» 17. Oktober 2012, 07:31 Uhr

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Romney zeigt sich in China-Fragen ahnungslos

Chinesische Arbeiterin in der Elektroindustrie: auch bei teurem Yuan billig

Chinesische Arbeiterin in der Elektroindustrie: auch bei teurem Yuan billig

Bei der Wahlkampfdebatte zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney war auch China ein Thema. Romney sagte, wenn China “sich an die Spielregeln halten würde”, dann wären Arbeitsplätze in den USA wieder konkurrenzfähig.

Sprich: Apple würde iPhones wieder in den USA herstellen, ohne dass sie teurer wären als Importe aus China. Ein kurzes Rechenexempel zeigt: Das stimmt nicht.

Die Einkommen chinesischer Wanderarbeiter liegen ungefähr bei fünf Dollar pro Tag, während die US-Einkommen etwa 40-Mal höher liegen.

Selbst wenn der Dollar also um 50 Prozent gegenüber dem Yuan abwerten würde, dann würden Chinas Löhne nur – im Vergleich – auf zehn Dollar pro Tag steigen. Das ist offensichtlich nicht genug, um die Deindustrialisierung und den Verlust von Arbeitsplätzen in den USA aufzuhalten.

Darauf wiesen in der Debatte auch Obama und die Moderatorin hin. Ungelernte Industriearbeitsplätze werden in den Schwellenländern konkurrenzfähiger bleiben – Regelverstöße hin oder her. Die Leute haben dort viel geringer Lebenskosten und Ansprüche als in den entwickelten Ländern.

Wenn Apple sich also rational verhält und seinen Kunden und Aktionären den maximalen Mehrwert bieten will, muss das Unternehmen weiterhin bei seinem insgesamt sehr zuverlässigen Partner Foxconn produzieren lassen. Eine Änderung ließe sich nur durch hohe Einführzölle auf der US-Seite bewirken. Doch das würde für die Amerikaner die Preise hochtreiben – der Kunde würde darunter leiden.

Romney nannte China zudem einen “Betrüger” und warf dem fernöstlichen Land vor, seine Währung zu manipulieren. Dieses Argument mag bei den Amerikanern gut ankommen, die so den Grund für ihre Misere auf unfaires, unmoralisches Verhalten anderer abwälzen. Doch leider gibt es die “Spielregeln” nicht, die China verletzt haben könnte.

Die Regierung in Peking handelt voll souverän und kann ihre Wirtschaftspolitik so organisieren, wie sie möchte. China hat sich dafür entschieden, eine nicht konvertierbare Währung zu benutzen. Es gibt keine internationale Institutionen, die den Staat vorschreibt, wie sie ihre Währung organisieren sollen.

Apple-Produktionsstandort in China: strukturell preiswerter (Firma Foxconn in Shenzhen)

Apple-Produktionsstandort in China: strukturell preiswerter (Firma Foxconn in Shenzhen)

Seit Einführung des Renminbi im Jahr 1948 war diese “Volkswährung” nie frei handelbar. Die Zentralbank hat stets den Wechselkurs nach geheimen Richtlinien festgesetzt. Ein Großtrend steht jedoch fest: der Außenwert steigt. Seit 2007 hat der Yuan um ein knappes Drittel aufgewertet.

Romney kündigte dennoch dreist an, er werden “die Chinesen hart rannehmen” und sie auf diese Weise zwingen, sich an die “Regeln” zu halten.

Nun stellt sich die Frage, wie Romney die Chinesen zwingen will, künftig schneller aufzuwerten. Will er die Marines nach Peking schicken, damit sie die Zentralbank besetzen und an der Kursschraube drehen? Viel Spaß.

Eine so starke Yuan-Aufwertung ist übrigens illusorisch. Chinas Exportindustrie mit ihren schmalen Margen wäre ruiniert, der weltweit wichtigste Wachstumsmotor würde ausfallen. In Falle so eines Szenarios leiden auch die USA.

Eine so starke Yuan-Aufwertung ist übrigens illusorisch. Chinas Exportindustrie mit ihren schmalen Margen wäre ruiniert, der weltweit wichtigste Wachstumsmotor würde ausfallen. In Falle so eines Szenarios leiden auch die USA.

Eine so starke Yuan-Aufwertung ist übrigens illusorisch. Chinas Exportindustrie mit ihren schmalen Margen wäre ruiniert, der weltweit wichtigste Wachstumsmotor würde ausfallen. In Falle so eines Szenarios leiden auch die USA.

Apple-Store in Peking

Apple-Store in Peking

Eine starke Yuan-Aufwertung zu fordern ist übrigens illusorisch. Chinas Exportwirtschaft arbeitet mit hauchdünnen Margen. Ein plötzlicher Kursanstieg von zehn Prozent könnte sie bereits ruinieren. China fällt bei diesem Szenario als Wachstumsmotor aus. Darunter leiden auch die USA.

Weitere Bemerkungen von Romney: In China gebe es gefälschte Apple-Shops, die gefälschte Apple-Produkte verkaufen. Falsch. Die nachgeahmten Geschäfte sind geschlossen. Und die völlig legalen Vertragshändler mit Apple-ähnlicher Innenraumgestaltung verkaufen durchweg Originale.

» 17. Oktober 2012, 07:31 Uhr

    Ein Kommentar zu “Romney zeigt sich in China-Fragen ahnungslos”


  1. Hans Aplast sagt:

    Nur ein blinder, tauber Analphabet kann das übersehen….
    Chinas Öllieferanten waren: Irak, Libyen, Sudan und noch der Iran. Selbst Gelegenheitsleser sollten inzwischen erkannt haben, dass die Kapitalflucht auch Zypern, Griechenland, Spanien, Italien, Portugal und der Arabische-Frühling (auf der anderen Seite des Mittelmeeres) keine zufälligen Ereignisse waren.

    Romney weiß SEHR GENAU in welche Richtung es geht – Krieg.

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