» 11. Januar 2013, 17:43 Uhr

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Neue Polizei, mehr gezielte Schläge, weniger offener Krieg

Neuer Präsident, neue Strategie. Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto ändert seine Leitlinien im Vorgehen gegen das Organisierte Verbrechen: Weniger Tote, eine neue Polizei, chirurgische Schläge, statt offener Krieg und hohe Investitionen in Sozialprävention sind die Achsen.

Mit diesem Fokus ändert Peña Nieto die Ausrichtung des Anti-Drogen-Kampfes: Es steht der Schutz der Bevölkerung im Vordergrund und nicht mehr um jeden Preis die Vernichtung der Verbrecher-Syndikate. Damit distanziert sich der neue Staatschef eindeutig von seinem gescheiterten Vorgänger Felipe Calderón, der vergeblich versuchte, die Kartelle mit Krieg in die Schranken zu weisen. Nach einer Bestandsaufnahme des neuen Generalstaatsanwalts Jesús Murillo Karam gibt es nach sechs Jahren Drogenkrieg derzeit rund 80 große und kleine Kartelle in Mexiko. Und Calderóns Konflikt mit den Mafias habe 70.000 Menschen das Leben gekostet und nicht wie früher behauptet 50.000, sagte Murillo Karam. Vor allem in den letzten Jahren nahmen dabei die zivilen Opfer deutlich zu.

Eine entscheidende Veränderung ist die Abkehr vom offenen Krieg gegen die Kartelle. Dieser soll ersetzt werden durch mehr Geheimdienstarbeit, stärkere Infiltration der Kartelle und so genannte chirurgische Schläge. Allerdings soll die Armee weiter im Drogenkampf eingesetzt werden, so lange es die neue Gendarmerie noch nicht gibt. Calderón hatte mehr als 50.000 Soldaten und Bundespolizisten in die Schlacht mit den Kartellen geworfen.

» 11. Januar 2013, 17:43 Uhr