» 19. Januar 2013, 17:56 Uhr

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Parlament: In Mexiko werden jährlich Milliarden Drogengelder gewaschen

Mexiko ist ein Paradies für Geldwäscher. Das berichtet jetzt die Abgeordnetenkammer des Landes in einer Untersuchung. Demnach wurden vergangenes Jahr zehn Milliarden Dollar an Geldern gewaschen, die zumeist aus dem Drogenhandel stammen. Dies entspreche 3,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sei eine dramatische Steigerung gegenüber den Vorjahren. Zwischen 2004 und 2009 entsprach die jährlich gewaschene Summe von kriminellem Geld lediglich 1,5 bis 2,4 Prozent des BIP. Dem Bericht zufolge wird lediglich in Peru mehr Geld gewaschen als in Mexiko. Laut Internationalem Währungsfonds werden weltweit zwischen zwei und fünf Prozent des weltweiten BIP gewaschen.

Der Anstieg der Geldwäsche in Mexiko sei durch den extremen Anstieg der Drogenkriminalität zu erklären und das Eindringen der Mafias in fast alle Sektoren der Gesellschaft und Wirtschaft, heißt es in dem Bericht der Parlamentarier.

Vergangenes Jahr verhängte die mexikanische Bankenaufsicht eine zweistellige Millionenstrafe gegen die britische Großbank HSBC im Rahmen eines Geldwäscheskandals. Die Strafe von 28 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) gegen die mexikanische Filiale HBMX sei ausgesprochen worden, da das Geldinstitut das mutmaßliche Waschen von Drogengeldern über seine Konten nicht verhindert habe, erklärte die mexikanische Aufsichtsbehörde CNBV. Die Strafzahlung
entsprach etwa der Hälfte des letzten Jahresgewinns der HSBC in
Mexiko.

» 19. Januar 2013, 17:56 Uhr