht einzusehen, warum in einer Wirtschaftsgemeinschaft wie der EU feindliche Offerten möglich und nötig sein sollen. In den USA gibt es wesentlich weniger "hostile bids" als in Old Europe – so meldete es kürzlich das Wall Street Journal Europe.

Vielleicht sollten die Brüsseler den Juncker-Vorschlag noch einmal überdenken. Schließlich hat die EU mit einer Kohle- und Stahlunion begonnen, die die feindlichen Übernahmeversuche (sprich Kriege) der alten europäischen Nationalstaaten ein für allemal beenden sollte. Oder sollen am Ende Hedge-Fonds in London und New York darüber entscheiden, woher die Europäer ihr Stahl oder ihre Energie beziehen – und zu welchem Preis?

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Diplomat müsste man sein

Der Diplomat gehört zu einer raren und beneideten Sorte Mensch. Auch rund um das Auto erfreut sich der Emissär schöner Privilegien. An Tankstellen braucht er keine lästigen Steuern zu entrichten. Die Fahrer der Limousinen mit dem CD-Schild können falsch parken; Knöllchen gibt es für sie nicht.
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Die Sony-Acropolis

Die Akropolis ist nicht nur das Wahrzeichen Athens und die größte Touristenattraktion der griechischen Metropole sondern auch deren älteste Dauerbaustelle. Seit über 30 Jahren wird am Parthenon, dem Erechteion und den Propyläen unablässig gearbeitet, um die antiken Ruinen zu restaurieren. Die Arbeiten sind schwierig und zeitaufwändig. Tausende Marmorelemente der drei Hauptgebäude müssen abgebaut, behandelt oder ersetzt und wieder aufgebaut werden. Gegen Ende 2006 werden die Besucher erstmals seit über 20 Jahren wieder freien Blick auf die Monumente haben: bis dahin sollen die meisten Baugerüste, die bisher die Säulen und Kapitelle umgeben, abgebaut sein.

Die Restaurierungsarbeiten aber werden weiter gehen, mindestens bis zum Jahr 2020 – wenn das Geld so lange reicht. Seit 1992 hat das Restaurierungsprogramm 36,2 Millionen Euro gekostet. Über die nächsten 17 Monate werden weitere zwölf Millionen fällig, und bis 2020 noch einmal 60 Millionen, schätzen die Fachleute. Unter dem Strich wird die Akropolis-Restaurierung also etwa 100 Millionen Euro kosten. Das ist eigentlich ein Klacks, wenn man bedenkt, dass die Griechen rund zehn Milliarden Euro für die Olympischen Sommerspiele 2004 ausgaben. Sollte ein Land, das gerade 1,1 Milliarden Dollar für 30 neue Kampfflugzeuge locker macht, wirklich kein Geld für die Bewahrung des berühmtesten Bauwerks der Antike auftreiben können?

Viel ist es nicht, was benötigt wird. Denn die Europäische Union bezuschusst das Programm großzügig. So werden von den zwölf Millionen Euro, die das Restaurierungsbudget der Jahre 2005 und 2006 umfasst, 10,5 Millionen aus Brüssel kommen. Die Griechen selbst sollen sich nur mit 1,5 Millionen beteiligen. Dieser Betrag ist zwar gesichert. Aber für die Folgejahre zeichnen sich finanzielle Engpässe ab. Deshalb will der stellvertretende Kulturminister Petros Tatoulis jetzt auf die Suche nach Sponsoren gehen. Er bricht damit ein Tabu und stößt auf Widerstände. Die griechischen Archäologen sträuben sich gegen eine befürchtete Kommerzialisierung der antiken Stätten. Seit jeher achten sie streng darauf, dass die klassischen Ruinen nicht für Werbezwecke missbraucht werden.

Ohnehin werden die Athener und Athen-Besucher auf Schritt und Tritt mit Werbung überflutet. Der koreanischer Elektronik-Hersteller Samsung hat eben erst U-Bahn-Züge und Straßenbahnwagen großflächig mit Reklame vollgeklebt, und die Katamarane der Fährschiffreederei Hellenic Seaways ziert ein riesiges knallrotes Vodafone-Logo. Kommt jetzt die Akropolis an die Reihe?

Vizeminister Tatoulis sucht die empfindlichen Altertumsforscher zu beschwichtigen: "diskret" soll das Sponsoring vonstatten gehen. "Welcome to the Sony-Acropolis" – eine solches Leuchtreklame wird es also an den Propyläen auch in Zukunft nicht geben.

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