Verfassungsgericht hebt Urteil gegen Ríos Montt auf

Kaum zehn Tage dauerte die Freude über das Urteil gegen Guatemalas Ex-Diktator Efraín Ríos Montt, dann kassierte das Verfassungsgericht die historische Entscheidung wegen angeblicher Verfahrensfehler. Mir drei zu zwei Stimmen entschieden die Verfassungsrichter am späten Montagabend (Ortszeit), dass das Verfahren gegen den 86 Jahre alten früheren Gewaltherrscher wiederholt werden muss. Die Richter monierten, dass ein Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen zwei der drei Richter der Strafkammer nicht geprüft worden sei, die Ríos Montt am 10. Mai wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit für Taten während des Bürgerkriegs zu 80 Jahren Haft verurteilt hatte. Während konservative und reaktionäre Kreise des zentralamerikanischen Landes die Entscheidung feierten, zeigten sich Menschenrechtsaktivisten erschüttert. Guatemalas Justiz gilt als anfällig für Einflussnahmen von außen. » Weiterlesen

80 Jahre für Guatemalas Ex-Diktator

Bis zum Ende blieb Efraín Ríos Montt uneinsichtig. Wochenlang ließ er das Verfahren wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an sich vorbeiziehen. So als sei vor dem Sondergericht in Guatemala jemand anderes der fürchterlichen Verbrechen angeklagt. Wenn der 86 Jahre alte Mann eine Regung zeigte, war es ein höhnisches Lächeln. Trotz seines hohen Alters wirkte der Ex-Diktator wach und willens genug, alles mitzubekommen, was gegen ihn vorgerbacht wurde. Aber erst nach der Verkündung des überraschenden Urteils, das ihm am Freitag 80 Jahre Haft auferlegte, keilte er aus: Das Verdikt basiere auf „Mutmaßungen“ und das ganze Verfahren sei eine „politische Show“. Dann kam der entscheidende Satz: „Niemals habe ich angeordnet, gegen eine Rasse, Ethnie oder religiöse Gruppe vorzugehen“. Seine Aufgabe als Staatschefs sei es gewesen, „die Nation wieder auf Kurs“ zur bringen. „Guatemala stand am Abgrund,“ versuchte er seine Verbrechen zu rechtfertigen. » Weiterlesen

Billigere Kredite und weniger Gebühren – Mexiko schiebt Bankenreform an

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto und sein Kabinett haben die nächste Reform angeschoben. Die seit einem halben Jahr amtierende Regierung will den Wettbewerb im Bankensektor ankurbeln und die Vergabe von Krediten erleichtern. „Wir haben in Mexiko eines der solidesten und robustesten Finanzsysteme der Welt, aber gleichzeitig werden im weltweiten Vergleich sehr wenige Kredite vergeben”, sagte Finanzminister Luis Videgaray am Mittwoch bei der Vorstellung der Reformpläne. Zudem sind Kredite in Mexiko deutlich teurer als in vergleichbaren Schwellenstaaten. » Weiterlesen

UNO kritisiert Mexiko für hohe Gewalt

Der UN-Sonderberichterstatter zu extralegalen, summarischen und willkürlichen Hinrichtungen, Christof Heyns, hat ein verheerendes Bild von der Gewaltsituation in Mexiko gezeichnet. Er sprach am Donnerstag von einem „alarmierenden Gewaltniveau“ in dem lateinamerikanischen Land. Nach einer zehntägigen Reise durch Mexiko sagte UN-Berichterstatter Heyns: „Einige Bundesstaaten erleben seit sechs Jahren eine Welle der Gewalt ohne Gleichen.“ Heyns äußerte harte Kritik an der Drogenstrategie des früheren mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón (2006 bis 2012), der die Armee in den Krieg gegen die Kartelle schickte und damit Tür und Tor für Menschenrechtsverletzungen aller Art öffnete. » Weiterlesen

Obama reist nach Mexiko und Zentralamerika

US-Präsident Barack Obama besucht diese Woche erstmals in seiner zweiten Amtszeit Lateinamerika. Am Donnerstag und Freitag ist er beim Nachbarn Mexiko zu Gast, anschließend reist er zum Treffen des zentralamerikanischen Integrationssystem (SICA) nach Costa Rica. Der Besuch dort wird dominiert von den Themen Sicherheit und Drogenkontrolle. » Weiterlesen

Opposition in Venezuela wirft Regierung „Wahlbetrug“ vor

Eine knappe Woche nach der Amtsübernahme von Präsident Nicolás Maduro erhöht die Opposition den Druck auf Regierung und Wahlrat CNE. Oppositionsführer Henrique Capriles warf Maduro am Mittwochabend erstmals offen „Betrug“ vor und stellte dem CNE ein Ultimatum bis Donnerstag, um mit der Überprüfung der Wahlergebnisse vom 14. April zu beginnen. „Die Wahrheit ist, dass ihr die Wahlen gestohlen habt. Und ihr müsst das dem Land und der Welt erklären“, sagte Capriles in einer Pressekonferenz, die zunächst von einigen oppositionellen TV- und Radio-Sendern übertragen wurde. Nach Capriles’ Wahlbetrugsvorwurf allerdings schaltete die Regierung alle elektronischen Medien des Landes gleich und machte Propaganda gegen die Opposition. Capriles wurde darin vorgeworfen, der Drahtzieher der Unruhen zu sein, bei denen in den Tagen nach der Abstimmung laut neusten Angaben der Staatsanwaltschaft neun Menschen ums Leben gekommen und 78 verletzt worden waren. » Weiterlesen

Venezuelas Opposition sagt Protestmarsch ab

Angesichts mehrerer Tote und eines extrem polarisierten Klimas hat der venezolanische Oppositionsführer Henrique Capriles einen für Mittwoch geplanten landesweiten Protest gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl abgesagt. Er forderte seine Anhänger stattdessen auf, zu Hause zu bleiben. Ursprünglich wollten die Oppositionsanhänger vor den regionalen Sitzen des Wahlrates CNE gegen das Ergebnis vom Sonntag protestieren. „Ich will nur die Nachzählung der Stimmen“, sagte Capriles am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Aber die Regierung will nicht darüber reden, sondern in den Straßen Gewalt schaffen”. Er besitze Informationen, dass regierungsnahe Gruppen den Protestmarsch der Opposition infiltrieren und so zur Gewalt anstacheln wollten. Capriles betonte an den offiziellen Wahlsieger Nicolás Maduro gerichtet, dass man „mit Drohungen“ nicht weiter komme. „Es ist der Moment der Vernunft, des Friedens und des Dialogs“. Maduro hatte wenige Stunden zuvor betont, er werde falls nötig die „Revolution radikalisieren“.
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Wahlkampf in Venezuela begonnen

In Venezuela hat Anfang April der Wahlkampf für die Präsidentenwahl begonnen. Die Kampagne ist ungewöhnlich kurz – 10 Tage – und dieses Mal ungewöhnlich heftig. Die beiden Bewerber hauen wie die Kirmes-Boxer aufeinander ein und schmeißen sich Schmähungen an den Kopf. Es treten für den Chavismus Vize-Präsident Nicolás Maduro und für die Opposition Henrique Capriles an, der im Oktober dem bereits schwer kranken Chávez mit zehn Prozentpunkten unterlegen war. Die Umfragen für die Abstimmung am 14. April sind eindeutig. Maduro, der sich selbst “Sohn von Chávez” nennen lässt, führt haushoch. » Weiterlesen

Dem Schlächter von Guatemala wird der Prozess gemacht

Seine Herrschaft dauerte nur 504 Tage, dann wurde er selbst gestürzt. Aber in der kurzen Zeit zwischen März 1982 und August 1983 erwarb sich der guatemaltekische Diktator Efraín Ríos Montt den Ruf als mörderischster Gewaltherrscher Lateinamerikas. Seiner Tyrannei während des Bürgerkriegs in dem zentralamerikanischen Land schreiben Menschenrechtsorganisationen den Tod von 17.000 Oppositionellen, Linken und Indios zu. Damit hätte Ríos Montt weit mehr Menschenleben auf dem Gewissen als Chiles Diktator Augusto Pinochet, der 17 Jahre herrschte. » Weiterlesen

Venezuela wählt Chávez-Nachfolger am 14. April

Venezuela wählt am 14. April den Nachfolger des verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez. Dies entschied am Wochenende der Oberste Wahlrat CNE in einer außerordentlichen Sitzung. Als Kandidat für den Chávismus geht Übergangspräsident Nicolás Maduro ins Rennen, den sich Chávez kurz vor seinem Tod ausdrücklich als seinen Nachfolger gewünscht hatte. Der 50-Jährige war am Freitag als Übergangspräsident vom Parlament vereidigt worden. Die Opposition bestimmte nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Termins erneut Henrique Capriles zum Kandidaten. » Weiterlesen

Auf Chávez wartet ein gläserner Sarg

Mit einer monumentalen Trauerfeier im Beisein von rund 50 Staats- und Regierungschefs ist der verstorbene venezolanische Präsident Hugo Chávez am Freitag verabschiedet worden. Die Staats- und Regierungschefs aus fast ganz Lateinamerika waren nach Caracas gereist, dazu die Präsidenten von Iran und Weißrussland, Mahmud Ahmadinedschad und Alexander Lukaschenko. Die Zeremonie fand in der Militärakademie Fuerte Tiuna von Caracas statt. Die Trauerfeier verfolgten vor den Toren der Akademie mehrere Tausend Menschen trotz hoher Temperaturen auf Großleinwänden. » Weiterlesen

Mexikos Präsident greift erstmals gegen Korruption durch

Mexikos neuer Präsident Enrique Peña Nieto hat im Kampf gegen Korruption ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Vergangene Woche nahm die Justiz die Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Elba Esther Gordillo, fest. Sie soll über Jahre hinweg umgerechnet zwischen 120 und 155 Millionen Euro veruntreut haben. Gordillo leitet Mexikos Lehrergewerkschaft SNTE seit 1989 und hat diesen Job auf Lebenszeit inne. Mit ihren rund 1,5 Millionen Mitgliedern gilt sie als größte Gewerkschaft in Amerika. Gordillo hat nach Angaben der Ermittler das veruntreute Geld für Schönheitsoperationen, Kunstwerke, sündhaft teure Handtaschen und Schuhe ausgegeben. Zudem habe sie die Wartung ihres Privatflugzeugs damit bestritten und sich ein Haus in San Diego in den USA gekauft. » Weiterlesen

Kuba leitet überfällige Verjüngung ein

Es kommt ja auf Kuba nicht so oft vor, dass ein Präsident seiner Amtszeit selber Grenzen setzt. Im Reich der Dauer-Regierer teilen sich die Brüder Fidel und Raúl Castro nun schon die Macht seit weit mehr als einem halben Jahrhundert. Und man darf annehmen, dass der 86 Jahre alte Revolutionsführer Fidel Castro noch heute regieren würde, wäre er 2006 nicht schwer erkrankt. Seither führt sein auch schon 81 Jahre alter kleiner Bruder Raúl die Geschäfte. Und am Sonntag wurde er bei der konstituierenden Sitzung des neuen Volkskongresses für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Kurz nach seiner Wiederwahl gab Castro II. allerdings bekannt, dass dies seine letzte Amtszeit sei. 2018 will er sich zurückziehen. Künftig sollten die maximale Amtszeit in Führungsämtern auf zehn Jahre begrenzt werden. Die Verfassung solle entsprechend geändert werden, stellte Castro in Aussicht. » Weiterlesen

Endlich Reisen

Zwanzig mal hat es Yoani Sánchez probiert, zwanzig Mal gab es das begehrte Ausreisevisum nicht. Fünf lange Jahre haben die Behörden der berühmten Bloggerin und Regierungskritikerin die Ausreise aus Kuba verweigert. Seit dem 14. Januar aber ist das Ausreisevisum weggefallen und Sánchez darf nun das Land verlassen. Und am Sonntag ging sie auf eine dreimonatige Weltreise. Vorträge, Konferenzen und Besuche bei Medienhäusern stehen in ihrem Terminkalender. » Weiterlesen

Wochenmagazin präsentiert Video von entführten Deutschen

„Das sind die beiden von der ELN entführten Deutschen“ – so überschrieb das kolumbianische Wochenmagazin „Semana“ am Donnerstag auf seiner Internetseite ein Video, auf dem die beiden deutschen Rentner zu sehen sein sollen, die sich in Hand der Linksguerilla Nationales Befreiungsheer (ELN) befinden. Der fünfeinhalb Minuten lange Film zeigt zwei fitte ältere Herren so um die 70 Jahre, die hinter ihrem grünen Toyota-Geländewagen in einer etwas unwirtlichen Gegend auf Klappstühlen picknicken und sich mit Kolumbianern unterhalten. Wer das Video gemacht hat und wann genau es entstanden ist, wird nicht klar. „Semana“, eines der seriösesten Medien Kolumbiens, schreibt, das Video sei wenige Wochen vor der Entführung entstanden. » Weiterlesen

Explosion und 33 Tote bei Mexikos Ölriesen Pemex

Es war kein guter Tag für Mexikos Ölkonzern Petróleos Mexicanos (Pemex). Bei einer schweren Explosion, die vermutlich durch einen Gasaustritt verursacht wurde, kamen am Donnerstag 33 Menschen ums Leben, 121 wurden verletzt. Es war eine der schwersten Unglücke in der Geschichte des Staatskonzerns und eine der verheerendsten in der den vergangen dreißig Jahren in Mexikos Hautstadt Mexico City. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich rund 3000 Menschen in dem Gebäude und seinen Nebengebäuden auf. » Weiterlesen

Alles beim Alten – Castro I. und Castro II. wollen wieder ins Parlament

Am Sonntag wählen 8,4 Millionen Kubaner ein neues Parlament. Die Wahl der Nationalversammlung findet alle fünf Jahre statt und dennoch ist das Ergebnis vorhersehbar. Es bewerben sich 612 Kandidaten um 612 Sitze, und alle gehören sie der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) an. Andere Parteien sind auch gar nicht zugelassen. » Weiterlesen

Der falsche Mann

Die renommierte spanische Tagezeitung „El Pais“ ist nach eigenen Angaben einem falschen Foto des schwer kranken venezolanischen Staatschefs Hugo Chávez aufgesessen. Das Bild, das in Teilen der Donnerstagausgabe auf Seite eins zu sehen war, und in den Morgenstunden für eine halbe Stunde auf der Internetseite der Zeitung stand, zeigt einen Patienten im OP, intubiert und mit kahlem Schädel. Der Mann wies so tatsächlich Ähnlichkeiten mit Chávez auf, der sich seit dem 11. Dezember auf Kuba von seiner vierten Krebsoperation erholt. » Weiterlesen

Parlament: In Mexiko werden jährlich Milliarden Drogengelder gewaschen

Mexiko ist ein Paradies für Geldwäscher. Das berichtet jetzt die Abgeordnetenkammer des Landes in einer Untersuchung. Demnach wurden vergangenes Jahr zehn Milliarden Dollar an Geldern gewaschen, die zumeist aus dem Drogenhandel stammen. Dies entspreche 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sei eine dramatische Steigerung gegenüber den Vorjahren. Zwischen 2004 und 2009 entsprach die jährlich gewaschene Summe von kriminellem Geld lediglich 1,5 bis 2,4 Prozent des BIP. Dem Bericht zufolge wird lediglich in Peru mehr Geld gewaschen als in Mexiko. Laut Internationalem Währungsfonds werden weltweit zwischen zwei und fünf Prozent des weltweiten BIP gewaschen. » Weiterlesen

Neue Polizei, mehr gezielte Schläge, weniger offener Krieg

Neuer Präsident, neue Strategie. Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto ändert seine Leitlinien im Vorgehen gegen das Organisierte Verbrechen: Weniger Tote, eine neue Polizei, chirurgische Schläge, statt offener Krieg und hohe Investitionen in Sozialprävention sind die Achsen. » Weiterlesen

Mexikanischer Peso an der US-Fiskalklippe

Der mexikanische Peso fürchtet die Fiskalklippe in den USA. Die über viele Monate sehr stabile und aufwertende Währung des Schwellenlandes ist in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck geraten.

Seit Weihnachten hat der mexikanische Peso fast drei Prozent verloren – vor allem gegenüber dem Dollar, aber auch gegenüber dem Euro hat der Peso deutlich Terrain eingebüßt. Der Euro kostet rund 17,5 Peso, der Dollar 13,12 Peso. Es sei schwer, den weiteren Weg des Peso vorherzusagen, wenn es nicht wenigstens eine Teileinigung im US-Fiskalstreit gebe, sagen mexikanische Finanzexperten. » Weiterlesen

Carlos Slim kauft weiter in Europa zu

Der mexikanische Mobilfunkmogul Carlos Slim hat einen Megadeal mit der spanischen Bank Caixabank abgeschlossen. Die Großbank verkauft an den reichsten Menschen der Welt 439 Immobilien im Wert von 428 Millionen Euro. Damit setzt Slim seinen Einkaufszug in Europa fort. Slim hatte erst dieses Jahr Anteile an niederländischen und österreichischen Mobilfunkanbietern erworben und einen spanischen Fußballclub gerettet. Nun also der Einstieg ins spanische Immobiliengeschäft. Slim war bereits im Mai 2011 bei der Caixabank eingestiegen und hält rund 0,169 Prozent der Anteile. » Weiterlesen

Mexiko will mit neuem Präsidenten wieder ordentlich wachsen

Mexikos neuer Staatschef Enrique Peña Nieto, der am 1. Dezember sein Amt angetreten hat, will die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas wieder ordentlich auf Wachstumskurs bringen. Ende vergangener Woche legte die neue Administration das Wirtschaftsprogramm 2013 vor, das einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 3,5 Prozent prognostiziert. » Weiterlesen

Lateinamerika besticht

Lateinamerika ist nicht nur eine der ungleichsten, sondern auch eine der bestechlichsten Regionen der Welt. Im neuen Transparency-Index zur Korruption ist zum Beispiel Mexiko um fünf Plätze gefallen. Das heißt, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Region gilt als korrupter als noch im Jahr zuvor.

Die korruptesten Staaten der Region sind laut Transparency-Liste Paraguay und Venezuela und vor allem das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, Haiti. In dem 176 Staaten umfassenden Ranking liegen die drei Staaten ganz hinten, nah bei Somalia, Nord-Korea und Afghanistan, die das traurige Ende der Liste zieren. Chile und Uruguay hingegen liegen weit oben auf Platz 20 und können sich mit Staaten wie Dänemark, Finnland und Neuseeland messen. » Weiterlesen

Verspäteter Aktivismus

Felipe Calderón verlässt an diesem Sonnabend den Präsidentensessel. Er hat es in seinen sechs Jahren an der Spitze Mexikos geschafft, das Volk so zu enttäuschen, dass sie vor lauter Hoffnungslosigkeit die alte und früher hoch korrupte Regierungspartei PRI wieder ins Amt gehievt haben. Zudem bleibt Calderón auf ewig als der Präsident im Erinnerung, während dessen Amtszeit 65.000 Menschen im Drogenkrieg ums Leben kamen. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Todesopfer sogar auf bis zu 100.000. Anders als von der Regierung immer behauptet, sind darunter vor allem in den vergangenen Jahren immer mehr zivile, unschuldige Opfer gewesen, die einfach zwischen die Fronten geraten sind. » Weiterlesen

Altes Land, neuer Name

Eine Woche ist Mexikos Präsident Felipe Calderón noch im Amt. Und am Vorabend seines Abschieds überrascht er Freund und Feind mit einer Idee, die ebenso nutzlos wie nationalistisch daher kommt. Sein Land solle künftig schlicht und ergreifend „Mexiko“ heißen und nicht mehr „Vereinigte Staaten von Mexiko“. Eine entsprechende Gesetzesinitiative will er jetzt ins Parlament einbringen. » Weiterlesen

OECD: Mexiko muss stärker wachsen

Die OECD hat die künftige mexikanische Regierung aufgefordert, mehr Wert auf ein größeres Wirtschaftswachstum zu legen. Dies sei „fundamental wichtig, unvermeidbar und darf nicht mehr aufgeschoben werden“, sagte José Ángel Gurría, Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Mexiko wächst, schafft Arbeitsplätze, das Bankensystem ist stabil, die Schulden sind bescheiden“, sagte der Mexikaner Gurria. „Aber das Land steht vor riesigen Herausforderungen“. Am 1. Dezember übernimmt Enrique Peña Nieto von Felipe Calderón das Amt des mexikanischen Staatschefs. » Weiterlesen

“Parteimitglieder bekommen die hübschesten Frauen”

Ein Delegierter betritt die Große Halle des Volkes in Peking

Warum wird ein Unternehmer Kommunist? Aus Überzeugung? Aus Opportunismus? Ganz falsch, sagt einer der reichsten Männer des Landes – und verrät den wahren Grund für seinen Eintritt: “Das Parteibuch wirkt wie ein Magnet of hübsche Frauen”, enthüllte Liang Wengen in Peking  erstaunten Reportern.

Liang ist derzeit Delegierter auf dem laufenden Parteitag der chinesischen Kommunisten. Er kann so frei plaudern, weil er im Vergleich zu den anderen Genossen eine gewisse Unabhängigkeit mitbringt. Schließlich besitzt er ein Privatvermögen von mehreren Milliarden Euro. Und seine Firma, der Baumaschinenhersteller Sany, leistet sich so spektakuläre Dinge wie den Kauf des deutschen Betonpumpenhersteller Putzmeister. » Weiterlesen

Zehn Jahre Haft für eine Politlegende der Linken Südamerikas

10 Jahre und 10 Monate Knast. Das sitzt. José Dirceu, 66 Jahre, ehemaliger Kabinettschef Lulas hat jetzt als Drahtzieher eines Korruptionsmodells, mit dem systematisch Abgeordnete bestochen wurden, ein harte Strafe bekommen. Gelingt ihm keine Revision des Urteils, dann verliert der 66-jährige Dirceu seine politischen Rechte, bis er 85 Jahre alt ist. Knapp zwei Jahre müsste er wirklich ins Gefängnis, bevor er Freigang bekommen könnte, schätzen Anwälte. Er will jetzt vor den Internationalen Gerichtshof ziehen. Er überlege Exil zu beantragen, heißt es aus seiner Umgebung. Dirceu leugnet alles und sieht sich als Opfer eines „bürgerlichen Putsches“. Vergebens hat die Arbeiterpartei in der Öffentlichkeit appelliert, dass Politiker, wie Dirceu – und seine ebenfalls der Korruption angeklagten Dutzend Mistreiter – unantastbar seien, wegen ihrer Verdienste für die Demokratie im Kampf gegen die Demokratie. Doch kein Zweifel: Es ist sicher nicht das Ende der politischen Karriere einer Kultfigur unter Südamerikas Linken. Denn Dirceu, meist mit Goldbrille im dunkelblauen Anzug, hat in seiner langen politischen Karriere schon mehrfach das Aus erlebt – und ist dabei öfters nur knapp mit dem Leben davon gekommen. „Töten oder sterben“ – nach dieser Regel habe er Politik gelernt, sagt Dirceu über seine politische Lehrzeit. Der Studentenführer wurde 1968 durch die Militärs verhaftet. Aus dem Gefängnis ins Exil kam er im Austausch gegen den entführten US-Botschafter. In Kuba wurde er zum Guerillero ausgebildet für die kommende brasilianische Revolution. Nach einer Gesichtsoperation durch chinesische Chirurgen in Kuba kehrte er nach Brasilien zurück. Fast alle seiner 28 Mitstreiter überlebten das erste Jahr in Brasilien nicht. Aus Dirceu wurde der Textilhändler Carlos Henrique de Mello in der Provinz. Er heiratete, bekam einen Sohn. Seine Familie erfuhr am Tag der Amnestie 1979 seine wahre Identität. Dirceu machte seine Gesichtsoperation rückgängig – und begann seine zweite politische Laufbahn in der Arbeiterpartei PT, die er als Parteipräsident mit eiserner Hand auf einen politischen Mittekurs trimmte. Ausgerechnet der ehemalige Guerillero schmiedete die Allianzen der Arbeiterpartei mit der reaktionären Politikerkaste Brasiliens. Dirceu machte den Weg frei für die Wahl Lulas 2002. Er wurde Kabinettschef und galt als natürlicher Nachfolger Lulas im Präsidentenamt. Doch drei Jahre später der tiefe Sturz: Dirceu verlor sein Mandat als Abgeordneter, wegen des Verdachts der aktiven Korruption. Sieben Jahre konnte die regierende Arbeiterpartei das Verfahren herausschieben. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof sein Urteil gesprochen. Bitter für Dirceu und Lula: Acht der elf Richter des Obersten Gerichtshofs hat Lula selbst eingesetzt.

Marihuana-Freigabe in den USA und die Auswirkungen in Mexiko

Kaum haben die Bundesstaten Colorado und Washington den Konsum von Marihuana und den Anbau von Cannabis unter bestimmten Umständen legalisiert, beginnt die Diskussion in Mexiko. Muss man nicht dann den Kampf gegen die Kartelle umstellen, wenn diese einen Anteil ihres Marktes verlieren, wenn künftig die USA das legal herstellt, was sie bisher ins nördliche Nachbarland geschmuggelt haben? » Weiterlesen

Im Grünen wohnen – mit dem Jet vor der Tür

Sie wollen Ihren Jet vorm Haus parken? Kein Problem, in den neuen brasilianischen Luxus-Condomínios, also privaten Wohngebieten, ist die hauseigene Landebahn der letzte Schrei. „Fly-ins“ heißen die neue Version der brasilianischen “Gated Communities”. Eine Mode, die aus den USA kommt und in Brasilien begeistert aufgenommen wird. Mit 13.000 Fliegern ist die private Jetflotte in Brasilien nach den Vereinigten Staaten weltweit am größten. Und ähnlich wie in den USA ist es auch in Brasilien üblich, dass Unternehmer, Großfarmer und Topmanager mit dem eigenen Flieger ihre Unternehmen und Kunden abklappern in dem Land von der doppelten Größe der EU. „Warum nicht im Grünen wohnen und von dort mit dem Jet in die Arbeitswoche starten – statt im Stau zu den überfüllten brasilianischen Flughäfen Zeit verlieren?“ – mit dieser Verlockung wenden sich gleich mehrere der findigen Bau- und Immobilienkonzerne derzeit mit seitengroßen Anzeigen in den Wirtschaftszeitungen an ihre betuchten Kunden. Die greifen zu, weil sich die Investition zu lohnen scheint: In der Nähe der wohlhabenden Provinzhauptstadt Belo Horizonte kostet ein Grundstück in einem Condomínio an einem Stausee gelegen etwa einer Million Reais, also 400.000 Euro für die Mindestgröße von 2600 Quadratmetern. Die Landepiste ist mit 1600 lang genug, dass auch größere Privatjets landen können. Lokale Immobilienexperten rechnen damit, dass sich der Grundstückspreis in drei Jahren verdoppeln wird, weil die Grundstücke weggehen wie warme Semmeln. Jetzt hat der Developer JHSF bei São Paulo das größte Fly-in angekündigt: Mit einer Piste von 2500 Metern können dort auch kleinere Airbus und Jumbos landen – direkt neben dem Heliport, von wo aus man in zehn Minuten ins Zentrum von São Paulo fliegen kann. Aber das muss man vermutlich bald gar nicht mehr. Eine eigene Stadt wird dort neben dem privaten Wohnbereich mit seinen Golfplätzen, Reitanlagen und Chill-Oasen ebenfalls hochgezogen: Ein Zentrum bestehend aus einem Dutzend Business-Türmen, angeschlossenem Hotel- und Klinik-Zentrum, ein Fashion-Outlet, sowie mehrere Shopping-Malls sollen dort parallel entstehen.

Schikanen zum Parteitag

Der Blogger dieser Zeilen hätte diesen Eintrag fast nicht online stellen können. Denn der Internetzugang im Pekinger Büro des Handelsblatts war dermaßen stark gestört, dass die Verbindung jedesmal bei dem Versuch zusammenbrach, einen Text zu veröffentlichen.

Während des 18. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas gilt in Peking der Ausnahmezustand. Die Sicherheitskräfte bieten alles auf, um den Delegierten ein störungsfreies Treffen zu ermöglichen. » Weiterlesen

Politischer Blackout

Eine kleine LED-Taschenleselampe bekam ich gerade als Präsent dazu, als ich ein Buch kaufte. Ein witziger Hinweis auf die zunehmenden Stromausfälle in Brasilien. Neben den ganz großen Blackouts, die seit drei Jahren begonnen haben, gibt es inzwischen immer wieder regional begrenzte lokale Stromausfälle. Doch der Grund dafür sind keine Hacker, Blitze oder Kurzschlüsse in Umspannstationen, wie die Regierungen gerne öffentlich vermuten. » Weiterlesen

Chinas Wutbürger gehen wieder auf die Straße

In der Hafenstadt Ningbo tritt die Bereitschaftspolizei an. (Weibo)

In der Hafenstadt Ningbo tritt die Bereitschaftspolizei an. (Weibo)

Die chinesischen Stadtregierungen verhalten sich schon lange nicht mehr, wie sich das für einen autoritären Staat gehört. Wenn das Volk eine Demo macht, dann geben sie meistens nach.

In der Stadt Ningbo zwei Autostunden südlich von Shanghai waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag Tausende von Bürgern auf die Straße gegangen, um gegen die Erweiterung eines Chemiewerks zu protestieren.

Die Demonstranten haben gute Chancen, sich durchzusetzen. Vor einem Parteitag mit Wahl einer neuen Führung ab 8. November können die regierenden Kommunisten keine Unruhe gebrauchen.  » Weiterlesen

Pemex beklagt zunehmenden Diebstahl von Öl und Benzin

Mexikos staatlicher Erdölmonopolist Petróleos mexicanos (PEMEX) beklagt zunehmenden Diebstahl von Rohöl, Benzin und Gas. Die Organisierte Kriminalität hat den Rohstoff-Raub offenbar als ein lukratives Nebengeschäft entdeckt. Nach Angaben von Pemex wurden durch Anzapfen von Pipelines oder dem Diebstahl ganzer LKW vergangenes Jahr allein 3,35 Millionen Barrel Sprit gestohlen. Das entspricht einem Wert von 1 Milliarde Dollar. Im Vorjahr waren es nur 2,16 Millionen Barrel gewesen. » Weiterlesen

Chinas irrer Zensurwahn im Fall Wen

Bildschirmfoto aus Peking: Die New York Times ist seit Freitag gesperrt.

Bildschirmfoto aus Peking: Die New York Times ist seit Freitag gesperrt.

Die Zensoren reagierten schnell, und sie reagierten hart. Die Website der New York Times und ihres chinesischsprachigen Ablegers waren vom Freitagmorgen an von nirgendwo in China mehr erreichbar. Grund war ein Artikel über den Reichtum von Premier Wen Jiabao.

Für die chinesische Internetgemeinde ein harter Schlag: Ihr ist eine weitere Informationsquelle verlorengegangen.  » Weiterlesen

Milliardär Slim will nun auch Zement verkaufen

Eine der wenigen Slim-freien Branchen in Mexikos Wirtschaft ist das Baustoff-Geschäft. Doch die Zeit ist bald vorbei. Der mexikanische Milliardär und reichste Mensch der Welt steigt nun auch ins Zementgeschäft ein und macht damit vor allem dem mexikanischen Platzhirsch Cemex Konkurrenz. Großmogul Slim, der in fast jeder Branche der mexikanischen Wirtschaft seinen Fuß hat, plant eine Beteiligung von 46 Prozent an dem neuen Unternehmen Cementos Fortaleza. Die anderen 54 Prozent wird Slims Geschäftspartner Antonio del Valle halten. Cementos Fortaleza will zum „besten Zementhersteller in Mexiko” aufsteigen, sagte ein Sprecher des neuen Unternehmens. Im zentralmexikanischen Bundesstaat Hidalgo steht gerade die erste Baustoff-Fabrik vor der Fertigstellung, von der aus der Markt beliefert werden soll. Das Erstinvestment beläuft sich dabei auf 250 Millionen Dollar. Geplant ist zunächst eine Produktion von einer Million Tonnen Zement pro Jahr. » Weiterlesen

Brüskiert, krank, entlassen

Oleg Goworun verabschiedete sich schleppend aus dem Kabinett. Russlands Minister für regionale Entwicklung war schon seit Wochen nicht mehr zur Arbeit erschienen. Offiziell war der 43-Jährige krankgeschrieben. Sein Unwohlbefinden ausgelöst hatte wohl eine Schelte des Präsidenten. » Weiterlesen

Romney zeigt sich in China-Fragen ahnungslos

Chinesische Arbeiterin in der Elektroindustrie: auch bei teurem Yuan billig

Chinesische Arbeiterin in der Elektroindustrie: auch bei teurem Yuan billig

Bei der Wahlkampfdebatte zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney war auch China ein Thema. Romney sagte, wenn China “sich an die Spielregeln halten würde”, dann wären Arbeitsplätze in den USA wieder konkurrenzfähig.

Sprich: Apple würde iPhones wieder in den USA herstellen, ohne dass sie teurer wären als Importe aus China. Ein kurzes Rechenexempel zeigt: Das stimmt nicht.

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Aeroméxico startet durch

Seit die ehemalige Star-Alliance Fluglinie Mexicana vor ein paar Jahren Pleite gegangen ist, startet die Konkurrenz von Aeroméxico durch. Neue Destinationen in Europa und Asien, den USA und Lateinamerika werden angeflogen. In Zeiten der Krise meldet Aeroméxico steigende Passagierzahlen. Im vergangenen Monat stieg die Zahl der Fluggäste um 0,6 Prozent auf 1,14 Millionen. Im nationalen Markt hat die Fluglinie einen Marktanteil von 35 Prozent. Im internationalen Markt von immerhin 15 Prozent. Besonders erfreulich aus Sicht des Unternehmens ist die Auslastung von fast 77 Prozent. Mit Aeromexico flogen vergangenes Jahr 14 Millionen Passagiere. Die Fluggesellschaft fliegt 42 nationale und 30 internationale Ziele an, die meisten in den USA, Kanada und Lateinamerika. Aber auch in Europa und Asien ist Aeromexico zunehmend vertreten. » Weiterlesen

Mexiko will schon wieder viel Öl gefunden haben

Die mexikanische Regierung hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit einen angeblich gigantischen Ölfund gemeldet. Der neue Feld im Golf von Mexiko nah an der US-Grenze entspreche etwa 125 Millionen Barrel, erklärte Präsident Felipe Calderón. „Das sichert die mexikanischen Erdöl-Reserven für weitere zehn Jahre“, betonte der Staatschef. Was er aber nicht sagt: Es sind vermutete Reserven, nicht nachgewiesene. Sie liegen in großer Tiefe. Und der mexikanische Staatsmonopolist Pemex hat weder das Geld noch das Knowhow, diese Reserven zu fördern. Ausländisches Engagement ist aber laut Verfassung verboten. » Weiterlesen

US-Medien: Indischer Autohersteller Tata Motors baut Fabrik in Mexiko

Der indische Automobilhersteller Tata Motors will nach einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNBC eine Fabrik in Mexiko bauen und dort fünf seiner günstigen Modelle herstellen. Der auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierte Sender zitierte am Mittwoch ungenannte Quellen aus dem Unternehmen. Demnach will Tata 100 Millionen Dollar investieren und sucht für das Projekt mexikanische Partner, um eine Zulieferer-Kette aufbauen zu können. Tata plane, in Mexiko seine Modelle Vista, Indica, Manza, Aria und Nano zusammenzusetzen. Das indische Unternehmen wäre der zehnte Hersteller, der eine Produktion in dem zweitgrößten Land Lateinamerikas eröffnet. Dieses Jahr hatte bereits die deutsche VW-Tochter Audi angekündigt, in Mexiko ab 2016 den Geländewagen Q5 bauen zu wollen. Mexiko gilt inzwischen als einer der attraktivsten Standorte für Autobauer weltweit. » Weiterlesen

Gemetzel zwischen Polizei und Mafia in Brasiliens Wirtschaftszentrum

Das BRIC-Land Brasilien preist gerne seine größte Stadt São Paulo als eines der künftigen Weltwirtschaftszentren. Die Metropole mit ihren 20 Millionen Einwohnern im Einzugsgebiet sieht sich gerne als Teil des modernen, dynamischen, reichen Brasiliens. Das mag alles stimmen. Doch derzeit findet dort ein blutiges Gemetzel zwischen Polizei und organisierter Kriminalität statt, das mich zweifeln lässt, ob São Paulo wirklich als Weltstadt der Zukunft bezeichnet werden kann. 69 Polizeibeamte wurden in diesem Jahr ermordet. Die meisten von ihnen auf dem Nachhauseweg oder in zivil.

In der Presse wird nicht mehr von Morden, sondern von Hinrichtungen gesprochen, wegen der kaltblütigen und systematischen Planung der Morde. Der Grund für das Gemetzel: Anscheinend gilt die Abmachung zwischen der São Paulo dominierenden Knast-Mafia PCC („Primeiro Comando da Capital) und der Polizei, sich gegenseitig in Ruhe zu lassen, nicht mehr. Der Deal war: Die PCC darf in der Peripherie der Großstadt die Basen für ihre Geschäfte wie den Drogenhandel, Banküberfälle oder LKW-Entführungen unterhalten – und sorgt dafür im Gegenzug dort für Sicherheit und Friedhofsruhe. Was die Bevölkerung durchaus zu schätzen weiß, weil die Zahl der „normalen“ Überfälle, Diebstähle oder Vergewaltigungen in der Peripherie stark abgenommen hat. Mit diesem Agreement konnte auch die Zahl der Morde in São Paulo über die letzten zehn Jahre gedrittelt werden auf etwa 11 Delikte auf 100.000 Einwohner. Doch dann verlegte die Polizei einige ranghöhere PCC-
Mitglieder in entferntere Knäste im Landesinnern. Korrupte Polizisten sollen versucht haben, selbst Teile der illegalen Aktivitäten zu kontrollieren. Im jetzigen Wahlkampf für die Präfektur lebt die Stadt in einem politischen Vakuum, in dem Abmachungen nicht mehr gelten und neue Aufsteiger versuchen, ihren Platz an der Sonne zu erobern. Die Auseinandersetzungen gleichen einem Krieg – inmitten einer Stadt, die so tut, als gehe sie das alles nichts an. Die Polizeistationen sind verbarrikadiert wie Forts im Wilden Westen. Die Wachen sind teilweise verwaist, weil sich kein Beamter dort mehr traut, Anzeigen aufzunehmen. Polizisten auf Patrouille haben ihre Waffen immer schussbereit in der Hand und die Zahl der Erschießungen bei ihren Aktionen ist ebenfalls rasant angestiegen.

Zu hoffen ist, dass der Spuk Anfang nächsten Jahres vorbei ist: Dann treten die neu gewählten Bürgermeister in der Hauptstadt und den Bezirken sowie die Stadtabgeordneten an – und der Kuchen wird neu verteilt. Bis sich das alles in vier Jahren wiederholt.

Ich denke, dass die zwei Realitäten dieses Landes – der natürliche Überfluss, die wirtschaftliche und kulturelle Dynamik auf der einen Seite und die Gewalt und der zivilisatorische Mangel auf der anderen – es für uns so schwer machen, Brasilien ernst zu nehmen. Und zu akzeptieren, dass trotz dieser Widersprüche Brasilien eine aufsteigende Weltmacht ist.

Drogenkrieg erreicht die Vororte der mexikanischen Hauptstadt

Mexikos Präsident Felipe Calderón lässt auf der Zielgeraden seiner Präsidentschaft nochmal die Muskeln spielen. Nach dem Mord an einem Politiker und Gerüchten über bevorstehende Zusammenstöße zwischen Drogenbanden sandte der Präsident die Armee mit gepanzerten Fahrzeugen in einen Vorort von Mexiko-Stadt. An dem Einsatz in Nezahualcóyotl, einer Stadt mit 1,1 Millionen Einwohnern östlich der Hauptstadt, seien rund 700 Soldaten und Bundespolizisten beteiligt, teilte die Behörde für öffentliche Sicherheit des Bundesstaates México Ende der Woche mit. Die Militärs sollten auf unbestimmte Zeit in etwa 45 Vierteln der Stadt patrouillieren. » Weiterlesen

Jetzt holen sie sogar Mao raus

Neue Demos gegen Japan in Peking. Nachdem das nationalistische Fieber gestern etwas zurückgegangen war, gingen die Proteste heute mit neuem Schwung los – Schuld war ein historischer Jahrestag.

Die Demonstranten ziehen zwischen Absperrungen vor der japanischen Botschaft entlang und rufen “Schlagt! Schlagt! Schlagt die mickrigen Japaner!” Hintergrund ist ein Besitzstreit um eine Gruppe von Felseninseln im Meer zwischen den Ländern.

Pekings Sushi-Wirte haben Angst vor Nationalisten

Ein wütender Mob zieht vor der japanischen Botschaft in Peking auf.

Ein wütender Mob zieht vor der japanischen Botschaft in Peking auf.

Es sind vermutlich die schlimmsten antijapanischen Proteste seit Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Japan im Jahr 1972. Ich wohne in Peking in der Nähe der japanischen Botschaft, und ich muss sagen: Den Ausbruch von Nationalismus finde ich erschreckend.

Es ist das Jahr 2012, und junge, ganz normal aussehende Leute ziehen vor der Botschaft eines Nachbarlands auf, eines wichtigen Wirtschaftspartners, und skandieren Hasssprüche. “Ihr mickrigen Japaner, verzieht Euch aus China”, ruft einer.

Schlimmer noch: Für übermorgen, Dienstag, sind noch viel größere Demos angekündigt.  » Weiterlesen

OECD: Schlechte Noten für Mexikos Bildungssystem

Mexikos Bildungssystem steht im OECD-Vergleich nicht besonders gut da. Das an sich ist keine Neuigkeit. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kritisiert jetzt aber zusätzlich, dass zu viel Geld für die Lehrer und zu wenig für die Schüler ausgegeben wird. Zwar stecke Mexiko mehr Geld in die Schulbildung als der Durchschnitt der Staaten der OECD, aber bei den Schülern komme zu wenig davon an. Neun von zehn Peso fließen in Gehälter, der ganz überwiegende Teil davon in die von Lehrern. » Weiterlesen

In China kocht der Hass auf Japan hoch

Demo gegen den Inselverkauf vor der japanischen Botschaft in Peking

Demo gegen den Inselverkauf vor der japanischen Botschaft in Peking

Wenn es ein Thermometer gäbe, das den aktuellen Stand der chinesischen Abneigung gegen Japan anzeigt, dann würde es in den letzten Tagen über 60 Grad gestiegen sein – also schon ziemlich heißt. (Dabei unterstelle ich, dass 100 Grad bedeutet, dass die Armeen beider Länder aufeinander schießen.)

Vor der japanischen Botschaft in Peking skandierten heute den ganzen aufgebrachte Demonstranten antijapanische Parolen. Sie reckten dabei die Fäuster und warfen manchmal leere Flaschen über den Zaun.

Als ich das Treiben beobachtete, wurde ich das Gefühl nicht los, dass der Protest vielleicht doch staatlich organisiert sein könnte. Auf jeden Fall aber ist er geduldet.  » Weiterlesen

Premier Wen verteidigt sein Erbe

Chinas Premier Wen Jiabao bei "Sommer-Davos" in Tianjin: "Wir haben richtig gehandelt!"

Chinas Premier Wen Jiabao bei “Sommer-Davos” in Tianjin: “Wir haben richtig gehandelt!”

Das Gegrummel war zuletzt immer lauter geworden. “Die Regierung hat 2009 maßlos übertrieben” , sagte mir neulich ein einflussreicher chinesischer Ökonom, der in einer staatlichen Denkfabrik arbeitet. Gemeint war das Konjunkturprogramm zum Ausgleich der Weltkrise – es hat zu Blasen und einer Überhitzung der Wirtschaft geführt.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in China (“Sommer-Davos”) verteidigt der scheidende Premier Wen Jiabao nun sein Erbe. ”Einige Leute kritisieren unser Konjunkturpaket und sagen: der Preis war zu hoch”, sagte Wen vor wenigen Minuten in Tianjin. “Aber ich stelle klar, dass wir nur so Fabrikschließungen und Arbeitslosigkeit verhindern konnten.”  » Weiterlesen

Neuer Wind in Brasiliens Justiz

„Hätte mir eine Wahrsagerin vor zehn Jahren gesagt, was heute in der brasilianischen Politik geschieht – ich hätte sie ausgelacht und wäre ohne zu bezahlen weggegangen“, schreibt der angesehene Kulturjournalist Nelson Motta heute.

Er meint damit vor allem: Wie überraschend hart die brasilianische Justiz diese Tage gegen korrupte Politiker urteilt.  » Weiterlesen

War Chinas Vizepremier in einen Autounfall verwickelt?

Nächtlicher Verkehr in Peking

Nächtlicher Verkehr in Peking

In Peking und in unabhängigen chinesischen Auslandsmedien verbreitet sich das Gerücht, dass der künftige chinesische Staatschef Xi Jinping schon seit sechs Tagen nach einem Autounfall im Krankenhaus liegen soll.

Falls das stimmt, wäre das ein schwerer Schlag für die regierenden Kommunisten. Vizepräsident Xi soll im kommenden März die Führung des Landes übernehmen. Er ist der Hoffnungsträger der Partei für weitere Reformen, aber auch für den eigenen Machterhalt.

Die Version von dem Unfall würde auch erklären, waum Xi die US-Außenministerin versetzt hat» Weiterlesen

Audi setzt in Mexiko auf Altbewährtes

Der deutsche Autobauer Audi hatte lange hin- und her überlegt, abgewogen und sich angehört, was die verschiedenen Bundesstaaten Mexikos zu bieten hatten. Nun ist die Entscheidung gefallen. Die VW-Tochter hat sich für San José Chiapa im Bundesstaat Puebla als Standort für ihre neue Fabrik entschieden. Ab 2016 will der Autokonzern hier, etwa 180 Kilometer südöstlich von Mexico City, das Modell Audi Q5 produzieren. Geplant ist eine jährliche Fertigung von 150.000 Fahrzeugen. Mitte 2013 sollen die Bauarbeiten für die Werksgebäude beginnen. » Weiterlesen

China rettet wieder einmal Deutschland

Bauprojekt in Urumqi (Provinz Xinjiang)

Bauprojekt in Urumqi (Provinz Xinjiang)

Zwar habe ich erst gestern hier über Chinas U-Bahnpläne gebloggt. Doch heute kommt schon die nächste Nachricht aus der gleichen Richtung hinterher: Die Regierung in Peking hat die Mittel für zweitausend Kilometer neuer Straßen freigegeben.

Da der Export – vor allem nach Europa – deutlich schwächer ausfällt als geplant, greift China zur Selbsthilfe und schafft Wachstum und Arbeitsplätze im Inland. Durch neue Konjunkturspritzen. » Weiterlesen

China baut als Konjunkturstütze massenhaft U- und S-Bahnen

Tunnelbohrmaschine der Firma Herrenknecht (in Guangzhou): deutsche Firmen würden profitieren.

Tunnelbohrmaschine der Firma Herrenknecht (in Guangzhou): deutsche Firmen würden profitieren.

Das Wachstum kommt nicht wieder in Schwung – und zugleich leiden die Städte  unter  Dauerstau? China macht in dieser Situation das Nächstliegende – und baut den öffentlichen Nahverkehr aus. Ganze 88 Milliarden Euro hat die Regierung dafür freigegeben, in ausgewählten Städten neue U-Bahnlinien zu bauen.

Das klingt erstmal ziemlich sinnvoll. Doch an dem Plan zeigt sich große Unsicherheit der Führung des Landes im Umgang mit dem erodierenden Wachstum. Denn im Jahr vier der Weltwirtschaftskrise stellt sich langsam die Frage, was sich noch sinnvoll bauen lässt, um die Konjunktur zu stützen.
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Xi versetzt Clinton

Ein Gespräch, das nicht stattfindet, sagt mehr als 1000 Worte. Chinas Vizepremier Xi Jinping, der kommende starke Mann des Landes, hat Hillary Clinton einen Korb gegeben. “Plötzliche Terminschwierigkeiten” führt die chinesische Regierung als Grund für die Absage des Treffens an. Es war für den heutigen Mittwoch geplant.

Der Affront hält sich in Grenzen, weil Clinton wie geplant den amtierenden Präsidenten Hu Jintao trifft. Und doch gelingt es Peking, durch die Absage deutliche Unzufriedenheit mit der Pazifikpolitik der Amerikaner auszudrücken.

Die US-Außenministerin bereist eifrig die Länder Asiens, um Chinas Nachbarländer vor dem wachsenden Einfluss der Volksrepublik zu warnen. Peking hege gefährliche Ambitionen, ist ihre diplomatisch vorgetragene Nachricht – Länder wie Indonesien sollten sich besser als Verbündete an Seiten der USA halten. Im Juli war sie bereits nach Vietnam, Kambodscha und Laos geflogen.  » Weiterlesen

China: Skandal um Ekel-Antibiotika

Zur Herstellung von Arznei verwendet: Öliges Abwasser in China

Zur Herstellung von Arznei verwendet: Öliges Abwasser in China

Die chinesischen Nahrungsmittelskandale erreichen eine neue Dimension. Ein Arzneimittelhersteller soll aus Abwasser abgeschiedenes Öl als Ausgangsstoff für die Herstellung von Antibiotika genutzt haben. Um Kosten zu sparen.  » Weiterlesen

Marken-Flip-Flops für 120 Euro

In den nächsten Tagen will BMW offiziell verkünden, dass sie in Brasilien eine eigene Fabrik bauen wollen. Der Grund, warum die Münchner nach langem Zögern doch nach Brasilien kommen, sind einerseits die hohen Zollsätze auf importierte Autos und andererseits die Strafzölle auf alle diejenigen Autobauer, die nicht in Brasilien produzieren. Die doppelte Besteuerung führt dazu, dass importierte Autos im gehobenen Segment schnell dreimal so viel kosten wie in ihren Heimatländern.

Die Wochenzeitschrift Veja, das Flaggschiff der traditionellen Mittelschicht in Brasilien, hat nun ausgerechnet, dass ein importierter Jeep Grand Cherokee in Brasilien dreimal so viel kostet wie in den USA. Etwa 70.000 Euro statt rund 23.000 Euro. Das wäre – rechnet Veja aus – so, als koste ein brasilianischer Flip-Flop in den USA umgerechnet 120 Euro.

Doch auch die in Brasilien hergestellten PKW sind noch doppelt so teuer wie in den Ursprungsländern. Das liegt an den hohen Kosten der Produktion in Brasilien – aber auch an den gesunden Margen der Fabrikanten: Die sind dreimal so hoch wie in den USA, hat Morgan Stanley gerade errechnet. Noch ein Grund, warum BMW lieber in Brasilien produzieren möchte.

EPN zum Wahlsieger in Mexiko erklärt

Rund zwei Monate nach der Präsidentenwahl in Mexiko hat das Oberste Wahlgericht die Einsprüche des unterlegenen Linkskandidaten gegen die Abstimmung als unbegründet zurückgewiesen. Am späten Donnerstagabend lehnte das TEPJF den Antrag von Andrés Manuel López Obrador und seiner Linkskoalition PRD einstimmig ab, die Wahl vom 1. Juli für nichtig zu erklären. Zuvor hatte das Wahlgericht fast sechs Stunden beraten. Der Urteil ist unanfechtbar. » Weiterlesen

Kommt ein Yuan-Handelszentrum Frankfurt?

Merkel und Wen in Peking.

Merkel und Wen in Peking.

Es ist nur ein kurzer Satz in einer langen politischen Erklärung, doch uns vom Handelsblatt hat er elektrisiert. “Die Emissionen von RMB-Finanzprodukten in Deutschland” wollen beide Seite fördern. So steht es im gemeinsam formulierten Ergebnisdokument des deutsch-chinesischen Gipfels in Peking mit Kanzlerin Angela Merkel und Premier Wen Jiabao.

Das könnte bedeuten: Ausgabe von Anleihen in der chinesischen Währung Yuan in Frankfurt – und ein Sonderstatus als Überseezentrum für die Yuan-Nutzung. Ein Datum ist nicht genannt. Doch wenn es kommt, würde die Neuerung den Finanzplatz am Main auf eine Stufe mit London und Hongkong heben.  » Weiterlesen

Cepal: Große Aufgaben für neue mexikanische Regierung

Die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) hat die neue mexikanische Regierung zu deutlichen Reformen aufgerufen. CEPAL-Generalsekretärin Alicia Bárcena sagte: „Ich hoffe, der neue Präsident hat ein Projekt, wie er Mexiko auf einen anhaltenden Wachstumspfad bringt und dabei den sozialen Ausgleich stärkt”, betonte Bárcena. Der gewählte mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto tritt am 1. Dezember das Amt als Staatschef der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas an. » Weiterlesen

Brasilien boomt – und hungert nach André Rieu

Zehn Jahre steigende Einkommen, die historisch niedrigste Arbeitslosigkeit, ein starker Real – und die Schlangen für die Kulturveranstaltungen werden immer länger in São Paulo: Für die Impressionismus-Ausstellung des Kulturinstituts des Banco do Brasil standen jetzt die Besucher durchschnittlich vier Stunden an.

Und das nach Mitternacht, mitten im Zentrum São Paulos, wo die Mittelschicht der Stadt sonst nach Anbruch  der Dunkelheit keinen Fuß hinsetzt. Wegen des Andrangs hatte das Kulturinstitut eine Nacht des Museums veranstaltet.

Weitere Nächte sollen jetzt folgen, wegen der großen Nachfrage. Im Museum der Modernen Kunst war letzte Woche eine Caravaggio-Ausstellung zu sehen. Am Dienstag war kostenloser Einlass: Die Schlange reichte zwei Straßenblocks auf der Bankenmeile Avenida Paulista entlang. Kinos, Freizeitparks, Shopping-Center, Theater – alles sind sie hoffnungslos überfüllt in Brasilien. Das traditionell auf die kleine Mittelschicht beschränkte Kulturangebot kann die Nachfrage nach Unterhaltung der neuen aufsteigenden Mittelschichten nicht mehr decken.

Davon profitiert inzwischen vor allem der internationale Kulturzirkus: Angesagt oder abgehalftert, von Jazz bis Walzer – jeder Showstar findet derzeit sein Publikum. Einen Rekord hält der holländische Walzergeiger André Rieu: Er wird dieses Jahr vermutlich 30 Mal in São Paulo auftreten mit seinem umfangreichen Orchester. Jede seiner Veranstaltungswochen mit jeweils 8000 Zuschauern war bisher ausverkauft. Tickets gab es für umgerechnet 60 bis 1000 Euro. Rieu hat jetzt für September eine neue Auftrittswoche geplant.

Spanien fürchtet Südkoreas Rache

Globalisierungsgegner in Südkorea: "IWF-Krise" statt Finanzkrise

Globalisierungsgegner in Südkorea: “IWF-Krise” statt Finanzkrise

Warum rufen Spanien und Italien eigentlich keine Hilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ab, wie es eigentlich vorgesehen war? Weil diese Länder – im Kern – die Rache südkoreanischer Ökonomen befürchten.

Der Grund dafür liegt einige Jahre zurück. Während der Asienkrise von 1997 waren neunmalkluge Experten des IWF aus westlichen Ländern in Südkorea, Thailand und anderen fernöstlichen Staaten eingefallen. Sie haben den Regierungen besserwisserisch eine Radikalkur verordnet: Zahlungsunfähige Banken und Unternehmen sollten in die Pleite entlassen werden, die Beamtengehälter und die Sozialhilfe wurden zusammengestrichen. Die Arbeitslosigkeit schoss hoch.

Italien und Spanien befinden sich heute in einer ähnlichen Ausgangslage wie damals Südkorea. Ich halte es nun für geradezu rassistisch, dass diesen europäischen Ländern die Radikalkur erspart wird, die die Weltgemeinschaft damals den Asiaten zugemutet hat.  » Weiterlesen

Auslandsinvestitionen in Mexiko rückläufig

Mexiko hat in diesem Jahr leicht an Attraktivität für ausländische Investoren eingebüßt. Nach Angaben des mexikanischen Wirtschaftsministeriums verringerten sich die Ausländischen Direktinvestitionen (FDI) im ersten Halbjahr um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt investierten Unternehmen aus dem Ausland zwischen Januar und Juli 9,62 Milliarden Dollar in dem nordamerikanischen Land. Im ersten Halbjahr 2012 waren noch 10,6 Milliarden Dollar nach Mexiko geflossen. » Weiterlesen

Wie China die Finanzkrise ausgelöst hat

"China hat die US-Krise möglich gemacht" - Ökonomin Mees in Peking

“China hat die US-Krise möglich gemacht” – Ökonomin Mees in Peking

Woher kam das ganze Geld? Die USA haben sich zwischen 2003 und 2007 in einen ungeheuren Ausgabenwahn gesteigert. Während Präsident Bush scheinbar mühelos zwei Kriege finanziert hat, haben sich die einfachen Haushalte in schneller Folge nicht nur neue Häuser, sondern auch protzige Geländewagen und große Flachfernseher zugelegt – obwohl sie oft nur ein McEinkommen hatten. Das Platzen dieser Blase hat erst die US-Banken, dann die amerikanische Wirtschaft und schließlich den Euro in den Abgrund gestürzt.

Ökonomin Heleen Mees von der New York University gibt eine klare Antwort. Das Geld kam aus China. Chinas Sparer haben die Finanzkrise ausgelöst. Sie spricht bei dieser Gelegenheit auch die Banker an der Wall Street frei: Ihrer Meinung nach waren es keine undurchsichtigen Hypothekenprodukte, die die Krise ausgelöst haben, sagt sie in Peking.  » Weiterlesen

Was Reiche mögen

Welche Konsumwünsche haben Reiche? Niemand weiß es. Denn die ganz Reichen lassen sich nicht mal einfach zu ihren Vorleiben befragen, auf der Straße oder am Telefon wie die Mittelschicht. Auch in den Clubs, Restaurants und Diskos sind Interviews kaum möglich. Das stört die Luxusartikelhersteller.

Vor allem in einem Land wie Brasilien, wo es so viele Superreiche gibt. Das brasilianische Marktforschungsinstitut Qualibest hat jetzt einen Trick gefunden, wie die Reichen ganz offen und freizügig von ihrem Konsumwünschen erzählen: Das Institut wählte drei soziale Stiftungen von gut vernetzten Socialites, also Millionärsgattinnen aus. Deren Freundinnen sendete das Institut über das geschlossene virtuelle Netzwerk Le Clé Fragebögen zu. Wer den beantwortet zurückschickte, in dessen Namen spendete Le Clé dem jeweiligen Institute automatisch eine kleine Summe.

Für eine „gute Sache“, um ihren Freundinnen bei deren Instituten zu unterstützen, öffnen sich São Paulos Reiche nun den Marktforschern. “Warum sind wir vorher nicht darauf gekommen?”, wird die Eigentümerin von Qualibest zitiert.

 

Politiker-Gattin könnte dem Genickschuss entkommen

Rund 4000 Menschen wurden in China im Jahr 2011 vermutlich hingerichtet.

Die Menschenrechts-Organisation Dui Hua wagt eine Schätzung zur Zahl der Hinrichtungen in China.

Schon in wenigen Stunden könnten die chinesischen Behörden des Urteil im Sensationsprozess gegen die kommunistische Funktionärin Gu Kailai verkünden. Am Montagmorgen (Ortszeit, also nach deutscher Zeit noch in den Nachtstunden) könnte das Rätselraten enden.

Der Pekinger Gerüchteküche zufolge soll sie dem Henker knapp entgehen.

Eventuell stößt das im Volk auf Unverständnis. Denn Normalsterbliche (deren Gatte nicht zufällig eines der am besten vernetzten Mitglieder der allmächtigen KP ist) werden im Allgemeinen sofort hingerichtet, wenn ein Gericht sie zu Tode verurteilt. Gu Kailai hat den Mord an einem Briten komplett gestanden. Die gesichtswahrende, chinesische Lösung wäre: ein Todesurteil – aber aufgeschoben und nie vollstreckt.

Narco-Geld im mexikanischen Fußball

Die Nachricht, die Mexiko jetzt aus Südamerika erreichte, überrascht nicht wirklich. Der kolumbianische TV-Sender RCN Noticias berichtete davon, dass zwischen den Jahren 2003 und 2006 massiv Drogengelder im mexikanischen Fußball gewaschen wurden. Das habe die US-Antidrogenbehörde DEA herausgefunden. Das eigentlich überraschende daran ist, dass die Nachricht erst jetzt kommt, dass sie aus Kolumbien kommt und dass es angeblich vorbei sein soll. » Weiterlesen

Japans Inseln und Chinas Phantomarmee

Panzer der Volksbefreiungsarmee in Baoding bei Peking

Panzer der Volksbefreiungsarmee in Baoding bei Peking

China und Japan streiten sich mal wieder heftig um ihre Inseln. Die Weltöffentlichkeit schaut gebannt zu.

Der Grund für das internationale Interesse: Die Konflikte zwischen China und  Japan wirken langsam gefährlich.

Das Time Magazine munkelt bereits, der Streit um die Inseln konnte sich zu einem Krieg auswachsen. Schließlich habe der Erste Weltkrieg auch mit einem kleinen Ereignis in Sarajewo begonnen.

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China wertet seine Währung ab

Haufen Yuan-Scheine

Was ist der Wert dieses Papiers?

Die chinesische Zentralbank hat den Referenzkurs für den Yuan so niedrig festgelegt hat wie seit neun Monaten nicht mehr. Begibt sich China in ein gefährliches Abwertungsrennen, um weiterhin superbillige Produkte in den Weltmarkt drücken zu können?

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Mexikos Wirtschaft auf Wachstumskurs

Mexikos Volkswirtschaft steht vor einer längeren Wachstumsphase. Sie sehen es die spanisch-mexikanische Bank BBVA Bancomer und der Internationale Währungsfonds IWF. Nach Einschätzungen der BBVA-Finanzexperten wird das Bruttoinlandsprodukt des Schwellenlandes in diesem Jahr um 3,7 Prozent wachsen und im kommenden um 3,0 Prozent. Der IWF ist noch positiver gestimmt. Demnach wächst das mexikanische BIP dieses Jahr um 3,9 Prozent und im kommenden um 3,6 Prozent. Damit widersetzt sich Mexiko dem globalen Wachstums-Pessimismus. » Weiterlesen

Relry Potter

Ausländische Piloten graut es regelmäßig wenn sie sich im Landeanflug nach Brasilien befinden. Der Grund: Sie können das miserable Englisch der Fluglotsen im Tower nur mit Mühe verstehen. Das geht auch Touristen und Geschäftsreisenden so: Nicht nur im Inland oder abseits der Touristenorte spricht kaum jemand Englisch. Eigentlich können sich nur die Business-Elite und ausgebildete Touristenführer flüssig in Englisch kommunizieren. Daran werden auch die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio nicht viel ändern. Auch wenn die Regierung immer wieder ehrgeizige Ziele vorgibt, wie viele hunderttausend Jugendliche sie jedes Jahr bis zu den Ereignissen Englisch pauken lassen will. Auch Taxifahrer sollen jetzt Crash-Kurse machen. Kürzlich beim Interview erklärte mir der Besitzer einer großen Taxiflotte in Salvador/Bahia, dass er erst überlegt habe, ob er seinen Fahrern Englischkurse anbieten soll – aber das bisschen, was die nach monatelangen Kursen radebrechen könnten, das lohne sich nicht. Außerdem: „Die Hälfte der Gringos, die zu den Spielen kommen, kann ja auch kein Englisch.“ Jetzt hat er 200 Tablets gekauft und an seine besten Fahrer zum Einkaufspreis weitergegeben. Fahrgäste können jetzt sich jetzt online informieren, wo was los ist in der Stadt. Und selbst Japaner und Chinesen können dann 2014 ihre Fragen in den Google-Übersetzer eingeben, um mit dem Fahrer zu kommunizieren.

Investoren oder Geschäftsleute, die mehr mit Brasilien zu tun haben, bleibt nichts anderes übrig, als Portugiesisch zu lernen. In einem Jahr haben sich die Schülerzahlen an den beiden führenden Sprachschulen für Ausländer in São Paulo verdreifacht.

Einfallsreich müssen E-Commerce-Anbieter in Brasilien sein, wenn Sie englischnamige Produkte loswerden sollen. Sie kaufen massenhaft „falsche“ Suchbegriffe ein, damit ihre Kunden auch mit falsch geschriebenen Suchworten fündig werden: „Reyi Port“ führt dann genauso zum Harry Potter-Film wie „Relry Potter“ oder „Rereporte“.

China rühmt sich seines Rechtsstaates

Bo und Gu in besseren Zeiten – auf einer chinesischen Nachrichtenwebsite

Eine Bekannter hat mir gerade spontan nach China gemailt: „Euer Justizsystem muss man nicht kapieren, oder??“ Er hatte online das Neueste vom Giftmordskandal gelesen. Ein Gericht in Hefei hat den Fall der Gattin des gefallenen Politstars Bo Xilai in nur sieben Stunden und während einer einzigen Sitzung verhandelt. Doch obwohl der Fall nun abgeschlossen ist, steht die Verkündung des Urteils noch aus.

Nur eines ist daher jetzt schon völlig klar: Die Rechtsstaatlichkeit hat in China mal wieder verloren. » Weiterlesen

Russlands Justiz sorgt für eine Überraschung

Gute und schlechte Nachrichten aus der russischen Justiz liegen in diesen Tagen dicht beieinander. Im heftig kritisierten Pussy-Riot-Prozess wurden gerade die letzten Worte gesprochen, bevor die Richterin Ende nächster Woche das Urteil verkündet. Der Prozess erregt so viel Aufsehen wie zuletzt nur das Verfahren gegen Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowskij und seinen Geschäftspartner Platon Lebedew. Dort zeichnet sich ein Lichtblick ab: Lebedews Haftstrafe soll nun um knapp dreieinhalb Jahre verkürzt werden. » Weiterlesen

Proteste gegen Carlos Slim in New York

Dem mexikanischen Multimilliardär Carlos Slim droht Ärger in New York. Ab Sonntag wollen Abgeordnete und Mitglieder von Protestbewegungen gegen die Marktmacht und die Monopol-Politik des reichsten Menschen der Welt und seiner Unternehmen protestieren. Die ungewöhnliche Koalition nennt sich „Zwei Staaten, eine Stimme“ und wird von New Yorker Senatoren, Abgeordneten und Kommunalpolitikern angeführt.

„Die Macht von Carlos Slim hat dazu geführt, dass Mexiko im Rahmen der OECD die geringsten öffentlichen Investitionen in den Telekommunikationssektor aufweist”, begründen die Organisatoren ihren Protest.

Slim ist nicht nur der reichste Mensch der Welt, sondern auch Herr über ein Telekommunikationsimperium, das seines Gleichen sucht. Seine Unternehmen Telmex und América Móvil sind Monopolist und Quasi-Monopolist in der Heimat und weiten Teilen Lateinamerikas.

„Slim hat die mexikanischen Verbraucher über Gebühr geschröpft”, sagen die Organisatoren, die am Sonntag einen viertägigen Protest vor dem Kaufhaus „Saks” in New York starten wollen. Slim hält 16 Prozent der Aktien des Unternehmens.

Slims Holding „Grupo Carso” erklärte, es handele sich um „bezahlte” Störer, ohne dass die Erklärung präzisierte, wer die weitenteils jungen Leute der Zivil-Bewegung und die Politiker bezahlt haben sollte.

Interessant an dem Protest ist seine Symbo.kraft und die Tatsache, dass sie in den USA stattfindet und nicht in der Heimat des 70.-Milliarden-Dollar-Manns. Dort scheint Ähnliches noch immer nicht möglich zu sein.

Gebannte Stille in Brasília

Transparent, elegant, leicht – so wird die Architektur der brasilianischen Hauptstadt Brasília gerühmt. Vor allem der Platz der drei Gewalten gilt als Höhepunkt der Architektur, die der Brasilianer Oscar Niemeyer geschaffen hat: Rechts der Präsidentensitz, links der Oberste Gerichtshof und mittendrin in zwei Halbschalen – eine stehend, eine umgestülpt – der Kongress mit seinen Kammern, das Abgeordnetenhaus und der Senat. Fotografen lieben die schneeweißen Schüsseln unter den dramatisch dahinfliegenden Wolken im blauen Himmel der brasilianischen Steppe. Doch der Eindruck von Eleganz und 60er-Jahre-Moderne täuscht: Es gibt wenige Parlamente weltweit, die so schwer zu überschauen und verwinkelt sind, so abgedämpft und abgedunkelt – also genau das Gegenteil von transparent und offen. Lange, teilweise unterirdische Gänge verbinden die Kammern des Kongresses mit dem zweitürmigen Abgeordnetenhochhaus. Teppiche dämpfen Stimmen und Schritte. Überdimensionale Ledersofas, von Niemeyer entworfen, aber kaum zu benutzen, stehen im Halbdunkel der Lobby des Kongresses auf rosa Flausch. Der Senat ist vollständig in dunkelblauen Samt gekleidet. Der deutsche Fotograf Andreas Gursky hat die zweite Kammer portraitiert wie eine über allem schwebende, von innen beleuchtete Muschel – und damit perfekt das Selbstverständnis der 81 Senatoren getroffen. Die werden auf acht Jahre gewählt und sind über das politische Tagesgeschäft erhaben. Mit “Ihre Exzellenz” reden sie sich an. Wer “Sie” oder gar “du” benutzt, bekommt vom Senatsvorsitzenden einen Verweis. Doch das kommt kaum vor: Die Senatssitzungen gleichen meistens Mitgliedsversammlungen eines Golfklubs.

Im Abgeordnetenhaus dagegen geht es zur Sache: Im Halbdunkel des Sitzungssaales schlägt kaum einer der 513 Abgeordneten seine Zeit an den Pulten tot mit Aktenstudium. Der normale brasilianische Abgeordnete steht im Plenum in dichten Gruppen zusammen, hält ein Handy am Ohr und klopft seinen Gesinnungsgenossen mit der freien Hand krachend auf die Schultern. Das alles möglichst nahe am erhöht stehenden Tisch des Präsidenten des Hauses – umso größer ist die Chance, ins Fernsehen zu kommen oder von Fotografen abgelichtet zu werden. “Papagaio de Pirata” nennen die Brasilianer diese Zeitgenossen, die immer versuchen aufs Foto zu kommen, eben wie der Papagei auf der Schulter des Piraten. Wer auf der Redetribüne auffallen will, muss seine Redezeiten möglichst provokativ nutzen – brüllen und schimpfen, in Tränen ausbrechen auch mit philosophischen Zitaten in Latein und Französisch um sich zu werfen gehören zum üblichen Repertoire.

Doch in diesen Tagen ist der Kongress wie ausgestorben, obwohl Brasília brummt wie ein Wespennest: Gespannt schauen de Politiker auf den Obersten Gerichtshof. Dort hat einer der wichtigsten Prozesse seit der Rückkehr Brasiliens zur Demokratie vor zwanzig Jahren begonnen. Es geht um Korruption unter der Regierung des Ex-Präsidenten Luis Inácio Lula da Silva.

Erdölmonopolist Pemex verliert 1 Prozent der Produktion durch Diebstahl

Der staatliche mexikanische Erdölmonopolist Petróleos mexicanos (PEMEX) verliert täglich Benzin und Öl durch Diebstahl im Wert von fast 2,5 Millionen Dollar. Wurde im vergangenen Jahr vor allem Benzin gestohlen, zapfen die Diebe mittlerweile immer öfters direkt die Ölpipelines an und klauen den wertvollen Rohstoff. „Wir wissen nicht, wer dahinter steckt und auf welchen Schwarzmärkten am Ende Öl und Sprit landen“, sagte Carlos Morales, Produktions-Direktor bei Pemex. Insgesamt verliere der Energiegigant täglich rund 1 Prozent seiner Produktion oder 25.000 Fass Rohöl. » Weiterlesen

Brasiliens Agrarlobby greift an

Die brasilianischen Farmer sind es leid, permanent am Pranger zu stehen. Vor allem in Europa gelingt es den interessierten Lobbys immer wieder, die brasilianischen Landwirte als verantwortungslos darzustellen: Weil sie den Amazonas abbrennen würden. Weil sie nicht die minimalsten Umweltvorschriften beachten würden. Weil sie Arbeiter wie Sklaven behandeln würden – und deswegen der Welt so billig Rind- und Hühnerfleisch, Soja, Kaffee und Orangensaft anbieten könnten. Während die europäischen Bauern wegen der hohen Umweltauflagen kaum in der Lage seien, mitzuhalten bei diesem unlauteren Wettbewerb.

Jetzt will Kátia Abreu, die streitlustige Senatorin und oberste brasilianische Farmerlobbyistin den Spieß umdrehen. Die nächsten zwei Monate werden Techniker des Verbandes simulieren, was es den europäischen Farmern kosten würde, wenn die strenge brasilianische Umweltgesetzgebung für die Landwirtschaft in Europa angewandt würde. Vor allem entlang der fünf größten europäischen Flüsse wie Rhein, Donau, Themse, Seine und Douro will der Verband ausrechnen, was es den Bauern an Einkommensverlusten bringen würde, wenn sie entlang der Flussläufe ihre Felder begrenzen müssten wie in Brasilien. Dort müssen die Farmer mit dem neuen Waldgesetz auf jeder Seite bis zu 100 Meter Agrarfläche ungenutzt lassen. Auch Kleinbauern müssen 15 Meter ihrer Felder für Umweltflächen opfern. „Die europäischen Bauern, die uns am meisten Umweltsünden vorwerfen, vergessen gerne, dass sie selbst schon alle Wälder abgeholzt haben“, erklärt Abreu. Die durchsetzungsfähige Senatorin will zudem vor internationalen Foren wie dem Internationalen Wasserforum und der UN eine Initiative starten, dass die strengen brasilianischen Wasserschutzregeln in der Landwirtschaft weltweit gelten sollen. „Es besteht doch unter Farmern gar kein Zweifel mehr, dass das der Umwelt nützlich ist“, erklärte Abreu ironisch.

Sie vergaß hinzuzufügen, dass die brasilianischen Umweltgesetze auf dem Papier zwar streng und in Teilen sogar fortschrittlich sind – ihre Anwendung, Einhaltung und die Abstrafung für schwarze Schafe durch Justiz und Umweltbehörden jedoch nur rudimentär funktionieren – bisher jedenfalls.

Teuer!!!!

Klar, Brasilien ist teuer geworden. Platz 4 auf dem Big Mac-Index des Economist sagt viel über die Lebenshaltungskosten im Amazonasland. Aber gerade zurück aus Europa kommen mir die Preise in São Paulo außerirdisch vor – selbst Zürichs Restaurantpreise wirken dagegen moderat. Gestern beim Treffen mit Bankern und Analysten in Restaurant Parigi im Finanzdistrikt: Durchaus ein schickes italo-brasilianisches Restaurant, aber ein Ort, wo sich die Finanzcommunity während der Arbeit trifft. In den Stockwerken darüber sitzt die Holding von Votorantim, eines der größten Familienkonzerne Brasiliens. BTG die „Goldman Sachs“ Brasiliens, Credit Suisse, die Deutsche Bank – alle sitzen sie in Fußnähe, deswegen ist es so praktisch sich dort zu treffen. Doch jetzt war ich überrascht: Der Tomatensaft kostete 6 Euro, das Brot mit der Butter auf dem Tisch schlug mit 8 Euro zu Buche, der grüne Salat mit ein paar Schafskäsekrümeln 24 Euro, das Dorschfilet stolze 50 Euro. Nur der Espresso kostete mich mit 3 Euro ähnlich viel wie in Europa. Manchmal frage ich mich, ob Brasilien sich diese Preise noch lange leisten kann. Ich weiß es nicht.

Größte mexikanische Airline auf Expansionskurs

Mexikos größte Fluggesellschaft Aeromexico setzt massiv auf Expansionskurs. Wie die Airline am Mittwoch erklärte, will sie beim US-Flugzeughersteller Boeing 100 neue Maschinen erwerben. Ein entsprechender Vorvertrag über 90 Mittelstrecken-Flieger der Serie B-737 MAX und zehn B-786 „Dreamliner“-Langstreckenflieger sei unterschrieben. Der Wert liegt nach Preisliste laut Boeing bei 10,8 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro). Nach Angaben von Aeromexico ist dies die größte jemals getätigte Investition in der Geschichte der mexikanischen Luftfahrtindustrie. Aeromexico wird demnach die erste lateinamerikanische Fluggesellschaft sein, die den neuen „Dreamliner“ anschafft. Die Airline erneuert gerade ihre gesamten Flotte. » Weiterlesen

Die immer gleiche Korruption – nichts gelernt?

Vor 25 Jahren wurde der junge Reporter Janio de Freitas von der brasilianischen „Folha de São Paulo“ auf einen Schlag landesweit bekannt: Er hatte herausbekommen, dass bei der Lizenzvergabe für den Bau der Nord-Süd-Eisenbahn Brasiliens mit gezinkten Karten gespielt wurde und die Baukonzerne schon vorher verhandelt hatten, wer von ihnen zum Zuge (sic!) kommen würde. Einen Monat vor der öffentlichen Bekanntgabe der Ausschreibungsgewinner veröffentlichte Freitas in einer Anzeige in der „Folha“ zwischen Stellenanzeigen die Namen der Baukonzerne und konnte somit das Geschacher beweisen. Die Ausschreibung wurde gecancelt, der Präsident Brasiliens musste kurz danach zurücktreten. Freitas hatte im gerade wieder demokratisch gewordenen Brasilien bewiesen, dass die Presse wieder vierte Macht war. Verurteilt wurde jedoch niemand. Jetzt wiederholt sich die Geschichte: Bei der gleichen Nord-Süd-Trasse ist es wieder zu Korruptionsvorfällen gekommen. Umgerechnet um rund 50 Millionen Euro sollen die Konzerne ihre Leistungen überfakturiert haben. Der Chef der staatlichen Eisenbahngesellschaft konnte als besserer Staatsangestellter sein angegebenes Vermögen wundersam auf 25 Millionen Euro vermehren. Schon jetzt ist klar: Wieder dürfte den Baukonzernen die Lizenz gestrichen werden – und neue zum Zuge kommen. Wieder dürften die Untersuchungen im Sande verlaufen. Übrigens: Die Nord-Süd-Eisenbahntrasse Brasiliens existiert bis heute nicht mal in Ansätzen.

Kuba und USA rücken zusammen

Die Erzfeinde Kuba und USA sind ein Stück näher zusammengerückt. Erstmals seit der Verhängung des US-Embargos gegen die kommunistische Karibikinsel vor einem halben Jahrhundert hat am Freitag ein Frachter mit privaten Spenden und Hilfsgütern aus Miami kommend in Havanna festgemacht. Die Ankunft der „Ana Cecilia“ soll der Auftakt zu einem wöchentlichen humanitären Frachtverkehr zwischen den 350 Kilometer entfernten Städten sein. Der Frachter brachte vor allem Nahrungsmittel, Medikamente, Matratzen und Hygieneartikel auf die Insel. Alles Dinge, die auf Kuba Mangelware sind und von Exilkubanern und Hilfsorganisationen oder Kirchen in den USA gespendet oder gesammelt wurden. » Weiterlesen

Mexikos Linkskandidat beantragt Annullierung der Wahl

Mexikos offiziell unterlegener Präsidentschaftsbewerber Andrés Manuel López Obrador verlangt vor dem Wahlgericht die Annullierung der Präsidentenwahl vom 1. Juli. Er machte bei den Richtern des TRIFE massive Unregelmäßigkeiten und Chancenungleichheit geltend, wie er am Donnerstag erklärte. Der Wahlsieger Enrique Peña Nieto und seine Partei PRI hätten die Wahlkampfkosten um das Mehrfache des Zulässigen überschritten, in großem Umfange Stimmen gekauft, vor den Wahlen bereits ausgefüllte Stimmzettel fabriziert und über lokale Parteifunktionäre in den von der PRI regierten Bundesstaaten Mexikos Druck auf Wähler ausüben lassen. Die Abstimmung vor knapp zwei Wochen verstoße demnach gegen Artikel 41 der mexikanischen Verfassung, der die Freiheit und Gleichheit bei Wahlen festschreibt. López Obrador, der für die Linkspartei PRI ins Rennen gegangen ist, hat nach dem offiziellen Wahlergebnis 31,59 Prozent der Stimmen erhalten, während für Peña Nieto 38,21 Prozent der Wähler stimmten. Der Unterschied beläuft such auf rund 3,3 Millionen Voten. » Weiterlesen

Mexiko-Wahl geht in die Verlängerung

Die mexikanische Präsidentschaftswahl geht in die Verlängerung. Der bei der Abstimmung am Sonntag unterlegene Linkskandidat Andrés Manuel López Obrador stellte am Dienstag bei der Wahlbehörde IFE Antrag auf einen Neuauszählung aller Stimmen. Zuvor hatte das IFE bereits von sich aus die erneute Auszählung von rund einem Drittel aller Voten in Aussicht gestellt. Damit droht der Abstimmung ein monatelanges Nachspiel. Schon 2006 hatte López Obrador die Wahl letztlich vergeblich angefochten. Damals war der Kandidat der Partei PRD allerdings hauchdünn dem jetzigen Präsidenten Felipe Calderón unterlegen. Dieses Mal trennen ihn vom Wahlsieger Enrique Peña Nieto nach dem offiziellen Ergebnis rund drei Millionen Stimmen. » Weiterlesen

Umweltprotest in China gerät außer Kontrolle

Frisch getwittert aus Shifang: Die Polizei benutzt Schlagstöcke

Frisch getwittert aus Shifang: Die Polizei benutzt Schlagstöcke

Die Demonstranten zertrümmerten Polizeiautos, belagerten das Rathaus, widerstanden Polizeiangriffen, in denen die Sicherheitskräfte  Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt haben. In der Stadt Shifang wehren sich die Bürger gegen den Bau einer neuen Fabrik, die jetzt schon als krebserregende Dreckschleuder verschrien ist.

Wenn es um Umweltschutz – und um die Gesundheit ihrer Kinder – geht, verstehen die Chinesen keinen Spaß. Der aktuelle Protest im Südwesten Chinas zeigt: In dem vitalen Schwellenland herrscht mitnichten stalinistische Grabesruhe. Auch diesmal sieht es so aus, als müsse sich die Regierung nach dem Willen des Volkes richten. » Weiterlesen

Nur ein Taschengeld für den Apple-Erpresser

Apple-Store in Peking: Marke "iPad" in Gefahr

Apple-Store in Peking: Marke "iPad" in Gefahr

Die taiwanesisch-chinesische Firma Proview hatte auf Milliarden spekuliert und jetzt nur 60 Millionen Dollar von Apple bekommen. Das Unternehmen hatte zuvor darauf gepocht, die Rechte an der Marke “iPad” für den riesigen chinesischen Markt zu besitzen. Dem zuständigen Gericht in Guangdong zufolge haben die Streithähne sich nun gütlich geeinigt. » Weiterlesen

Der Drogenboss, der keiner war

Es sollte einer der größten Erfolge in der Amtszeit von Präsident Felipe Calderón sein, ein entscheidender Schlag gegen das gefährliche Sinaloa-Kartell. Doch am Ende wurde es zur größten Torheit des scheidenden Staatschefs. Am Donnerstag schnappten Spezialeinheiten der Marine in Guadalajara den Sohn des meistgesuchten Drogenbosses Joaquin „El Chapo” Guzmán. So hieß es jedenfalls. Doch der Festgenommene war nicht Jesús Alfredo Guzmán, der 26 Jahre alte gefährliche Strippenzieher und Geldbeschaffer des Kartells seines Vaters, sondern ein ganz gewöhnlicher Krimineller. » Weiterlesen

Datenfälschung: Beschönigt China in der Krise das BIP?

Möglicherweise falsche Zahlen für Peking: chinesisches Kohlekraft (in Lanzhou)

Möglicherweise falsche Zahlen für Peking: chinesisches Kraftwerk (in Lanzhou)

Die chinesische Wirtschaft ist in der ersten Jahreshälfte langsamer gewachsen, so viel ist klar. Im ersten Quartal lag der Zuwachs des BIP lediglich bei 8,1 Prozent. Das ist verdächtig nah an den sieben Prozent, die in China als absolute Untergrenze gelten.

Oder liegen die wahren Daten schon gefährlich viel niedriger? In Peking laufen Gerüchte um: Die staatlichen Statistiker seien Opfer ehrgeiziger Provinzpolitiker geworden, die beschönigte Zahlen nach oben gemeldet haben. » Weiterlesen

China bastelt bereits am Eurexit

Yu Yongding, Professor an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS). Foto: Xie Yongqiang

Yu Yongding, Professor an der Chinese Academy of Social Sciences. Foto: Xie Yongqiang

China verhält sich wie immer realistisch – und bereitet sich längst auf neue, heftige Marktturbulenzen mit Ursprung in Europa vor.

Der Finanzsektor des Landes besitzt zwar nur wenig Wertpapiere, die im Falle eines Grexit oder einer Spanien-Pleite an Wert verlieren. “Doch ein massiver Abzug von Kapital aus Risikomärkten würde auch China in Mitleidenschaft ziehen”, hatte bereits im Mai der prominente Ökonom Yu Yongding (Foto) gesagt.

Seitdem hat sich die Lage verschärft. China spricht ganz offen über ein Ende des Euro in seiner bisherigen Form. “Spitzenbeamte der Zentralbank und des Finanzministeriums haben signalisiert, dass die Regierung bereits über einen Plan für das Worst-Case-Szenario verfügt”, schreiben Ökonomen von Barclays Capital. » Weiterlesen

Chinas Gier nach Rekorden

Start von Shenzhou 9 vom Raumflughafen Jiuquan (CCTV)

Start von Shenzhou 9 vom Raumflughafen Jiuquan (CCTV)

Die Häufung der Ereignisse ist ein Zufall. Doch eine Reihe von Jubelnachrichten aus China fällt derzeit mit einer tiefen Identitätskrise in Europa zusammen.

Im Weltraum, in der Tiefsee, in der Architektur, im Export – China strengt sich schwer an, um die Nummer eins zu werden. » Weiterlesen

Lateinamerika wächst dieses Jahr um 3,7 Prozent

Die Hausse in Lateinamerika hält auch dieses Jahr nach Voraussagen der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) an. Laut Prognosen der Organisation wächst die Region in diesem Jahr um 3,7 Prozent. Damit würde sich das BIP-Wachstum zwischen Argentinien und Mexiko nur um 0,5 Prozentpunkte abschwächen. 2011 war Lateinamerika noch um 4,3 Prozent gewachsen. » Weiterlesen

China hält durch – oder?

Jobmaschine Bauindustrie (in Wuhan): Rückgang im ersten Quartal

Jobmaschine Bau (in Wuhan): Rückgang im ersten Quartal

Sowohl die Deutsche Bank als auch die Credit Suisse haben am Donnerstag ihre Wachstumsprognosen für China heruntergefahren.  Beide liegen mit ihrer Schätzung fürs Gesamtjahr jetzt unter acht Prozent.

Besonders der neue Pessimismus der Deutschen Bank wiegt schwer. Ihr China-Chefökonom Ma Jun gehört normalerweise zu den Optimisten und liefert eher hohe Prognosen ab. Bisher lag er mit seinen Vorhersagen ziemlich richtig. Und jetzt sieht er plötzlich schwarz. » Weiterlesen

Malaysia: mit „WWW1“ in die Zukunft

Malaysia ist ein Land, das in den europäischen Medien kaum vorkommt. Vor kurzem aber vertrieben sogar angesehene Blätter die Meldung, das Oberhaupt des malaysischen Sultanats Johor habe das begehrteste Nummernschild der Nation ersteigert: „WWW1“. Stolze 520 000 Malaysische Ringgit (129 319 Euro) legte Sultan Ibrahim Ismail für das Stück Pressblech auf den Tisch. Er sei, so eine Meldung, ein Internet liebender Autofanatiker, mit einem ganzen Arsenal von Ferraris und BMWs in der Garage. Die malaysische Automobilbehörde, Wächterin über die Nummernschilder der Nation, rechnet mit weiteren Millionen Ringgit, die dem Staat in die Kasse fließen werden, wenn betuchte Autofahrer um WWW 2, WWW 3 und WWW 4 buhlen.
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Mexikos Notenbank ohne Angst vor Ansteckung

Mexikos Notenbankchef Agustín Carstens sieht Mexiko gewappnet für mögliche globale Instabilität. Mit 154 Milliarden Dollar Devisenreserven und einer Kreditlinie beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 75 Milliarden Dollar verfüge Mexiko über eine finanzielle Flexibilität und Pufferzone, von der Staaten wie Spanien, Griechenland oder Portugal derzeit nur träumen könnten. » Weiterlesen

Hohe Strafen für Demonstranten

Seit Wochen liefert sich die russische Opposition ein Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei. Immer wieder versammeln sie sich zu kleinen Protestaktionen oder campieren im Zentrum, um gegen Präsident Wladimir Putin zu demonstrieren. Regelmäßig melden die Behörden Festnahmen. Es sind keine Massen, die auf die Straße gehen, sondern kleine Nadelstiche gegen das System. Und die schmerzen Putin offenbar stark. Der Präsident, das ist aus seinem Umfeld zu erfahren, nimmt den Protest persönlich. » Weiterlesen

Transeurasische Träume

Wladimir Jakunin hat ein Faible für Mammutprojekte. Vor wenigen Wochen schwärmte der Chef der russischen Staatsbahn RSchD von einem Tunnel unter der Beringstraße, der den östlichsten Teil Russlands mit Alaska verbinden soll. Die Idee ist nicht neu. In regelmäßigen Abständen taucht der Tunnel-Plan wieder auf. Und es gibt noch eine Idee für ein weiteres Mega-Projekt. » Weiterlesen

Tiananmen bleibt ein symbolischer Ort

Blick auf den Tiananmen-Platz am 4. Juni 2012

Blick auf den Tiananmen-Platz am 4. Juni 2012

Heute ist es auf den Tag genau 23 Jahre her. Am 4. Juni 1989 hat die chinesische Armee einen Studentenprotest auf dem Platz des Himmlischen Friedens gewaltsam beendet.

Die schrecklichen Ereignisse sind immer noch nicht aufgearbeitet. Doch in letzter Zeit tut sich etwas. Die Partei scheint eine Neubewertung der Demokratiebewegung vorzubereiten. » Weiterlesen

Der Euro wackelt und der Peso schwankt mit

Eigentlich könnte man denken, dass der mexikanische Peso jeden Tag stärker wird, so eng wie er an den Dollar gekoppelt ist. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die mexikanische Währung ist genauso wacklig wie die europäische Gemeinschaftswährung Euro. Allein am Mittwoch verlor der Peso 1,93 Prozent. Am Donnerstag ging es weiter bergab. 1,11 Prozent minus. Mit 14,32 Peso notierte der Peso so tief zum Dollar wie zuletzt vor mehr als drei Jahren. » Weiterlesen

Mexiko nimmt Brasilien Investoren weg

Mexikos kleine Börse macht nach einer Untersuchung der Investmentberater von EPFR Global der großen Börse im brasilianischen Sao Paulo Konkurrenz. In diesen turbulenten Zeiten würden die Investoren wegen der Nähe zum US-Markt lieber auf die mexikanischen Option und den IPC-Index setzen, schreiben die Experten. Der Bovespa-Index in Sao Paulo ist zwar drei Mal höher kapitalisiert als die Börse in Mexiko. Das Land sei aber dabei, den Abstand zu reduzieren. Allen in der vergangenen Woche hat die brasilianische Börse zehn Mal mehr Kapital verloren als die mexikanische. » Weiterlesen

Davos in der Steppe

Gerade zurück aus einer der bizarrsten Städte der ehemaligen Sowjetunion: Astana. Nursultan Nasarbajew, der Präsident und selbsternannter „Vater aller Kasachen“, hat vor 15 Jahren die Hauptstadt seines Landes von Almaty im Süden in die nordkasachische Steppe verlegt. Spektakuläre Neubauten stehen in der Ödnis, drum herum wenige Menschen, dafür viele frisch gepflanzte Bäume – eine Retortenstadt. Man erzählt sich hier, Nasarbajew skizziere auf Reisen gerne Gebäude, die ihm besonders gut gefallen, um sie später in Astana ähnlich nachbauen zu lassen. Abwegig klingt das nicht. Astana ist ein wilder Architekturmix und erinnert zuweilen an London, Washington, Peking, Berlin, Moskau und noch ein paar andere Weltstädte. » Weiterlesen

Die neue chinesisch-brasilianische Achse

Wie schnell sich die globale Aufmerksamkeit innerhalb der BRIC-Länder verschiebt, wird mir jetzt gerade deutlich – unterwegs im brasilianischen Landesinnern. Die Regierung will drei Auslandskorrespondenten zeigen, wie nachhaltig Brasiliens Farmer und Rinderzüchter arbeiten. Mit dabei ist ein Kollege aus China und einer aus den USA. Bei unseren Interviews geschieht immer das Gleiche: Nach ein paar Minuten adressieren unsere Gesprächspartner ihre Vorträge und Analysen meist in Richtung des chinesischen Kollegen – egal ob Rinderzüchter, Zuckerbaron, Landbesetzer oder Kleinbauer. Das werden dann fast Zwiegespräche: Jeder brasilianische Farmer weiß ziemlich genau, welches seiner Produkte welche Marktchancen in China hat. Oder malt sich aus, wie seine Gewinne steigen könnten, wenn China die Importbarriere etwa für Schweinefleisch oder Hühnerschlegel aussetzen würde. Oder was geschehen würde, wenn die Chinesen erst mal so viel Zucker essen und trinken wie die Amerikaner. Oder Ethanol zum Benzin beimischen. Für den Kollegen aus den USA bringen die brasilianischen Farmer noch so etwas wie Nähegefühl auf. Schließlich sieht es auf den Mais- oder Sojaplantagen im Cornbelt auch nicht anders aus als im tiefen Westen Brasiliens. Zu mir fällt den immer höflichen Brasilianern zum Abschied eigentlich nur die stereotype Frage ein: „Und, was meinst du – fliegt Griechenland aus der EU?“

OECD gibt im Streit mit Slim nicht nach

Neues von Carlos Slim, der mexikanischen Riesen-Heuschrecke. Vor ein paar Monaten erzürnte sich Slim über einen Bericht der OECD, in dem Slim und seinem Mobilfunker AMX schwerste Monopol-Praktiken vorgeworfen wurden. Demnach würden die mexikanischen Verbraucher rund 13,5 Milliarden Dollar jährlich zu viel zahlen. In Mexiko laufen 80 Prozent der Festnetzanschlüsse über Slims Marktführer Telmex, 70 Prozent des Mobilfunks über América Móvil. » Weiterlesen

Gute Nachrichten aus der mexikanischen Wirtschaft

Es gibt mal wieder Gutes zu vermelden aus der mexikanischen Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt des Schwellenlandes wuchs im ersten Quartal um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Das teilte das Nationale Statistikamt am Donnerstag mit. Hauptmotor der guten Performance waren Landwirtschaft und Viehzucht. Der Sektor wuchs um 6,8 Prozent. » Weiterlesen

Ellenbogenkampf im Qantas Club

Ein Boom kreiert seine ganz eigenen Probleme – Situationen, über die Menschen in Ländern mit wirklichen Problemen wohl nur den Kopf schütteln können. Die Passagiere im Flughafen der westaustralischen Stadt Perth sind außer sich. Der dortige Qantas Club, von der Känguru-Fluglinie ursprünglich als Oase für vielfliegende Manager gedacht, platzt aus allen Nähten. Der Jahrhundert-Rohstoffboom im größten Bundesstaat Australiens führt dazu, dass jeden Tag hunderte oder tausende von Minenmanagern, Ingenieuren, Analysten und Vertreter von Bergbau-Dienstleistern durch den Airport passieren, um eine Maschine in die im Norden gelegenen Minenstädte zu nehmen. Im Qantas Club  vertreiben sie sich mit Lachssandwiches und einem Glas Chardonnay die Zeit.

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Carlos Slims Mobilfunker América Móvil kauft weiter ein

Es ist gerade ein paar Tage her, dass der mexikanische Mobilfunker América Móvil einen großen Schritt nach Europa angekündigt hat. Der drittgrößte Handy-Anbieter der Welt will den Anteil am niederländischen Telekomkonzern KPN von knapp fünf auf 28 Prozent aufzustocken. Und ganz nebenbei dabei auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen. KPN ist Mutter des deutschen Mobilfunkers E-Plus. » Weiterlesen

Selbstzensur in Thailand

Warnung: dieser Beitrag ist zensiert. Selbstzensiert. Denn jeder Journalist, jede Journalistin, die in Thailand den Job und die Freiheit behalten will, greift bei einem Thema unweigerlich selbst zur Schere: das Königshaus. Les Majeste – das Delikt Majestätsbeleidigung – ist in Thailand nicht ein Relikt aus dunkler Vergangenheit, sondern bittere Realität. Richter im Königreich verstehen keinen Spaß, wenn es um die Ehre des allseits geliebten Regenten geht, oder seiner Familie. Für Geschriebenes, das auch nur ansatzweise als für den 84jährigen König Bhumibol beleidigend interpretiert werden könnte, verhängen sie härteste Strafen.

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Null Uhr fünf in Urumtschi

Als Knabe habe ich das Buch “Großer Tiger und Christian” von Fritz Mühlenweg verschlungen. Darin verschlägt es zwei Jungen von Peking nach “Chinesisch-Turkestan”. So hieß das Gebiet der Autonomen Region Xinjiang damals auf Deutsch.  Das heutige, reale Urumqi hat zwar nur wenig mit der Stadt aus dem Jugendbuch zu tun. Doch Xinjiang steht heute für viele der Chancen und Probleme Chinas. Boom-Blog sieht sich vor Ort um.

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Chinas neuer Schlag gegen die Pressefreiheit

Komisch, dass es gerade jetzt doch noch passiert. China hat zum ersten Mal seit den späten 90er-Jahren einem internationalen Journalistenkollegen die Arbeitserlaubnis entzogen. Melissa Chan hat seit 2007 für den arabischen Sender Al Jazeera gearbeitet. Jetzt haben die Behörden ihr die Verlängerung des Journalistenvisums verweigert. Das bedeutet nichts Gutes für die Modernisierung und die Pressefreiheit in China.

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Global player Süd(Afrika)?

Pünktlich zum Auftakt des Boom-Blogs hat sich Jim O´Neill, der  Erfinder  des BRIC-Konzepts, wieder einmal zu Wort gemeldet – und sich unerwartet deutlich gegen einen Einschluss Südafrikas in die von ihm selektierte Vierergruppe ausgesprochen.  Dabei ging der Brite diesmal weiter als je zuvor: Statt wie üblich auf die tiefe Kluft zwischen Südafrika und den Volkswirtschaften von Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) zu verweisen, etwa in puncto Bevölkerungszahl oder Wirtschaftswachstum, bezichtigt er Südafrika diesmal zusätzlich, „seinen Fokus zu verlieren“. Das Land am Kap müsse aufhören, sich selbst zu bemitleiden – und endlich die Ärmel hochkrempeln statt immer nur zu schwatzen, wetterte er (völlig zu Recht)  in einem Interview mit der linksliberalen Johannesburger Wochenzeitung „Mail & Guardian“.

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Lateinamerika bleibt attraktiv für Investoren

Lateinamerika bleibt trotz drohender Verstaatlichungen multinationaler Unternehmen in einigen Ländern ein attraktives Ziel für Auslandsinvestitionen (FDI). Davon ist die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) überzeugt. „Es gibt in Lateinamerika keine allgemeine Neigung zu Enteignungen“, sagte CEPAL-Generalsekretärin Alicia Bárcena der spanischen Tageszeitung „El País“. Was in Argentinien mit der Verstaatlichung des spanischen Energiekonzerns passiert sei, stelle einen Sonderfall dar und diene nicht als Blaupause für die Region. „Die Auslandsinvestitionen im Allgemeinen werden nicht betroffen sein“. » Weiterlesen

“Du bist in großer Gefahr!”

Polizisten bewachen das Chaoyang-Hospital in Peking

Wie die Maus in der Falle: Polizisten bewachen das Chaoyang-Hospital in Peking

Der blinde Menschenrechtler Chen Guangcheng befindet sich offenbar in viel tieferen Schwierigkeiten, als es gestern den Anschein hatte. Seine Freunde sagen, er dürfe das Krankenhaus nicht verlassen, in das ihn gestern der US-Botschafter begleitet hat. Boom-Blog konnte sich for Ort davon überzeugen: Das riesige Gelände des Chaoyang-Hospitals in Peking ist rundum von Polizei bewacht. » Weiterlesen

China und USA einigen sich: Chen kommt in Freiheit

Die US-Botschaft in Peking

Die US-Botschaft in Peking

Hillary Clintons Besuch vor Ort scheint ein kleines Wunder bewirkt zu haben: Der blinde Menschenrechtskämpfer Chen Guangcheng darf offenbar unbehelligt in China weiterleben. Ein diplomatischer Zwischenfall ist abgewehrt, China bewahrt sein Gesicht und die USA haben einen kleinen Sieg für die Menschenrechte errungen.

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In China geht es schon wieder aufwärts

Industrieproduktion in ChinaWeniger Wachstum in China! Seit dem Herbstquartal schreckt dieser Ruf die internationale Wirtschaftswelt auf. Denn wenn die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft als Nachfragetreiber ausfällt, dann dürften sich auch die Schwierigkeiten im Rest der Welt wieder verschärfen. Doch es mehren sich die Zeichen, dass das Reich der Mitte die (nicht sehr tiefe) Talsohle bereits durchschritten hat.  Die Einkaufsmanager das Landes geben sich jedenfalls wieder optimistisch. » Weiterlesen

Boom und Gloom

Wie sich die Zeiten ändern: als ich vor über drei Jahrzehnten nach Athen kam, zitterten die Griechen zwar vor der militärischen Macht der Türken – der Schock der Zypern-Invasion von 1974 war noch präsent. Wirtschaftlich, intellektuell und kulturell fühlten sie sich dem Nachbarn aber weit überlegen. Gestärkt wurde das griechische Selbstbewusstsein 1981 durch den Beitritt zur damaligen EWG. Heute könnten die Kontraste größer kaum sein, aber mit umgekehrtem Vorzeichen. Die Grenze zwischen Boom und Gloom verläuft mitten durch die Ägäis. » Weiterlesen

Ratingagentur zerstreut Angst vor Wahlen in Mexiko

In Mexiko wird in gut zwei Monaten ein neuer Präsident gewählt. In einem Schwellenland ist das immer Anlass für Befürchtungen. Zumal in Mexiko, wo der Drogenkrieg tobt und das Land Investitionen kostet. Da birgt ein Machtwechsel immer potenziell Unsicherheit. » Weiterlesen

China blockiert Google Drive

Wen wundert es? Kaum ist Google Drive online, blockiert die chinesische Regierung den Zugang zu der neuen, raffinierten Cloud-Festplatte. » Weiterlesen

Von Oligarchen und anderen Reichen

Geld ist in Moskau immer wichtig, doch in diesen Tagen ist das Thema noch präsenter als sonst. Gerade haben Noch-Präsident Dmitrij Medwedjew und Wladimir Putin, sein Vorgänger im Amt und in wenigen Tagen auch der Nachfolger, ihre Gehälter offengelegt. Etwa 90.000 Euro verdienen beide umgerechnet. Zumindest offiziell. Denn regelmäßig kursieren Gerüchte über den angeblich tatsächlichen Besitz. Dieser wird dann mit einigen zusätzlichen Nullen angegeben.

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Blogger beschimpfen VW in China

VW-Logo in Peking auf einem roten GolfDas könnte fast der Anfang eines Shit-Blog-Sturms sein: ”Ich würde lieber sterben, als jetzt noch Produkte von VW zu kaufen. Eine Betrugsmarke!”, schreibt Qiuzhen1314 in seinem Mikroblog. Andere Internetnutzer rufen offen zur Kaufverweigerung auf: “Die werden merken, dass es so nicht geht, wenn alle anfangen, VW zu boykottieren”, meint Mikroblogger “vekyzai”.

Viel Zustimmung erhalten im Netz auch Stimmen, die ihre Enttäuschung über VW ausdrücken. “Wenn wir Chinesen so viel Geld für deren Autos ausgeben, verdienen wir dann nicht ein kleines bisschen fairen Respekt?”, fragt zzwangqf. “Ich verachte VW!”

Für Volkswagen in China braut sich Ärger zusammen.

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Atatürk kann nicht mehr wachsen

Natürlich nicht, werden jetzt manche sagen, schließlich ist er schon seit fast 74 Jahren tot. Aber nicht um den türkischen Staatsgründer geht es hier sondern um den nach ihm benannten größten Flughafen der Türkei. Als ich zum ersten Mal mit dem Flieger in Istanbul landete, 1979, hieß der Flughafen noch Yesilköy, „Gründorf“, nach dem Vorort, in dessen Nachbarschaft er sich befand. Im Jahr darauf wurde er in „Atatürk Airport“ umbenannt, zu Ehren des Staatsgründers Mustafa Kemal. Seither hat der Airport, wie die Stadt Istanbul, sein Gesicht stark verändert, er hat expandiert, wurde immer wieder modernisiert. Aber jetzt kommt er an die Grenzen seines Wachstums. Die 15-Millionen-Metropole am Bosporus braucht einen neuen Flughafen. Und sie soll ihn bekommen. » Weiterlesen

Mexiko bald siebtgrößte Volkswirtschaft?

Mit Anspruch und Wirklichkeit ist das so eine Sache in Mexiko. Die Mexikaner wollen immer mehr, als sie dann am Ende können. Derzeit sinnen sie mal wieder darüber nach, dass sie bald zu den Top Ten der Weltwirtschaften gehören könnten. Befeuert werden diese Gedanken von Volkswirten, die in dem Schwellenland das Potenzial für den Aufstieg sehen. Gegenwärtig ist Mexiko die 13. Volkswirtschaft der Welt. » Weiterlesen

Die neue Währungswelt: Dollar, Yuan, Euro

Scheine zu 100, 10 und einem Yuan.Vielleicht ist es etwas früh, um den Yuan auf eine Stufe mit dem Dollar zu stellen. Immerhin verfügen die Amerikaner immer noch über die weltweit wichtigste Reservewährung. Doch Chinas Währung ist schwer im Kommen: Die Großbank HSBC beispielsweise kann sich derzeit vor Interessenten kaum retten, die in Renminbi investieren wollen. China selbst strotzt hier vor Ehrgeiz, wie dieser Leitartikel von heute aus der Volkszeitung zeigt. » Weiterlesen

China wundert sich über Norwegens Sanftmut

News zu Breivik auf Sohu.com

News zu Breivik auf Sohu.com

“Auch Verbrecher genießen in Norwegen Menschenrechte”, wundert sich der chinesische Blogger “Moxia Juzi Dubujian” angesichts der Berichte über den Mörder Anders Behring Breivik. Er meint das allerdings nicht als Lob, sondern eher skeptisch. Wie kann ein Land bloß einen hohen Stand an öffentlicher Sicherheit aufrecht erhalten, wenn es nicht mit aller Härte gegen Regelverstöße vorgeht? Dies Frage diskutiert China derzeit im Netz. » Weiterlesen

Verräter in Todesangst

Chinesische Zeitschriftenseite zu Wangs verzweifelter Flucht zu den Amerikanern

Chinesische Zeitschriftenseite zu Wangs verzweifelter Flucht zu den Amerikanern

Wahrscheinlich erfahren wir von dem bizarren Polit-Krimi in China bisher hauptsächlich das, wovon die Obrigkeit will, dass wir es erfahren. Doch zumindest wird der Ablauf der Ereignisse um einen Mord, Korruption, Loyalität und den Kampf um die Macht im Staate jetzt klarer. Erstmals erfahren nun auch von amerikanischer Seite mehr über die mysteriösen Ereignisse vom sechsten Februar in der Metropole Chengdu. » Weiterlesen

Die Gewohnheiten der korrupten Beamten

Die roten Sterne der KP ChinasWegen der Affäre um den vermutlich korrupten Provinzpolitiker Bo Xilai überziehen die Chinesen die regierenden Kommunisten mit Spott. In einem Tweet auf Sina Weibo macht sich ein Blogger so richtig respektlos über die Ideale der Partei lustig. » Weiterlesen

Gift und Geldwäsche in China

Megametropole Chongqing: Hier herrschte Bo Xilai vor seinem Sturz

Megametropole Chongqing: Hier herrschte Bo Xilai vor seinem Sturz

Die Rätsel um den gestürzten chinesischen Parteiboss Bo Xilai werden mit dem Auftauchen neuer Details eher noch verwirrender. Während einerseits klar wird, dass auch auch persönliche Gefühle in den Fall hineingespielt haben, erscheinen die Motive der Kommunistischen Partei beim Umgang mit dem Skandal zunehmend undurchsichtig. » Weiterlesen

Global Player Türkei

Wo bleibt die Einladung? Seit Jim O’Neill, der damalige Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Anfang des vorigen Jahrzehnts die Wachstumsländer Brasilien, Russland, Indien und China unter dem Kürzel BRIC zusammenfasste, stellte man sich in der Türkei diese Frage. » Weiterlesen

Brasilianisch-Amerikanische Freundschaft?

Embraer und Boeing wollen künftig eng kooperieren, haben die beiden Flugzeugbauer gerade verkündet. Ob sie jetzt zusammen ein größeres Regionalflugzeug bauen werden oder einen kleineren Jumbo – die Entscheidung werden sie angesichts der gewaltigen Risiken bestimmt nicht so schnell fällen. » Weiterlesen

Willkommen im Wirtschaftswunder!

Aquarium im Chaoyang-Blumenmarkt in Peking

Beim Kauf von Heimdeko lässt sich einiges über sein Land erfahren

Bis heute wundert es mich, dass sich dieses Gespräch ausgerechnet bei einem Verkäufer von Aquarien entsponnen hat. Nicht weit von meinem Wohnort hat kürzlich ein Markt für Pflanzen und Heimdekoration aufgemacht. In China gehören pittoreske Felsbrocken und riesige Aquarien zur Ausstattung des gehobenen Haushalts. Deshalb gibt es dort eine eigene Etage nur für Steine und Fische. » Weiterlesen