» 11. Februar 2011, 21:38 Uhr

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Bargeld lacht – aber nicht mehr in Griechenland

Mal eben mit ein paar Paketen Hunderteuroscheinen zum Gebrauchtwagenhändler und einen Porsche kaufen? Oder im Möbelhaus lässig ein paar Tausender hinblättern für die neue Einrichtung? Bisher waren solche Geschäfte in Griechenland nicht unüblich. Schließlich muss man das Schwarzgeld irgendwie ausgeben. Ab 1. April – kein Scherz – wird das schwieriger.
Von diesem Datum an dürfen Zahlungen von mehr als 3.000 Euro nur noch per Kreditkarte, Scheck oder Überweisung getätigt werden. Das sieht eine Verordnung des Finanzministeriums vor. Ab Januar 2012 soll der Höchstbetrag, der in bar abgewickelt werden darf, sogar auf 1.500 Euro begrenzt werden.
Mit der neuen Regelung hofft Finanzminister Giorgos Papakonstantinou, die Steuerhinterziehung bekämpfen zu können. Nach Schätzungen internationaler Institutionen wie der Weltbank, der OECD und der Organisation Transparency International belief sich die Schattenwirtschaft in Griechenland im vergangenen Jahr auf 88 Milliarden Euro. Das wären fast 38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum Vergleich: in Deutschland wird die Quote auf etwa 15 Prozent geschätzt. Wie viel Steuergelder dem Fiskus dadurch verlorengehen, weiß naturgemäß niemand genau. Schätzungen schwanken zwischen zwölf und 30 Milliarden Euro. Letzterer Betrag entspräche etwa 13 Prozent des BIP. Anders gesagt: wenn alle Griechen ehrlich ihre Steuern zahlen würden, hätte der Finanzminister einen Haushaltsüberschuss. Oder er könnte die Steuern senken.

» 11. Februar 2011, 21:38 Uhr