Die chinesischen Stadtregierungen verhalten sich schon lange nicht mehr, wie sich das für einen autoritären Staat gehört. Wenn das Volk eine Demo macht, dann geben sie meistens nach.
In der Stadt Ningbo zwei Autostunden südlich von Shanghai waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag Tausende von Bürgern auf die Straße gegangen, um gegen die Erweiterung eines Chemiewerks zu protestieren.
Die Demonstranten haben gute Chancen, sich durchzusetzen. Vor einem Parteitag mit Wahl einer neuen Führung ab 8. November können die regierenden Kommunisten keine Unruhe gebrauchen.
In China geht derzeit vor allem die selbstbewusste Mittelklasse auf die Straße – und sie zieht mit Smartphone, Twitter-Account, VW Golf und gestärktem Hemd in die Schlacht.
Die Proteste haben entsprechende Ziele. Es geht nicht um abstrakte Prinzipien wie Freiheit oder Demokratie. Noch weniger geht es um in China völlig unbekannte und unwichtige Dissidenten wie den Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo.
Es geht um konkrete Dinge – und das völlig zu Recht. In der Stadt Wukan ging es um Landenteignungen, in Dalian, Shifang und Qidong um potenziell umweltfeindliche Chemiewerke. So wie jetzt in Ningbo.
- In der Hafenstadt Ningbo tritt die Bereitschaftspolizei an. (Weibo)
















