In den nächsten Tagen will BMW offiziell verkünden, dass sie in Brasilien eine eigene Fabrik bauen wollen. Der Grund, warum die Münchner nach langem Zögern doch nach Brasilien kommen, sind einerseits die hohen Zollsätze auf importierte Autos und andererseits die Strafzölle auf alle diejenigen Autobauer, die nicht in Brasilien produzieren. Die doppelte Besteuerung führt dazu, dass importierte Autos im gehobenen Segment schnell dreimal so viel kosten wie in ihren Heimatländern.
Die Wochenzeitschrift Veja, das Flaggschiff der traditionellen Mittelschicht in Brasilien, hat nun ausgerechnet, dass ein importierter Jeep Grand Cherokee in Brasilien dreimal so viel kostet wie in den USA. Etwa 70.000 Euro statt rund 23.000 Euro. Das wäre – rechnet Veja aus – so, als koste ein brasilianischer Flip-Flop in den USA umgerechnet 120 Euro.
Doch auch die in Brasilien hergestellten PKW sind noch doppelt so teuer wie in den Ursprungsländern. Das liegt an den hohen Kosten der Produktion in Brasilien – aber auch an den gesunden Margen der Fabrikanten: Die sind dreimal so hoch wie in den USA, hat Morgan Stanley gerade errechnet. Noch ein Grund, warum BMW lieber in Brasilien produzieren möchte.