6.30 MEZ/1.30 EST
Wie immer bei US-Wahlen bleiben am Tag danach viele Fragen und einige Mandate offen. So müssen auch jetzt noch in einigen Staaten die Briefwahlen ausgezählt werden, in einigen Orten wird nachgezählt. Dennoch ist das vorläufige Ergebnis ziemlich eindeutig. Lesen Sie nach, was sich in der vergangenen Nachtim Einzelnen zugetragen hat:
- Abgeordnetenhaus: Rep 230 (+57); Dem 164 (-57); noch offen 41 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 46 (+6); Dem 50 (-6); offen 4 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 26 (+9); Dem 13 (-10); Unabhängige 1; offen 10
- Quelle: NYT, zum Vergleich: TMP
PS. Ganz unten (23.45 MEZ) hatte ich eine mehr oder weniger gewagte Prognose abgegeben. Ob sie sich bewahrheitet ist noch unklar, doch liegt sie immerhin im Bereich des Möglichen – auch wenn ich das Erstarken der Republikaner im House offenbar unterschätzt hatte.
PPS. Alle weiteren Analysen und Berichte auf der Homepage des Handelsblatts – und morgen ganz ausführlich und ausgeruht in der gedruckten Ausgabe am Kiosk!
06.10 MEZ/1.20 EST
Der Rauch verzieht sich,die klare Niederlage der Demokraten im Abgeordnetenhaus und ihre knappe Verteidigung des Senats wird deutlich. Zeit für Siegesreden – und andere Reaktionen:
- John Boehner, der neue Mehrheitsführer im House:
“Listen, I’ll be brief, because we have real work to do – and this is not a time for celebration … not when one in 10 of our fellow citizens are out of work … not when we have buried our children under a mountain of debt … not when our Congress is held in such low esteem. This is a time to roll up our sleeves. To look forward with determination. And to take the first steps toward building a better future for our kids and grandkids.”
Die gesamte Siegesrede im Video, s.a. Transkript bei 4.55 MEZ - Barack Obama telefonisch zu Boehner:
“We will work together, to find common ground, to get things done for American people.” (via @MarkKnoller) - Marco Rubio, Aktivist der Teaparty und künftiger Senator Floridas: “It was not about any individual ambitions, but it was about the future.” Die Siegesrede als Video
- Rand Paul, Aktivist der Teaparty und künftiger Senator Kentuckys: “Government does not create prosperity. We create prosperity. Until we understand that, we cannot protect our liberties.” Pauls Ansprache als Video
- Arnold Schwarzenegger, per Twitter: Just called to congratulate @JerryBrown2010. Looking forward to Maria & me getting together w/ him & Anne to talk abt a smooth transition.
5.55 MEZ/0.55 EST
Harry Reid hat es offenbar geschafft: Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat hat sein Mandat in Nevada offenbar mit knapp über 50 Prozent verteidigt und damit auch genau den 50. Senatorenposten für seine Partei gesichert, berichtet der Las Vegas Review.
5.45 MEZ/0.45 EST
Das Rennen ist weitgehend gelaufen, jetzt beginnen die Spinndoktoren zu laufen. Aber erst mal zwei Einschätzungen der Handelsblatt Korrespondenten.
- Politik-Reporter Markus Ziener: Für die Demokraten hätte es noch schlimmer kommen können. Dennoch ist das Ergebnis weit mehr als nur ein Denkzettel. Der große Kommunikator Obama hat auf seinem ureigensten Gebiet versagt: Er hat zu wenig erklärt. Und wenn, dann hat er es zu kompliziert gemacht. Das Dumme ist nur: Mit den neuen Mehrheiten steigen die Aussichten nicht, dass sich dies verbessert. (Hier der gesamte Kommentar, hier eine längere Analyse von Markus über den “entrückten Präsidenten“)
- Unternehmens-Reporterin Astrid Dörner: Amerika hat gewählt – und an der Wall Street regen sich plötzlich erste Zweifel. Stillstand in Washington ist eigentlich gut für die Märkte. Dann kann die Politik wenigstens nicht vermasselt, so das Kalkül vor der Wahl. Doch die alte Weisheit könnte dieses Mal nicht zutreffen. Was ist, wenn die Finanzwelt noch einen Bailout brauchen sollte, Washington sich aber auf nichts einigen kann? Die Tea Party wird sicherlich keine weiteren Rettungsaktionen mittragen.
5.35 MEZ/0.35 EST
Greift jetzt auch Barack Obama nach einem härteren Drink, um diese Enttäuschung wegzustecken? Der Republikaner Mark Kirk hat den Senatssitz in Illinois erobert – ausgerecht jenen Senatorenposten, von dem aus Obama seine eigene Karriere gestartet hatte. Aber wer erinnert sich noch an Obamas Lehrjahre in der Politik?
5.23 MEZ/0.23 EST
Und noch ein Überraschungserfolg für die Demokraten (siehe auch MEZ 4.45): Beim Rennen um ein House-Mandat in Kalifornien verliert Ex-HP-Chefin Carly Fiorina gegen ihre demokratische Konkurrentin Barbara Boxer, berichtet die Washington Post. Wie bereits Meg Whitman, die Gouverneur Schwarzenegger beerben wollte, scheitert Fiorina trotz eines hohen finanziellen Einsatzes.
5.15 MEZ/0.15 EST
Zeit für ein vorläufiges Fazit: Das Repräsentantenhaus befindet sich in den kommenden zwei Jahren fest in der Hand der Republikaner, in deren Reihen sich die Fundamentalisten der Teaparty deutlich an Einfluss gewonnen haben. Im Senat fehlt den Demokraten derzeit zwar noch eine Stimme – aber hier wird die Mehrheit der Demokraten knapp verteidigt. Von einer Gestaltungsmehrheit, einer Filibuster-sicheren Übermacht mit 60 Mandaten wie vor zwei Jahren sind sie allerdings sehr weit entfernt. Auch bei den Gouverneuren haben die Konservativen kräftig Boden gut gemacht, Amerikas Landkarte wird wieder rot. Das werden zwei schwere Jahre, für die Demokraten, für Barack Obama und für Amerika. Der aktuelle Stand im Detail:
- Abgeordnetenhaus: Rep 203 (+48); Dem 142 (-48); offen 90 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 44 (+4); Dem 49 (-4); offen 7 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 21 (+8); Dem 13 (-8); offen 16
- Quelle: NYT, zum Vergleich: TMP
5.07 MEZ/0.07 EST
Pünktlich zur Schließung der Wahllokale bedankt sich Präsident Barack Obama über seinen Twitter-Kanal bei Wählern und Helfern:
“Thank you to everyone who has made calls, knocked on doors, and voted today.”
5.05 MEZ/0.05 EST
Unsere Unternehmeskorrespondentin New York, Astrid Dörner, hat eine Reaktion von Ex-GM-Chef Bob Lutz eingefangen. Zwar war sein früheres Unternehmen von der Obama-Regierung und den Demokraten vor dem Bankrott gerettet worden, zwar hatte Lutz mit seiner Produktpolitik maßgeblich zum Desaster beigetragen, doch er freut sich über den Erfolg der Republikaner:
„Die US-Regierung muss sich stärker zurückhalten und die Unternehmen müssen das erkennen. Die Politik muss den Unternehmen wieder mehr Freiheiten lassen.”
5.00 MEZ/12.00 EST
Die letzten Wahllokale schließen. Allerdings wird Alaska ein Nachzügler bleiben: Die Briefwahlunterlagen werden erst in den nächsten Tagen geöffnet.
4.55 Mez/11.55 EST
Die Republikaner reklamieren den Sieg für sich. Der neue Mehrheitsführer der Republikaner, John Boehner, macht den Anspruch deutlich, @MarkKnoller zitiert:
“The American people have sent an unmistakable message to President Obama, and that message is: change course. This is not a time for celebration. This is a time to roll up our sleeves and go to work. Mr. President, join our drive for a smaller, less costly, and more accountable government.”
4.45 MEZ/11.45 EST
Der Trend ist klar: Obamas Lack ist ab, die Demokraten müssen an allen Fronten dafür bezahlen, dass sich die hohen Erwartungen an den ersten schwarzen Präsidenten Amerikas nicht erfüllt haben. Allerdings gibt es neben diesem Trend auch einige Erfolge bei den Demokraten zu verbuchen:
- In Kalifornien wird nicht die frühere Chefin von Ebay, Meg Whitman, die Nachfolgerin von Arnold Schwarzenegger. Statt dessen wurde offenbar der Demokrate Jerry Brown ins Amt des Gouverneurs gewählt.
- In Connecticut gewinnt Richard Blumenthal den Senatssitz von Chris Dodd (D): ein typischer Demokrat aus dem Establishment. Und das gegen einen, so die NYT, “plain-speaking, conservative Republican, a first-time candidate who had built a business into an empire and created hundreds of jobs”.
Dass es trotzdem eine bittere Nacht für die Demokraten ist zeigt sich auch am Schicksal von Rahm Emanuel. Er war der Architekt von Obamas Durchmarsch vor zwei Jahren. Zwar hatte er sich gerade aus dem Weißen Haus als Bürgermeisterkandidat nach Chicago zurückgezogen, aber auch dort benötigt Emanuel heute besonderen Trost. Die Chicago Sun Times zitiert einen seiner Mitarbeiter:
“He’s with friends and a bottle of Jack Daniels.”
4.30 MEZ/11.30 EST
Allmählich füllen sich die weißen Flecken auf den Wahlkarten der großen Networks. Vor allem bei der Verteilung der Abgeordneten-Mandate dominiert wieder das Rot der Republikaner. Allerdings bleiben gerade im Senat noch wichtige Rennen offen. Ein Update:
- Abgeordnetenhaus: Rep 199 (+46); Dem 141 (-46); offen 95 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 42 (+4); Dem 47 (-4); offen 11 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 18 (+7); Dem 12 (-7); offen 20
- Quelle: NYT, zum Vergleich: TMP
4.20 MEZ/11.20 EST
Polit-Veteran Russ Feingold (Demokraten) wird vom Republikaner Ron Johnson aus seinem Senatssitz in Wisconsin gedrängt.
4.10 MEZ/11.10 EST
In New York verfolgt Handelsblatt-Korrespondentin Astrid Dörner vor allem die Wirtschaftsaspekte der Wahl. Zwei Dinge fallen ihr auf:
Paradoxerweise hat Rand Paul seinen Erfolg nicht nur den Teaparty-Anhängern zu verdanken, sondern auch der Unterstützung von “Big Business”. Die einflussreiche Unternehmenslobby US Chamber of Commerce hatte eine Wahlempfehlung für ihn abgegeben und negative Werbung für seinen demokratischen Gegenkandidaten finanziert. Die siegestrunkenen Republikaner schicken noch in der Nacht die ersten Giftpfeile Richtung Weißes Haus. Der republikanische Abgeordnete Eric Cantor kündigt an, Obamas Gesundheitsreform außer Kraft zu setzen. Ob er damit jedoch tatsächlich durchkommen kann, gilt als unwahrscheinlich. Obama hat schließlich ein Veto-Recht.
3.58 MEZ/10.58 EST
Für den konservativen Sender Fox und ihrem Nachrichten-Mann Glenn Beck (der zu den Vorkämpfern der Teaparty zählt) ist der 2. November 2010 der Tag derRache für den 3.10.2008. Beim genüßlichen Analysieren der Tiefschläge für die Demokraten hilft Sarah Palin gerne mit, seit ihrem abrupten Rücktritt in Alska ja immerhin “Fox News contributor”. Bei den britischen Kollegen vom Guardian kommt Palin allerdings nicht so gut weg:
“Palin is wearing what appeared to be a wig from a Sarah Palin Halloween costume. Seriously, that thing was so big, if Bristol climbed on top of it she could probably have seen Russia. “There will be some new sheriffs in town so there could be some roughness when the new team comes together,” she said, referring to the Tea Party, suggesting, just maybe, some last minute anxiety on Palin’s part at having been the portal that opened up this cave of Mama Grizzlies. “What is too far to the right?” she continued, but before one could perhaps show her some photos of, say, Sharron Angle, she – as is her usual wont – answered her own question by claiming it was any involvement of the government. No wink, but I swear that wig made a satisfied nod.”
3.50 MEZ/10.50 EST
Unser Mann in Washington, Markus Ziener, hat bei einer Wahlparty der Teaparty in Arlington, nebenan in Virginia, vorbeigeschaut, wo gerade der Sieg von Rand Paul in Kentucky gefeiert wird. Markus zitiert den 71-Jährigen Morton Blackwell, der von seinem Leadership-Institut aus rund 1400 Teaparty-Gruppierungen in 550 Hochschulen koordieniert:
„Wir sind stärker als die Bewegung von Ross Perot Anfang der 90er Jahre. Weil wir eine Bewegung sind und keine Partei. Wir haben eine eigene, unabhängige Agenda. Aber Republikaner, die nichts zu bieten haben, mögen wir genauso wenig wie Demokraten.“
3.35 MEZ/10.35 EST
Das Interesse richtet sich nun ganz auf den Senat. Bislang haben die Republikaner drei Sitze hinzugewinnen können: Indiana, Arkansas und North Dakota. Alle drei Siege waren erwartet und bereits eingepreist worden. Um eine Mehrheit zu gewinnen, müssten weitere sieben Senatsposten den Demokraten abgejagt werden. Derzeit gibt es eine ganze Reihe von Kopf-an-Kopf-Rennen – mit knapper Führung der Demokraten, berichtet TheAtlantic:
“In Illinois, Democrat Alexi Giannoulias is leading Republican Mark Kirk 49 to 46 percent, with 56 percent of votes in; in Pennsylvania, Democrat Joe Sestak is leading Republican Pat Toomey 52 to 48 percent with 62 percent in; and in Colorado, Democrat Michael Bennet is leading Republican Ken Buck 50 to 45 percent with 36 percent in.”
3.30 MEZ/10.30 EST
Zeit für ein weiteres Update der bislang gelaufenen Rennen. Im Abgeordnetenhaus läuft alles auf eine Mehrheit der Republikaner hinaus, im Senat scheinen die Demokraten ihre Mehrheit verteidigen zu können. Die Details
- Abgeordnetenhaus: Rep 127 (+13); Dem 76 (13); offen 232 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 38 (+3); Dem 47 (-3); offen 15 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 13 (+4); Dem 9 (-4); offen 28
- Quelle: NYT, zum Vergleich: TMP
3.00 MEZ/10.00 EST
Nevada und Arizona schließen. In Nevada geht es vor allem darum, ob Harry Reid, Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, sein Amt verteidigen kann.
2.40 MEZ/9.40 EST
Der Handelsblatt-Korrespondent vor Ort ziehen eine erste Bilanz: Markus Ziener, Washington:
“Für die Demokraten hätte es noch schlimmer kommen können. Mit dem Senatssitz in West Virginia für Joe Manchin dürfte ihnen die Mehrheit im Senat erhalten bleiben. Außerdem scheint auch Wisconsin noch nicht an die Republikaner gegangen zu sein. Dort kämpft der Demokrat Russ Feingold darum, bestätigt zu werden. In den Umfragen lag er weit zurück, jetzt scheint es dort ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben. Teuer zu stehen kommt den Republikanern zudem die Niederlage Tea Party-Kandidatin Christine O’Donnell in Delaware. Dort blieb nicht nur der Senatssitz in der Hand der Demokraten. Auch ein Sitz im Repräsentantenhaus, der zuvor sicher republikanisch war, geht an die Demokraten. Doch die dürfen sich nicht zu früh freuen: Im Süden und Mittleren Westen wird die Welle gegen die Demokraten im Laufe der Nacht noch richtig kräftig werden.”
2.27 MEZ/9.27 EST
Die erste, nicht unerwartete Vorentscheidung. Die beiden TV-Sender NBC und Fox erklären das Rennen bereits für gelaufen: Republikaner erobern Mehrheit im Repräsentantenhaus.
2.15 MEZ/9.15 EST
Noch ein Pflichtsieg der Demokraten: Nach Prognose von AP gewinnt der Demokrat und bisherige Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo gegen den Republikaner Carl Paladino im Rennen um den frei gewordenen Senatssitz von David Paterson in New York.
2.10 MEZ/9.10 EST
Auch wenn der Name bislang nur am Rande gefallen ist, es geht bei dieser Wahl natürlich auch (und in erster Linie) um Präsident Barack Obama, die Bilanz der ersten Hälfte seiner Amtszeit und seiner weiteren Chancen. Da lohnt es sich ein Blick auf Virginia zu werfen, argmentiert Jennifer Rubin vom CommentaryMagazine:
“In 2008, Obama carried Virginia, the first time a Democrat had done so since LBJ. This time he personally came out to campaign for Tom Perriello. Perriello has now gone down to defeat. The VA-9 has gone to the GOP and the Republican leads by 10 points in the VA-2. In my district, a Democratic bastion of late, Rep. Gerry Connolly is trailing narrowly. It is hard to say that all this is not a repudiation of the president’s agenda. As for his coattails, they seem to be negative ones.”
2.00 MEZ/9.00 EST
Eine weitere Runde von Staaten “hat fertig”; u.a. Colrado, Wisconsin und New York. Zeit für ein weiteres Update der entschiedenen Rennen bislang. Noch liegen die Zugewinne der Republikaner im House am unteren Rand der Erwartungen; gerade im Senat konnten sie bislang keine echten Zugewinne verbuchen:
- Abgeordnetenhaus: Rep 76 (+6); Dem 29 (-6); offen 330 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 31 (+1); Dem 43 (-1); offen 26 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 6; Dem 7; offen 37
- Quelle: NYT, zum Vergleich: TMP
1.51 MEZ/8.51 EST
Nancy Pelosi, die Mehrheitsführerin der Demokraten, wird ihren Posten mit Sicherheit verlieren und sich aus Altersgründen wohl ganz aus der Politik verabschieden. Dennoch richtete sie gerade noch einen letzten leidenschaftlichen Appell an die Anhänger der Demokraten. Politico zitiert die wichtige Verbündete von Barack Obama:
“As we gather here, hundreds of thousands of volunteers are walking precincts, making phone calls, ringing those doorbells for our democracy. They know the tremendous difference that this election will make,” Pelosi told a racuous crowd full of party faithful. They know the distinction between Democrats who will protect Social Security and Medicare, and Republicans who want to privatize both of them. They know the difference between Democrats who want to ‘Make it in America,’ manufacture in America, so that the American people can make it in America.”
1.40 MEZ/8.40 EST
Die Teaparty ist zwar keine Partei, sondern ein lose organisiertes Konglomerat fundamentalistischer Bewegungen am rechten Rand der Republikaner. Das heißt jedoch nicht, dass sie nicht straff organisiert ist. Die Tea Party Patriots kündigten bereits an, die frisch gewählten Senatoren und Abgeordneten bei einem “Orientierungsseminar” rasch auf Linie zu bringen. Congress.org zitiert National Coordinator Debbie Dooley:
“We want them to know what the tea parties want from We don’t want Republicans to go back to how they have been since Reagan. If they don’t stick to the principles, we will get together to elect them out of office in two year.”
1.28 MEZ/8.28 EST
Ein Etappensieg für die Demokraten: Die besonders exzentrische Kandidatin der Teaparty, Christine O’Donnell verliert Rennen um Senatssitz in Delaware gegen den Demokraten Christopher Coons. Laut Exitpolls hatte die von Sarah Palin protegierte Kandidatin nie eine Chancen.
1.20 MEZ/8.20 EST
Die Einzelergebnisse kommen nun mit steigender Frequenz rein. Daher konzentriere ich mich hier auf die wichtigen Wegmarken. Wer aber noch mehr Updates haben will, wird hier bedient: Twitter und Facebook
1.12 MEZ/8.12 EST
Mit Marco Rubio hat ein weiterer starker Exponent der Teaparty einen Senatssitz gewonnen. Er schlug in Florida mit 49,8 Prozent der Stimmen seine beiden Konkurrenten Charlie Christ (Unabängiger, 30 Prozent) und Kendrick Meek (Demokrat, 20 Prozent) erwartet deutlich. Damit haben die Republikaner bereits zwei Senatoren hinzugewonnen.
1.00 MEZ/8 EST
Die Staaten an der Ostküste und im Zentrum haben ihre Wahllokale geschlossen: Alabama, Connecticut, Delaware, DC, Florida, Illinois, Maine, Maryland, Massachusetts, Mississippi, Missouri, New Hampshire, New Jersey, Oklahoma, Pennsylvania, and Tennessee.. Besonders wichtig: Pennsylvania, Illinois, Massachusetts.
Bislang läuft es wie erwartet schlecht für die Demokraten, wie erwartet gut für die Republikaner. Der Zwischenstand:
- Abgeordnetenhaus: Rep 21; Dem 2; offen 412 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 25 (+1); Dem 40 (-1); offen 35 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 6; Dem 7; offen 37
- Quelle: NYT, zum Vergleich: TMP
0.53 MEZ/7.53 EST
Mit dem Einzug des Teaparty-Aktivisten Rand Paul (der Sohn der libertären Internet-Ikone Ron Paul) in den Senat wächst dort die Fraktion der harten Kritiker der aktuellen Notenbankpolitik, merkt das Wall Street Journal an. Es wird erwartet, dass die Fed bereits bei ihrer Sitzung am heutigen Mittwoch noch einmal die Geldschleusen weit öffnet, um die Konjunktur zu stimulieren.
0.40 MEZ/7.40 EST
Offenbar weitere wichtige Gewinne für die Republikaner bzw. die Teaparty: Jack DeMint (Rep/Teaparty) verteidigt Senatssitz in South Carolina. Rob Portman (Rep) jagt Lee Fisher den Senatorenposten in Ohio ab.
0.33 MEZ/7.33 EST
Der aktuelle Stand der Dinge, noch ganz am Anfang:
- Abgeordnetenhaus: Rep 14; Dem 1; offen 420 (Mehrheit: 218 von 535)
- Senat: Rep 25 (+1); Dem 40 (-1); offen 35 (Mehrheit: 51 von 100)
- Gouverneure: Rep 6; Dem 7; offen 37
- Quelle: NYT
0.30 MEZ
Wahllokale in Ohio, West Virgina und North Carolina schließen.
00.22 MEZ/7.22 EST
Ein paar Hinweise zu Übersicht. Heute Nacht werden in den USA neu besetzt:
- alle 435 Sitze im Abgeordnetenhaus
- ein Drittel der Senatoren (37)
- 37 Gouverneure
Eine gute Übersicht über den Stand der Auszählungen und der neuen Machtverhältnisse bietet zum Beispiel die New York Times.
00.14 MEZ/7.14 EST
Rand Paul gewinnt in Kentucky mit 52 Prozent gegen Jack Conway. Quelle: TMP
00.10 MEZ/7.10 EST
Kaum ist die Wahl in Kentucky geschlossen, da wagen sich die ersten US-Medien bereits mit der Prognose vor: Rand Paul gewinnt in Kentucky einen Abgeordnetensitz. 1:0 für die Teaparty. Die Nacht könnte zu einem Schlachtfest werden, für die Demokraten UND die moderaten Republikaner.
00.00 MEZ/7.00 EST
Die restlichen Wahllokale in Kentucky sowie in Virgina und Florida schließen.
In Kentucky hat Rand Paul gute Chancen, einen Senatssitz zu gewinnen. Das wäre der erste große Durchbruch für die Teaparty, die fundamentalistische Bewegung am rechten Rand der Republikaner.
In Florida geht es zudem um einen wichtigen Gouverneursposten: Marco Rubio, eine kommende Kraft bei den Republikanern, will den Demokraten Charlie Christ aus dem Amt werfen.
23.58 MEZ/6.58 EST
Die ersten zwei Wahlkreise scheinen an die Republikaner zu gehen: IN(diana) 08 and IN 09, twittert der gut vernetzte @marcambinder
23.45 MEZ/6.45 EST
Aus eigener Erfahrung weiß ich es, Prognose sind aufgrund des bizarren US-Wahlrechts gefährlich – hier habe ich völlig daneben gelegen, hier ziemlich nah dran. Daher will ich noch einen Versuche wagen:
- Morgen früh werden die Republikaner
237 (+52) Abgeordnete und
49 (+8) Senatoren haben. - Wer hält dagegen? Wie sieht Ihre Prognose aus?
- Nutzen Sie das Kommentarfeld unten oder Facebook
23.40 MEZ/6.40 EST
Auch das Wall Street Journal nimmt die Daten der ersten Wählernachbefragungen auseinander. Das gleiche Bild: eine gute Basis für kräftige Gewinne der Republikaner:
Preliminary exit polls showed that the party lost ground in Tuesday’s midterm elections among women, middle-income workers, whites, seniors and independent voters. Driving the shift to the GOP: broad anxiety over the economy, as well as skepticism of big government and opposition to signature Democratic Party policy achievements, such as President Barack Obama’s economic stimulus package and the health-care overhaul.
23.20 MEZ/6.20 EST
In vielen Teilen der USA sind die Wahllokale noch lange geöffnet, zuletzt schließt Alaska in knapp sechs Stunden. Die Demokraten versuchen noch immer, ihre Wähler zu mobilisieren. Folgende Mail läuft gerade ein:
Georg – It’s Election Day, and we all need to call voters for 20 minutes. We know there are millions of people across the country who might not cast their ballots — unless they hear from someone like you. These people — whether they vote or not — will be the difference in the closest races. That’s why thousands of supporters are using our call tool after they vote today to make sure these folks get to the polls. You can talk to these people right now. You can remind them of the importance of their voice in this election. You can tell them where their local polling place is — and when it closes its doors.
23.15 MEZ/6.15 EST
ABC präsentiert die ersten, vorläufigen Exitpolls: Demnach sind vor allem unzufriedene Wähler an die Wahlurnen geströmt:
Eighty-eight percent of voters today say the national economy’s in bad shape, nearly as many as the record 92 percent who said so two years ago. Only 14 percent say their own family’s financial situation has improved since 2008. And few see much respite: Compounding the political impact of the long downturn, 86 percent remain worried about the economy’s direction in the next year, including half who are “very” worried.
23.00 MEZ/6.00 EST
Los geht’s: die ersten Wahllokale schließen. In Indiana könnten die Demokraten gleich drei Abgeordnetensitze verlieren. Im 5. Distrikt kämpft der Demokrat Baron Hill um einen der traditionellen Swing-Wahlkreise – ein Verlust würde einen großen Umschwung von den Demokraten hin zu den Republikanern symbolisieren. In Kentucky wird vor allem das Schicksal des Abgeordneten Ben Chandler von den Auguren beobachtet.
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Ab Mitternacht unserer Zeit werden die ersten Teilergebnisse aus Amerika von den Kongresswahlen einlaufen. Washington-Korrespondent Markus Ziener und Matthias Eberle in New York berichten in der Nacht aktuell auf Handelsblatt.com. Damit Amerika-Fans mit Stehvermögen kein Detail verpassen führt Georg Watzlawek ein Liveblog.
Wie deutlich fällt die Niederlage der Demokraten im Repräsentantenhaus, im Senat und bei den Gouverneuren aus? Wie stark wird die Teaparty? Und was heißt das alles für die zweite Hälfte der Amtszeit von Barack Obama? Dazu liefern wir die wichtigsten Ergebnisse, Reaktionen, Originalquellen und Videos.
Falls Sie sich bis dahin noch einlesen wollen:
- Alle Handelsblatt-Berichte zur Kongresswahl
- frische Leseempfehlungen bei Twitter und Facebook
- Die letzten Umfragen: Pollster, RealClearPolitics, Gallup, 538/NYT
- Wall Street Journal: Der Fahrplan durch die Nacht (pdf)











6 Kommentare zu “Eine lange Nacht: Liveblog US-Wahl”
die Nacht im Bett verbrachte
Es gibt offensichtlich eine Menge zu wissen. Ich glaube, Sie haben einige gute Punkte in Funktionen auch. Halten Sie Ihren Arbeitsbereich, great job!.
Die Machtspaltung hat auch ihr Gutes: Jetzt können schöne Kompromisse verabschiedet werden. Die letzten zwei Jahre wird Obama ohnehin für die Bürger viel tun müssen, wenn er wieder ins Weiße Haus gewählt werden will. Sprich die Steuern wird er kaum nach oben drehen.
[...] im Repräsentantenhaus für die Präsidentschaft Obamas bedeuten, dafür sind andere sicher besser [...]
[...] die Nacht im Bett verbrachte kann die Uhr um 24 Stunden zurückdrehen – und die Dramatik im Liveblog drüben bei Global Reporting Revue passieren lassen. Dabei klärt sich dann auch die Frage, welcher Politiker sich von Obama ab [...]
[...] This post was mentioned on Twitter by Georg Watzlawek, Alexander Felde and Jan Ruehmling, FollowAmerika. FollowAmerika said: Liveblog und aktuelle Berichterstattung zu den Kongresswahlen rund um die Uhr im Handelsblatt: http://ht.ly/337B8 #2010 #midterms [...]