» 28. August 2012, 16:13 Uhr

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Brasilien boomt – und hungert nach André Rieu

Zehn Jahre steigende Einkommen, die historisch niedrigste Arbeitslosigkeit, ein starker Real – und die Schlangen für die Kulturveranstaltungen werden immer länger in São Paulo: Für die Impressionismus-Ausstellung des Kulturinstituts des Banco do Brasil standen jetzt die Besucher durchschnittlich vier Stunden an.

Und das nach Mitternacht, mitten im Zentrum São Paulos, wo die Mittelschicht der Stadt sonst nach Anbruch  der Dunkelheit keinen Fuß hinsetzt. Wegen des Andrangs hatte das Kulturinstitut eine Nacht des Museums veranstaltet.

Weitere Nächte sollen jetzt folgen, wegen der großen Nachfrage. Im Museum der Modernen Kunst war letzte Woche eine Caravaggio-Ausstellung zu sehen. Am Dienstag war kostenloser Einlass: Die Schlange reichte zwei Straßenblocks auf der Bankenmeile Avenida Paulista entlang. Kinos, Freizeitparks, Shopping-Center, Theater – alles sind sie hoffnungslos überfüllt in Brasilien. Das traditionell auf die kleine Mittelschicht beschränkte Kulturangebot kann die Nachfrage nach Unterhaltung der neuen aufsteigenden Mittelschichten nicht mehr decken.

Davon profitiert inzwischen vor allem der internationale Kulturzirkus: Angesagt oder abgehalftert, von Jazz bis Walzer – jeder Showstar findet derzeit sein Publikum. Einen Rekord hält der holländische Walzergeiger André Rieu: Er wird dieses Jahr vermutlich 30 Mal in São Paulo auftreten mit seinem umfangreichen Orchester. Jede seiner Veranstaltungswochen mit jeweils 8000 Zuschauern war bisher ausverkauft. Tickets gab es für umgerechnet 60 bis 1000 Euro. Rieu hat jetzt für September eine neue Auftrittswoche geplant.

» 28. August 2012, 16:13 Uhr

    Ein Kommentar zu “Brasilien boomt – und hungert nach André Rieu”


  1. Als ich den Titel gelesen habe, dachte ich zunächst, dass hier Andre Rieu irgendwie Hunge in Brasilien auslösen würde. Ich habe das “nach” zeitlich interpretiert. So etwa kann wohl nur passieren, wenn man zu viele Zeitungsüberschriften gelesen hat.

    Schön ist es, dass es wenigstens in Brasilien einen Boom gibt.

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